Ladegeräte im Test: Wie gut sind die Qi2-25W-Charger von Anker, Aukey, ESR und Ugreen?
Qi2-25W-Charger bei MediaMarktSaturn
- Qi2-Ladegeräte mit 25 Watt gibt es in großer Auswahl, sieben finden sich in unserem Testfeld.
- Darunter sind auch aktiv gekühlte Charger, die noch recht still sind.
- Unser Testfeld besteht auch aus mobilen Ladegeräten und einer besonders luxuriösen Variante.
Nach unserer großen Qi2-25W-Marktübersicht von der IFA 2025, ist es nun Zeit, die Ladegeräte einem Test zu unterziehen. Schließlich gibt es nicht nur iPhones mit Qi2 25W, sondern auch das Pixel 10 Pro XL oder mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Galaxy-S26-Serie. Über den Dezember und Januar haben sich bei uns sieben Testgeräte eingefunden, die wir ausführlich getestet haben. Namentlich reagierten Anker, Aukey, ESR Tech und Ugreen auf unsere Testanfragen und lieferten teils mehrere der neuen Qi2-25W-Charger.
In unserer Auswahl sollte also für fast jedes Szenario etwas dabei sein. Die Charger lassen sich grob in drei Kategorien zusammenfassen: Als Qi2-Powerbank mit Qi2-25W-Ladefunktion haben wir etwa ein Modell von Ugreen getestet. Für den Nachttisch stationär haben uns jeweils Anker, ESR und Ugreen interessante Ladegeräte geschickt und für Reisen unterwegs haben wir Modelle von Aukey, ESR und Ugreen bekommen. Wir behandeln das Testfeld im Folgenden in der Reihenfolge der genannten Kategorien, fangen also mit der kleinsten Gruppe an: der Powerbank von Ugreen. Gegen Ende des Artikels gibt es zudem eine Tabelle mit ein paar Leistungsdaten, denn die Unterschiede bei der elektrischen Leistungsaufnahme sind teils enorm.
Ugreens Powerbank Magflow mit viel Kapazität
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Ugreens Magnetic Wireless Power Bank, wie sie offiziell heißt, ist ein ziemlicher Klopper. 10.000 mAh – oder genauer rund 37 Wattstunden – liefert der Akku und ist damit zwar deutlich unter der 100-Wattstunden-Grenze für Flugzeuge und lässt sich fast immer mitnehmen. Doch sie ist direkt am Smartphone klebend schon ein ziemlich großer Block. Ihr fehlt zudem das CCC-Logo für China. Solltest Du dorthin reisen wollen, lass die Powerbank lieber zuhause, sonst wird sie Dir abgenommen. Das Fehlen des Logos verwundert ein wenig, denn Ugreen ist ein chinesischer Hersteller.

Ugreens Qi2-Powerbank hat ein integriertes USB-C-Kabel und einen USB-C-Power, kann also drei Geräte laden. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Die Powerbank ist dafür gedacht, direkt am Smartphone magnetisch festgemacht zu werden. Mit 25 Watt über Qi2 ist sie auch schön schnell. Das ist auch notwendig, denn Ugreens Powerbank am Smartphone trägt ganz schön auf. Im Prinzip verdreifacht sich die Dicke Deines Smartphones, das will man nicht lange in der Hosentasche haben, zumal die Powerbank beim Laden sich etwas erwärmt. Jetzt im Winter ist das natürlich ein angenehmer Nebeneffekt.
Die Powerbank nutzt aber nicht nur Qi2. Du kannst parallel noch zwei weitere Geräte per USB‑C aufladen. Clever ist dabei das eingebaute Kabel, denn das ist zugleich ein äußerst stabiler Henkel zum Tragen. Damit lädst Du die Powerbank idealerweise auch auf. Es gibt aber noch einen USB-C-Anschluss, an dem Du andere Kabelsysteme nutzen kannst. Das Kabel musst Du dann aber mitnehmen.
Zusätzlich hat die Powerbank noch ein praktisches kleines Display an der Seite, das die Kapazität in Prozent anzeigt sowie den Lademodus.
