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veröffentlicht am 16.08.2019

Update: Freenet hat angekündigt, allen Kunden mit UMTS-Tarifen in den nächsten Monaten den LTE-Zugang freizuschalten! Die Abschaltung des 3G-Netzes droht und viele Nutzer von Tarifen ohne LTE könnten bald ohne ein Mobilfunknetz dastehen. Dies berichten einige Medien, darunter auch der Spiegel, und schüren damit die Angst unter den Kunden. Doch kommt wirklich die plötzliche UMTS-Abschaltung bzw. der -Rückbau? Wir haben nachgeforscht und können Dir schon jetzt sagen: Du brauchst keine Angst haben!

Bild von Jürgen Diermaier auf Pixabay / Montage: Handyhase.de

Update vom 30.08.2019: Der Mobilfunk-Konzern freenet hat damit begonnen, sämtliche Bestandskunden für LTE freizuschalten. Die Umstellung soll mehrere Monate in Anspruch nehmen. Für Nutzer reiner UMTS-Tarife ist das eine gute Nachricht: Mit LTE verbessert sich der Handyempfang deutlich! Außerdem müssen freenet-Kunden damit keine 3G-Abschaltung befürchten. Wer von der LTE-Freischaltung profitiert, erfährst Du in unserem Artikel zum Thema.

UMTS-Abschaltung & Umstellung auf LTE?

Eines Tages wird 3G, auch UMTS genannt, abgeschaltet werden. Die Netzbetreiber planen bereits die Umsetzung zu Gunsten des neuen 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland. Es ist nur die Frage, wann dies stattfinden wird. Aktuell halten sich alle drei Netzbetreiber mit einer eindeutigen Aussage noch zurück. Allerdings schreiben die Kollegen vom Spiegel, dass Vodafone sich zwischen 2020 und 2021 von 3G trennen möchte, während die Telekom noch bis Ende 2020 eine UMTS-Versorgung zur Verfügung stellt. Doch wie kann es diese Termine geben, wenn die Netzbetreiber es selbst noch nicht einmal abschätzen können?

Falle ich von 3G auf das 2G-Netz zurück?

Die Panikmache in den Medien ist groß, so berichtet der Spiegel weiter, dass Kunden mit 3G-Tarifen sogar auf das schlechtere 2G-Mobilfunknetz zurückfallen, wenn die 3G-Abschaltung erfolgen sollte. Doch die Netzbetreiber werden vermutlich eher alle 3G-Tarife im kommenden Jahr auf LTE umstellen als zu riskieren, dass eine große Anzahl an Kunden verärgert wird. Gerüchten zufolge soll diese Umstellung bereits Mitte 2020, sprich noch vor den im Artikel des Spiegel aufgeführten Terminen erfolgen. Keiner muss daher Angst haben, dass sein Handytarif mit 3G plötzlich wieder auf 2G zurückfällt. Zumal aus technischer Sicht die Netzbetreiber auch die Möglichkeit haben, sogar bis 2025 UMTS anzubieten.

Der Spiegel beruft sich weiterhin auf die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur, dass „von den Ende 2018 aktiv in Deutschland eingesetzten Karten nur 47 Prozent mit LTE genutzt“ werden und „der Rest nutzt ältere Technologien wie 3G. Diese Zahl ist problematisch, weil die Mobilfunkanbieter ihre 3G-Netze seit einigen Jahren zugunsten von 4G und 5G langsam abbauen.“ ABER: Die Anzahl der betroffenen Kunden, die in ein paar Jahren ohne UMTS dastehen, wird aufgrund tariflicher Anpassungen sehr viel geringer ausfallen.

Was sagen die Netzbetreiber zu der möglichen UMTS-Abschaltung?

Wir haben bereits bei den Netzbetreibern um eine Stellungnahme gebeten und folgende Statements erhalten, die kein konkretes Datum für die Abschaltung von 3G nennen. Die betroffenen Kunden werden daher nicht einfach von den Mobilfunkern alleine gelassen!

