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2G, 3G, LTE – Die verschiedenen Mobilfunkstandards im Vergleich

Fast jeder hat schon mal von den Abkürzungen 2G, 3G und LTE gehört. Sie stehen für verschiedene Standards in Mobilfunknetzen. Doch was bedeuten sie eigentlich? Welcher Standard ist wie schnell? Worauf solltest Du achten, wenn Du dich für einen Handyvertrag entscheidest und was sind eigentlich die Vorteile von LTE? In diesem Artikel möchte ich diese und weitere Fragen klären.

Die Bezeichnungen der verschiedenen Mobilfunkstandards.

2G – Ablösung für das analoge Funknetz

Das 2G Netz (2G steht für 2. Generation) hat die analogen 1G Netze der allerersten Handys und Autotelefone in Rente geschickt. Der entscheidende Unterschied zu 1G ist, dass das 2G Netz digital ist und neben Telefonie auch Datenübertragung erlaubt. Das 2G Netz wird übrigens auch heute noch von jedem Handy für Telefonie und SMS verwendet. Für die Datenübertragung im 2G Netz gibt es zwei Standards: GPRS und EDGE.

 

GPRS – Bis zu 54 kbit/s

Der GPRS Standard ist der langsamste Standard für die Datenübertragung mit einem Handy. Die Übertragungsrate ist mit bis zu 54kbit/s im Downstream in etwa so schnell wie die eines analogen Modems aus dem Jahre 1996. Die Geschwindigkeit reicht aus um z.B. bei WhatsApp zu chatten und mit viel Geduld kann man auch eine Website öffnen. Für alles andere ist GPRS nicht zu gebrauchen.

 

EDGE – Immerhin 220 kbit/s

Mit EDGE surft man etwa viermal so schnell wie mit GPRS. Damit kannst Du zwar immer noch nicht flüssig YouTube Videos schauen, aber um mal eben etwas im Internet zu recherchieren ist EDGE auf jeden Fall geeignet.

 

3G – Schnelles Surfen mit der dritten Generation

Jetzt wird es schnell! Das 3G Netz, das auch als UMTS Netz bezeichnet wird, erlaubt sehr schnelle Datenübertragungsraten von bis zu 42 MBit/s im Downstream. Auch hier gibt es, ähnlich wie beim 2G Netz, verschieden schnelle Standards. War das ursprüngliche 3G Netz nur bis zu 384 kBit/s schnell, so wurde das 3G Netz schnell um die Standards HSPA und HSPA+ erweitert. Diese erlauben momentan in Deutschland bis zu 7,2 MBit/s bzw. 42 MBit/s.

Hier sei jedoch erwähnt, dass diese Angaben lediglich das theoretische Maximum darstellen. Die tatsächliche Übertragungsrate hängt von vielen Faktoren ab: Signalstärke, Anzahl der gerade am Sendemasten eingeloggten Handys, Geschwindigkeit des Webservers, etc. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass 3G in der Regel schnell genug ist um alles am Handy zu erledigen. Du kannst damit Videotelefonie betreiben, TV Sendungen aus Mediatheken streamen, Clips bei YouTube anschauen und Videos bei WhatsApp austauschen.

¹ Nur im Telekom Netz, ² Nur die Varianten GT-I9305 und SGH-I747M, ³ Alle Varianten außer GT-i9500
Alle modernen Smartphones unterstützen 3G und LTE. Bei den etwas älteren Geräten muss man genauer hinschauen.

 

3G wird von allen aktuellen Smartphones unterstützt. Das iPhone unterstützt 3G seit dem iPhone 3G, allerdings noch mit recht langsamen 3,6 MBit/s im Downstream. Das iPhone 3GS und iPhone 4 unterstützen bis zu 7,2 MBit/s und alle iPhones ab dem iPhone 5 unterstützen 3G mit 42 MBit/s (siehe Tabelle).

Die Samsung Galaxy Reihe unterstützt 3G von Anfang an. Das Galaxy S erreicht bis zu 7,2 MBit/s, das Galaxy S II und S III 21,6 MBit/s. Ab dem Galaxy S 4 stehen Dir die vollen 42 MBit/s zur Verfügung.

 

LTE – Der Datenturbo

Hinweis: Wir haben einen extra Artikel geschrieben zu den Vorteilen von LTE.

Der momentan schnellste Mobilfunkstandard ist LTE. Damit kannst du problemlos Videos schauen und auch größere Dateien herunterladen. Manchmal wird LTE auch als 4G, also das Netz der vierten Generation beworben. Die maximalen Datenübertragungsraten von LTE hängen vom Netzbetreiber ab. Am schnellsten ist die Telekom. Dort kannst Du momentan Daten mit bis zu 300 MBit/s downloaden! Das ist also nochmal ein ganzes Stück schneller als 3G. Bei Vodafone sind es maximal 225 MBit/s. Die beiden übrigen Netzbetreiber o2 und E-Plus bieten maximal 50 MBit/s an, also eine Downloadrate in etwa auf dem Niveau von 3G.

