Das Ende der In-Ear-Ära? Darum sind die Shokz OpenFit Pro der perfekte Begleiter im Frühling
Machen sich auch gut am Pfötchen des Katers: Die Shokz OpenFit Pro Open Ear im Test
Als nach wie vor eher neue Rubrik setzen sich die Open-Ear-Kopfhörer vom jahrelangen Trend der In Ears ab – endlich! Seit Sommer 2024 teste ich verschiedene Modelle, von solchen für Einsteiger wie die Soundcore C30i über die Bose Ultra Open Ear bis hin zum aktuellsten Test, nämlich zu den Shokz OpenFit Pro.
Und die können durchaus überzeugen, kommt hier schließlich erstmals Active Noise Cancelling (ANC, beim Hersteller und in der App heißt es sehr eingängig Geräuschunterdrückung) zum Einsatz. Noch dazu haben die Open Ear den CES Innovation Award 2026 gewonnen. Kann das Modell überzeugen? In diesem Langzeittest liest Du Details nach.
Shokz OpenFit Pro Open Ear: Vorteile und Nachteile auf einen Blick
- guter Sitz – dank Bügel ohne Drücken, Bügelverstärkung zusätzlich nutzbar
- trotz ungewöhnlicher Bauart guter Klang mit starkem Bass
- alternativ aktivierbar: erstmals Geräuschunterdrückung bei Open Ear
- schalten in den Standby, sobald nicht genutzt
- Verbindung ohne Case auch nach längerem Standby durch Trageerkennung einfach möglich
- Akku hält locker den ganzen Tag (12 Stunden) durch, schwächelt jedoch bei aktivierter Geräuschunterdrückung (6 Stunden)
- auch im Winter in Kombination mit Mütze oder Stirnband funktionsfähig
- Bluetooth 6.1
- Gewinner des CES Innovation Awards
- Bügel können für Menschen mit Brille unpraktisch sein
- hohe UVP von 249 Euro
- Sitz von Größe und Form der Ohren abhängig
Shokz OpenFit 2 Pro im Test – hier in der Detailaufnahme
Shokz OpenFit Pro Klang: Geräuschunterdrückung im Test
Der wichtigste Punkt für oder gegen eine Kaufentscheidung: Wie klingen die Shokz OpenFit Pro?
Wichtigstes Merkmal, das die Skokz von anderen Herstellern abhebt, dürfte die Geräuschunterdrückung sein, die sich per App oder aber per Knopfdruck (drücken und halten) einstellen lässt. In der App kannst Du die Geräuschunterdrückung in Stufen regeln.
Das Feature wurde oftmals bei anderen Open Ear Kopfhörern als fehlend bemängelt, dürfte damit also einige Interessenten anziehen. Persönlich habe ich lieber ein sprichwörtlich offenes Ohr und mag das Durchdringen von Alltagsgeräuschen, etwa, wenn ich unterwegs bin.
Auch ohne Musik, Podcasts oder Anrufe auf dem Ohr werden Gespräche in der Umgebung direkt bei Aktivierung des Modus‘ gedämpft. Die aktivierte Geräuschunterdrückung fühlt sich anfangs wie unter Wasser an, kann aber durchaus Vorteile und ein besonderes Hörerlebnis bringen. Wem eine solche Funktion also bislang fehlte, sollte die OpenFit Pro gerne einmal ausprobieren.
Auch klar sollte sein: So hoch die UVP von 249 Euro auch sein mag, auch im gehobenen Preissegment werden Open Ear nicht an das immersive Klangerlebnis klassischer In Ears (Sennheiser True Momentum Wireless 4) heranreichen. Hier handelt es sich eben um ein anderes Konzept, eine andere Bauart.
In der Shokz App gibt es fertige Modi für Bass, Gespräche und Höhen sowie einen 10-stufigen Equalizer
Der Klang ist ansonsten hervorragend und bietet genug Bass für ausreichenden Musikgenuss.
Feintuning ist erneut per App möglich, der Equalizer bietet zehn Schieberegler oder vorgefertigte Modi für audiophile Hörerinnen (bspw. Bass, Höhen, Gespräch).
