Netzetag 2026 im Zeichen der Kundengewinnung

Telekom will bis 2027 1 Mio. neue Glasfaserkunden gewinnen und bis 2030 25 Mio. Anschlüsse versorgen

Die Hürden beim Glasfaserausbau sind für die Telekom mannigfaltig. Durch mehr Präsenz vor Ort will man die bereits vorhandene Infrastruktur in den Haushalten aktivieren. Beim 5G-Netz wünscht sich die Telekom noch mehr Unterstützung, insbesondere durch die Kommunen, erreicht aber auch schon 99 Prozent der deutschen Haushalte.

Netzetag der Deutschen Telekom 2026 (Foto: Telekom)

Glasfaser liegt, aber der Wechsel vom Kupfer stockt

Es sollen nach Wünschen der Telekom bis zu 1 Mio. Glasfaserkunden bis Ende 2027 dazukommen. Hierbei will man insbesondere die eigenen Verkäufer ins Feld schicken, um potentielle Kunden, dort, wo bereits Glasfaser liegt, zum Wechsel zu bewegen. Nach eigenen Angaben ist es nun so, dass nur 10 Prozent der bereits anschlussfähigen Mehrfamilienhäuser bzw. Parteien in Mehrfamilienhäusern auch Telekom-Tarife mit FTTH gebucht haben, was das Geschäft damit eher erschwert.

Die Glasfaser von der Straße ins Haus zu bekommen und diese Anschlüsse auch auszulasten, gehöre zu den größten Schwierigkeiten. Einfamilienhäuser sind hier nach Telekom-Angaben bei über 30 Prozent. Ihre derzeitige Tarif-Preisstruktur bei FTTH sieht die Telekom selbst nicht als Hindernis. Bis 2023 sollen trotzdem insgesamt 25 Mio. Anschlüsse zusammenkommen, obwohl die Kosten für den Ausbau seit 2020 um 46 Prozent gestiegen seien.

Trotz der bislang fehlenden Auslastung und der jetzt eingeleiteten Vermarktungsinitiative vor Ort ist die Telekom wohl kein Fan vom Migrationszwang von Kupfer zu Glas, wie es der Digital Networks Act der EU-Kommission über kurz oder lang ermöglichen soll.

Die Telekom scheitert bei Mehrfamilienhäusern angeblich oft an der schlechten Erreichbarkeit der Verwaltungen und/oder Eigentümer und an den Kabelnetzbetreibern, die ihren alteingesessenen Einflussbereich von der Straße in den Keller und in die Wohnungen verteidigen, so gut es geht. Die Telekom und ihre regionalen Tiefbauer haben bislang um die 870.000 km Glasfaserkabel in Deutschland verlegt und 12,6 Mio. Haushalte können bereits FTTH nutzen, so sie denn wollen.

Das „Überall-Netz“ der Deutschen Telekom

Beim 5G-Netz erreicht die Telekom inzwischen 90 Prozent der Fläche Deutschlands und bis 2030 sollen nochmal 16.000 km² dazukommen. Allein 2025 sind 1.000 neue Funkstandorte aktiviert worden. Hier würde sich die Telekom bei der Standortwahl natürlich mehr Entgegenkommen der Kommunen wünschen, um die Antennen auf vorhandene öffentliche Liegenschaften zu stellen und so schneller ausbauen zu können. 1&1 sind übrigens nicht die einzigen, die ein Open RAN betreiben. Die Telekom hat an ca. 1.000 Standorten ebenfalls Open RAN als Netzwerktechnik im Einsatz.

Wenn Dein Handy eine Netzkennung anzeigen kann, dürfte da seit heute „Im besten Netz“ auf Dich warten – passend. zu den Ergebnissen des Netztests 2026. Neue Werbung hat die Telekom natürlich auch noch:

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Profilbild von Michael
Schreibt seit 2011 für Online-Medien. Hält nichts von einer Gadget-Monokultur, auch im eigenen Haushalt. Apple-Produkte spielen seit 2003 eine Rolle, Android-Erstkontakt war das Motorola Milestone Ende 2009. Hat ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Studium vorzuweisen, was dabei hilft, den Blödsinn vom Wesentlichen zu trennen.

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