Insgesamt gefiel uns die Powerbank in der Praxis aufgrund der großen Kapazität. Mit unserem iPhone 13 Mini wirkte sie aber überdimensioniert. Ein größeres Smartphone wie das iPhone 17, das wir ebenfalls testeten, macht sich sicher besser mit der Magflow von Ugreen.
Allerdings solltest Du bedenken, dass die Magflow kein sonderlich großer Energiespeicher ist, vor allem, weil das Laden per Qi ineffizient ist. Für eine Ladung reicht es aber. Um die Kapazität besser einzuschätzen, haben wir über USB ein iPhone 13 Mini komplett und danach ein Google Pixel 9a zu 80 Prozent laden können. Das ist für eine 10.000-mAh-Powerbank ok, zumal die Magflow mit 65 Euro recht günstig ist. Willst Du eine 10.000-mAh-Powerbank mit mehr Kapazität, dann kostet die ohne Qi2 schon deutlich über 100 Euro, wie etwa Nitecores Carbo 10000 Gen2, die dem Pixel 9a in einem schnellen Test zehn Prozentpunkte mehr bietet.
Die Ugreen Magflow Powerbank gibt es übrigens auch als schweren 20.000-mAh-Klopper. Wie bei Powerbanks üblich, liegt kein Netzteil dabei.
Für den Nachttisch: Qi2 25W von Anker und ESR
Die folgenden beiden Ladegeräte sind nichts für’s Mitnehmen, sondern für den stationären Betrieb gedacht. Wir haben sie zwar unterwegs genutzt, aber sonderlich transportabel sind sie nicht. Und bei zweien muss man auf die Lüfter achten.
Anker Prime Wireless Charging Station 3-in-1
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Das beeindruckendste Ladegerät im Testfeld ist sicher Ankers Prime Wireless Charging Station. Hier sieht man gut, dass sich bei Anker einiges tut, denn die Ladestation sieht nicht nur edel aus, sondern ist auch hervorragend gefertigt und bietet ein paar nette digitale Funktionen samt App-Steuerung an.
Ankers Prime Charging Station kann drei Geräte aufladen und bietet ein Status-Display. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Das auffallende Äußere macht sich jedenfalls sehr gut als Design-Stück auf dem Nachttisch. Mit der Wireless-Charging-Station kannst Du ein Smartphone per Qi2 laden, eine Apple Watch und ein Kopfhörer-Case per Qi. Mit letzterem lässt sich auch ein zweites Smartphone laden. Das Google Pixel 9a passte knapp noch auf die Ladeschale, verdeckte dann aber das Display.
Das Display ist auch etwas Besonderes. Denn hier kannst Du Dir Live Statusinformationen anzeigen lassen, die bei Qi-Chargern sonst so gut wie nie zu finden sind. Du siehst, wie viel Watt an die jeweiligen drei Ladestationen gesendet werden und sogar die Spannung, die über Qi genutzt wird.
Wir laden mit Ankers Charger links ein iPhone 13 samt Apple Watch auf und rechts ein iPhone 17. (Bild: Screenshot / Handyhase)
Das Display hat außerdem noch einen Bildschirmschoner. Damit kannst Du Dir etwa die Uhrzeit anzeigen lassen. Mehr geht bisher aber nicht. Es gibt aber Updates. Zu Weihnachten hat Anker etwa eine festlich designte Uhrenanzeige bereitgestellt.
Die Updates gibt es per App, die leider einen Anmeldezwang hat. Du kannst die Wireless-Charging-Station aber auch direkt bedienen. Unter dem Display befindet sich eine kleine Touchfläche. Aber denk daran: Das ist kein Touchscreen. Tippen auf dem Display bringt gar nichts. Darunter muss getippt und gewischt werden, was uns anfangs etwas irritierte.
So kannst Du auch den Kühlmodus umstellen. Von Aus für die Nacht, über Normal bis hin zu einem unangenehm lauten Boost-Modus, wenn das Smartphone mal richtig warm wird.
Die Uhr genauso wie die Firmware-Updates bekommst Du leider nur mit der App. Die hat auch eine kleine Macke: Nach einem Stromausfall vergisst die Wireless-Charging-Station die Uhrzeit. Das kann sogar Nintendos Alarmo-Wecker besser. Nach einer App-Verbindung ist die Uhrzeit aber wieder zurück. Mit einer neueren Firmware erinnert Dich Anker im Display des Chargers daran, dass Du eine Verbindung für die Uhrzeitsynchronisation herstellen solltest.
