Huawei will Glasfaser-Verteilung daheim erleichtern

Huawei OptiXstar F50 bei Amazon
- Huawei bietet ein einfaches System an, um Glasfaser im ganzen Haus oder der Wohnung zu nutzen.
- Die Installation erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip und braucht wenig Wissen.
- Hohe Geschwindigkeiten können in der Wohnung und im Haus übertragen werden.
Huawei hat den Verkaufsstart seines Fibre-to-the-Room-Systems (FTTR) Optixstar F50 für Endkunden angekündigt. Damit steht allen Interessierten eine glasfaserbasierte Netzwerklösung zur Verfügung, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand in größeren Wohnungen oder auch Häusern installieren lässt.
Statt in der Regel dicker Kupferkabel mitsamt Netzwerk-Switches reicht es an die Basisstation, die auch den Internetzugang bereitstellt, Huaweis Glasfaserkabel anzuschließen, das selbstklebend etwa an der Wand langgeführt wird und recht unauffällig ist.
So funktioniert Huaweis Fibre-to-the-Room-Systems (FTTR)
In Huaweis FTTR-Szenario werden über die Glasfaser mehrere weitere WLAN-Access-Points angeschlossen. Dafür braucht es auch keinen Netzwerk-Switch, denn die Glasfaser kann passiv – also ohne Stromversorgung – gesplittet werden. Ein Teil des Lichts, das die Daten trägt, wird also an weitere Anschlüsse verteilt.
Die Access Points können dann in der Wohnung verteilt werden und bieten neben Wifi 7 auch Netzwerkanschlüsse. Du kannst dann beispielsweise beim Streamen von 4K-Videos Dein Apple TV oder Deinen Fernseher direkt per Kabel anschließen. Auch Konsolen wie die Playstation 5 oder die Xbox Series X kannst Du so direkt verbinden. Das Patchen von Spielen braucht nämlich besonders viel Bandbreite.
Huaweis F50 ist für Geschwindigkeiten von 2,5 Gigabit/s (2.5GbE) über einzelne Kabel ausgelegt. Über die optischen Kabel ist deutlich mehr möglich. Huawei gibt nur theoretische Werte an, die im Terabit/s-Bereich liegen. Selbst wenn alle 2.5GbE-Anschlüsse plus WLAN und normale LAN-Ports voll ausgelastet werden, hat das System noch Reserve. In der Praxis dürfte es also kein Limit geben.
Interessanterweise sind die Access Points auch Mesh-fähig. Sollte ein Kabel mal kaputtgehen, schalten diese auf den WLAN-Mesh-Betrieb um, verbinden sich also per WLAN untereinander.
Idealerweise werden die Daten aber über das Kabel zwischen Access Point und Internetzugang verteilt. Mit Deinem Smartphone, Tablet oder Notebook kannst Du Dich aber zwischen verschiedenen Access Points bewegen. Das nennt sich WLAN-Roaming, ähnlich wie Du es beim Mobilfunknetz kennst, wenn Du Dich zwischen Zellen bewegst. Laut Huawei steuert das System das WLAN-Roaming. Leider fehlen aber Angaben, welche WLAN-Roaming-Standards unterstützt werden.
So bringt Huawei Glasfaser-Internet zu Dir nach Hause
Huawei startet in Deutschland mit dem Optistar F50 bestehend aus einem Hauptgerät, dem Router (Main), sowie mehreren Access Points, die Huawei Subs nennt. Dazu kommen ein Glasfaser-Wandverteiler, also der Splitter, sowie mehrere Glasfaser-Kabel. Bei Amazon sind aktuell Kabellängen mit 10, 20 oder 30 Metern verfügbar. Die Basisstation Optixstar V166a-20 alias F50 Main kostet rund 100 Euro. Für eine Sub-Station (Optixstar K156a-21) verlangt Huawei über Amazon aktuell rund 60 Euro. Der Verteiler/Splitter kostet 25 Euro und die Kabel kosten zwischen 27 Euro für zehn Meter und 77 Euro für 30 Meter.
Vorerst nicht im Handel ist das System Optistar F50 Plus. Das bietet bereits Wifi 7 an, während das F50er-System nur Wifi 6 bietet. Da Huawei beim F50 Plus allerdings auf das 6-GHz-Band verzichtet – das ist bei Wifi 7 optional und nur bei Wifi 6E verpflichtend – dürften die praktischen Unterschiede zwischen F50 und F50 Plus aber gering sein.
Shop das System (bei Amazon):
- Basis: Huawei FTTR F50 OptiXstar V166a-20 („F50 Main“)
- Subs: Huawei iFTTR F50 OptiXstar K156a-21 (APs)
- Splitter: Huawei FTTR-Glasfaser-Wandverteiler
- Kabel: Huawei Glasfaserkabel selbstklebend, 10 m
Unterschiede zu herkömmlichen Glasfaser-Installationen in einer Wohnung
Glasfaser in einer Wohnung zu verlegen, ist schon lange kein Problem. In Spezialfällen kann es sich durchaus lohnen, das Heimnetzwerk damit auszustatten, um etwa größere Distanzen in einer Wohnung zu überbrücken oder auch Etagen zu verbinden. Letzteres sollte man mit Kupferkabeln nicht ohne professionelle Hilfe oder alternativ viel Recherche machen. Der Autor dieser Zeilen nutzt etwa ein Glasfaserkabel, um in seiner Wohnung eine größere horizontale Distanz zu überbrücken, denn sie sind schön dünn.
Doch das erfordert einiges an Wissen, denn die wenigsten Netzwerkgeräte haben einen Glasfaseranschluss. Weder Dein Fernseher noch Deine Playstation 5 kann mit so einem Kabel etwas anfangen. So braucht es in der Regel dann spezielle Netzwerk-Switches mit Transceiver-Schächten (SFP, SFP+), in denen das Glasfaser-Kabel eingesteckt wird. Dazu musst Du nicht nur den Switch kaufen, sondern auch den passenden Transceiver. Alternativ gibt es noch Medienkonverter, die Glas auf Kupfer und vice versa übersetzen. Wissen um die vielen verschiedenen Kabel- und Steckertypen für Glasfaser kann auch nicht schaden.
Das ist Technik, die sich selten in einem MediaMarkt oder einem Saturn finden. Computerhändler und Amazon sind dann Anlaufstellen.
Oder anders formuliert: Wenn Du Dich nicht ohnehin mit Netzwerktechnik auskennst, ist der Aufwand viel zu hoch. Hier verhilft Dir Huaweis FTTR-System zu einer vergleichsweise einfachen Installation einer eigentlich recht komplexen Technik. Da eine Glasfaser auch noch aufgesplittet werden kann – das macht man an einem Netzwerk-Switch mit Glasfaserkabeln nämlich nicht – ist der technische Aufwand auch nicht so groß und an dem Splitter braucht es keinen Stromanschluss. Netzwerk-Switches lassen sich zwar auch ohne (Standard-)Stromanschluss betreiben, doch das ist nochmal eine Komplexitätsstufe höher.
Alles in allem ist Huaweis FTTR-Lösung ein interessanter Ansatz eines Komplettsystems, das auch ohne große Kenntnisse über den Handel erworben werden kann, um etwa langgezogene Wohnungen oder auch ein Eigenheim mit Stockwerken zu versorgen. Dicke Netzwerkkabel sind nicht so angenehm zu verlegen und reine Mesh-WLAN-Systeme könnten an ihre Grenzen kommen.
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