Frankreich, Großbritannien und Niederlande ebenso

OnePlus und Oppo ziehen sich komplett aus Deutschland zurück

Jetzt wird es richtig bitter! Nach einem bereits vor Monaten verlorenen Patentstreit gegen Nokia, zieht BBK Electronics seine Marken komplett aus einigen Ländern in Europa zurück. OnePlus und Oppo werden unseren Markt nun auch mit ihrem Zubehör verlassen.
OnePlus 11 Concept Kühlsystem MWC 2023

In Barcelona auf dem MWC 2023 zeigte OnePlus noch sein interessantes Kühlungs-Konzept. (Bild: Handyhase.de)

BBK Electronics zieht OnePlus und Oppo aus einigen Ländern Europas zurück

Handys von OnePlus und Oppo gibt es nun schon seit einigen Monaten in Deutschland nicht mehr zu kaufen. Allerdings war Zubehör weiterhin kein Problem und verfügbar. So konntest Du immerhin noch Kopfhörer oder Lautsprecher auf den entsprechenden Webseiten erwerben. Aber auch das wird nun in der nächsten Zeit abgeschaltet.

Der in der Szene unheimlich gut vernetzte Twitter-Nutzer Max Jambor hat nun bestätigt, dass sich OnePlus und Oppo aus einigen Ländern Europas zurückziehen werden. Das gilt somit für alle Produkte der Hersteller. Ein entsprechendes Statement der beiden Unternehmen soll dazu nun in Kürze folgen. Dabei wurden erst vor wenigen Wochen die Modelle OnePlus 11 und OnePlus Pad für Europa vorgestellt. Viele Märkte dürften diese Geräte aber nicht mehr erreichen.

Die ersten Länder, die von dem Ende von OnePlus und Oppo betroffen sind, sind Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien und die Niederlande. Die deutsche Webseite von Oppo listet übrigens keinerlei Produkte mehr. Weitere Länder könnten dann im Laufe der kommenden Zeit aber noch folgen. Erst kürzlich nahm OnePlus direkt nach dem Deutschland-Aus Bemühungen in der Schweiz auf. Hier sollen auch weiterhin Produkte – darunter auch Handys – angeboten werden.

Originalartikel vom 08.08.2022

Oppo und OnePlus: Nokia erwirkt Verkaufsstop in Deutschland

Nokia hält noch so manche Mobilfunkpatente in der Branche und ging in Deutschland in München vor Gericht. Angeklagt ist Oppo wegen patentrechtlicher Verletzungen. Das Landgericht 1 in München entschied nun für Nokia und belegt sowohl Oppo als auch OnePlus mit einem sofortigen Verkaufsstop in Deutschland. Die Online-Shops beider Hersteller sind aktuell komplett leer!

Dass OnePlus hier ebenfalls betroffen ist, verwundert angesichts der vor einiger Zeit durchgeführten Fusionierung mit Oppo nicht. Gerade in Hinblick auf die Veröffentlichung des OnePlus 10T ist das ein ziemlicher Nackenschlag. Betroffen sind alle Geräte, darunter auch das OnePlus 10, OnePlus 10 Pro und alle OnePlus 9-Modelle. Auch Handyverträge mit Geräten von Oppo und OnePlus dürfen demnach nicht mehr direkt angeboten werden.

So sieht das OnePlus 11 aus

Das OnePlus 11 (Bild) kommt nicht mehr zu uns nach Deutschland.

Betroffene Geräte bleiben verfügbar – vorerst

Reseller dürfen ihren Bestand an Oppo- und OnePlus-Handys abverkaufen. Unser Tarif-Vergleich findet daher weiterhin Bundles bei den Händlern.

Laut der WirtschaftsWoche könnten nun gut 10% des Handymarktes in Deutschland wegbrechen, da Oppo sich offiziell aus dem deutschen Markt zurückziehen will. Der Hersteller gibt hierfür die strengen Patentgesetze in Deutschland an, die zum Erfolg der Klage durch Nokia führten. Übrigens gilt das derzeit nur für die Handys beider Hersteller. Andere Produkte wie beispielsweise Kopfhörer oder Handyhüllen sollen weiterhin vertrieben werden.

Eine Klage gegen vivo, der dritten Marke des BBK-Konzerns, ist anhängig, berichtet die Wirtschaftswoche. Sollte hier ähnlich geurteilt werden, könnte auch diesen Hersteller ein Verkaufsverbot binnen 6 Monaten ereilen.

Theoretisch könnten die betroffenen Hersteller-Marken Nachschub aus dem Ausland ordern. Allerdings könnte Nokia dies mithilfe einer Zollbeschlagnahme verhindern.

Bereits verkaufte Geräte funktionieren auch weiterhin

Kundinnen und Kunden, die bereits Oppo oder OnePlus-Geräte erworben haben und nutzen, brauchen sich keine Gedanken machen. Die Handys funktionieren auch weiterhin wie gewohnt und erhalten auch Updates und Co. Zudem ist der Service für diese Modelle ebenfalls nicht betroffen, solltest Du also Garantieansprüche geltend machen.

Ob der Verkaufsstopp dauerhaft aufrecht gehalten wird oder es noch zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten.

Profilbild von Marcel
In der mobilen Technik-Welt ist Marcel als Redakteur für Handys, Gadgets und Mobile Games bereits seit mehr als 10 Jahren unterwegs. In der Vergangenheit schrieb er bereits für einige große Magazine im Bereich Gaming und Technologie. Im Privatleben fesseln den Ex-Pro-Gamer vor allem das Zocken, seine Leidenschaft zum Fußball und das Motorradfahren. Zudem verbindet ihn eine besondere Beziehung mit der japanischen Kultur.
Kommentare (4)

angry 08.08.2022, 23:35

Was sind das für Patente, also zahlten alle anderen an Nokia nur die, die nicht zahlten, sondern verkauften, oder verklagen die, die die Preise am Markt unterbieten und Qualität anbieten.

michweck 08.08.2022, 19:51

Danke für die interessante News! Das ist echt ein Hammer, traurig für den gesamten Markt welche meinem Empfinden nach sowieso nicht sehr breit gefächert ist.

    Profilbild von Daniel

    Daniel 08.08.2022, 19:56

    Das stimmt, es geht ein Stück Vielfalt damit (vorerst) verloren. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und beobachten natürlich die Lage.
    Viele Grüße
    Daniel | Handyhase.de

      Macs 08.08.2022, 21:13

      Das Wort Vielfalt an sich hat in dem Kommentar nichts, was es zum Thema beitragen könnte. Nokia, die alle paar Jahre Mitarbeiter entlassen, klagt nur seine Patentabgaben ein und wenn ein Mitbewerber oder Marktteilnehmer sein Produkt nicht mehr vertreiben darf, dann sinkt die Auswahl für den Endkunden. Ob der das bei der Vielzahl an neuen Handys, die pro Jahr herauskommen, mitbekommt ist fraglich. Handyhase natürlich ausgenommen.

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