Drei Länder in einer Woche plus Singapur

Mit der Holafly-eSIM-Flat durch Asien – unser Erfahrungsbericht

Mit Holafly gibt es einen eSIM-Anbieter für Reisen, der seinen Fokus vor allem auf Flatrates setzt. Es gibt also unbegrenztes Surfen für alle, die etwa Urlaub machen wollen. Holafly bietet auch Regionspässe an und Handyhase hat den Asien-Pass in Malaysia, Hongkong, Singapur und Vietnam in der Praxis ausprobiert. Inklusive Bemühen des Supports.
Eine Doppelstock-Straßenbahn in Hong Kong mit roter Switch-2-Werbung.

Während wir in Hongkong Doppelstock-Straßenbahnen anschauten, waren wir mit der Holafly-eSIM online. (Foto: Andreas Sebayang/Privat)

Das Wichtigste in Kürze

  • Holafly bietet diverse eSIM-Tarife an, die vor allem bei längerer Buchung recht günstig sind.
  • Es gibt auch einen Schnupperpass zum Ausprobieren für einen Tag
  • Bei der App und beim Support hat Holafly aber Verbesserungsbedarf, insbesondere für China.

Mit Holafly gibt es einen interessanten Anbieter von eSIM-Tarifen für Deinen Urlaub oder Deine Geschäftsreise, um immer online zu bleiben und plötzlich ohne Datenvolumen dazustehen. Der irische Anbieter konzentriert sich nämlich auf das Angebot von eSIM-Flatrates. Vom einzelnen Tag über mehrere Tage und Wochen ist alles dabei. Es gibt sogar langfristige, monatsbasierte Tarife, falls Du mehr als einen Monat im Ausland verweilen willst. Die gibt es teilweise sogar volumenbasiert.

Die eSIM kannst Du dabei sowohl für einzelne Länder als auch Regionen buchen. Wir haben Holafly im Rahmen mehrerer Asienaufenthalte für Dich getestet. Unser Fokus lag dabei auf regional-übergreifenden Tarifen, da wir von Land zu Land gereist sind. Diese Regionsverträge sind dann eigentlich sofort nach der Landung in einem anderen Land der Region verfügbar. Eigentlich aber nur, weil der Wechsel in bestimmte Regionen ein wenig Nacharbeit von Dir fordert. Wir haben aber auch einmal einen reinen Landes-Tarif ausprobiert.

Getestet haben wir Holafly im Regionstarif zunächst in Malaysia im Raum Kuala Lumpur, in Hongkong und schließlich kurz vor dem Ende unserer Reise noch einmal bei einem etwa 20-stündigen Aufenthalt in Vietnams größter Stadt: Hồ Chí Minh City. Ein zweiter, etwas später stattgefundener Test beinhaltete eine Dienstreise von und nach Singapur. Hier brauchten wir nur einen Vier-Tages-Pass.

Holafly Asien-eSIM-Pass für 2 Euro? Ein nettes Lockangebot

Den Anfang machte die Buchung in Malaysia. Beim Durchstöbern der Webseite sahen wir diverse Lockangebote. Denn Mitte Juli gab es seitens Holafly eine Aktion, um den Asien-Pass für nur 1,99 Euro zu testen. Ein nettes Angebot, das wir so gebucht haben, dass wir nicht nur in Kuala Lumpur online sein wollten, sondern auch gleich nach dem Überflug nach Hongkong in Verbindung bleiben wollten.

Zuerst muss die Holafly-App installiert werden

Dafür mussten wir aber erst einmal die App installieren. Den Link gab es seltsamerweise nach einem Eintragen der eigenen E-Mail-Adresse. Genauer: Holafly behauptet auf der Webseite, dass für die eSIM die Angabe der E-Mail-Adresse notwendig ist, damit diese per „Post“ zugestellt werden kann. Das ist zum Einen ein Übersetzungsfehler. Die deutsche Webseite wird also automatisch übersetzt.

