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Android 10 Q: Mehr Sicherheit, Datenschutz und Google Assistant – diese Features bietet das neue mobile Betriebssystem

2019 wird Google mit Android 10 ein neues großes Update für das Smartphone-Betriebssystem veröffentlichen. Diesmal stehen vor allem die Sicherheit, der Datenschutz und der Google Assistant verstärkt im Vordergrund. Aber auch bei den System-Updates gibt es erfreuliche Nachrichten. Wir haben für die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Android 10 Q

Android 10 Q wird sich vor allem der Optimierung vorhandener Dinge widmen (Bild: Google)

Android 10 Q: Mehr Sicherheit, Datenschutz und Google Assistant

Während der hauseigenen Entwicklerkonferenz Google I/O 2019 hat der US-Konzern das kommende Android-Betriebssystem offiziell angekündigt. Welche Neuheiten mit Android 10 Q Einzug halten werden, sind nun auch bekannt. Die wichtigsten Funktionen lassen sich vor allem mit einem Atribut bezeichnen: Feinschliff. Auch wenn es so einige echte Neuerungen gibt, so widmet sich Google mit Android 10 hauptsächlich dem Verfeinern und Optimieren bereits vorhandener Bestandteile von Android 9.0 alias Pie.

Sicherheit & Privatsphäre

Natürlich wird auch im Bereich Sicherheit weiter gearbeitet, damit Android 10 weniger anfällig für Sicherheitslücken wird. Über 50 Verbesserungen und Neuerungen sind eingeflossen, darunter ein neuer Menüpunkt in den Systemeinstellungen. Unter „Sicherheit & Privatsphäre“werden künftig alle verfügbaren Optionen gelistet, darunter zum Beispiel ein neuer Bereich in den Einstellungen, der sich rund um Optionen zur Sicherheit und Privatsphäre dreht. Dort wird auch deutlich einfacher der Manager für App-Berechtigungen zu finden sein.

Android 10 Q

Der Manager für App-Berechtigungen ist in Android 10 Q besser zu erreichen (Foto: The Verge)

Mehr Transparenz für den Nutzer

Neu bei Android 10 ist zum Beispiel, dass Nutzer deutlich transparenter sehen können, mit welchen Apps Standortinformationen geteilt werden. Per virtueller Schalter kann diese Funktion für einzelne Apps mit Android 10 gezielt deaktiviert werden. Oder das Standortinformationen nur abrufbar sind, solange die gewünschte App aktiv genutzt wird. Ebenso erscheint nun eine Benachrichtigung, sobald eine App im Hintergrund die Standortinformationen abruft.

Stärkerer Schutz sensitiver Daten

Eine weitere neue Funktion ist der noch striktere Schutz von Sicherheitsrelevanten Daten, wie Seriennummern, IMEI-Nummern und persönliche Kontaktdaten. Dazu gehört auch ein Inkognito-Modus für Google Maps, YouTube und selbst der Google-Suche auf einem Android-Smartphone selbst. Natürlich bleibt abzuwarten, ob die neuen Schutzmaßnahmen im Alltag auch wirklich greifen.

Kindersicherung: Tageslimits und Bettzeiten

Eltern, die ihren Kindern ein Smartphone oder Tablet mit Android 10 in die Hand drücken, können deren Nutzung überwachen und zum Teil reglementieren. So lassen sich Zeiten festlegen, wie lange oder wann eine bestimmte App genutzt werden darf oder das Smartphone über Nacht komplett sperren. Kurzum: Tageslimits und Bettzeiten.

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Neu ist ein spezieller Kindermodus (Bild: Google)

Neuer Ansatz für Updates

Google arbeitet bereits seit etlicher Zeit daran, dass Updates für das Betriebssystem noch einfacher verteilt werden können. Mit ‚Project Treble‘ kapselt Google ab Android 8 Oreo das Kernsystem von Android vom restlichen Betriebssystem ab, um Updates schneller verteilt zu bekommen. Leider ohne den entscheidenden Erfolg, woran die Smartphone-Hersteller nicht ganz unschuldig sind. Mit Android 10 wird die Sache als ‚Project Mainline‘ weiter vorangetrieben.

Das Betriebssystem wurde noch weiter modularisiert, sodass Google wichtige Komponenten in Eigenregie aktualisieren kann. Darunter fällt vor allem das sehr häufig mit kritischen Sicherheitspatches bedachte Medien-Framework, sowie Netzwerkkomponenten, Zugriffskontrolle oder das Öffnen/Speichern-Feature für Dateien. Die Updates selbst werden in APK-Form über den Google Play Store verteilt und das zeitnah. Nicht ganz unwichtig ist zudem, dass diese Updates nahtlos im Hintergrund eingespielt werden, ohne dass es  bei Smartphones oder Tablets einen Neustart erfordert.

Abhängigkeit vom Hersteller

Nachteil des Ganzen: Das Smartphone muss mit vorinstalliertem Android 10 erscheinen und Herstellern wird die Möglichkeit gelassen, ‚Project Mainline‘ für bestimmte Module auszuklammern. Daher bleibt fraglich, ob diese Neuerung überhaupt Auswirkungen auf die Updates-Situation an sich haben wird.

