N26-Globaltarif im Test

Mit der N26-Reise-eSIM nach Japan, Kanada und Südkorea

Die Neobank N26 bietet nicht nur Smartphone-Tarife an, sondern auch eine spezielle Reise-eSIM ohne Telefonie. Wir von Handyhase haben diese eSIM nun auf einem interkontinentalen Trip genutzt. Für ein paar Tage in Kanada, dann kurz in Südkorea beim Umstieg mit kurzem Sightseeing und schließlich in Japan hatten wir immer Empfang. Doch so gut wie das Revolut-Angebot ist N26 nicht.

zur N26-eSIM

N26 Reise eSIM im Check

Das Wichtigste in Kürze

  • Die N26-eSIM für Reisen ist ein interessantes Angebot der N26 Neobank.
  • Im Globaltarif hatten wir gute Netzverbindungen, teilweise besser als bei der Telekom.
  • Im Unterschied zu Revolut bleibt die N26-eSIM ohne Tarif für das Banking offline.

Schon vor einiger Zeit haben die Neobanken entdeckt, dass man mit Handy- und Datentarifen Kunden an sich binden kann. Die Berliner Neobank N26 ist hier nicht anders. Neben dem N26-Handytarif auf eSIM-Basis gibt es nämlich auch eine Reise-eSIM für das Ausland und wir haben das Produkt mit Datenvolumen, aber ohne Telefonie für Dich getestet. Das Angebot ist dabei vielen anderen Anbietern ähnlich. Der Partner, der sich um die Datentarife kümmert, ist in der Branche ein Bekannter: 1Global.

Das heißt aber nicht, dass die Preise immer gleich sind. Im Gegenteil, beim Vergleich mit der Revolut-Reise-eSIM, die ebenfalls Technik von 1Global nutzt, haben wir teils deutliche Preisunterschiede sehen können. Der Vergleich lohnt sich also. Uns ging es aber weniger um den günstigen Preis, sondern darum, N26 auszuprobieren. Was macht N26 besser als beispielsweise Revolut, und was schlechter? Soviel vorab: Unterschiede gibt es.

Screenshot: eSIM installiert und für 119 Länder bereit mit Volumenanzeige.

Die Installation der eSIM war auf unserem iPhone kein Problem. (Bild: Screenshot)

Für unseren Test nutzten wir eine Reise über zwei Kontinente. Das ist auch eine gute Gelegenheit, mal den Global-Tarif auszutauschen, denn aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen in der Straße von Hormus, mussten wir in Richtung Asien andersherum fliegen: über Kanada. Da wollten wir aber nur ein paar Tage bleiben, ehe es über Südkorea nach Japan gehen sollte. Ideal für den Globaltarif.

Reicht das Volumen der N26-eSIM im Globaltarif?

Weil der Globaltarif doch arg teuer ist, haben wir uns für eine Sparvariante entschieden. Für 7,49 Euro gab es 1 GB Volumen für eine Woche. Da es uns vor allem darum ging, vor und nach den Flügen online zu bleiben, sollte das eigentlich reichen. Tat es auch, aber einige Vorsichtsmaßnahmen waren notwendig. Du solltest etwa Social Media den Datenzugriff verbieten. Instagram, TikTok und Co. verbraten durch ihre Videos und das Vorladen von noch nicht angesehenen Videos Unmengen an Daten, und das muss ja nicht sein.

Auch auf einen Besuch von Spiegel Online verzichteten wir. Die Nachrichtenseite spielt mittlerweile auf der Hauptseite Videos ab und braucht enorm viel Arbeitsspeicher seit dem Update. Da gehen auch einige Daten drüber. Der Bing-Such-App von Microsoft verweigern wir auch die Daten. Ein einziger Start der App kostet jedes Mal 50 MB.

Manches lässt sich aber kaum vermeiden. Die System Services von Apples iOS brauchen nämlich manchmal auch ganz schön viele Daten. An einem Tag haben wir stolze 100 MB gemessen. Und das teilweise für Kleinkram wie Wetter-Infos oder Positionsbestimmungen. Zum Glück legte sich das im Laufe der sieben Tage.

Hierbei wollen wir aber nochmal betonen: Der Global-Tarif lohnt sich eigentlich nur in sehr speziellen Situationen, wenn Dir der Komfortgewinn beim Grenzübertritt die höheren Kosten wert ist. In unserem Fall wären drei Länder auf zwei Kontinenten tatsächlich teurer gewesen als der Globaltarif. Wären wir nur zwischen Japan und Südkorea unterwegs gewesen, wäre der Regionaltarif billiger gewesen.

Der Komfortgewinn ist für Dich aber durchaus nicht verachtenswert. Wir waren immer online. Im Flughafen von Vancouver bis in das Flugzeug hinein, direkt nach der Landung in Südkorea und auch in Japan war unser Tarif bereit, ohne dass wir in den Einstellungen rumfummeln mussten. Dazu kam, dass uns die Roaming-Partner von N26 und 1Global auch nicht im Stich ließen. Probleme mit der Verbindung hatten wir fast nie. Dagegen nervte uns der Roaming-Partner der Deutschen Telekom in Kanada ziemlich. Wir wurden ziemlich offensichtlich gedrosselt, als wir den Telekom-Vertrag für zwei Tage in Kanada nutzten.