3G-Abschaltung bei der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom behält sich vor, 3G nach dem 31.12.2020 abzuschalten. Dies hat das Unternehmen in seiner Leistungsbeschreibung verankert. Dies bedeutet freilich nicht, dass die Deutsche Telekom an Neujahr 2021 schlagartig ihr UMTS-Netz still legt. Eine Verlängerung der Frist ist durchaus möglich, denn die Telekom verfügt über weitere Mobilfunk-Frequenzen, über die sich noch bis 2025 für UMTS verwenden lassen. Die Telekom meint:

Wie andere Netzbetreiber in Europa, beschäftigt sich auch die Deutsche Telekom damit, das UMTS-Netz (auch bekannt als 3G-Netz) außer Betrieb zu nehmen. Das bisher hierfür eingesetzte Spektrum kann dann für sehr viel leistungsfähigere Technologien wie 4G und 5G verwendet werden. So machen wir mobiles Internet für die Menschen in Deutschland an vielen Stellen deutlich schneller. Eine Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt wir das tun, ist bisher nicht gefallen. Wie in unseren AGB beschrieben wird 3G im Mobilfunknetz der Telekom – vorbehaltlich einer Verlängerung – bis zum 31.12.2020 verfügbar sein.

3G-Abschaltung bei Telefónica Deutschland (o2)

Zur 3G-Abschaltung hat sich Telefónica noch nicht festgelegt. Zwar laufen einige Nutzungsrechte für den Netzbetreiber ebenso am 31.12.2020 aus. Jedoch gab Telefónica noch kein Enddatum für UMTS bekannt. Auch in AGB und Leistungsbeschreibung ist keine Befristung festgelegt. Bist Du im o2- oder Telefónica-Netz unterwegs, brauchst Du Dir also vor einer Abschaltung erstmal keine Sorgen machen. Hinzu kommt, dass alle aktuellen Tarife im Netz der Telefónica LTE unterstützen. 3G spielt hier also nur dort eine Rolle, wo noch kein LTE ausgebaut ist. Das sagt o2:

Es ist davon auszugehen, dass kein Netzbetreiber vier Technologien (GSM/UMTS/LTE und 5G) parallel in seinem Netz betreiben wird. Das gilt auch für Telefónica Deutschland. Ob und wann im o2 Netz der Mobilfunkstandard UMTS im Zuge des 5G-Ausbaus abgestellt werden könnte, lässt sich heute noch nicht sagen. Aber das wäre auf keinen Fall eine kurzfristige, sondern eher eine mittelfristige Maßnahme.

3G-Abschaltung bei Vodafone

Auch Vodafone hat kein Abschaltdatum für UMTS veröffentlicht – weder per Statement noch in den Leistungsbeschreibungen. Ist Dein Tarif im Vodafone-Netz geschaltet, kannst Du vorerst unbesorgt sein. Vodafone äußert:

Der Chief Technology Officer (CTO) der Vodafone Group hat 2017 auf einer Veranstaltung in London auf Nachfrage die Prognose abgegeben, dass Vodafone wohl in den Jahren 2020 und 2021 in Europa mit der Netzabschaltung von 3G beginnen werde. Vodafone hat in Europa allerdings in 15 Ländern UMTS-Netze. Es ist noch nicht bekannt, in welchem europäischen Land Vodafone 2020 / 2021 mit der UMTS-Abschaltung beginnen wird. Für Deutschland haben wir aktuell noch keine Pläne für eine Abschaltung des UMTS-Netzes. Klar ist aber, dass UMTS nicht weiter ausgebaut wird und perspektivisch die Zukunft bei LTE und dann auch im 5G-Netz liegt.

3G-Abschaltung in Deutschland: Frequenzen, Netzabdeckung & mehr

Wir haben für Dich an dieser Steller nochmals die Hintergründe zu den UMTS-Frequenzen und der Netzabdeckung zusammengefasst. Dabei gehen wir auch darauf ein, was passiert, wenn 3G abgeschaltet wird und was Du jetzt schon tun kannst, wenn Du nicht bis zur Umstellung warten möchtest.

Ende der Frequenz-Zuteilung für UMTS

Einige Mobilfunk-Frequenzen wurden lediglich bis zum 31.12.2020 zur Nutzung für UMTS durch die Bundesnetzagentur freigegeben. Grundlage hierfür war unter anderem die spektakuläre Frequenz-Auktion aus dem Jahr 2000, die viele Milliarden D-Mark in die Staatskasse spülte. Dies erklärt auch das von der Telekom mitgeteilte vorläufige Enddatum für UMTS.