Zum anderen ist das auch falsch. Man bekommt nämlich nur den Link zur App. Das könnte Holafly auch einfacher lösen, zumal Du auch sofort von Holafly mit Angebots-E-Mails beglückt wirst. Unnötig. Dort schauten wir uns das Angebot dann näher an. Da unser iPhone auf Englisch gestellt ist, fielen uns ein paar Ungereimtheiten auf. Denn aus den 1,99 Euro wurden 1,99 US-Dollar, also etwa 1,70 Euro. Ein Blick auf den 24-Stunden-Asien-Pass mit der Einstellung japanischer Yen zeigt, dass es auch teurer geht: Dann kostet der 24-Stunden-Tagespass nämlich 990 Yen oder 5,73 Euro. Das Lockangebot ist also abhängig von Deinen Regionseinstellungen Deines Smartphones.

Apropos Regionseinstellungen: Zumindest unter iOS hat die App eigentlich die Möglichkeit, in den Einstellungen die Sprache zu setzen. Das funktioniert aber anfangs nicht so richtig. Wenn wir auf die deutsche Sprache stellten, bleibt die App in englischer Sprache. Nur aus Copy, Paste und Co wurde dann Kopieren und Einfügen. Holafly hat ein paar Probleme mit den Sprachen. Ein Teil der E-Mails verschickt Holafly seltsamerweise mit einem Mix aus Englisch und Spanisch. Einige E-Mails kamen auch in Deutsch an. Das ist schon ein sehr wilder Mix. Zum Glück sind die E-Mails entweder eindeutig oder einfach nur Werbung, die Du ignorieren kannst.

Im November hatte Holafly das Problem aber beseitigt. Die App ließ sich vernünftig in der Sprache umstellen.

Abseits dieser eher kleinen Macken vereinfacht die App aber die Installation der eSIM, nachdem Du sie gekauft hast. Ein Klick auf die Schaltfläche und das Befolgen der Anweisungen reichen. Hier macht Holafly alles, wie es zu erwarten war. Übrigens: Holafly nutzt in der Regel das Wort Tag. Mit dem Lockangebot wollten wir auch austesten, ob hier wirklich ein Kalendertag gemeint ist, oder der eSIM-Tarif tatsächlich 24 Stunden in Asien. Wobei Asien hier sehr klein gefasst wird: Südkorea, Japan, Kambodscha, Vietnam, Thailand, Taiwan, Singapur, Malaysia, Indonesien, den Philippinen, China, Macau, Hongkong, Sri Lanka, Pakistan und Laos sind in der Liste.

Holafly meint mit Asien also vor allem Ost- und Südostasien. Das ist nicht ungewöhnlich. In manchen Asien-Pässen anderer Anbieter fehlt Taiwan übrigens gerne. Nicht so bei Holafly. Auch Pakistan ist eher ungewöhnlich in einem Asien-Pass.

Holafly Erfahrungen in Malaysia rund um Kuala Lumpur

Mit dem 24-Stunden-Lockangebot haben wir uns rund um den Flughafen bewegt und sind auch ein wenig in Richtung Stadt mit dem KLIA Transit gefahren. Das ist die Bahnverbindung, die den Flughafen von Kuala Lumpur (KLIA) mit der Stadt verbindet. Für den weiteren Verlauf wichtig: Wir haben die eSIM um 16:10 Uhr aktiviert, konnten sie in Malaysia also gut vier Stunden bis zum Rollen des Flugzeugs verwenden.

Verglichen haben wir dabei mit der Revolut eSIM, der Yesim-eSIM und der eSIM aus Singapur von Pelago.

Es gab dabei im KLIA Transit ein paar Auffälligkeiten, die wir sonst nur aus Deutschland kennen: Funklöcher. Die waren aber nur von kurzer Dauer. Ansonsten konnten wir ohne große Probleme das Netz nutzen, auch wenn uns gelegentlich eine etwas langsamere Verbindung auffiel. Für unsere Praxis war das nicht weiter schlimm. Dass Du mit Flatrates nicht immer das beste Netz bekommst, liegt leider in der Natur der Sache. Dessen solltest Du Dir bewusst sein.

Ärgerlicher war dann der Wechsel in die Sonderverwaltungszone (SAR) Hongkong.

Ankunft in Hongkong: Eine eSIM mit Reisepass-Pflicht

Holafly bewirbt die Asien-eSIM mit „Kein Papierkram oder Warten.“ Als wir auf dem Hongkong International Airport landeten, bekamen wir aber plötzlich eine Kurznachricht per SMS. Nanu? Unsere eSIM hat eine Telefonnummer? Offensichtlich, allerdings nur für Statusnachrichten. Die gefiel uns aber erst einmal nicht.