N26 ist ohne Tarif offline

Soweit waren unsere Erfahrungen mit N26 und 1Global positiv. Was uns dann aber doch überraschte, war die Handhabung der installierten eSIM wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. Einfach nachbuchen, geht nämlich nicht, denn Du bist dann auch in der N26-App offline.

Dass das besser geht, zeigt unser Revolut-eSIM-Erfahrungsbericht: Diese Neobank hat einen Vertrag mit 1Global, der die App immer online hält, wenn man keinen Tarif hat. Wir haben das auch kurz in Japan verifiziert, indem wir auf die alte eSIM umschalteten: Revolut samt Banking blieb online. Das ist zugegebenermaßen ein besonderer Service. An dem darf sich N26 aber gerne orientieren. Gerade beim Reisen ist der Zugriff auf das Konto wichtig.

Screenshot von Notifications.

Kurz vor unserem Abflug von Südkorea nach Japan kam eine 50-Prozent-Warnung. (Bild: Screenshot)

Immerhin gibt es mehrere Warnungen über Betriebssystem-Notifications. Eine Warnung bekamen wir bei 50, 80 und schließlich 90 Prozent des genutzten Volumens. Und dann waren wir plötzlich offline, aber ohnehin fast am Ende unseres Testzeitraums, um die nächste eSIM testen zu können.

Rechnung für die Reise-eSIM von N26? Nur auf speziellen Antrag

Ein bisschen gewundert haben wir uns, als wir die Rechnung für unseren gebuchten eSIM-Tarif suchten. Die fanden wir nämlich nicht. Weder in der Nachrichtenbox der N26-App noch per E-Mail kam etwas an. Nur am Kontostand sah man: Hier wurde etwas abgebucht. Nach ein bisschen Recherche war auch klar: Es gibt gar keine Rechnung von N26.

Also fragten wir beim Support-Chat, was da los ist. Des Rätsels Lösung: Es gibt keine Rechnung. N26 begründet das damit, dass es sich dabei um einen Prepaid-Service handelt. Normalerweise bekommst Du also keinen Beleg, den Du einreichen könntest. Aber es gibt doch einen Weg.

Eine Rechnung muss jedes Mal (!) einzeln beantragt werden. Dabei sagst Du dem KI-Chat, dass Du den Support sprechen willst.  Dem Support sagst Du anschließend, dass Du eine Rechnung haben möchtest. Dieser beantragt dann bei der nächsthöheren Stelle die Rechnung. Die gab es zwar recht schnell, aber der Aufwand ist für die geschäftliche Nutzung viel zu hoch.

Fazit: Die N26-Reise-eSIM ist gut, aber nicht die beste

Bei der Nutzung der N26-Reise-eSIM sind uns keine großen Probleme aufgefallen. Sie funktioniert insgesamt ziemlich gut auf unserer Reise von Kanada nach Japan mit einem zehnstündigen Aufenthalt inklusive etwas Sightseeing in Südkorea. Bezüglich des Globaltarifs überzeugte uns in diesem speziellen Fall der hohe Preis.

Das Angebot hat aber zwei Nachteile, die dafür sorgen, dass wir N26 hinter der Revolut-Reise-eSIM einordnen. Der eine Punkt ist die fehlende automatische Rechnung. Im geschäftlichen Einsatz nervt sowas einfach nur. Wenn Du nur privat unterwegs bist, kannst Du diesen Punkt aber auch einfach ignorieren.

Stärker gewichten würden wir den Umstand, dass N26 im Unterschied zu Revolut ohne Tarif beim Banking offline ist. Zugegeben, die Revolut-Funktion ist ein Komfortfeature. Aber an Revolut müssen sich Neobanken nun mal aktuell orientieren, und da wundert uns schon, dass N26 diese Funktion nicht einfach kopiert.

Wir halten das für einen wichtigen Grund, sich für eine Neobank-eSIM zu entscheiden. So muss N26 sich auch mit den vielen anderen Reise-eSIM-Anbietern messen, bei denen Dein Banking ebenfalls offline ist ohne Vertrag.

Das Wichtigste aber: Bei Revolut kannst Du Dir ohne Probleme neues Volumen bestellen. Bei N26 musst Du erstmal ein WLAN suchen.

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Profilbild von Andy
Andy ist seit September 2023 ein kleines Teilzeit-Rädchen (Häschen?) im Handyhase-Team. Bereits seit 2005 ist er schon als IT-Journalist tätig und war mal Sysadmin. Er hat einen Hang zu sehr besonderen Themen und Gesellschaft. Durch viele Reisen sind aber auch das Thema Flug und Zug zum Spezialgebiet geworden, das er in anderen Publikationen abdeckt.

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