Hardware-Licht & Werbe-Schatten

Poco X8 Pro Max Test: starke Hardware trifft auf unendlich viel Werbung

Auch dieses Jahr sorgt das Poco X8 Pro Max bei mir für eher gemischte Gefühle. Die Hardware ist stark für den Preis, keine Frage, aber es gibt einen teils eklatanten Nachteil, dem man mittlerweile kaum noch entkommt.
Poco X8 Pro Max im Test Rückseite Design Schwarz

Das Poco X8 Pro Max zeigt sich im Test als riesiges Smartphone! Mir persönlich macht das aber weniger aus. (Bild: Laser / Handyhase.de)

Poco X8 Pro Max kaufen

Günstig, starke Hardware und ein schlichtes, robustes Design. Die Poco-Handys von Xiaomi sind bis heute Preisbrecher und bieten unglaublich viel fürs Geld. Das zeigt auch das neue Poco X8 Pro Max im Test bei uns auf dem Prüfstand. Hardwareseitig können wir kaum meckern. Ein anderer Aspekt streut aber wieder mehr Salz in die Suppe, wie wir eigentlich vertragen können.

Poco X8 Pro Max mit starkem Design und optischen Akzenten

Fancy Kamera-Buckel oder auch ausgefallene Integrationen von Selfie-Kameras im Display: alles Fehlanzeige beim neuen Poco X8 Pro Max. Dafür erhältst Du ein sehr schlichtes, äußerst robustes Design mit matter Rückseite, die sich auch noch richtig gut in der Hand anfühlt. Besonders auffällig, aber nur wenn Du genauer hinschaust, ist der Standby-Button, der mit roten Akzenten für ein tolles, optisches Highlight sorgt.

Poco X8 Pro Max
Display: 6,83"
Akku: 8500 mAh
Speicher: ab 256 GB
Hauptkamera: 50 Megapixel
Dual-SIM:
5G:
Gesamtnote: 9,27 Alle Tests
Mit 8.500 mAh Kapazität im Akku ist das Xiaomi Poco X8 Pro Max das erste offiziell in Deutschland erhältliche, normal dicke Smartphone mit einem Akku dieser Größe. Es holt damit das Oppo Find X9 Pro vom Thron, das mit seinen 7.500 mAh bisher den Rekord hielt. Rugged-Spezialisten wie Oukitel, Doogee und Unihertz haben da natürlich nochmal mehr zu bieten, deren Handys sind allerdings auch deutlich voluminöser. Doch bei dem Akku (der mit bis zu 100 W auch noch zügig laden kann) ist nicht Schluss! Der brandneue Dimensity 9500s versorgt das Premium-Mittelklasse-Smartphone mit Premium-Leistung, eine Stufe unter Flaggschiff-Niveau.   Michael - Redaktion
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Selbst die Dual-Kamera ist ohne große Buckel oder Schnörkel in der linken oberen Ecke des Modells verbaut. Sauber verarbeitet, keine Riefen oder auffällige Spaltmaße. Auch die voraufgetragene Schutzfolie am Display sitzt „clean“ auf und fügt sich fast schon in den Rahmen an der Seite ein.

Ein Kritikpunkt könnte unter Umständen das Gewicht sein und vielleicht auch ein wenig die Größe. Das Gerät ist nämlich wirklich riesig und daher dürfte das nicht allen gefallen. Aber das ist halt eher subjektiv. Wer das Max-Modell nicht haben möchte, kann ja mit dem Poco X8 Pro eine Stufe kleiner gehen.

Display im Test: Starke 120 Hertz, hohe Helligkeit und viel Anzeigeplatz

Xiaomi zeichnet sich bei seinen günstigeren Modellen häufig auch bei den Displays aus. Warum? Meist bieten die Mattscheiben richtig krasse Spezifikationen für den Preis. 120 Hertz, AMOLED und natürlich auch Dolby Vision sowie HDR10+ sind Ansagen und das ist auch hier wieder der Fall. Zudem sind 3.500 nits Spitzenhelligkeit ebenfalls keine Selbstverständlichkeit.

Starkes Display, hochauflösend, scharf und farbintensiv. AMOLED ist immer eine Augenweide. (BIld: Laser / Handyhase.de)

Im Test zeigt sich das Poco X8 Pro Max übrigens massiv. Gerade beim Display: Satte 6,83 Zoll sind riiieeeesig und mit 1.280 x 2.772 Pixel löst die Anzeige auch für die Größe richtig scharf auf. Die voraufgetragene Displayschutzfolie ist übrigens sehr flach und stört selbst bei der Gestensteuerung über den Rand kaum.

