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veröffentlicht am 06.06.2019

Derzeit ist ein Begriff in aller (Smartphone-)Munde und das ist Android One. Immer mehr Hersteller setzen auf diese spezielle Version des Android-Betriebssystems, manch einer stärker und manch einer bisher nur mit einem einzigen Modell. Wenn Du wissen willst, was es mit dieser Android-Version auf sich hat, worin die Vorteile liegen, dann bist Du an genau der richtigen Stelle gelandet.

Google Android One

Android One: Ein Betriebssystem, verschiedene Smartphones & pures Android

Es wird viel über Android One (offizielle Website) geredet, die Plattform selbst gibt es jedoch schon seit etlichen Jahren. Sundar Pichai, seines Zeichens der aktuell amtierende CEO von Google, hatte die Plattform bereits auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 erstmals offiziell vorgestellt. Damals lag der Fokus des Programms noch auf einer gemeinsamen Hardware-Grundlage, die von jedem interessierten Hersteller für besonders preiswerte Smartphones lizenziert werden konnte. Allen gemeinsam waren feste Mindestanforderungen bei der Hardware durch Google in puncto Prozessor, Speicher und Kamera.

Um die Verteilung von Updates wollte sich Google kümmern, sodass die ersten Geräte bereits als die Nexus-Smartphones für die Masse bezeichnet wurden.

Den indischen Markt im Blick

Daher lag der Fokus der Hersteller, die sich für ein Gerät im Rahmen von Android One entschieden, auch auf besonders günstigen Smartphones der Einsteiger-Klasse. Das erklärte Ziel von Google war es, gut zu bedienende Android-Smartphones zu einem Preispunkt von um die 100 US-Dollar zu kreieren, die alle ein gewisses Mindestniveau bieten. Vor allem der sprunghaft wachsende Bedarf von Einsteiger- und Budget-Smartphones war ausschlaggebend, vorwiegend in den Märkten Indien, Indonesien und weiteren südostasiatischen Ländern.

Xiaomi Mi A2 und Mi A2 Lite mit Android One

Mit dem Xiaomi Mi A2 Lite gibt es auch chinesische Hersteller im Android-One-Lager (Bild: Xiaomi)

Dort konnte sich die Masse der potenziellen Smartphone-Nutzer keine Geräte von etlichen Hundert Dollar leisten, weswegen der Grundgedanke von Android One damals auf der Hand lag. Google wollte „die nächste Milliarde Nutzer“ möglichst frühzeitig für sich gewinnen. Da in den genannten Regionen ein Smartphone oft das einzige Computer-ähnliche Gerät ist, wird über ein Smartphone nahezu das komplette tägliche Leben erledigt. Vom Telefonieren, Mails verschicken und Informationen suchen, bis hin zum Navigieren, Online-Banking und Einkaufen aller möglicher Produkte. Ein riesiger Markt, den Google für sich erschließen wollte.

Vom Einsteigermodell zu allen Leistungsklassen: Android One

Mittlerweile ist Google nach anfänglich kleinen Erfolgen vom ursprünglichen Konzept abgerückt, Android One für besonders preiswerte Smartphones zu verwenden. Stattdessen steht das Programm jedem Hersteller offen, der daran Interesse zeigt. Allerdings müssen sich die Hersteller nun explizit bei Google für eine Lizenz der Plattform bewerben. Die grundsätzlichen Prinzipien von Android One bleiben jedoch erhalten: Das Betriebssystem selbst darf nicht mit eigenen Oberflächen oder Zusatz-Funktionen verändert und Updates mit den aktuellen Sicherheitspatches müssen zeitnah ausgeliefert werden.

Android One: Pro und Contra

Das Optimum von Android ohne Hersteller-Modifikationen ist die vielleicht treffendste Beschreibung des aktuellen Android-One-Programms. Der Übersichtlichkeit halber, fassen wir alle wichtigen Vorteile von Android One in einer Liste zusammen:

Vorteile von Android One

  • Pures, unverändertes Android
  • Mindestens zwei Jahre lang alle Android-Hauptversionen innerhalb von drei Monaten
  • Mindestens drei Jahre lang Sicherheitsupdates
  • Gleiche Oberfläche und Apps auf allen Android-One-Geräten
  • Unendlicher Online-Speicher für Fotos in Originalgröße bei Google Fotos
Motorola Moto X4 Oberfläche von Android One

Ein Blick auf die Oberfläche von Android 8 in der One-Version (Bild: AndroidPolice)

Nachteile von Android One

So positiv die Vorteile auch aussehen mögen, es gibt auch ein paar Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollten.

