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Drittanbietersperre einrichten: Sag Abo-Fallen den Kampf an!

Von Handy Abo-Fallen hat sicher jeder schon einmal gehört – mit wenigen Klicks wird nichtsahnenden Verbrauchern ein Abo eines kostenpflichtigen Dienstes untergejubelt. Die entstandenen Kosten fallen leider meistens erst auf der Mobilfunk-Rechnung auf und können sich durchaus zu hohen Summen addieren. Mit einer Drittanbietersperre lassen sich solche Probleme recht einfach umgehen.

Das Problem mit Drittanbietern

Grundsätzlich gilt natürlich: Das Smartphone ist ein nützlicher Begleiter und wird auch für das unkomplizierte Bezahlen genutzt. Mit dem sogenannten WAP Billing (Wireless Application Protocol) müssen keine Kreditkarten- oder Kontodaten mehr angegeben werden, der Bezahlvorgang geschieht ganz einfach per Antippen der Schaltfläche.

Der Einzug des Betrags geschieht dann direkt über die Handyrechnung. Dieses etwas antiquierte Bezahlverfahren ist jedoch eher ein Nischenverfahren und wird selten verwendet. Heute bezahlt man eher über Dienste wie PayPal.

Genutzt wird das Bezahlen vor allem von Betrügern. Mit einem ahnungslosen oder auch unbeabsichtigten Tippen auf einen Button in einer dubiosen App können bereits hohe Kosten entstehen. Das ist übrigens einer der Gründe weshalb man nicht jeder gratis Spiele- oder Gewinnspiel-App trauen sollte.

Über das Anklicken des Buttons oder Werbebanners gelangt der Nutzer dann auf eine WAP-Seite, die einer normalen Internet-Seite zum Verwechseln ähnlich sieht – allerdings kann der Nutzer über dieses veraltete WAP-Protokoll identifiziert werden. Das funktioniert übrigens nur bei Mobilfunkverbindungen, per WLAN ist das nicht möglich.

So kann der Betrag über die Mobilfunknummer auf die Rechnung aufgeschlagen werden – auch ohne konkreten Abrechnungsauftrag. Die jeweiligen Beträge werden dann vom Mobilfunk-Anbieter eingezogen und an den Betrüger abgegeben.

 

So wird die Drittanbietersperre aktiviert

Nach der Erneuerung des Telekommunikationsgesetzes hast Du bei jedem Anbieter das Recht, kostenfrei eine Drittanbietersperre einrichten zu lassen. Lediglich bei der erneuten Entsperrungen können Kosten anfallen.

Eine Drittanbietersperre verhindert, dass das WAP-Billing genutzt werden kann. Achtung: Damit wird die Abzocke über Abo-Fallen zwar verhindert, jedoch kann diese mobile Bezahlfunktion dann oft auch nicht mehr bei seriösen Anbietern genutzt werden. Bei einigen Mobilfunkanbietern ist eine Teilsperre möglich, bei der Du dann per WAP-Billing z.B. nach wie vor Tickets für den öffentlichen Nahverkehr kaufen kannst.

Wichtig: Die Aktivierung einer Drittanbietersperre kündigt Abos nicht! Die Kündigung der laufenden Zahlungen musst Du selbst vornehmen und (am bestern per Einwurfeinschreiben) an den Drittanbieter senden, dessen Daten Dir von Deinem Mobilfunk-Anbieter zur Verfügung gestellt werden können.

Drittanbietersperre bei der Telekom

Bei der Telekom kannst Du kostenpflichtige Dienste von Drittanbietern ganz einfach im Kundencenter sperren. Auch Teilsperren für bestimmte Dienste sind möglich, z.B. nur für Erotik-Dienste oder Aktienkurse.

 

Drittanbietersperre bei o2

Auch bei o2 kannst Du einzelne Kategorien sperren lassen – z.B. alle Dienste aus dem Bereich Information / Unterhaltung oder Abos. Die Sperre kannst Du online oder über die o2-Hotline 0176 88 85 52 22 vornehmen lassen.

 

Drittanbietersperre bei mobilcom-debitel

Bei mobilcom-debitel kannst Du eine Drittanbietersperre nur pauschal für alle Dienste einrichten lassen. Das funktioniert ebenfalls online oder über den Kundenservice unter 01805 123 123.

 

Drittanbietersperre bei Vodafone

Bei Vodafone kannst Du Dich in Dein Kundenkonto einloggen und dort die Drittanbietersperre aktivieren. Alternativ erreichst Du den Kundenservice unter der 1212.

 

Wenn Dienste bereits in Rechnung gestellt wurden

Die meisten Verbraucher bekommen erst einmal einen Schreck, wenn sie die hohen Kosten auf der Mobilfunk-Rechnung entdecken. In dieser Situation solltest Du allerdings unbedingt einen kühlen Kopf bewahren: Wende Dich direkt an den Drittanbieter und kündige das Abo sofort. So verhinderst Du, dass weiterhin Beträge eingezogen werden.

Außerdem hast Du acht Wochen Zeit, den Rechnungsbetrag zu beanstanden. Dazu solltest Du Dich auch an Deinen Mobilfunk-Anbieter wenden – die Verbraucherzentrale stellt dafür einen Musterbrief zur Verfügung. So kannst Du die Überweisung des zusätzlichen Betrags stoppen bzw. die eingezogene Lastschrift zurückholen – wichtig: Auf jeden Fall solltest Du den gewohnten Rechnungsbetrag der üblichen Leistungen bezahlen.

* erforderlich