Was passiert, wenn 3G abgeschaltet wird?

Zum aktuellen Zeitpunkt wäre eine 3G-Abschaltung ein Problem für Dich, wenn Du keinen LTE-fähigen Handyvertrag hast. Dann könntest Du nur noch den Mobilfunk-Standard 2G, also GSM und GPRS, nutzen. Die Folge wäre, dass Du viel schlechter mobil surfen könntest. Denn GPRS bzw. EDGE ermöglichen theoretisch eine schmale Bandbreite von 200 kBit/s. In der Praxis wird jedoch selbst diese nicht erreicht.

Betroffen bist Du auch, wenn Dein Tarif zwar LTE unterstützt, Dein Smartphone aber nicht „4G-ready“ ist. So sinnvoll es ist, ein Smartphone so lange wie möglich zu nutzen – Geräte ohne LTE sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenn Du Dich fragst, wie der Umstieg auf ein neues Handy funktioniert: Wir haben für Dich einen Ratgeber zum Thema Handywechsel.

Übrigens kursiert das Gerücht, die Netzabdeckung von UMTS (3G) sei besser als von LTE (4G) oder GSM (2G). Das stimmt nicht! UMTS hat deutschlandweit bei allen Netzbetreibern die schlechteste Netzabdeckung in der Fläche. Dies ist zum Beispiel auf der Netzabdeckungskarte der Telekom im Vergleich sehr gut zu sehen:

 

Telekom Mobilfunk-Netz Vergleich UMTS LTE

UMTS (links) im Vergleich zu LTE (rechts) bei der Deutschen Telekom (Screenshot: Handyhase.de)

Was kannst Du vor der 3G-Abschaltung tun?

Wenn Dir bisher ein 3G-Tarif oder 3G-Handy für die alltägliche Nutzung ausgereicht hat, dann kannst Du erst einmal auch weiterhin dabei bleiben. Zwar ist LTE deutlich komfortabler, jedoch tendenziell teurer.

Im Einzelfall kann es sein, dass bei Dir vor Ort ein Standort von UMTS auf LTE oder sogar 5G umgeschaltet wird. Das bedeutet zwar nicht, dass das ganze UMTS-Netz deutschlandweit abgeschaltet wurde. Für Dich kann das aber eine Einschränkung bedeuten. In diesem Fall führt an einem Umstieg auf einen LTE-Tarif mit LTE-Smartphone auf lange Sicht kaum ein Weg vorbei, willst Du nicht auf GMS und GPRS zurückfallen. Doch bis es soweit ist, ziehen sicher noch einige Jahre ins Land und Du musst Dir erstmal um Deinen aktuellen 3G-Tarif keine Sorgen machen.

Aber Mobilfunkfrequenzen und -standorte sind begrenzt, daher wird UMTS früher oder später Geschichte sein.

Fazit: 3G-Abschaltung kommt, ist aber noch lange nicht da

Wer aktuell einen 3G-Tarif besitzt, muss sich keine Sorgen machen, dass er ganz plötzlich auf 2G zurückgestellt wird. Die Abschaltung ist ein schleichender Prozess und wird wahrscheinlich noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin wird es dank LTE- und 5G-Ausbau ein vernünftiges Mobilfunknetz geben, auf das der jeweilige Provider Dich dann umstellen oder Dir zumindest einen alternativen Handytarif anbieten wird. Um keinen Ärger bei den Kunden zu verursachen, werden die Netzbetreiber mit Sicherheit entsprechende Maßnahmen einleiten, um die Kunden Stück für Stück auf ein besseres Mobilfunknetz umzustellen, je nach Verfügbarkeit per LTE oder 5G.

 

Ein Kommentar

  1. Jörg sagt:

    Wir haben ein Ferienhaus im Elsass, auf der französischen Rheinseite.
    Hier wurde das UMTS Netzt schon Mitte 2018 komplett abgeschaltet. Es gibt nur noch 2G und LTE.
    Dafür aber einen sehr guten Empfang mit hoher Geschwindigkeit.



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