Das hilft gegen die Daten-Drossel

Drosselung des mobilen Internets: So lahm geht es nach Verbrauch des Datenvolumens weiter – und das kannst Du dagegen tun

Mit der unliebsamen Drosselung dürften fast alle, die das mobile Internet nutzen, Bekanntschaft gemacht haben: Ist das Datenvolumen vor Monatsende verbraucht, geht es nur noch im Schneckentempo weiter. Mit welchen Ladezeiten Du nach Drosselung des mobilen Internets rechnen musst und was Du konkret gegen die Drosselung tun kannst, liest Du hier nach.
Drosselung

Nach der Drosselung geht es meist im Schneckentempo weiter (Bild: ClipDealer @Alexas_Fotos)

Internet-Drosselung am Handy: Im Schnecken-Tempo mobil surfen

Ist das Datenvolumen verbraucht, katapultiert Dich die Internet-Drosselung am Handy gefühlt zurück ins 2G-Netz. Es geht im Schnecken-Tempo weiter. Selbst wenn Dein Handy noch im LTE- oder 5G-Netz eingebucht ist, ist dann noch maximal EDGE angesagt. Und das ist wirklich langsam.

Nur wer einen Handytarif ohne Drosselung, also eben eine echte Datenflatrate, gebucht hat, kann der unbeliebten Datendrossel tatsächlich entgehen. Halbwegs sicher bist Du zwar in Tarifen mit viel Datenvolumen, zum Beispiel mit der 50-GB-Flat. Doch wer viel mobil streamt, kann auch dann an die Grenzen des gebuchten Datenpakets stoßen.

Surfen nach Drosselung mit 16 kBit/s, 32 kBit/s und 64 kBit/s

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die alten Zeiten und die Anfänge des Internets, als die Einwahl übers Modem mit typisch-nostalgischem Ton vonstatten ging. Damals benötigten Internetseiten noch eine halbe Ewigkeit, um zu laden.

So sieht es eben mit den Surfgeschwindigkeiten nach Drosselung der Bandbreite aus. Mit dem Unterschied, dass Webseiten und Apps heute viel komplexer und umfangreicher sind − viel mehr Bilder, Videos und weitere Inhalte beinhalten, die die Ladegeschwindigkeit verzögern.

Mit 16 kBit/s, 32 kBit/s oder 64 kBit/s geht es nach Drosselung also langsam voran.

Drosselungsgrenze im Handytarif

Es gibt drei typische Drosselungsgrenzen im Handytarif:

  • 16 kBit/s ist bei der Drosselung das absolute Minimum und kommt in der Regel in Drillisch-Tarifen zum Einsatz.
  • Auf 32 kBit/s wird beispielsweise bei congstar oder in den Vodafone-Originaltarifen gedrosselt.
  • Das höchste der Gefühle sind 64 kBit/s (z.B. otelo, ALDI TALK, LIDL Connect; am ehesten mit der alten ISDN-Geschwindigkeit vergleichbar).

Rühmliche Ausnahme waren bis 03.02.2020 die o2 Free Tarife, in denen auf 1 MBit/s. gedrosselt wurde. Diese Zeiten sind aber eben vorbei, wohl auch, um Vielsurfer in die o2-Free-Unlimited-Tarife umzuleiten.

Und noch ein Hinweis: Es handelt sich jeweils um »bis zu«-Geschwindigkeiten. Bedeutet: Es geht eben auch langsamer als die ausgewiesenen 32 oder 64 kBit/s …

Kurios: Ein Sonderfall stellt die Bandbreiten-Drosselung bei o2 im Nicht-EU-Ausland (Weltzone 2) dar – hier wird nach 50 MB auf 2 kBit/s gedrosselt! Das ist faktisch „offline“.

Datendrossel reduziert mobile Internetgeschwindigkeit auf einen Bruchteil

Und noch einmal zur Verdeutlichung, dass die Datendrossel die mobile Handy-Geschwindigkeit um ein Vielfaches reduziert:

  • 25 MBit/s entsprechen umgerechnet 25000 kBit/s.
  • Bei einer Drosselung von 25 MBit/s auf 64 kBit/s wird die Geschwindigkeit also um fast das 400-fache reduziert.

Die Drosselung tritt sowohl in Tarifen mit dem Mobilfunkstandard 4G als auch bei 5G auf.

Wie schnell ist gedrosseltes Internet?

Wie schnell ist denn nun gedrosseltes Internet? Um es kurz zu machen: Es geht langsam voran.

Messenger-Nachrichten gehen zwar vergleichsweise flott raus. Aber allein für den Versand und Empfang von Bildern ist Geduld gefragt.

Streamen ist mit Ruckeln verbunden, und auch die längere Ladedauer von Webseiten macht sich deutlich bemerkbar, gerne auch in Kombination mit nervigen Verbindungsabbrüchen.

Ladezeiten nach Drosselung im Überblick

Folgende Beispiele sollen die Ladezeiten nach Drosselung illustrieren:

Ein Foto per WhatsApp empfangen (ca. 200 kB):

  • 16 kBit/s: 1 Minute und 40 Sekunden
  • 32 kBit/s: 50 Sekunden
  • 64 kBit/s: 25 Sekunden
  • 25 MBit/s: 64 ms

Bei einem Spotify-Song, hohe Qualität, 7 MB ergeben sich folgende Download-Zeiten:

  • 16 kBit/s: 58 Minuten und 20 Sekunden
  • 32 kBit/s: 29 Minuten und 10 Sekunden
  • 64 kBit/s: 14 Minuten und 35 Sekunden
  • 25 MBit/s: 2 Sekunden

Absurd wird es beim Download von einem Gigabyte, hier sollte klar sein: Das sind theoretische Werte, Verbindungsabbrüche sind vorprogrammiert.