Auch bei einfallendem Sonnenlicht ist die Uhr noch gut ablesbar. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Ein Nachteil im Generellen ist uns noch bei der Leistungsaufnahme aufgefallen. Der Lüfter braucht nämlich enorm viel Strom – und das bei einem ohnehin eher ineffizienten Ladevorgang per Qi. Du musst mit 5 bis 10 Watt extra Leistungsaufnahme rechnen. Das ist mehr, als so manches mittelgroßes Notebook braucht. Das ist noch halbwegs okay, wenn Du ein iPhone 17 mit 25 Watt laden kannst. Bei kleineren Geräten ist das aber völlig übertrieben und eine Stromverschwendung – schade.
Du kannst den Lüfter aber auch abschalten, wenn es nicht so eilig sein sollte. Es gibt sogar eine definierte Nachtschalte, um beim Schlaf Ruhe zu haben.
Ankers Wireless Charging Station ist insgesamt ein sehr schickes Gerät. Bei der Stromaufnahme muss Anker aber noch nachbessern. Und schließlich ist der Preis auch ziemlich prime. Gut 160 Euro kostet das Ladegerät inklusive Netzteil und fällt damit in die Luxuskategorie.
ESR Wireless Charging Station 3-in-1-Ladestation
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Konkurrent ESR (Electronic Silk Road) hält es insgesamt simpler. Auch diese Ladestation bietet eine Ladefläche für ein Smartphone, eine Apple Watch und ein Ladecase. Ein zweites Smartphone im unteren Ladefeld zu laden, fällt schon schwerer, ist aber oft noch möglich. Beim Pixel 9a brauchten wir aber mehrere Versuche, um es richtig hinzulegen. Das untere Ladefeld ist eher für Kleinkram gedacht.
ESRs Qi2-25W-Tischlader arbeitet mit großen Abständen. Der Ladepuck für die Apple Watch kann abgenommen werden. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
In der Basis ist ein Knopf untergebracht, der den Lüfter kontrolliert. Der ist selbst ziemlich leise. Wenn Deine Heizung rauscht, dann wirst Du die Ladestation nicht hören. Bei absoluter Nachtruhe merkt man ihn aber. Er ist außerdem deutlich sparsamer als der Lüfter in Ankers Gerät. Gut ein Watt extra messen wir mit aktiviertem Lüfter.
Damit ist der Lüfter effizienter als bei dem Konkurrenzprodukt von Anker aber auch als bei ESRs eigenem Reiseladegerät mit Lüfter. Allerdings haben wir es mit dem iPhone 17 nicht geschafft, mehr als 20 Watt (mit Lüfter) aus der Steckdose zu ziehen. Damit nutzt der 3-in-1-Charger den Qi2-25W-Standard nicht vollständig aus.
Eine App-Steuerung gibt es nicht. Dafür hat ESR ein nettes Gimmick. Denn die Apple-Watch-Ladeschale lässt sich abnehmen. Sie ist per USB‑C verbunden und kann einfach mitgenommen werden als besonders kompakter Charger. Perspektivisch könnte ESR auch Ladeflächen für Android- oder Huawei-Smartwatches anbieten. Das Wireless Power Consortium, das hinter dem Qi-Standard steht, bestätigte uns auf Nachfrage, an einem universellen Ladestandard für Smartwatches zu arbeiten.
Ein Netzteil liegt dem Gerät bei, das rund 140 Euro kostet. Im Vergleich zu Ankers Prime-Charger wirkt das recht teuer.
Ugreens Nachttisch-Rakete ist schwer
Ein interessantes Design hat uns auch Ugreen für den Nacht- oder Schreibtisch geschickt: den Ugreen Uno Qi2 25W 2-in-1 Rocket Shape Induction Charger. Das Ladegerät sieht wie eine Rakete aus und bietet zwei Ladeflächen, die aber nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Obere ist mit einem magnetischen Deckel geschützt. Dieses Qi2-25W-Ladefeld kann man ankippen. Darunter findet sich dann ein weiteres Ladefeld für kleine Ladecases. Ein Smartphone lässt sich nur sehr schwer aufladen. Dank eines USB-C-Ausgangs kannst Du aber diesen benutzen.
