Festplatten restlos ausverkauft wegen KI! Führende Hersteller 2026 mit übervollen Auftragsbüchern

- Mit Western Digital und Seagate melden zwei der drei führenden Festplattenherstellern der Welt bereits jetzt den vollständigen Verkauf ihrer Jahresproduktion 2026.
- Aufkäufer sind vor allem Tech-Giganten wie Microsoft, Google oder Amazon, die in ihren Rechenzentren immer leistungsfähigere KI-Modelle laufen lassen.
- Für Endkunden steigen die Preise bei klassischen Festplatten, aber auch bei SSDs.
Auf dem Speichermarkt ist weiter keine Entspannung in Sicht, eher im Gegenteil: Sowohl Western Digital, als auch Seagate, haben schon jetzt ihre gesamten Produktionskontingente des Jahres 2026 verkauft, das melden beide Unternehmen im Rahmen ihrer jüngsten Quartalskonferenzen. WD gibt sogar an, bereits Vereinbarungen über kalkulierte Abnahmemengen für 2028 geschlossen zu haben. Obwohl man bei Seagate inzwischen auch fortschrittliche SSDs im Programm hat, konzentriert sich der Hersteller wieder vermehrt auf rotierende Scheiben, die inzwischen mit riesigem Fassungsvermögen verfügbar sind und vor allem in Servern kreisen.
Für eben diese Server kaufen Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google oder OpenAI die Laufwerke ein. Auf ihnen sollen die immer gigantischer werdenden Trainingsdatenbestände abgelegt werden, die die Basis für die großen Sprachmodelle hinter Diensten wie ChatGPT und Gemini bilden. Die Modelle werden heute faktisch mit den Daten des gesamten Internets trainiert. Das frisst Speicher – Speicher, der in der Folge anderen Branchen und auch Privatkunden nicht mehr zur Verfügung steht.
Speicherhersteller verdienen prächtig
Für Western Digital und Seagate ist die aktuelle Entwicklung sehr einträglich. WD etwa steigerte den Umsatz in Q4 2025 um 25 Prozent während der operative Gewinn um 62 Prozent in die Höhe schoss. Ein deutliches Zeichen für die Preisentwicklung im Speichermarkt.
Die bekommen inzwischen auch Privatkunden zu spüren: Viele Modelle mit Kapazitäten von bis zu zwei TB haben sich seit Mitte 2025 um bis zu 50 Prozent verteuert. Und nicht nur Festplatten und SSDs, auch alle Geräte, in denen solche verbaut sind, werden teurer. So treibt die Explosion der Speichernachfrage auch die Preise für Handys nach oben. Ein Ende dieser Spirale ist derzeit noch nicht abzusehen. Sollte es zu einem Abschwung der KI-Euphorie oder gar einem heftigen Rückschlag in diesem Bereich kommen, etwa weil sich Geschäftsmodelle der Big Techs als nicht tragfähig erweisen, könnte sich die Lage indes schlagartig ändern.
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