  • Kaum besondere Features der Hersteller (Smart-Home-Vernetzung, IR-Steuerung, etc.)
  • Software-seitig keine Unterschiede zwischen Einsteiger- und Highend-Modell

Hinzu kommt, dass nicht jeder Hersteller die Vorgaben für zeitnahe Updates tatsächlich auch so umsetzt. Beispiel Xiaomi Mi A1: Das Update auf Android 8.1 Oreo erfolgte mit einigen Monaten Verzögerung, nachdem Google diese Hauptversion freigegeben hat. Weitere Beispiele sind zuletzt vorgestellte Android-One-Geräte, die noch mit Android 8.1 Oreo erscheinen, anstelle bereits auf Android 9 Pie zu setzen. Spätestens an diesem Punkt darf die Frage aufkommen, ob Google das Update-Versprechen für die Plattform tatsächlich halten kann. Denn gerade LG gilt beispielsweise als eines der Negativ-Beispiele, wenn es um die Schnelligkeit von Android-Updates geht.

Android One bei Nokia (HMD Global), Motorola & Co.

Motorola ist einer der wenigen Vorreiter, die ein Smartphone mit Android One anbieten. Mit dem Motorola One (hier unser HandsOn) ist dem Hersteller ein schickes und cooles Modell gelungen. Ein Wegbegleiter für alle Lebensbereiche mit keinem Schnickschnack auf der Benutzeroberfläche. Die Mehrheit der Nutzer liebt es minimalistisch und einfach, möchte aber dennoch auf keine hochwertige Technik verzichten: All das hat das Motorola Moto One, es ist das Smartphone für ALLE!

Motorola One mit Android One

Auch Motorola macht mit dem Motorola One mit (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Nokia setzt auf komplettes Sortiment mit Android One

HMD Global setzt mit der Marke Nokia bei seiner kompletten Modellpalette von 2018 und neuer auf Android One! Selbst das Top-Modell Nokia 8 Sirocco mit seinem 5,5 Zoll OLED-Display und dem Snapdragon 835 Prozessor bietet Android One. Auch alle künftigen Modelle sollen mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden. Man könnte auch sagen, dass der Erfolg der Nokia-Smartphones nicht zuletzt mit dem Android One Betriebssystem und den daraus resultierenden sehr schnellen Updates zusammen hängt.

Aktuell sind diese Smartphones in Deutschland erhältlich, die mit Android One ausgestattet sind (Auswahl):

  • Nokia 2.1
  • Nokia 3.1 (2018)
  • Nokia 3.1 Plus (2018)
  • Nokia 3.2 (2019)
  • Nokia 4.2 (2019)
  • Nokia 5.1 (2018)
  • Nokia 5.1 Plus (2018)
  • Nokia 6.1 Plus (2018)
  • Nokia 7 Plus (2018)
  • Nokia 7.1 (2018)
  • Nokia 7.1 Plus (2018)
  • Nokia 8.1 (2018)
  • Nokia 8 / Nokia 8 Sirocco (2018)
  • Nokia 9 PureView (2019)
  • BQ Aquaris X2 / X2 Pro (2018)
  • HTC U11 life (2017)
  • LG G7 One (2018)
  • Motorola One (2018)
  • Motorola One Vision (2019)
  • Xiaomi Mi A1 (2017)
  • Xiaomi Mi A2 (2018)
  • Xiaomi Mi A2 Lite (2018)
  • General Mobile GM5 (2015)
  • General Mobile GM5 Plus (2016)

Das Angebot von Smartphones mit Android One wächst beständig, wovon Nokia eine treibende Kraft ist.

Fazit: Das Nexus-Programm für Alle

Nüchtern betrachtet, ist Android One genau das, was sich eine wachsende Zahl an Smartphone-Käufern derzeit wünschen: Ein pures und unverändertes Android, damit Updates erheblich schneller als früher verteilt werden können. Nicht von ungefähr wurde Android One zu Beginn noch – und teilweise auch heute – als geistiger Nachfolger der Nexus-Reihe von Google bezeichnet. Zumindest hat der US-Konzern und Hauptentwickler des Android-Betriebssystems einen Qualitätsstandard geschaffen, der für eine nicht überfrachtete Oberfläche ohne Bloatware steht. Ob sich das Update-Versprechen halten lässt auf lange Sicht, ist jedoch eine gänzlich andere Frage.

Google Nexus Geschichte

Alle Smartphones der Nexus-Reihe bis zum Pixel 2 (Bild: The Lowdown)

Aber für wen sind denn nun Smartphones mit Android One? Kurz gesagt für diejenigen, die ungeduldig auf die neusten Android-Updates warten, eine garantiere Update-Unterstützung von mindestens zwei Jahren haben wollen und sich ein pures Android-Betriebssystem wünschen. Alle anderen werden bei den Hersteller-eigenen Oberflächen wie Samsung Expierence, Huawei EMUI, LG UX und Co. womöglich eher zufrieden gestellt. Vor allem gibt es auch echte Differenzierungsmerkmale bei der Software und das nicht nur durch die Optik der Oberfläche.