Die kleine Nachttisch-Rakete hat übrigens keinen Lüfter und kein Netzteil. Ursprünglich wollte Ugreen auch eine Variante mit integrierter Powerbank (Uno 2-in-1 Magnetic Power Bank) ausliefern. Die bietet Ugreen aktuell nur im Direktverkauf an. Sowohl mit als auch ohne Akku kostet sie aktuell rund 50 Euro.
Qi2-Reiseladegeräte von Aukey, ESR und Ugreen mit 25 Watt
Die Reiseladegeräte von ESR (links), Ugreen (hinten) und Aukey (rechts). (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Die folgenden drei Charger werden ohne Netzteil ausgeliefert. Du brauchst also idealerweise ein Power-Delivery-Netzteil mit USB‑Typ‑C. Heutzutage können das fast alle Netzteile, die mehr als 20 Watt pro Port ausgeben können. Wir empfehlen ein USB-C-Netzteil im Bereich um die 65 Watt. Im Notfall funktioniert aber selbst ein altes, aber vernünftiges USB-A-Netzteil, was wir später noch betrachten.
Aukey mit Doppel-Qi2
Für alle, die mehr als nur ein Smartphone mit Qi2 magnetisch aufladen wollen, ist der Aukey 2-in-1-Charger eine interessante Wahl. Denn die Aukey LC-MC212 MagFusion Flex Foldable 2-in-1 Magnetic Wireless Charging Station hat gleich zwei Qi2-Ladeflächen. Perfekt, wenn Du sowohl ein Android-Smartphone als auch ein iPhone besitzt und aufladen möchtest. Beide Ports bieten 25 Watt. Damit ist Aukeys Charger der einzige in unserem Testfeld mit dieser Funktion. Bedenke aber, dass Du dann auch ein entsprechend starkes Netzteil brauchst, wenn Du beide Ladeflächen voll ausnutzen willst.
Das Ladecase der Galaxy Buds3 Pro muss vorsichtig balanciert werden. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Die Konstruktion hat aber auch Nachteile. Manche Ladecases für Ohrhörer lassen sich durch die Magneten nur schwer positionieren, da sie selbst leicht auf Magneten reagieren. Nur nicht so, wie der Qi2-Ladestandard es vorsieht. Die Samsung Galaxy Buds3 Pro rutschen zum Beispiel gerne aus der Position und laden dann nicht. Das braucht etwas Fingerspitzengefühl.
Bei diesem Ladegerät merkten wir außerdem recht schnell, dass ein warmes Smartphone die Ladegeschwindigkeit reduziert. Im Ladegerät fehlt ein Lüfter.
Das Ladegerät kostet rund 80 Euro. Da Aukey bei deutschen Händlern nicht so gut vertreten ist, ist der direkte Kauf beim Hersteller eine Option, wenn Dich der Charger interessiert.
ESR 3-in-1-Reiseladegerät mit Lüfter
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Unter den reisefähigen Ladegeräten ist der ESR 3-in-1-Charger etwas Besonderes. Denn wie das Tischladegerät von ESR hat auch das Reiseladegerät „Cryoboost Klappbare 3-in-1 Magnet-Ladestation (25W)“ einen Lüfter im Qi2-Ladepad. Besonders laut ist dieser nicht. Ein Kopf ist zudem zum Deaktivieren des Lüfters vorhanden, falls er Dich doch im Hotel in der Nacht stören sollte. Mit 3 Watt zusätzlicher Energie für den Lüfter, ist es noch vergleichsweise sparsam.

ESRs Reiseladegerät hat nicht nur einen Lüfter, sondern auch drei Positionen. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Außerdem gibt es ein Qi-Ladepad unten, das mit einem Smartphone aber nur sehr mühsam nutzbar ist. Das liegt auch an der herausklappbaren Ladefläche für eine Apple Watch. Ladecases für Ohrstöpsel sind aber kein Problem. Das Ganze kommt in einem leicht transparenten Gehäuse. Wer Tech-Design mag, wird hier Gefallen daran finden.