Maschinelles Lernen ohne Netz

Ein enormer Durchbruch könnte das maschinelle Lernen sein, welches Google für Android 10 geplant hat. Benötigten die Datenmodelle für maschinelles Lernen bisher noch gut 100 GB an Speicherplatz, hat Google diese auf gerade mal 0,5 GB schrumpfen können. Daher wird Android 10 Q genau dies offline auf dem Gerät selbst unterstützen. Vorteil hiervon ist, dass etliche Funktionen des Google Assistant, die auf Hardware-Features zugreifen, quasi ohne Verzögerung ausgeführt werden.

Live Capture: Untertitel in Echtzeit

Von den neuen Möglichkeiten des lokalen maschinellen Lernens profitiert vor allem die Spracherkennung. Android 10 wird die sofortige Übersetzung von gesprochenen Inhalten in Videos unterstützen, sodass keine extra Untertitel-Dateien für Videos benötigt werden. Live Capture funktioniert dabei mit allem, was die Audiowiedergabe unterstützt. Dazu zählen auch Musik, Podcasts und sogar selbst aufgenommene Sprachnachrichten in Messaging-Apps.

Vor allem stellt die Funktion einen immensen Komfortgewinn für Personen mit Schwierigkeiten beim Sprechen dar, zum Beispiel gehörlose Menschen.

Und um den Schulterschluss zur verbesserten Privatsphäre zu schließen: Da Live Capture auf die Offline-Funktionen der Datenmodelle zu maschinellem Lernen setzt, werden keinerlei Daten ins Netz übertragen. Das ist sehr hilfreich, wenn sich ein Gespräch um persönliche Daten dreht.

Überarbeitete Gestensteuerung

Die mit Android 9 Pie eingeführte Gestensteuerung überarbeitet Google mit Android 10. Die neue Verwendung orientiert sich eindeutig an der Gestensteuerung der iPhone-X-Familie, indem ein dünner Balken am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird. Mittels Wischgesten von diesem Balken aus werden Zurück, zum Homescreen oder die Multitasking-Übersicht aktiviert.

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Die überarbeitete Gestensteuerung nimmt sich an iOS ein Vorbild (Bild: Netzwelt)

Google scheint aber zumindest die Wahl in Android 10 zu lassen, zwischen der neuen Gestensteuerung, der alten von Android 9 Pie bekannten Gestensteuerung und den gewohnten Software-Tasten zu wechseln. Zumindest die Android 10 Beta 3 beinhaltet die Auswahl. In der finalen Version könnte diese entfernt und nur noch auf die neue Gestensteuerung gesetzt werden.

Endlich: Ein nativer Dark Mode

Lange gewünscht, endlich implementiert: Ein dunkles Erscheinungsbild für Android und dessen Oberfläche. Viele Google-eigene Apps unterstützen bereits ein dunkles Thema, sodass App-seitig die Vorbereitungen durch Google auf den Weg gebracht wurden. Neu ist, dass Entwickler per API-Schnittstelle ihre Apps selbst kompatibel machen können zum Dark Mode von Android 10. Per Schalter in den Quick Settings kann manuell zwischen Tages- und Nachtfreundlicher Darstellung gewechselt werden. Jedoch ist es auch denkbar, dass Google einen Automatismus basierend auf den Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einbaut.

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Endlich nativ verankert: Ein dunkler Modus für OLED-Displays und die Nacht (Bild: Google)

Neben einer für Augen angenehmeren Darstellung in der Nacht, bringt der Dark Mode vor allem für OLED-basierende Displays (Galaxy-Reihe, Pixel-Smartphones, Huawei-Flaggschiffe, etc.) Vorteile: Bei Schwarz werden einzelne Pixel komplett abgeschaltet, was in einem gesenkten Energieverbrauch resultiert.

Der Start für eine Themes-Engine?

Interessant ist an dieser Stelle zu sehen, dass Google die Änderung des Dark Modes für Android 10 durchaus als ersten Schritt zu einer nativen Themes-Engine verwenden könnte. Sprich, die auf bestimmte Hersteller-Oberflächen beschränkte Unterstützung für Themes könnte fester Bestandteil von Android 10 selbst werden.

Faltdisplays & 5G

Die ersten faltbaren Smartphones sind bereits vorgestellt und angekündigt, aber native Unterstützung durch das Betriebssystem kommt erst mit Android 10. Wie genau dies umgesetzt wird, bleibt abzuwarten, bis es faltbare Smartphones tatsächlich im Handel gibt.

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Nativ unterstützt werden auch neue Formen der Nutzung durch faltbare Displays (Bild: Google)

Wenig überraschend ist indes, dass Android 10 nativ den kommenden Mobilfunkstandard 5G unterstützt. Umso erfreulicher ist jedoch, dass der Dual-SIM-Betrieb mit einer physischen SIM-Karte und einer eSIM endlich auch unterstützt wird. Derzeit ist dies zwar dem Pixel 3 und Pixel 3 XL vorbehalten, aber in Zukunft könnten mehr Smartphones mit dieser Technologie ausgestattet werden.

Im Bereich Funknetzwerke gibt es auch Neuigkeiten: Android 10 wird den WPA3-Standard nativ unterstützen, welcher die Sicherheit von WLAN-Verbindungen durch eine neue Art der Verschlüsselung drastisch verbessern soll.