Leistung im Test dann doch „nur“ obere Mittelklasse

Kein Snapdragon und kein Exynos, sondern der MediaTek Dimensity 9500s steckt im Poco X8 Pro Max, das ist jetzt nicht schlecht, im Gegenteil, er hat die Power. Doch gerade im anspruchsvollen Gaming-Bereich lässt er Federn. Für die meisten, auch besten, Android-Spiele reicht es aber locker aus. Diablo Immortal läuft mit 60 FPS „locked“ ohne Probleme. Auch Genshin Impact kann in mittleren Details mit hohen FPS gespielt werden.

Damit Du in etwa weißt, wo Du mit dem Poco-Handy liegst, haben wir hier mal ein paar synthetische Benchmarkzahlen für Dich: In Geekbench 6 erreicht die CPU im Single-Core- stattliche rund 2.700 Punkte und im Multi-Core-Benchmark 8.550 Punkte.

Für alles andere ist die Power ohne Bedienaussetzer nutzbar. Nichts ruckelt, alles ist unglaublich flüssig (auch dank des 120-Hertz-Displays) und es reicht dank 12 GB RAM auch noch für größer angelegtes Multitasking.

Wie gut ist die Kamera des Poco X8 Pro Max?

Mit der Kamera holst Du Dir hier recht gute Qualität ins Haus. Die Bilder haben eine solide Schärfe, fassen dank hoher Auflösung viele Details im Bild ein und insgesamt macht der Bildprozessor bei der allgemeinen Darstellung einen guten Job. Der Kamera geht aber in nicht mehr ganz so vorteilhaften Lichtverhältnissen schnell die Puste (oder eher das Licht) aus. Da hilft auch die viel beworbene KI nicht mehr so richtig weiter, da das Rauschen im besten Fall zu Matsch wird.

 

Gerade der mit 8 Megapixeln auflösende Ultraweitwinkelsensor ist im Vergleich zum 50-Megapixel-Hauptsensor wirklich schwach. Zwar kann er für Makro-Aufnahmen genutzt werden, ist aber für reine Alltagsfotografie mehr schlecht als recht zu gebrauchen.

Damit kommt die Kamera insgesamt an die aktuellen Top-Modelle der Konkurrenz wie Samsung oder Apple natürlich nicht heran. Auch die Rivalen aus dem eigenen Hause, wie das Xiaomi 17 oder Xiaomi 17 Ultra, machen bessere Bilder. Allerdings ist das auch nur von Belang, sofern Du darauf wirklich großen Wert legst. Für Alltagsfotografie, selbst Urlaubsfotos und mehr, zeigt sich die Kamera des Poco X8 Pro Max im Test mehr als ausreichend.

Das große Problem: die vorinstallierte Software mit Explosions-Potenzial

Wir können aber auch nicht an einem wirklich riesigen Problem des vorinstallierten Betriebssystems herumreden. Denn der sogenannte Bloat, also die vorinstallierte Software auf den Poco-Modellen von Xiaomi schießt weit übers Ziel hinaus. Facebook, Netflix, Instagram, TikTok, Temu, Booking(.)com, Microsoft Copilot und vieles, vieles mehr. Es ist einfach da und muss von Dir manuell entfernt werden.

Während der Einrichtung fragt Dich übrigens ein Installationsassistent, ob Du nicht noch deutlich mehr Apps installieren willst, und das alles noch bevor Du im Betriebssystem landest. Dort finden sich dann richtig problematische Apps, wie ein als „Nova Love App“ bezeichnetes Programm. Eine KI-App wo ihr mit einem Bot eine Beziehung eingehen könnt. Allerdings müsst ihr bis nach ganz unten scrollen, um den App-Eintrag zu finden.

Massive Werbung, bis tief in das System integriert

Du wirst übrigens überall im System mit Werbung konfrontiert. Im File-Explorer, in Benachrichtigungen vom System selbst und selbst wenn Du nur Apps kurz aktualisieren willst, werden Dir oben im Bereich vor der Liste erst einmal zig Programme und Spiele vorgeschlagen, die Du noch installieren kannst. Immer wenn wir das Handy eine Zeit lang aus hatten und wieder eingeschaltet haben, kamen oben zig Benachrichtigungen rein: für Apps, die uns gefallen könnten. Das ist nicht einmal mehr subtil.

Warum ist das alles ein Problem?

Dass hier sogenannte Bloatware im großen Stil vorinstalliert ist, ist erst einmal das geringste Problem. Xiaomi will die Marke Poco ja auch irgendwo günstig anbieten und greift eben auf aggressive Werbung, auch durch Benachrichtigungen, zurück.

