Roaminggebühren vermeiden: Mit der eSIM in China
Egal ob als Urlaub oder auch beruflich: China ist ein besonders spannendes Reiseziel. Zu sehen gibt es nicht nur hochtechnisierte Innenstädte, sondern auch viel Tradition und fantastisches Streetfood. Doch in dem Land zu navigieren ist nicht so einfach.
Chinesische Schriftzeichen sind ohne eine Schulung darin kaum merkbar und die in Großstädten zwar allgegenwärtigen Umschriften in lateinische Buchstaben helfen Dir nur bedingt beim Aussprechen einer U-Bahn-Station, eines Bezirks oder eines Shops. Es ist also mehr als sinnvoll in China online zu bleiben. Sei es für Übersetzungen oder auch das Navigieren.
eSIM in China: Anbieter und Tarife im Überblick
Bevor wir mit unserem Erfahrungsbericht fortfahren, geben wir Dir eine ausführliche Übersicht über Anbieter und Tarife für Deine eSIM in China.
Tabelle: Redaktioneller Marktvergleich Q2/2026. Preise und Netzabdeckung können je nach Reiseland variieren.
Idealerweise kümmerst Du Dich aber vor der Reise um einen passenden Tarif. Sei es über eine moderne eSIM oder auch eine klassische Reise-SIM-Karte. Ersteres braucht natürlich ein eSIM-taugliches Gerät oder das Nachrüsten einer eSIM. Die Auswahl ist jedenfalls groß, und auch wir haben das in einem kurzen Urlaub im Juni für ein paar Tage in der High-Tech-Stadt Shenzhen (Shēnzhèn in der für die Aussprache helfenden Pinyin-Umschrift, die in China aber kaum genutzt wird) in Guangdong so gehandhabt.
Denn in China kommst Du nicht unbedingt über ein klassisches Hotel-WLAN in gewohnter Weise an Deine Daten. Alles, was mit Google zu tun hat (Maps, Mail, Youtube) ist in der Regel gar nicht erreichbar. Auch viele Nachrichtenseiten sind geblockt und der Kauf einer eSIM in China ist mit Hürden verbunden. Aber dazu später mehr.
Die Vorteile einer eSIM in China
Hast Du aber erst einmal eine Reise-eSIM oder -SIM, dann surft es sich recht unbeschwert in China. Hohe Roaming-Kosten Deines Providers kannst Du vermeiden und eventuell geblockte Seiten stören Dich auch nicht. Bei unserem kurzen, gut fünf Tage währenden Urlaub in Shenzhen im Juni 2026 hatten wir jedenfalls keine Probleme. Selbiges galt für unseren kurzen Transitaufenthalt im Jahr 2025.
Wir haben uns mit einer Kombination aus einer eSIM im Smartphone und eSIM-Tarifen in zwei mobilen Routern von Netgear (Nighthawk 5G) und Acer (M6E) in Shenzhen bewegt. Die drei unterschiedlichen eSIM-Tarife funktionierten völlig problemlos. In Städten ist das aber auch zu erwarten. Erfahrungen mit ländlichen Gebieten haben wir in China aber leider nicht.
Die Sache mit dem WLAN
Prinzipiell gibt es in China auch die Möglichkeit, per WLAN online zu gehen. Flughäfen, Hotels und Co. sind gut ausgestattet. Manchmal gibt es eine Registrierungspflicht, die sich aber normalerweise schnell regeln lässt. Allerdings wirst Du – abhängig von der Region – nicht alles ansurfen können oder auch Kontakt zur Familie über einzelne Messenger aufnehmen können. Wie weit das gehen kann, haben wir bei unserem kurzen Aufenthalt 2025 schon beschrieben:
Chinas große Firewall
Bedenke aber, dass dies sich regional unterscheiden kann. Was in Shenzhen funktioniert, muss in Peking, der nördlichen Hauptstadt (Beijing), nicht funktionieren. Wir haben schon von unterschiedlichen Erfahrungen von anderen Reisenden gehört. Mitunter hängt es auch vom Hotel ab.