Mit den Modi lässt sich durchaus noch ein wenig mehr herausholen. Die Metal-Playlist macht jedenfalls abseits des Standard-Modus‘ noch ein wenig mehr Spaß.Stefanie - Open Ear Testerin
Kopftracking
Noch eine Besonderheit ist das sogenannte Kopftracking. Das suggeriert, dass sich die Soundquelle direkt vor Dir befindet, vergleichbar mit einer Konzertbühne oder einem Kinosaal.
Drehst Du also Deinen Kopf nach links, zeigt das rechte Ohr nach vorn und der Ton wird genau dort intensiver. Das irritiert beim normalen Musikhören, entfaltet jedoch durchaus Wirkung, wenn Du ein Livekonzert streamst oder einen Film schaust.
Open-Ear Kopfhörer mit ANC: Sitz am Ohr
Alles steht und fällt mit einem guten Sitz an den Katzen-Ohren. Die Shokz OpenFit Pro erfüllen dieses Kriterium locker. Wie für Open-Ear-Kopfhörer typisch werden die Ohrhörer auf der Ohrmuschel und nicht im Gehörgang platziert.
Anders als bei Open-Ear-Clips (Soundcore C30i, Bose OpenEar Buds) sitzen die Open Ear mit Bügel näher am Gehörgang. Das kann für ein besseres Klangerlebnis, aber auch zu Problemen mit dem Sitz führen – je nach Form und Größe der eigenen Ohren. Die Bügel sind jedoch ausreichend lang und flexibel, sodass hier für viele Ohrformen gesorgt sein sollte. Ein extra anzubringendes Stützzubehör kann für extra Halt sorgen.
Lange Jahre kamen für mich nur kabelgebundene Ohrhörer wie die Apple EarPods in Frage. Mittlerweile habe ich mich durch einige OpenEar-Modelle getestet. Die von Shokz haben einen besonders angenehmen Sitz und Klang. Auch die einfache Verbindung sticht heraus.Stefanie - Open Ear Testerin
Auch nach längerem Tragen, mit oder ohne Mütze, drückt bei den Shokz OpenFit Pro nichts. Ich empfinde den Halt als sehr angenehm.
- Der Sensor liegt anfangs kühl am Ohr, passt sich dann jedoch schnell der Körpertemperatur an.
- Je nach Form des Ohrs kann der Sitz abweichen.
- Die Kopfhörer kommen mit einem flexiblen Bügel aus weichem Material, der für einen guten, jedoch nicht zu festen Sitz am Ohr sorgt.
- Die OpenFit Pro sind vergleichsweise schwer, insbesondere die aktive Geräuschunterdrückung erfordert einen entsprechend großen Akku. Das Tragegefühl beeinträchtigt das Gewicht jedoch nicht.

Shokz OpenFit Pro in der Nahaufnahme
Shokz OpenFit App und Einstellungen
Die App ist nicht zwingend notwendig, um die Kopfhörer mit Deinem Gerät zu verbinden, jedoch nützlich, um verschiedene Modi auszuprobieren. Neben der Geräuschunterdrückung lässt sich dort auch der Dolby-Atmos-Modus aktivieren. Auch die Steuertasten kannst Du neu belegen sowie den Ladestand von Buds und Ladeschale abfragen.
Solltest Du etwa den Akku schonen wollen, empfehlen wir, in der App einige Sondereinstellungen zu- oder abzuwählen.
Shokz App Bewertungen
Die Shokz-App erhält im Google Play Store und bei Apple jeweils sehr gute Bewertungen mit 4,5 bzw. 4,7 von 5 Sternen.
Kopplung und Verbindung zuverlässig, auch ohne Case
Kopplung und Verbindung funktionieren deutlich besser als mit anderen getesteten Modellen. Selbst wenn die Ohrhörer einfach zur Seite gelegt und später wiederverwendet werden, ist das Case nicht zwingend erforderlich. Die Ohrhörer schalten sich zwischenzeitlich ab und sparen so Energie.
Ein Sensor erkennt, wenn sie wieder ans Ohr angebracht werden. Mit einem kurzen Signalton aktivieren und verbinden sie sich automatisch mit dem Gerät, hier mit einem aktuellen Pixel-Smartphone sowie mit einem Notebook ausprobiert („intelligente Trageerkennung“).