Unter dem Titel #SIMREG schickte uns nämlich CMLink, der chinesische Partner von Holafly, eine Nachricht, dass unsere Echtnamen-Registrierung („real-name registration“) nicht komplett ist. Es ist das erste Mal, dass wir mit so einem Konzept konfrontiert wurden. Keine andere von uns bisher getestete eSIM oder SIM-Karte macht das.

Registrierungswebseite von China Mobile mit Beschreibung.

Ohne Registrierung funktioniert die Holafly-eSIM nicht in Hongkong. (Screenshot: Handyhase.de)

In der englischen Kurznachricht ist dann ein Link zur Registrierung inklusive Deiner ICCID. Das ist die Identifikationsnummer Deiner eSIM. Das Problem: Da die eSIM in Hongkong noch nicht aktiviert ist, kommst Du nicht auf diese Webseite. Wir haben also unser iPhone 13 Mini mit der Holafly-eSIM mit dem Pixel 9a verbunden, das eine Yesim-eSIM nutzte, die sofort online war.

Nach dem Hochladen Deines Reisepasses und ein paar Daten kommst Du dann auch schnell online. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn Holafly darauf gleich aufmerksam macht und es vielleicht sogar selbst übernimmt (siehe etwa eKYC bei wenigen Tarifen der Airalo-eSIM). Zudem wäre es ein netter Service, wenn zumindest die Registrierungswebseite von CMLink von der Echtnamen-Registrierung ausgenommen werden könnte.

Wir hoffen, dass Holafly das noch verbessert, zumal das auch Taiwan (Republic of China, ROC) betrifft, obwohl China Mobile ein chinesischer Anbieter ist (Peoples Republic of China). Hier merkt man dann plötzlich in der Praxis, dass China und Taiwan in einem Konflikt stehen. Eigentlich sollte sich China nicht dafür interessieren, dass Du in Taiwan eine eSIM nutzt. Bei den anderen Anbietern passiert das schließlich auch nicht.

Aber sei’s drum. Die Registrierung ist simpel und schnell erledigt. Die kannst Du bei CMLink auch vorher abschließen. Dafür musst Du aber die ICCID schon haben. Die findest Du beispielsweise in den Kauf-Informationen der Holafly-App unter „Meine eSIMs“.

Gut gesurft mit der Holafly-eSIM in Hongkong – bis 16:10 Uhr

In Hongkong war das Surferlebnis dann weitestgehend gut. Bis wir plötzlich, um 16:10 Uhr, vom Netz abgetrennt wurden. Du erinnerst Dich vielleicht, dass wir erwähnt haben, dass wir die eSIM um 16:10 am Vortag in Malaysia gekauft hatten. Wir hatten also die Bestätigung, dass die eSIM-Tarife nach Stunden und nicht nach Kalendertagen laufen. Sehr schön. Bis dahin hatten wir auch eine überwiegend gute Verbindung. Nur beim Doom-Scrolling in Instagram stockte es hin und wieder. Der hohe Datenbedarf beim Preloading von Videos zeigt sich hier leider und Instagram priorisiert mitunter Videos, die Du erst später sehen wirst. Beim Youtube-Streaming mussten wir Qualitätseinbußen hinnehmen.

Nicht so schön: Unsere am 9. Juli abgelaufene eSIM steht selbst am 16. Juli noch als verfügbare und nicht abgelaufene eSIM in der Liste der App. Als wir die eSIM buchten, haben wir uns aber nicht die Uhrzeit gemerkt. Irgendwann in der Nacht um 2 Uhr Ortszeit kam zwar eine Warnung, dass die eSIM bald ablaufen würde, doch in der App stand nur, dass die eSIM am 9. Juli abläuft – ohne Angabe der Uhrzeit.

Das sorgte dann für ein paar Probleme, denn wir haben einen großen Fehler gemacht. Denn wir dachten, die eSIM ist noch aktiv und bemühten also den Kundenservice, um herauszufinden, warum das Netz plötzlich nicht mehr funktionierte.

