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veröffentlicht am 19.04.2019

Mit dem Nokia 9 PureView kommt die weltweit erste Penta-Kamera zum Einsatz, die besonders gute Fotos machen soll. Doch wie funktioniert das eigentlich? Wie hat HMD Global die fünf Kameras zu einer einzigen zusammengeschaltet? Wir werfen einen näheren Blick auf die Technik hinter der Smartphone-Kamera.

Nokia 9 PureView Penta-Kamera Technik

Nokia 9 PureView: Die Technik hinter der Penta-Kamera

Während die ersten Hersteller nur langsam den Wechsel von einfachen zu Dual- und mittlerweile sogar Triple-Kameras in Angriff genommen haben, geht HMD Global bei seiner Marke Nokia gleich in die Vollen. Satte 5 Einzel-Kameras zieren die Rückseite des Nokia 9 PureView, die spezielle ToF-Kamera nicht mitgezählt.

 

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Revolutionärer Ansatz im Nokia 9 PureView mit viel Potenzial

Ein näherer Blick auf die Technik der Smartphone-Kamera des Nokia 9 PureView ist durchaus faszinierend, denn die Möglichkeiten der Penta-Kamera sind vielversprechend. Dennoch zunächst ein Blick auf die nackten Fakten:

  • 2 Farbsensoren: Je 12 Megapixel, f/1.8 Blende mit ZEISS-Weitwinkelobjektiv, 27 mm Brennweite
  • 3 Monochrom-Sensoren: Je 12 MP, f/1.8 Blende mit ZEISS-Weitwinkelobjektiv, 27 mm Brennweite
  • Bis zu 1200 Tiefenebenen
  • Native Adobe-DNG-Unterstützung, inklusive Nachbearbeitung auf dem Smartphone
  • Bildalgorithmen von Light

Expertise von den Experten

Die fünf Kameras plus ToF-Sensor alleine machen natürlich noch keine guten Bilder. HMD Global musste daher die Kamera-Software des Nokia 9 PureView komplett überdenken und hat sich tatkräftige Unterstützung des Unternehmens Light geholt. Diese sind vor allem für ihre Lichtfeldkameras oder der L16 Kompaktkamera bekannt, eben jenes Prinzip, dass auch in der Penta-Kamera des Nokia 9 PureView in abgewandelter Form zum Einsatz kommt.

Vom groben Bokeh zum feinen Bokeh

Ein Beispiel, was mit der Technik möglich ist: Der Bokeh-Effekt üblicher Mehrfach-Kamerasysteme bei Samsung, Huawei, Apple und anderen Herstellern erlaubt das erneute Fokussieren auf wenigen Tiefenebenen. Vereinfacht gesagt, wird der Fokus zwischen einem vordergründigen Objekt und Hintergrund verschoben. Das Nokia 9 PureView mit seinen 1200 Tiefenebenenen hingegen kann auch diverse Objekte zwischen Vordergrund und Hintergrund „in Szene setzen“.

Nokia 9 PureView Penta-Kamera

Fünf Kameras, ein Bild

Doch zurück zur eigentlichen Funktionsweise der Penta-Kamera des Nokia 9 PureView. Sobald ein Foto geschossen wird, sind alle fünf Kameras aktiv und nehmen dasselbe Foto auf. Mit Hilfe der Light-Algorithmen werden diese fünf Einzelaufnahmen schließlich zu einem einzigen Bild zusammengerechnet. Im Idealfall sind der Dynamikumfang (Farbabstufungen zwischen hellen und dunklen Bildbereichen) und der Kontrast (Übergang zwischen Hell und Dunkel) deutlich über den Ergebnissen der besten Smartphone-Kameras.

Bis zu 240 Megapixel, aber Endergebnis nur 12 Megapixel?

Offiziell kann das Nokia 9 PureView Bilder zwischen 60 und bis zu 240 Megapixel aufnehmen, allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich ist das Endresultat immer 12 Megapixel groß, egal wie viele Einzelbilder das Kamerasystem auch aufnimmt. Mehrfach-Aufnahmen werden einfach für die feinere Darstellung von Details verwendet, oder die allgemeine Bildschärfe. Eine Option, dass auch Fotos mit mehr als die nativen 12 Megapixel möglich sind, ist nicht vorhanden. HMD Global hat auch nicht die Ambitionen, dies per Update für das Nokia 9 PureView zu ändern.

Es braucht einen Spezial-Prozessor

Damit das Nokia 9 PureView ein solches Ergebnis überhaupt zustande bringt, ist auch entsprechend Hardware-Power von Nöten. Der Snapdragon 845 bietet diese Leistung, wenngleich HMD Global eine Spezial-Variante des Chips mit einem zusätzlichen CPU-Kern nur für die Kamera in Auftrag gegeben hat. Dieser spezielle Kern ist ausschließlich zum Zusammenlegen der fünf Einzelbilder verantwortlich. Mit einem anderen Prozessor und ein Wechsel auf den Snapdragon 855 wäre damit nicht praktikabel gewesen. Immerhin befand sich das Nokia 9 PureView seit über zwei Jahren in der Entwicklung und der Snapdragon 845 war zu Beginn der Entwicklung noch nicht einmal offiziell angekündigt gewesen.

Software für den professionellen Anspruch

Für eine andere Sache wird die pure Kraft des Snapdragon 845 ebenfalls benötigt: Das Nokia 9 PureView nimmt Fotos auch im RAW-Format Adobe DNG auf. Diese lassen sich direkt auf dem Smartphone mit der vorinstallierten App Adobe Lightroom bearbeiten. Ein entsprechendes Profil zum Import der Fotos im Adobe-DNG-Format ist vorhanden. Anwender, die gerne wirklich alles aus den Fotos herausholen möchten, können somit auf ein echtes Profiwerkzeug zurückgreifen.

Im ersten Test der Nokia 9 PureView haben wir uns unter anderem bereits einen Eindruck von der Kamera verschafft!