Sollte die Einstellung nicht funktionieren, kannst Du diese über die App aktivieren. In zahlreichen Tests taten die Open Ear zuverlässig ihren Dienst, auch nach längerem Standby, etwas über Nacht. Andere Modelle benötigen zwingend die Ladeschale, um eine Verbindung herstellen zu können.
Auch die Shokz OpenFit Pro können mit mehreren Geräten verbunden werden und zwischen diesen wechseln. Bei Shokz heißt das „Multipoint Pairing“ und kann gegebenenfalls über die App ein- und ausgeschaltet werden. Im Test funktionierte der Wechsel zwischen Notebook und Smartphone problemlos und ganz ohne App-Verbindung.
Die Verbindung von Open Ear, Mütze, Stirnband und Kapuze (ja, alles gleichzeitig in Kombination) tut der Bluetooth-Verbindung übrigens keinen Abbruch. Das macht die Shokz OpenFit Pro nicht nur beim Outdoor-Sport im Frühling, sondern auch im Winter zu verlässlichen Begleitern.
Steuerungstasten der Shokz OpenFit Pro
Was die Soundcore C30i für uns mehr oder weniger ins Aus katapultiert hat, funktioniert mit den Shokz OpenFit Pro hervorragend: Die Steuerungstasten lassen sich gut bedienen. Sie sind schnell und intuitiv gefunden, lösen nicht zu früh oder ungewollt aus und dennoch ist nur wenig Druck erforderlich, um die Wiedergabe zu pausieren, Anrufe anzunehmen oder die Lautstärke zu regeln.
Über die App lassen sich die Einstellungen einzeln für die rechte und linke Seite nachjustieren.
Als Standard gilt für die Steuerung der Shokz OpenFit Pro:
| Einstellung | Tastenkombination |
|---|---|
| einmaliges Drücken | Wiedergabe starten oder pausieren, Anruf annehmen oder beenden |
| doppelt drücken | nächster Titel, Anruf ablehnen |
| dreimal drücken | vorheriger Titel |
| drücken und halten | Geräuschkontrolle |
| erst kurz, dann lang drücken | lauter |
Standardmäßig gibt es keine Einstellung für „leiser“, dies lässt sich jedoch über die App nachholen. Etwa, indem der rechte Earbud für „lauter“, der linke für „leiser“ konfiguriert wird.
Ladezustand abfragen und Open Ear orten
In der App siehst Du den Ladestand beider Buds sowie des Cases. Dort kannst Du auch einen Signalton zur Ortung absetzen. Voraussetzung ist hier allerdings, dass die Buds nicht in der Ladeschale liegen und mit Deinem Gerät verbunden sind.
Im Android-Menü siehst Du einen allgemeinen Ladestand in Prozent.
Bilder zu den Shokz OpenFit Pro mit Active Noise Cancelling
Und was hört der Kater gerne?
Natürlich den Meow-Podcast. Dank ANC und Bügel mit perfektem Sitz und ohne nervige menschliche Unterbrechung …
Lohnen sich die Shokz OpenFit Pro mit ANC (Fazit)?
Größter Makel der Shokz OpenFit Pro dürfte der Preis sein: 249 Euro sind eine Investition. Dafür gibt es aber ein ordentliches Stückchen Technik. Insbesondere die Geräuschunterdrückung ist ein Novum, an dem sich zukünftige Open-Ear-Kopfhörer der Oberklasse messen lassen müssen. Hier kommen die Vorteile von In Ears (Active Noise Cancelling) und Open Ears (bequemer offener Sitz) zusammen.
Der Klang ist anpassbar, deckt verschiedene Nutzungsszenarien von Gesprächen, Podcasts, ruhiger Musik und Metal ab. Durch die Erkennung der Kopfposition sind auch Filmeabende und Livekonzerte klanglich ein Erlebnis. Daneben ist der Sitz hervorragend, da drückt nichts, auch nicht mit Mütze & Co. Insgesamt überzeugen die OpenFit Pro von Shokz also auf ganzer Linie.
Vielleicht sehen wir die Shokz OpenFit Pro ja demnächst in den Kopfhörer-Angeboten. Bei uns findest Du außerdem eine Auswahl an Kopfhörern mit Vertrag – allerdings sind die Open Ear grundsätzlich nach wie vor zu nischig für häufige Bundle. Schade!
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