Ärger mit dem Holafly-Support und eigene Fehler

Wir wollen hier noch einmal betonen, dass unsere Anfrage beim Support erst einmal darauf basierte, dass wir die Uhrzeit der Buchung in Malaysia vergessen hatten. Wir gingen nämlich von etwa 19 Uhr aus und wunderten uns, warum wir 16 Uhr offline waren. Das Kontaktieren des Kundenservice wäre also unnötig gewesen. Allerdings ließ das Service-System auch tief blicken. Denn hier läuft nicht alles optimal.

Das fing schon einmal damit an, dass der Kundenservice nicht in der Lage war, herauszufinden, ob unsere eSIM überhaupt noch aktiv war. Der Service glaubte uns einfach, dass wir noch einen gültigen Tarif hatten. Was dann folgte, war ein Durchspielen diverser Testszenarien. Roaming an, Roaming aus, LTE erzwingen, Flugmodus, Neustart und noch ein paar andere Dinge, die man halt so macht. Nicht davon half, logischerweise.

Ein Grundproblem des Kundenservice: Für jede Aktion muss man innerhalb von drei Minuten reagieren. Sonst gibt es eine Warnung, dass sich der Service jemand anderem zuwenden könnte. Zwei Minuten später wird man dann auch aus dem Chat geschmissen.

Das Problem: Im Unterschied zur Revolut-App hat die Holafly-App keine kostenlose Netzdurchleitung, um etwa einen Tarif nachzubuchen. Wir mussten also immer wieder Netze wechseln. Das dauert gerne mal fünf Minuten. Wurde man dann aus dem Chat geschmissen, muss die Support-Anfrage erneut gestellt werden. Inklusive der Abfrage der Rechnungsnummer, des Namens und der Beschreibung des Problems.

Zwar trafen wir immer auf dieselbe Emma, die uns versicherte, auch ein und dieselbe Person zu sein. Doch die Emma schlug uns beim Neustart der Support-Anfrage immer wieder bereits durchgeführte Tests vor. Da brauchst Du ein ruhiges Gemüt.

Aktive eSIM, die nicht mehr aktiv ist.

Diese eSIM wird am 17. Juli noch als aktiv angezeigt. Zu beachten: es fehlt auch eine Uhrzeit. (Screenshot: Handyhase.de)

Emma, die sich mit uns über einen Zeitraum von etwa vier Stunden beschäftigte, konnte dann gegen Ende feststellen, dass die eSIM abgelaufen war. Sie schaute dann offenbar auch nach und bestätigte die Abschaltung um 16:10 Uhr. Wir hätten uns also viel Ärger gespart, wenn wir in der App gesehen hätten, wann der Tarif abläuft oder es uns schlicht gemerkt hätten, und Holafly hätte sich aufwendigen Support sparen können, wenn auf deren Seite sofort sichtbar wäre, dass die eSIM abgelaufen ist.

Mit der Holafly-eSIM auf dem Weg nach Vietnam

Dieses mehr oder weniger kurze Intermezzo sollte uns aber nicht weiter stören. Wir wollten noch einmal eine eSIM von Holafly buchen. Dieses Mal für drei Tage, um sowohl Hongkong als auch unseren letzten Stopp vor Deutschland in Vietnam abzudecken.

Bei der Buchung fiel uns auf, dass das Lockangebot weiter besteht. Wir hätten noch einmal für 1,99 Euro einen Tag buchen können. Da das aber nicht das Ziel unseres Tests war, buchten wir am 11. Juli für 18,90 Euro eine Drei-Tages-Flat (genauer: 72 Stunden). Unnötig aufwendig: Wir mussten dafür eine neue eSIM buchen und diese installieren. Die vorhandene eSIM ließ sich nicht um einen neuen Tarif erweitern.

Je mehr Tage Du buchst, desto günstiger wird das Angebot aber ohnehin. Verglichen mit der Zwei-Tages-Flat (12,90 Euro) sparen wir so über drei Tage jeweils Cent. Das Lockangebot ignorieren wir hier bewusst, was die Rechnung natürlich in Richtung Tagesbuchungen verschiebt, aber eben etwas Aufwand mit der eSIM-Verwaltung bedeutet. Wenn Du nur wenige Tage in der Region bist, dann lohnt sich dieser Aufwand schnell.