Ich möchte hier jedoch betonen, dass die maximal erreichbare Datenrate nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die meisten haben zuhause DSL 16.000, also 16 MBit/s, und sind damit völlig zufrieden. Dann braucht man wohl kaum 50, 100 oder 300 MBit/s auf dem Smartphone. Eine astronomisch hohe Datenrate von z.B. 300 MBit/s würde man in der Praxis (WhatsApp, Surfen, YouTube, Apps) kaum bemerken. 300 MBit/s entsprechen übrigens ca. 37 MB/s oder 2,2 GB/min. Damit wäre Dein monatliches Datenvolumen also schnell weg. 😉

Ein echter Vorteil von LTE ist aber der deutlich kürzere Ping. Der Ping ist die Zeit, gemessen in Millisekunden, die ein Datenpaket braucht um vom Server auf Dein Handy zu gelangen. Da Webseiten heutzutage aus sehr  vielen kleinen einzelnen Dateien (Bilder, Skripte, etc.) bestehen, sorgt ein kurzer Ping viel eher für ein schnelles Laden einer Website als eine hohe Downloadrate. In der Praxis (Surfen, Apps nutzen, etc.) ist ein kürzerer Ping also viel wichtiger als die maximale Downloadrate.

Außerdem hat man mit LTE eine deutlich bessere Netzabdeckung. Da die Netzbetreiber das 3G-Netz nicht mehr weiter ausbauen sondern z.T. sogar zurückbauen, hat man an vielen Orten mittlerweile nur noch LTE und 2G. Wer dann einen Tarif ohne LTE hat, guckt in die Röhre.

LTE wird von den meisten aktuellen Smartphones unterstützt. Das iPhone unterstützt LTE im Telekom Netz ab dem iPhone 5 und LTE aller Netzbetreiber ab dem iPhone 5c/5s. Bei der Samsung Galaxy Reihe ist die Sache etwas komplizierter. Absolut sicher bist Du ab dem Galaxy S 5. Bei den Modellen Galaxy S III und S 4 hängt es von der genauen Variante des Smartphones ab: Nur die Varianten GT-I9305 und SGH-I747M des Galaxy S III unterstützen LTE und beim Galaxy S 4 unterstützen alle Varianten außer der Variante GT-i9500 LTE.

Falls Du überlegst, Dir ein sogenanntest China-Handy zu kaufen, dann lese Dir bitte zuerst den Artikel zu den LTE Bändern durch.

Für „normales Surfen“ reicht alles ab HSPA. Entscheidend ist dann eher die konkrete Netzabdeckung und Netzauslastung.

 

Wann kommt 5G?

LTE, bzw. das sogenannte LTE Advanced, bietet theoretisch Übertragungsraten von bis zu 3 GBit/s. Da ist also auf jeden Fall noch Luft nach oben für künftige Weiterentwicklungen der Smartphones. Trotzdem wird bereits an einem kommenden Standard geforscht. Dieser wird sinnigerweise mit 5G betitelt. Optimistischen Schätzungen zufolge könnte es 2020 so weit sein.

Das Ziel sind Übertragungsraten von bis zu 10 GBit/s und Latenzzeiten von unter 1 ms. Außerdem ist die Reduzierung des Energieverbrauchs ein wichtiges Thema. Während erste Tests mit 5G zu Forschungszwecken bereits 2017 in Berlin starten sollen, wird es erste kommerzielle 5G-Netze wohl in Südkorea oder Japan geben. Bis es den ersten Vertag mit 5G auf Handyhase.de geben wird, wird also noch eine ganze Zeit vergehen.

 

Fazit

Wie bereits erwähnt liegen die realistischen Downloadraten unter Umständen erheblich unter den theoretisch möglichen. So bemerkt selbst die Telekom im Kleingedruckten zu ihren 300 Mbit/s LTE Tarifen, dass diese durchschnittliche Downloadraten von 36 Mbit/s erreichen. Ähnliches gilt für die anderen Netzanbieter. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass schon Downloadraten um die 5 MBit/s für alles genügen was man typischerweise mit dem Handy erledigt (siehe Tabelle).

Was letztendlich zählt ist die Netzabdeckung und Netzauslastung. Und hier bringt LTE auf jeden Fall einen Vorteil. Denn die 3G und LTE Netzabdeckung überschneidet sich oft nicht. Und da Smartphones automatisch das Netz mit dem besseren Signal wählen, hast du mit einem LTE Tarif einfach die insgesamt bessere Versorgung mit schnellem Internet. Der Vorteil von LTE ist deshalb in der Regel nicht die höhere Download-Rate sondern die bessere Netzabdeckung. Außerdem laden Webseiten dank des kürzeren Pings viel schneller.

Zum Glück kostet LTE heute nicht mehr die Welt. Schau Dich doch einfach mal in unseren aktuellen Angeboten um, da findest Du immer gute Deals sowohl für LTE Tarife im Telekom Netz als auch für andere Netze.

 

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