1&1 erhöht Anzahl aktiver SIM-Karten im eigenen Mobilfunknetz deutlich
Das Wichtigste in Kürze
- 1&1 konnte im Jahresvergleich SIMs und eSIMs im eigenen Netz deutlich steigern.
- Telefónica hat Verluste hinnehmen müssen.
- Viele 1&1-Kunden, die bei der Telefónica untergebracht waren, dürften mittlerweile im eigenen Netz funken.
1&1 konnte binnen eines Jahres den Anteil der SIM-Karten (und eSIM-Profile natürlich) im Gesamtmarkt deutlich vergrößern. Während im dritten Quartal 2024 nur 2,5 Prozent aller SIM-Profile im vierten deutschen Mobilfunknetz unterwegs waren, konnte 1&1 dies nun im dritten Quartal 2025 auf 6,8 Prozent steigern. Damit hat sich der Anteil in den Mobilfunknetzen mehr als vervierfacht. Das geht aus den Zahlen der Bundesnetzagentur hervor, die wir in unserem aktualisierten Bericht zum besten Handynetz 2026 ausgearbeitet haben.
Damit ist 1&1 wenig überraschend weiterhin auf dem vierten Platz hinter der Telefónica (18 Prozent), der Telekom (34,2 Prozent) und Vodafone (41 Prozent) zu finden. Nichtsdestotrotz stellt das einen beachtlichen Sprung dar, schließlich gibt es das 1&1-Netz erst seit Dezember 2023. Daher gilt es, die Zahlen sorgfältig einzuordnen. Schon im vierten Quartal 2024 steigerte sich 1&1 auf einen Anteil von 2,5 Prozent.
Die Tabelle zeigt die Teilnehmerentwicklung in den mittlerweile vier Mobilfunknetzen in Deutschland, die Zahlen basieren auf den Werten der Bundesnetzagentur:
| Quartal | Telekom | Vodafone | Telefónica | 1&1 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Q3/2025 | 72,8 Mio (34,2 %) | 87,4 Mio (41 %) | 38,3 Mio (18 %) | 14,4 Mio (6,8 %) | 213 Mio |
| Q2/2025 | 71,1 Mio (34 %) | 86,3 Mio (41 %) | 41,5 Mio (19,7 %) | 11,5 Mio (5,5 %) | 210,4 Mio |
| Q1/2025 | 69,8 Mio (34 %) | 83,7 Mio (40,8 %) | 43,2 Mio (21,1 %) | 8,5 Mio (4,1 %) | 205,1 Mio |
| Q4/2024 | 68,6 Mio (34 %) | 82,8 Mio (41,1 %) | 44,9 Mio (22,3 %) | 5 Mio (2,5 %) | 201,3 Mio |
| Q3/2024 | 66,9 Mio (33,7 %) | 82,59 Mio (41,6 %) | 45,87 Mio (23,1 %) | 2,99 Mio (1,5 %) | 198,4 Mio |
Auch in absoluten Zahlen gab es eine deutliche Steigerung. Vor einem Jahr wurden von der Bundesnetzagentur noch rund drei Millionen SIM-Profile im 1&1-Netz gezählt, was demnach fast einer Verfünffachung der Verträge entspricht.
Vor allem die Telekom konnte parallel in absoluten Zahlen ebenfalls zulegen (rund 67 Millionen SIM-Profile in Q3/2023), während der relative Anteil sich kaum bewegte (33,7 Prozent in Q3/2024). Auch Vodafone konnte von 82,6 Millionen auf nun 87,4 Millionen SIM-Profile zulegen.
Die Telefónica – und damit O₂ – hat deutlich verloren. Nach unserer Einschätzung vorwiegend an 1&1.
Viele Bestandskunden, die mit älteren Tarifen zuvor bei 1&1 im Telefónica-Netz untergebracht wurden, dürften im Zuge der Änderungen ins 1&1-Netz mit National Roaming durch Vodafone migriert worden sein und sind damit 1&1 direkt zuzuschlagen. Hier scheint es sich also vornehmlich um einen Netzumzug von Altverträgen zu handeln.Daniel Molenda - Netzexperte
Effekte wie Kooperationen mit Lebara (der Netzwechsel erfolgte im Juli 2022) und freenet (hier gab es lange Zeit gar keine neuen Tarife im o2-Netz, was sich mittlerweile geändert hat) dürften den sinkenden Anteil an Karten im o2-Netz etwas reduziert haben. Es ist trotzdem ein herber Verlust für die Spanier.
Die Galerie zeigt die Entwicklung aktiver SIM-Karten in den vier Mobilfunknetzen seit Q3/2024 (Klicken zum Vergrößern):
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