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Handy-Garantie vs. Gewährleistung: Was der Unterschied ist und worauf Du im Schadensfall achten musst

Garantie und Gewährleistung – diese beiden Wörter hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Immer wieder werden die beiden Begriffe allerdings verwechselt oder synonym verwendet. Wenn Du ein neues Smartphone bestellst, solltest Du allerdings wissen, was es mit der Gewährleistung und der Garantie beim Kauf genau auf sich hat.

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Der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie

Als Kunde solltest Du den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung kennen. Das ist wichtig, wenn z.B. Dein neues Smartphone mit einem (zuvor nicht offengelegten) Schaden bei Dir ankommt.

 

Wann die Gewährleistung greift

Die Gewährleistung (Mängelhaftung) ist gesetzlich geregelt und greift immer. Bei Neuware gilt sie 24 Monate lang, bei B-Ware ein Jahr. Stellst Du in dieser Zeitspanne fest, dass das Smartphone kaputt ist, muss der Händler für den Schaden aufkommen – allerdings nur, wenn der Mangel bereits beim Kauf vorhanden war und Du ihn nicht selbst verschuldet hast.

Dabei gilt die Regelung der Beweislastumkehr: In den ersten 6 Monaten muss der Händler beweisen, dass der Schaden beim Kauf noch nicht vorhanden war; ab dem 7. Monat musst Du als Käufer beweisen, dass der Schäden schon beim Kauf vorhanden war.

Um zu belegen, dass der Schaden bereits beim Kauf vorlag oder eben nicht, wäre meistens ein aufwendiges Gutachten nötig. Da ein solches Gutachtens in der Regel sowohl dem Käufer als auch dem Händler zu teuer ist, hat die Regelung der Beweislastumkehr in der Praxis zur Folge, dass der Käufer 6 Monate lang einen Defekt ersetzt bekommst und anschließend nicht bzw. nur mit großem Aufwand.

Auf dem Papier klingt „2 Jahre Gewährleisung“ also erstmal gut, in der Praxis kann man diese aber meistens nur 6 Monate lang nutzen.

Greift die Gewährleistung, wird die Ware repariert oder Du bekommst ein neues Gerät.

 

Das musst Du über die Garantie wissen

Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers bzw. des Herstellers und kann von diesem beliebig festgelegt werden. Die Garantie kann sich dabei nur auf bestimmte Teile des Geräts oder auf das komplette Produkt beziehen.

Viele Handyhersteller geben z.B. eine Garantie von zwei Jahren auf das Smartphone, auf den Akku allerdings nur eine Garantie für ein Jahr.

Wichtig: Egal, ob und in welcher Form der Händler eine Garantie anbietet – die Gewährleistung bleibt auf jeden Fall immer bestehen!

Mehr Informationen über Gewährleistung und Garantie sowie einen Beispielfall findest Du auf der Seite des BMJV (Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz).

 

Garantiekonditionen der wichtigsten Hersteller

  • Apple: 12 Monate auf alle Hardware-Produkte von Apple (außer Apple Watch und Verschleißteile), mehr Infos auf dieser Seite von Apple
  • Huawei: 24 Monate auf Smartphones und Tablets, 6 Monate auf Akkus und Ladegeräte, 3 Monate auf Kopfhörer, mehr Infos hier
  • LG: 24 Monate auf Smartphones und Tablets, 6 Monate auf Zubehör wie Akkus, Ladegeräte, Headsets, mehr Infos hier
  • Samsung: 24 Monate auf Smartphones und Tablets, 12 Monate auf Akkus, 6 Monate auf Zubehör, mehr Infos auf dieser Seite von Samsung
  • Sony: Alles zur Garantie findest Du in Deinem Smartphone unter Einstellungen > Über das Telefon > Rechtliche Hinweise

 

Das solltest Du im Schadensfall tun

 

Das Handy kommt bereits defekt bei Dir an

Wenn das Smartphone bereits defekt bei Dir ankommt, dann hast Du natürlich erstmal den Ärger bist aber auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Du kannst in diesem Fall entweder von Deinem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen oder die gesetzliche Gewährleistung in Anspruch zu nehmen.

 

Der Defekt tritt in den ersten 6 Monaten auf

Solange die ersten 6 Monate noch nicht verstrichen sind, kannst Du die gesetzliche Gewährleistung problemlos in Anspruch nehmen. Der Händler müsste Dir in dem Fall beweisen, dass der Defekt nicht bereits von Anfang an bestand, was dieser in der Regel nicht tun wird.

Alternativ kannst Du – falls vorhanden – auf die freiwillige Garantie des Herstellers zurückgreifen.

In jedem Fall sollte man bevor man das Gerät einsendet den Defekt so gut es geht dokumentieren, die Daten auf dem Smartphone löschen und das Gerät sicher verpacken und versichert verschicken.

 

Der Defekt tritt nach den ersten 6 Monaten auf

In diesem Fall bringt die gesetzliche Gewährleistung wenig, da Du beweisen müsstest, dass der Defekt schon seit Kauf besteht. Als Back-Up-Lösung bleibt die Hersteller-Garantie (falls vorhanden).

Auch hier gilt: Man sollte den Defekt so gut es geht dokumentieren, die Daten auf dem Smartphone löschen und das Gerät sicher verpacken und versichert versenden.

Wenn alle Stricke reißen, kannst Du immer noch einen Reparaturdienst in Anspruch nehmen. Auf dem Markt der Handy-Reparatur-Anbieter gibt es einen sehr lebhaften Preiskampf, weshalb eine Reparatur oft günstiger ist, als man denkt. Im Artikel zu Handyreparaturen geben wir Dir ein paar Tipps.

 

 

Video zum Thema

Im folgenden Video des WDR wird Dir noch mal kurz erklärt was der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung ist und wie Du richtig reklamierst.