Asus ROG Phone im Test: Des mobilen Zockers Traum-Smartphone

  • veröffentlicht am 01.04.2019
Asus hat mit "Republic of Gamers" bereits enorm viel Erfahrung sammeln können, die sich im ASUS ROG Phone nun auch mobil etablieren soll. Und diese Erfahrung haben wir im ersten Test des Gerätes bereits zu spüren bekommen. Warum das ROG Phone tatsächlich ein Gaming-Smartphone ist, warum es eine spezielle Klientel anspricht und wo es eventuell noch hakt, erfährst Du hier.
ASUS ROG Phone HandsOn

Das animierte Live-Wallpaper zeigt den Status des Performance-Modus an (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Spielen ohne Kompromisse: Asus ROG Phone im Test

PC-Spieler, die kaum Kompromisse in Sachen Leistung und Features eingehen wollen, werden die „Republic of Gamers“ sicherlich kennen. Daher kannst Du davon ausgehen, dass ASUS seine Erfahrungen aus der Gaming-Szene auch im Asus ROG Phone einfließen lässt. Das fängt bei dem Display an, geht über den hochgezüchteten Prozessor weiter, das spezielle Kühlsystem bis hin zum optionalen Zubehör und natürlich dem Design des Gerätes an sich. Auffällig ist ist das Smartphone zweifelsohne – nicht nur durch das auf Wunsch farblich pulsierende ROG-Logo auf der Rückseite.

Neben den speziellen Funktionen für Spieler lässt ASUS in einem Punkt aufhorchen: Das ASUS ROG Phone unterstützt bereits den kommenden Standard WiFi 802.11ad, der mit bis zu 60 GHz funkt. Du solltest jedoch im Hinterkopf behalten, dass es lediglich ein sogenannter Draft-Entwurf ist, sprich die Spezifikationen seitens der WiFi Alliance noch nicht in finaler Form verabschiedet wurden. Abgesehen davon liegt das ASUS ROG Phone trotz 200 Gramm Lebendgewicht sehr angenehm in der Hand.

ASUS ROG Phone HandsOn

Optische Gimmicks gehören bei Gaming-Produkten einfach dazu (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Ein Display für Gamer

Eines der Highlights ist das Display, welches mit 6 Zoll Diagonale und der AMOLED-Technologie für sich genommen schon einiges bieten kann. Jedoch flimmert der Inhalt mit bis zu 90 Hz über das Panel und das mit 1 Millisekunde Reaktionszeit. Das Resultat: Inhalte sind sichtbar flüssiger als auf den Standard-Displays der Konkurrenz und Ghosting- sowie Banding-Effekte sind quasi nicht mehr zu sehen. Einzig Razer steht mit dem Razer Phone und 120-Hz-Display noch besser da.

Zusätzlich hat ASUS das AMOLED-Display des Asus ROG Phone im Test so kalibriert, dass es über 108 Prozent des DCI-P3 Farbstandards darstellen kann. Die Darstellung genügt damit sogar den Ansprüchen der Filmindustrie. Das bedeutet, dass die Farbdarstellung des Gaming-Smartphones von ASUS enorm akkurat ist.

Leider ist die Helligkeit für den Einsatz im Freien zu gering, da hätte ASUS mehr tun müssen.

ASUS ROG Phone HandsOn

Mangelnde Leistung besitzt das ASUS ROG Phone definitiv nicht (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Ungezügelte Power

Wie fast alle Geräte der Oberklasse, kommt auch im ASUS ROG Phone im Test ein aktueller Snapdragon 845 zum Einsatz. Allerdings hat ASUS diesen dezent übertaktet, um das Maximum an Leistung herauszukitzeln. Das wiederum macht eine spezielle Kühllösung nötig, damit der Prozessor nicht zu stark überhitzt. Laut ASUS kommt dazu eine spezielle Mischung aus einer 3D-Dampfkammer und einem Kupfer-Wärmeverteiler zum Einsatz. Dafür sind übrigens die beiden Lüftungseinlässe auf der Rückseite gedacht.

Sollte Dir auch das in der Hitze des Gefechts nach Stunden des Spielens nicht reichen, kannst Du einen optionalen Aktiv-Lüfter auf die Rückseite stülpen. Hierbei wird zusätzlich die abgegebene Warmluft aus der Rückseite abgesaugt, was allerdings auch hörbar wird. Aber dafür gibt es ja die beiden Stereo-Lautsprecher, die nach vorne gerichtet sind. Sie bieten einen sehr ordentlichen Klang und konnten sogar im Messe-Geräuschpegel der IFA noch ausgezeichnet gehört werden. Das schaffen nur wenige Smartphones.

Von Gamer für Gamer

Klasse ist, dass der verbaute Snapdragon 845 zwar deutlich leistungsfähiger als bei anderen Herstellern ist, dieser aber im Alltag gezügelt und damit sparsamer arbeitet. Erst bei Spielen oder durch Aktivierung des X-Modus wird die Leistung freigelassen. Witzig ist, dass dazu das ASUS ROG Phone einfach nur seitlich gedrückt werden muss – Edge Sense von HTC lässt grüßen. Apropos Edge Sense: Die dafür genutzte Ultraschall-Technologie nutzt ASUS im ASUS ROG Phone für zwei Schultertasten, die im seitlichen Rahmen mit der Power-Taste eingelassen sind und bei unserem Ausprobieren problemlos funktionierten.