  • 16 kBit/s: 5 Tage und 18 Stunden
  • 32 kBit/s: 2 Tage und 21 Stunden
  • 64 kBit/s: 1 Tag und 10 Stunden
  • 25 MBit/s: 5 Minuten und 20 Sekunden

Trotz Drosselung schnelles Internet

Wer trotz Drosselung schnelles Internet nutzen möchte, hat im Grunde zwei (kurzfristige) Möglichkeiten:

  1. Highspeed Pass nachbuchen
  2. Datenautomatik nutzen

Eine dritte Option wäre, einen Tarif mit ausreichend Datenvolumen zu buchen und sich regelmäßig den Datenverbrauch anzeigen zu lassen. So behältst Du den Überblick. Aber klar, das ist eben eher die langfristige Lösung.

Highspeed nach Drosselung nachbuchen (Datenpass)

Sollte Dir die Drosselung zu hart sein, kannst Du bei vielen Anbietern neues Highspeed-Volumen bis zum Monatsende freiwillig nachbuchen (sogenannter Datenpass, Speed-Reset oder Daten-Snack) und dann in gewohnter Geschwindigkeit weitersurfen.

Vorausgesetzt, Du bist bereit, einen gewissen Betrag dafür aufzubringen. Das ist meist aber teurer, als wenn Du von vornherein eine Allnet-Flat mit mehr Highspeed-Volumen buchen würdest.

Internet Drosselung bei Telekom, Vodafone, o2

Datenvolumen buchst Du wie folgt nach:

  • bei der Telekom: pass.telekom.de
  • bei o2: Über die Mein o2 App über »Datenvolumen erhöhen«
  • bei Vodafone: Über die Mein Vodafone App oder als Angebot per SMS

Die Internet Drosselung betrifft früher oder später alle Netze und Provider, sofern Du eben keinen Unlimited-Tarif gebucht hast. Telekom, Vodafone und o2 drosseln jedoch auf unterschiedliche »bis zu«-Geschwindigkeiten, bei der Telekom sind es immerhin 64 kBit/s, o2 und Vodafone drosseln auf bis zu 32 kBit/s.

Datenautomatik sorgt direkt für Speed

Nicht immer ist die Nachbuchung von Highspeed-Volumen freiwillig. Einige Tarife, speziell aus dem Drillisch-Kosmos, setzen noch immer auf die Datenautomatik. Dann wird kostenpflichtig direkt nachgebucht, solltest Du Dein Datenlimit erreichen.

In vielen Tarifen lässt sich aber immerhin die Datenautomatik abschalten, sodass Du nicht ungewollt doch noch in der Kostenfalle landest.

Vodafone Drosselung aufheben mit SpeedGo Datenautomatik

Bei Vodafone gibt es mit der SpeedGo Datenautomatik einen Sonderfall. Du wirst informiert, sollte Dein Datenvolumen fast verbraucht sein und kannst die Nachbuchung dann noch rechtzeitig abwenden und gedrosselt weitersurfen. Möchtest Du die Vodafone Drosselung aufheben bzw. vermeiden, machst Du nichts, sondern lässt die SpeedGo Datenautomatik Daten nachbuchen, und zwar kostenpflichtig.

FAQ – Die häufigsten Fragen zur Drosselung

🤷‍♀️ Was ist eine Internet Drosselung?

Eine Internet Drosselung meint, dass die Surf-Geschwindigkeit stark reduziert wird, sobald das gebuchte Datenvolumen verbraucht wurde. Nach Drosselung ist mobiles Surfen nur noch mit starken Einschränkungen und viel Geduld möglich.

❓ Kann ich die mobile Daten Drosselung umgehen?

Die mobile Daten Drosselung umgehst Du, indem Du Deinen Datenverbrauch im Blick behältst oder (teuer) Datenvolumen nachbuchst. Langfristig ist der Wechsel in einen Tarif mit mehr Datenvolumen sinnvoll.

⏭ Wie kann ich mobiles Internet schneller machen?

Nach Drosselung kannst Du bei den meisten Anbietern das mobile Internet schneller machen, indem Du Highspeed Volumen dazubuchst (Datenpass, Speed-Reset) oder die Datenautomatik nutzt.

📢 Wo gibt es mobiles Internet ohne Drosselung?

Mobiles Internet ohne Drosselung gibt es mittlerweile in allen Netzen unter dem Stichwort Unlimited Tarife.

❔ Wie stark wird gedrosselt?

Wie stark gedrosselt wird, ist vom Provider und vom Tarif abhängig. Üblich ist die Reduzierung auf 64, 32 oder gar 16 kBit/s..

Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben. Und Abschalten? Das geht am besten beim Waldbaden, Power Metal hören oder bei einer Runde Assassin’s Creed.

Kommentar verfassen

Hinweis: Beiträge werden vor Veröffentlichung von der Redaktion geprüft.
Name
E-Mail-Adresse
optional, wird nicht veröffentlicht