Aber man stelle sich als vielleicht nicht ganz so technisch versiertes Elternteil vor, man richtet das Gerät für sein Kind ein und dieses stößt auf die „Nova Love App“. Da brauchen Kinder auch keine „unsichtbaren Freunde“ mehr.

Update-Politik: Wie lange bekommst Du Updates?

Und hier jetzt noch etwas kurz zum Software-Support: Xiaomi verspricht dem Poco X8 Pro Max vier Jahre lang große Android-Updates sowie sechs Jahre Sicherheitspatches.

Ausgeliefert wird es direkt mit HyperOS 3 auf Basis von Android 16. Das ist solide Mittelklasse-Kost und liegt über dem, was viele Konkurrenten in dieser Preisklasse bieten. An die inzwischen üblichen sieben Jahre bei Samsung- oder Google-Topmodellen reicht es aber nicht ganz heran.

Akku-Rekord: 8.500 mAh sind fast schon mehr als in manchen kleineren Tablets!

Im Inneren des Poco X8 Pro Max steckt ein wirklich gigantischer 8.500-mAh-Akku. Zum Vergleich: Das ist mehr Kapazität, als so manches Tablet mitbringt, und erklärt auch, warum das Gerät auch so groß und schwer ausfällt. Der Riesen-Akku muss ja schließlich irgendwo Platz finden und das führt nun einmal zu den Backstein-Abmessungen.

Der Akku kann übrigens auch mit 100 Watt extrem schnell wieder aufgeladen werden. Und die Laufzeit entpuppt sich daher auch als nichts anderes als überragend!

Ich habe locker die 24-Stunden-Marke mit dem Poco X8 Pro Max im Test knacken können, trotz durchgängiger Nutzung.  Marcel - Smartphone-Experte
Profilbild Redakteur

Im Alltag heißt das für Dich: Ein bisschen Surfen, Social Media, Streaming und etwas Gaming sollten mindestens schon zwei volle Tage machbar sein, bevor Du wieder ans Kabel musst. Für ein Smartphone in dieser Preisklasse ist das nicht einfach nur gut, das ist aktuell mit das Beste, was der Markt zu bieten hat.

Das sagt die Fachpresse

Die Bewertungen im Einzelnen:

Gesamtnote: 9,27 von 10

Poco X8 Pro Max im Test: Fazit? „Gut und günstig“, aber auch fragwürdig werbeverseucht

Wir können den Hype im Netz zum Poco X8 Pro Max nur so halb nachvollziehen. Natürlich ist die Hardware rund um das Gerät gelungen. Die Prozessorleistung ist sehr hoch, reicht für anspruchsvolle mobile Games. Ausgiebiges Multitasking und Kamera sowie Display sind ebenfalls ausgezeichnet für diese Preisklasse. Denn das Poco X8 Pro Max bekommst Du aktuell ohne Tarif bereits für deutlich unter 500 Euro im Handel. Kaufst Du das Poco X8 Pro Max mit Vertrag, wird es noch einmal günstiger! Dazu gesellt sich übrigens noch der massiv riesige Akku und die unglaublich hohe Akkulaufzeit.

Aber damit gehen auch einige nicht zu verachtende Schattenseiten einher. Die Werbung ist mittlerweile brutal penetrant und hat über die Jahre hinweg immer mehr zugenommen. Du kannst die Werbung auf dem Xiaomi-Smartphone deaktivieren, allerdings auch nie vollständig, und man muss auch immer mal wieder einige Einstellungen vornehmen, sobald größere Updates erscheinen.

Zudem ist enorm viel Bloatware vorinstalliert, darunter auch wild durcheinandergewürfelte Social-Media-Apps und Programme von KI‑Anbietern. In der Ersteinrichtung wird Dir sogar ein KI-Romanzen-Bot vorgeschlagen, der leicht zu übersehen ist, und wer weiß, was passiert, wenn Kinder den in die Finger bekommen sollten.

Grundsätzlich sprechen wir dem Modell aber eine Empfehlung aus, aber vor allem für diejenigen, die wissen, was sie mit dem Gerät machen. Wir würden aber davon Abstand nehmen, dass ihr ein solches Modell in die Hände von Kindern, Menschen mit gewissen Labilitätsgefahren oder auch älteren Personen gebt.

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Profilbild von Marcel
In der mobilen Technik-Welt ist Marcel als Redakteur für Handys, Gadgets und Mobile Games bereits seit mehr als 10 Jahren unterwegs. In der Vergangenheit schrieb er bereits für einige große Magazine im Bereich Gaming und Technologie. Im Privatleben fesseln den Ex-Pro-Gamer vor allem das Zocken, seine Leidenschaft zum Fußball und das Motorradfahren. Zudem verbindet ihn eine besondere Beziehung mit der japanischen Kultur.

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