Speicherkrise durch KI?! Darum könnte Dein Wunsch-Handy deutlich teurer werden
Die Speicherkrise wird vermutlich auch unsere Smartphones treffen. 2025 rechnen wir mit einem deutlichen Preisanstieg. (Bild: Montage Handyhase / Lena Hansen)
Künstliche Intelligenz ist aktuell überall. Egal ob ChatGPT, Claude oder Perplexity im Web, per App oder die vorinstallierten KI-Funktionen auf unseren Smartphones. All das verschlingt Leistung, nur die wenigsten Features laufen wirklich lokal. Mittlerweile sind irrsinnig große Rechenzentren nötig, um diese Leistung überhaupt für alle zugänglich abrufen zu können und das führt aktuell zu einer kritischen Marktsituation.
Denn diese sorgt dafür, dass vor allem Technik eine unglaubliche Preisinflation hinlegt. Werden nun auch unsere Smartphones teurer? Ist 2026 dann alles verloren und Handy-Preise in der Oberklasse beginnen dann ab 1.500 oder vielleicht sogar 2.000 Euro? Diese Fragen lassen sich nur schwer beantworten, aber die Tendenz ist klar und „KI“ ist leider schuld.
Was ist passiert? – Sam Altman lässt uns alle alt aussehen
Der große Dominostein heißt hier Sam Altman, der OpenAI-Chef und Gründer des ChatGPT-Unternehmens. Denn dieser benötigt auf einmal Unmengen von Arbeitsspeicher, sogenannte DRAM-Chips für seine KI-Sause, und was macht man dann? Genau! Man handelt einen Deal mit Samsung und SK Hynix aus, die OpenAI mindestens 40% der eigenen globalen Arbeitsspeicher-Produktion zugesagt haben. Der Deal ist anscheinend so gut, dass Samsung die Preise für neue Chips mittlerweile um mehr als 60% erhöht hat.
Aber das ist auch bisher nicht alles. Andere KI-Unternehmen wie Anthropic oder Perplexity fürchten nun, selbst keinen Speicher bekommen zu können, und haben ähnliche Deals mit anderen Speicherstellern geschlossen, um im Endeffekt nicht den Anschluss zu verlieren. Die Kettenreaktion ist gewaltig und löst nun eine ungeahnte Inflation bei Speichermedien aus. Arbeitsspeicher, egal ob für PCs, Laptops, Konsolen oder Grafikkarten, wird jetzt sehr knapp. Und das treibt die Preise von Geräten nach oben.
Und wie wirkt sich das auf den Markt aus? – Preise für RAM steigen schneller als Goldpreise!
Arbeitsspeicher für PCs trifft es aktuell besonders hart. Mein im Juni gekauftes 64 GB großes DDR5-RAM-Kit kostet aktuell 450 Euro. Gekauft habe ich den Arbeitsspeicher aber im Sommer 2025 für gerade einmal 200 Euro. Das ist eine Preissteigerung von über 120% in weniger als 5 Monaten und ein Wachstum schneller als bei Goldpreisen! Der Deal von OpenAI mit zwei der größten Hersteller für Speicherchips wirkt sich bereits jetzt auf den Markt für PC-Hardware aus. Egal, ob Du Laptops, ganze Gaming-PCs oder einzelne Hardware kaufen möchtest.
So hat sich der Preis meines im Juni gekauften RAM-Kits entwickelt. Wer braucht da bitte noch Aktien?! (Screenshot: Handyhase / Geizhals)
Konsolen sind dieses Jahr bereits deutlich teurer geworden. Eine PlayStation 5 Digital Edition kostet aktuell 399 Euro im Black-Week-Angebot. Doch das ist eigentlich die UVP zum Start der Konsole aus dem Jahr 2020 von vor fünf Jahren gewesen. Da die PS5 aber mittlerweile bei 499 Euro UVP anfängt (Digital Edition), fühlt sich das alles aktuell wie ein schlechter Witz an. Konsolen sind in der Vergangenheit eigentlich immer günstiger geworden und nicht umgekehrt. Auch die Xbox Series X ist massiv im Preis gestiegen.
Werden nun auch Handys teurer? – Die Wahrscheinlichkeit ist leider hoch
Du musst Dir an dieser Stelle einmal vor Augen halten: Fast alle technischen Geräte brauchen irgendwo Speicherchips. Auch unsere Handys haben RAM oder Flashspeicher verbaut. Das führt eben auch dazu, dass hier vermutlich Preissteigerungen zu erwarten sind. Nicht nur weil einfach kein RAM für den Massenmarkt mehr zur Verfügung steht, sondern vermutlich auch, weil der gesamte Markt nicht mehr ausreichend mit Speicherchips versorgt werden kann.
Denn wie ein Bericht mitteilt, haben viele Tech-Unternehmen fast den gesamten Flashspeicher-Bestand für 2026 aufgekauft. Teilweise warten diese ein ganzes Jahr auf ihre Server-Festplatten. Diese Art von Chipmangel trifft also derzeit die gesamte Branche und das nur weil KI-Unternehmen die Speicherhersteller mit exorbitant viel Geld bewerfen.