Der Tagespreis sinkt bei längerer Buchung hingegen recht deutlich. Schon bei einer Woche sind es nur noch rechnerisch 4,84 pro Tag. Ein Monat liegt im Asien-Pass bei etwa 2,70. Es lohnt sich also bei längeren Aufenthalten und ganz besonders bei dem Besuch mehrerer Länder, wenn Du Dir keine Sorgen um das Volumen machen willst.

Übrigens kann sich auch hier ein Wechsel der Währung zum Bezahlen lohnen. Holafly arbeitet mit Schwellenpreisen. Dem Unternehmen ist es also wichtig, in allen Sprachen „schöne“ Preise anbieten zu können, wie 1,99, 1,95 oder 12,90. Es gibt bei der Abbuchung, soweit wir es überblicken, keine „krummen“ Preise wie etwa 5,73 Euro. Ein interessanter Geschäftsansatz.

An ein Limit sind wir übrigens nicht gestoßen, auch wenn wir über Youtube hier und da gestreamt haben. Wir haben es aber auch nicht darauf angelegt.

Abflug vom Hongkong International Airport

Die verbliebenen Tage in Hongkong zeigten dann keine Auffälligkeiten. In der Metropole war der Empfang in der Regel gut und zuverlässig. So wie wir es von der Stadt schon vor Jahren kannten. Es ging als am 13. Juli zum Flughafen, ins Terminal und anschließend ins Flugzeug, wo wir beim Pushback von der Fluggastbrücke dann unseren Flugmodus aktivierten.

Ein paar Stunden später, kurz nach dem Aufsetzen auf den Tân Sơn Nhất International Airport schalteten wir dann sofort den Flugmodus wieder aus. Mehrere eSIMs unserer Geräte versuchten, sich dann zu verbinden. Auf dem Vorfeld des Flughafens (dort rollen die Flugzeuge zu ihren Positionen) hatten wir jedoch nicht sofort eine Verbindung. Ein paar der anderen eSIMs wollten auch nicht sofort.

Das lag also nicht nur an Holafly, auch wenn die eSIM hier die meiste Zeit benötigt, um sich ins Netz einzubuchen. Vielmehr ist das Flugfeld nicht besonders gut von Mobilfunkmasten ausgeleuchtet. Normalerweise ist das kein Problem. In Vietnams größter Stadt hingegen schon. Aber abseits dieses kleinen Problems zeigte sich die Hola aber in Vietnam wie in den anderen beiden Ländern zuverlässig bis zu unserem Abflug zurück nach Deutschland.

Ein weiterer Test in Singapur mit Holafly

Im November hatten wir nochmal für vier Tage die Gelegenheit die Holafly-eSIM in Singapur zu testen. Wie bereits erwähnt hatten wir hier nicht mehr mit den ganz groben Macken zu kämpfen. Wir konnten aber auch keine unserer alten eSIM-Profile verwenden und mussten ein neues installieren. Nachvollziehbar bei unserer Tarifwahl. Wir flogen nämlich nur nach Singapur dienstlich, um dann wieder zurück zu fliegen.

Unsere Wahl galt also der reinen Singapur-Flat. Für 15 Euro haben wir vier Tage gebucht und uns ab Buchung keine Sorgen mehr um das Datenvolumen gemacht. Sogar zwei Videokonferenzen á 45 Minuten haben wir durchgeführt. Mit interessantem Ergebnis: Per Teams brauchten wir stolze 1,25 Gigabyte Volumen, Google Meet brauchte nur 308 Megabyte, obwohl dort mehr Teilnehmer waren. Wenn Du häufiger Teams-Meetings unterwegs hast, lohnt sich eine Flat auf jeden Fall.

Insgesamt haben wir aber nur 4,6 Gigabyte genutzt. Rund 450 Megabyte davon nahm sich Apples Betriebssystem iOS für seine Systemservices. Anzumerken ist, dass wir ziemlich viel unterwegs waren und kaum lokale WLAN-Hotspots nutzen konnten. Die extrem Daten fressende Bing-App für Suchen kostete uns 200 Megabyte. Fast gleich so viel haben wir mit der Hotspot-Funktion genutzt, um unser Notebook online zu bringen, mit dem wir deutlich mehr gemacht haben. Ansonsten gab es keine großen Ausreißer.