Momentan ist das Reiseladegerät nicht in Deutschland zu haben. Die Produkt-Webseite hat ESR Tech für Deutschland abgeschaltet, aber nicht gelöscht. Das Produkt wird aber weiter gelistet, sodass es vielleicht wieder auf den Markt kommt. In den USA wird es aktuell für rund 100 US-Dollar verkauft.
Ugreen Magflow 2-in-1
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Das Ugreen-Ladegerät Magflow 2-in-1 ist ein sehr einfach wirkendes Ladegerät. Es hat nur zwei Ladeflächen und lässt sich zu einem handlichen Würfel zusammenklappen. Die Qi2-Ladefläche ist oben und unten ist wieder eine Qi-Ladefläche für Ohrhörer-Cases. Ein Smartphone bekommt man im unteren Bereich kaum aufgeladen. Dafür ist der Bereich zu knapp.
Ugreens-Qi2-Reiseladegerät ist zwar ein 2-in-1-Gerät, kann per USB‑C aber trotzdem ein weiteres Gerät aufladen. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Schön ist der Umstand, dass es noch einen weiteren USB-C-Anschluss gibt. Du kannst also ein bisschen Strom an andere Geräte, wie Dein Zweit-Smartphone, weiterleiten, sofern Du ein Kabel dabei hast.
Es ist ein einfaches, aber auch schickes Ladegerät, das aktuell für 40 Euro verkauft wird. Wie das Ladegerät von Aukey hat auch das Magflow 2-in-1 keinen Lüfter und kostet rund 45 Euro.
Messungen: Wie die 25 Watt in der Praxis aussehen
Qi2 ist vergleichsweise schwer zu analysieren. Klassische Integrationen mit einem Display sind noch sehr selten. Aber diese erfasst nicht die Ineffizienz des Standards, was wir an Ankers Prime Charging Station sehen konnten. Was zwischen Ladegerät und Smartphone an Wattübertragung ausgehandelt wird, entspricht nicht dem, was aus dem USB-Netzteil gezogen wird. Ein bisschen Ineffizienz ist normal, aber hier ist es doch auffallend.
In der folgenden Tabelle geben wir an, wie viel Energie die Ladestation im Standby braucht, also wenn sie einfach nur ungenutzt rumsteht. Im zweiten Feld findet sich die Grundspannung, die per USB‑Typ‑C vom Netzteil (Ecoflow Charger Pro) angefordert wird. Schließlich geben wir noch den Maximalwert an, den wir beim Laden eines iPhone 17 mit 25 Watt ermittelt haben. Zusätzlich kam ein USB-C-Messstecker von AvHzY zum Einsatz (C3)
| Modell | Strom Standby | Grundspannung | Watt ohne | Watt mit Kühlung |
|---|---|---|---|---|
| Nachttisch | ||||
| Anker | 1,2–1,5 Watt | 20 Volt | 29 Watt | 36 Watt |
| ESR | 0,8–1,3 Watt | 15 Volt | 19 Watt | 20 Watt |
| Ugreen | 1 Watt | 15 Volt | 29 Watt | n.V. |
| Reisegeräte | ||||
| Aukey | 0,4–0,8 Watt | 20 Volt | 29 Watt | n.V. |
| ESR | 0,8 Watt | 15 Volt | 28 Watt | 31 Watt |
| Ugreen | 0,4–0,7 Watt | 15 Volt | 29 Watt | n.V. |
| Powerbank | ||||
| Ugreen | 0,2 Watt | 12 Volt | — | n.V. |
Ein paar Hinweise zu der Tabelle: Die Powerbank kann kein Passthrough-Charging. Wird ein Smartphone geladen und die Powerbank gleichzeitig über ein Netzteil geladen, beschränkt sich das Laden auf 9 Watt. Einen tatsächlichen Wert für Qi2 konnten wir nicht herausfinden.
Die benötigte Grundspannung ist nur ein Hinweis. Die Ladegeräte funktionieren durchweg auch mit USB-A-Netzteilen, sofern diese Qualcomms Quickcharge unterstützen. Nur sind sie dann natürlich sehr langsam. Wir haben das mit der von uns getesteten Charger-Pro-Ladestation von Ecoflow mit dem USB-A-Anschluss ausprobiert. Mit Quickcharge darf etwas mehr Energie per USB‑Typ‑A abgerufen werden, als eigentlich erlaubt ist. Qualcomms Quickcharge gilt aber als proprietär und alle Qi2-Ladegeräte waren erheblich langsamer als mit einem USB-C-Netzteil, das USB Power Delivery bietet.