Das betrifft dann schlussendlich auch Smartphones. Denn in Geräten wie den Apple iPhones, Modellen von Xiaomi oder anderen Herstellern, kommen eben auch Flashspeicher-Chips von Herstellern wie Samsung und SK Hynix zum Einsatz. Vielleicht wird sich das jetzt nicht sofort auf unsere Geräte auswirken, aber spätestens im nächsten Jahr könnten viele neu vorgestellte Handys, wie beispielsweise das kommende Samsung Galaxy S26 oder auch das iPhone 18 deutliche Preissteigerungen im Vergleich zu ihren Vorgängern erhalten.
Ich persönlich gehe aktuell davon aus, dass das iPhone 17 das letzte Modell von Apple unter 1.000 Euro ist und das kommende iPhone 18 entweder 1.000 oder eben deutlich über 1.000 Euro kosten könnte, aufgrund der aktuellen Speichersituation auf dem Markt.
Geopolitische Spannungen und KI-Dreck auf Amazon
Und wir haben natürlich noch mit weiteren Schwierigkeiten zu rechnen. Die geopolitische Lage unter dem amtierenden US-Präsidenten Donald J. Trump ist völlig unberechenbar. Seine Strafzollpolitik sorgt für eine sehr instabile Marktlage. Preise können jederzeit weiter anziehen. Kein Witz: Selbst Pinguine auf den Heard- und McDonald-Islands wurden mit Strafzöllen belegt. Immerhin brauchen die keinen Arbeitsspeicher… hoffentlich.
Aber dann stellt sich irgendwo auch die Frage: Wofür braucht OpenAI eigentlich so viel DRAM? Na klar, KI braucht Unmengen an Leistung und vor allem eine Menge Speicher. Aber dann sehen wir im Netz auch wieder sehr deutlich, wofür das alles dann genutzt wird. Einerseits sind es Katzenbabys im James-Bond-Anzug, die aus einem Flugzeug springen (dumme Videos) und andererseits findet man viele Kinderbücher, die in Sekundenschnelle erstellt und auf Amazon gerotzt werden, damit die Großeltern den seelenlosen Schrott den Enkelkindern schenken können.
Oder aber auch für KI-Adventskalender! Bitte, was? JA! Es gibt KI-Adventskalender, die in jedem Türchen einen speziellen Prompt haben, den Du dann in Deinen KI-Account kippen kannst, um am besten noch mehr (Daten-)Schaden anzurichten. Dafür lohnt es sich doch, den Rest der Branche preislich vor die Wand zu fahren, oder? Aber machen wir uns doch alle nichts vor: Viele nutzen KI auf die ein oder andere Weise und ob das dann „gut oder schlecht“ ist, liegt vermutlich auch im Auge der betrachtenden Person.
Wie lange hält das Arbeitsspeicher-Chaos nun an? – Spoiler: Es kann sehr lange dauern
Ich wünschte, ich könnte Dir jetzt direkt sagen, dass das alles spätestens Mitte 2026 gegessen ist, aber danach sieht es nach aktuellem Stand nicht aus. Der Deal zwischen OpenAI, Samsung und SK Hynix, der 40% des globalen Produktionsbestandes von Speicher beider Firmen einnimmt, scheint ein größeres Ding zu sein. Und wir reden hier nur von diesen drei Firmen. Andere Hersteller wie MSI, Asus und Co., die mit AI nur am Rande etwas zu tun haben, machen aktuell ebenfalls RAM-Panikkäufe, aus Angst, keine Speicherchips mehr zu bekommen. Es schaukelt sich also immer weiter hoch.
Dazu kommt der weiter oben angesprochene Ausverkauf von Flashspeicher. Chips, die unsere Handys einfach auch brauchen und derzeit kaum zu bekommen sind. Geräte die sich bereits in Produktion befinden, sind vermutlich noch nicht direkt betroffen. Spätestens ab 2026 dürfte der Dominoeffekt aber erst so richtig losgehen.
Das Problem: KI-Firmen haben halt ein paar Milliarden US-Dollar mehr auf dem Konto als Du und ich und sind daher in der Lage, einfach alle Bestände und Produktionsketten nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Samsung, SK Hynix und Co. haben daher ihre Speicherpreise für die Produktion bereits massiv erhöht, einfach weil OpenAI das schulterzuckend bezahlt. Da kommen wir am Ende der Endverbraucher-Nahrungskette eben einfach zu kurz.
Unsere Black-November-Tipps helfen Dir durch den Angebots-Dschungel
Auch wenn Konsolen und Arbeitsspeicher bereits teils extreme Preissteigerungen erfahren haben, kannst Du dennoch sparen. Smartphones sind aktuell (noch) nicht betroffen und so sind alle Handys mit Vertrag-Kombinationen, die wir derzeit in unseren Black-November-Ticker-Listen haben, eine sichere Kiste. Wir suchen die Deals nämlich händisch für Dich heraus, prüfen diese und sagen Dir auch ehrlich, ob sich das lohnt. Natürlich ohne KI! Schaue daher unbedingt einmal in unserem großen Black-November-Ticker-Artikel vorbei.
Eine gute Anlaufstelle ist auch unser Black-Speed-Deal-Ticker, wo auch andere die Deals bewerten können. So siehst Du auf einen Blick, was die Leute an unseren Black-Deals an Angeboten gerade so feiern. Einfach auf die Möhrenbewertung achten.
Es klingt blöd und man hört es vermutlich wirklich jedes Jahr zur gleichen Zeit, aber viele elektronische Produkte dürften sich zumindest für eine längere Zeit nur noch in diesen Angebotswochen so wirklich lohnen.
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