Das alles kannst Du mit einer vorher aktivierten eSIM oder einer Reise-SIM aus einem anderen Land umgehen. Von VPN würden wir abraten, das unterliegt in China nämlich rechtlichen Einschränkungen.
eSIM-Anbieter sind im WLAN gesperrt
Was uns dieses Jahr auch aufgefallen ist: Zahlreiche unserer eSIM-Anbieter konnten im WLAN in China nicht genutzt werden. Eine eSIM nachträglich kaufen ist also mitunter nicht möglich. Darunter waren beliebte Anbieter wie Airalo, Holafly oder Yesim. Überraschenderweise wurde auch die Revolut-App geblockt, was beim Banking etwas nervig war. Revolut verkauft auch eSIM-Tarife im Ausland, wir vermuten, dass die App deswegen geblockt wird, da andere Neobanken das Problem nicht hatten.
Shenzhen bietet eine beeindruckende Architektur. Reise-eSIMs und -SIMs solltest Du Dir aber vorher besorgen. (Foto: Andreas Sebayang / Privat)
Wenn Du aber eine eSIM in China aktiv hast, dann gibt es keine Probleme mehr. Schlimmstenfalls kannst Du auch das Roaming Deines Stammproviders kurz aktivieren, um dann eine eSIM zu kaufen. Richte Dich dann aber auf hohe Kosten für das kurze Onlinegehen ein. Am besten aktivierst Du vorher eine Kostenkontrolle, um eine versehentliche Weiternutzung zu verhindern. Dann ist der Schaden für Dich nicht ganz so groß.
Kurios ist übrigens Apple. Der iPhone-Hersteller blockt nämlich die Darstellung von Chinas U-Bahn-Linien (Metro), wenn Du beispielsweise Europa bist. Du könntest also denken, dass Apple Maps in China kaum brauchbar ist. Diese Blockmaßnahme endet aber, sobald Dein iPhone erkennt, dass Du Dich in China befindest. Mit einer eSIM klappte Apple Maps dann bei uns auch navigationstechnisch recht gut.
Hong-Kong-SIM-Karten sind kein Problem
Während es auf dem Festland von China nicht ganz so einfach ist mit den Verbindungen, gilt all dies nicht für die Sonderverwaltungszone (SAR) Hong Kong. Auf unserem Rückweg nach Deutschland sind wir nämlich nach Hong Kong gereist und waren dort zwar nur für ein paar Stunden online, das aber über große Teile des Stadtgebiets. Angefangen in Kowloon bis zum Flughafen. Der Weg zum Flughafen führt auch über stellenweise weniger besiedelte Gebiete.
Empfangsprobleme gibt es da nicht. Hong Kong gehört, neben Südkorea, aber auch oft zur den Spielwiesen der Mobilfunkentwicklung. Schließlich gibt es dort enorme Hochhaussiedlungen und Mobilfunkantennen müssen nicht nur die Fläche abdecken, sondern auch die Höhe bei gleichzeitig enormer Einwohnerdichte.
Die meisten eSIM-Tarife und viele Reise-SIMs für China als Region beinhalten übrigens Hong Kong. Wenn Du über Hong Kong ankommst: Mitunter kannst Du auch einfach SIM-Karten direkt an einem Automaten ziehen, die dann gleich auch in im benachbarten Macau und natürlich China funktionieren. Wie gut diese SIM-Karten in China funktionieren, wissen wir aber nicht.
Eine SIM-Karte in Hong Kong kaufen? Das geht wie hier am Hauptbahnhof (Kowloon) direkt am Automaten. Bezahlen musst Du in diesem Fall aber mit einer Octopus-Karte (Nahverkehrskarte). (Foto: Andreas Sebayang / Privat)
Das WLAN ist in der Sonderverwaltungszone übrigens unproblematisch. Uns sind jedenfalls keine Einschränkungen aufgefallen und die Nutzung des WLANs, etwa im Airport Express, ist ohne Hürden möglich.
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