Verbindungsprobleme gab es in ganz Singapur auch nicht, obwohl wir ziemlich viel durch die Stadt gereist sind und sogar an der malaysischen Grenze waren sowie viel mit der U-Bahn gefahren sind. Der Empfang war immer hervorragend.

Verbesserungswürdige Holafly-App

Während die Netzverbindung meist gut funktionierte, waren wir von der App ein wenig enttäuscht. Das Wichtigste ist umgesetzt, aber uns fehlt zumindest die Buchung eines eSIM-Tarifs, wenn wir gerade keinen haben. Nicht überall findet sich WLAN. Die App hat außerdem einige Bugs, wie den bereits erwähnten Fehler mit den Spracheinstellungen. Da ist aber noch mehr. Die App fragt regelmäßig nach der Berechtigung für Notifications. Die haben wir längst gegeben, aber die App fragt trotzdem ständig nach.

Außerdem gelingt es der App nicht, einen Statuswechsel der installierten eSIMs, ohne Neustart der App zu erkennen. Das war sowohl Mitte 2025 der Fall als auch zuletzt im November. Unsere Singapur-eSIM konnten wir erst nach einem App-Neustart installieren. Eine Aktualisierungsfunktion in der App hat Holafly vergessen. Bist Du offline, siehst Du zudem viele essenzielle Informationen nicht. Hier wäre es besser, wenn die App sich bereits heruntergeladene Daten merken würde.

Anzeige, dass die eSIM noch aktiviert werden muss.

Die eSIM ist längst aktiv. Um das zu sehen, muss aber die App neu gestartet werden. (Screenshot: Handyhase.de)

Beim Login – eine E-Mail-Adresse reicht – hatten wir zudem beim passwortlosen Anmelden Probleme. Der Code, den Dir Holafly etwa per Mail schickt, kann die App unter iOS nicht korrekt einfügen. Nur die erste Ziffer wird eingetragen. Da iOS die Meldung bekommt, dass der Code erfolgreich übertragen wurde, wird die E-Mail dann gelöscht und Du musst für den manuellen Eintrag einen weiteren Code anfordern.

Da hat Holaflys Qualitätssicherung wohl vergessen, etwas zu testen.

Fazit: Die Holafly-eSIM

Wir waren bei unserer Reise durch vier Länder überwiegend zufrieden mit Holafly. Die Leistung ist zwar nicht immer die beste, dafür bekommst Du aber ein Angebot, das Dir die Sorgen rund um das Volumen nennt. Holafly lohnt sich vor allem für längere Aufenthalte ab etwa einer Woche und wenn Du wirklich viele Daten verwenden willst, weil Du unterwegs etwa streamen willst. Stelle Dich aber auf eine etwas schlechtere Bildqualität ein. Ärgerlich ist aber definitiv der Aufwand, der für eine Einreise in China, Taiwan oder Hongkong betrieben werden muss. Hier sollte Holafly vorher warnen und die CMLink-Webseite kostenlos zugänglich machen.

Wirklich gut hat uns Holafly aber in Singapur gefallen. Hier gab es gar keine Probleme. Das zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Erfahrungen mit einem eSIM-Anbieter sein können. Viel hängt vom Zielland ab.

Während der Zugang für uns in Ordnung war, gefiel uns das Drumherum nicht so sehr. Den Kundenservice solltest Du lieber mit einem Zweitgerät kontaktieren und alle Unterlagen bereit haben, damit Du nicht vom Chat-Support aus dem Chat geworfen wirst. Dazu kommen die seltsamen Fehler in der App. Die sind zwar nicht kritisch, aber etwas mehr Aufmerksamkeit könnte der App gut tun. Vor allem musst Du als Tourist klar wissen, wann der Tarif ausläuft. Das geht momentan nur indirekt.

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Profilbild von Andy
Andy ist seit September 2023 ein kleines Teilzeit-Rädchen (Häschen?) im Handyhase-Team. Bereits seit 2005 ist er schon als IT-Journalist tätig und war mal Sysadmin. Er hat einen Hang zu sehr besonderen Themen und Gesellschaft. Durch viele Reisen sind aber auch das Thema Flug und Zug zum Spezialgebiet geworden, das er in anderen Publikationen abdeckt.

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