Im Notfall ist das natürlich besser, als gar kein Netzteil dabeizuhaben. In der Regel beschränken sich die hier getesteten Qi2-25W-Charger dann aber auf 10 bis 15 Watt. Du lädst Deine Geräte dann also langsamer auf.
Anzumerken ist außerdem, dass die 25 Watt nicht sofort vom Qi-Ladegerät zum Smartphone übertragen werden. Vielmehr tasten sich alle Ladegeräte langsam hoch. Es kann durchaus ein bis zwei Minuten dauern, bis die komplette Leistung übertragen wird. Dazu kommt, dass das iPhone 17 im Bereich ab 70 Prozent anfängt, selbst in den Schongang zu schalten.
Wie finde ich Qi2-25W-Charger? Die Sache mit den Shops
Qi2 25W ist leider ein sehr sperriger Begriff. Genauso wie der eigentliche Name des Standards: Qi2.2. Das ist wie bei USB ein wenig kompliziert, denn Qi2.2 – oder genauer Qi2 Version 2.2 – muss nicht bedeuten, dass ein Ladegerät 25 Watt kabellos bietet.
Manche Shops können damit überhaupt nicht umgehen. MediaMarktSaturn beispielsweise mag den Begriff nicht. Das kennen wir schon von der MicroSD-Express-Karte für Nintendos Switch 2, die man auch nur mit Mühen findet. Ein Fehlkauf ist bis heute möglich und trifft auch den Suchbegriff Qi2 25W. Bei „Qi2-Ladegerät“ riskierst Du, einen alten 15-Watt-Charger zu erwischen. Bei Amazon funktioniert die Suche besser, ist aber auch nicht perfekt.
Wir raten Dir daher bei Interesse, explizit auf die 25 Watt zu achten, die sich spätestens in der Produktbeschreibung finden.
Fazit zu den Qi2-25W-Ladegeräten
Enttäuscht hat uns keines der getesteten Ladegeräte. Es gibt aber – zumindest in dieser Auswahl – auch nicht das perfekte Ladegerät. Manche sind besser für Reisen geeignet, andere eher für den Schreibtisch, wieder andere vor allem für warme Sommertage ohne Klimaanlage. Schließlich musst Du mitunter mit Eiswürfeln eine Qi-Powerbank kühlen. Die Auswahl ist groß und wirkliche Patzer hat sich keiner der Hersteller geleistet.
Wir haben aber gemerkt, dass mit Qi2 immer noch der Apple-Markt stark betrachtet wird. einige Ladegeräte sind sehr auf Apple-Kundschaft samt Apple Watch ausgerichtet. Dabei geht es mit Android-Geräten jetzt so richtig los. Aber keines der getesteten Geräte ist für Smartwatches aus dem Android-Universum vorbereitet.
Diesbezüglich ist die Ladestation von ESR Tech für den Nachttisch ganz interessant, weil prinzipiell zukunftssicher. Das gilt natürlich auch für Ladegeräte mit einem extra USB-C-Anschluss. Trotzdem: Ein Ladestandard für Smartwatches ist mehr als überfällig.
Leider bisher kein Standard: ESRs Ladepuck für die Apple Watch. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Aus rein technischer Sicht hat uns die Anker Prime Charging Station sehr gut gefallen. Die Umsetzung mit dem Display ist gelungen, und als Technikfans wollen wir natürlich wissen, was passiert. Um Probleme zu entdecken, sicher sehr hilfreich, und wir hoffen, dass das Schule macht. An Ugreens Powerbank siehst Du nämlich ganz gut, dass Du eigentlich nicht weißt, dass Qi2 tatsächlich mit 25 Watt aktiv ist.
Qi2-25W-Ladegeräte solltest Du also auch kritisch betrachten. Lohnt sich der Komfort wirklich? Uns gefällt das vor allem beim Reisen, auch wenn die Nachttisch-Lösungen auch sehr schick sind.
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