ASUS ROG Phone HandsOn

Die beiden Schultertasten im Rahmen sind berührungsempfindlich (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Zusätzlich wird dies über das Standard-Wallpaper eindrucksvoll visualisiert: Der Metall-Würfel fährt aus und beginnt aggressiv rot zu leuchten. Alleine das sieht schon richtig klasse aus.

Zusätzlich gibt es auch wie bei ROG-Produkten gewohnt ein Kontrollcenter, wo sich diverse Parameter wie Temperatur, Taktraten oder Speicherverbrauch einsehen lassen. Zusätzlich wird die voraussichtlich verbleibende Akkukapazität und die daraus resultierende Laufzeit ermittelt. Selbst die Zubehör-Module wie der Aktiv-Lüfter lassen sich über das Kontrollcenter regeln.

ASUS ROG Phone HandsOn

Alles unter Kontrolle mit der Game-Center-App von ASUS (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Das Zubehör macht den Unterschied

Doch was wäre die Republic of Gamers von ASUS, wenn es kein passendes Zubehör gäbe? Genau, keine Republic of Gamers. Speziell für das Asus ROG Phone Test gibt es ein Gamepad-Mod, der die typischen Tasten eines Gamepads einschließlich zweier Analog-Sticks mit sich bringt.

Des Weiteren gibt es mit dem TwinView Dock eine Art Handheld-Mod, der ein zweites Display bereithält. Hier findest das Spielgeschehen auf dem unteren Zweit-Display statt, während das Smartphone-Display sämtliche Parameter die für Gamer wichtig sind, anzeigt.

ASUS ROG Phone HandsOn

Als optionales Zubehör gibt es eine Handheld-Halterung mit zweitem Display (Bild: handyhase.de / Stefan Kirchner)

Weiter geht es mit einem Wireless-Empfänger, womit das Bild vom ASUS ROG Phone nahezu latenzfrei drahtlos auf einen HDMI-fähigen Fernseher übertragen werden kann.

Über das Mobile Desktop Dock wiederum lassen sich über diverse USB-Anschlüsse und einen HDMI-Port Maus, Tastatur und Monitor anschließen, während das ASUS ROG Phone selbst alle wichtigen Leistungsdaten in Echtzeit anzeigt.

Alte ASUS-Zöpfe

Was jedoch auch bei dem neusten Streich des taiwanischen Konzerns zu sehen ist, sind vorinstallierte Apps, die durchaus als Bloatware definiert werden können. Dazu gehören für manche die Facebook-Apps, sowie auch zahlreiche ASUS-eigene Tools und Foto-Apps. Immerhin hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. So sind als Tech-Demo zur Leistungsfähigkeit beispielsweise Asphalt 9, Arena of Valor oder auch Free Fire durchaus zu gebrauchen. Von den vielen ASUS-Apps dürften jedoch nur die wenigsten tatsächlich einen breiteren Nutzen haben.

Auch das Thema Updates sollte nicht außer Acht gelassen werden, gerade bei einem solchen Premium-Smartphone. Da hatte sich ASUS in der Vergangenheit nicht immer mit Ruhm bekleckert.

ASUS ROG Phone im Test: Vorläufiges Fazit

Versuche für Gaming-Smartphones gab es schon mehrere, wovon das Sony-Ericsson Xperia Play von 2011 alias Playstation-Smartphone noch das bekannteste Konzept sein dürfte. Aktuell versuchen sich Razer, Xiaomi und zuletzt auch noch Honor an solchen Smartphones, aber das ASUS ROG Phone setzt das Thema „Mobile Gaming“ mit deutlichem Abstand am besten um. Denn ASUS beschränkt sich nicht nur auf leistungsstarke Hardware: Design, Zubehör und vor allem im Gerät selbst implementierte Funktionen machen den Unterschied aus. Solltest Du Dich ernsthaft für Smartphone-Gaming ohne Kompromisse interessieren, dürfte das ROG Phone alleine schon wegen dem Performance-Modus, dem Kühlsystem für den übertakteten Snapdragon-Prozessor und den Schultertasten alternativlos sein.

Dennoch muss sich das Smartphone auch im Alltag bewähren und das wird erst ein ausführlicher Test herausfinden können. Dann werden wir auf die tatsächliche Ausdauer als auch Kamera-Qualitäten näher unter die Lupe nehmen können.

Stefan
Redaktion Stefan

Der Hardware-Hai Stefan hat seine Mobilfunk-Anfänge schon weit vor seinem Studium der Angewandten Informatik unternommen. Seitdem hat sich das Hobby zum Beruf gewandelt und während des Studiums erfolgte 2012 der Einstieg in die Blogger- & Redaktions-Welt.