Huawei Mate X7 im Test: Foldable mit guten Akku-Laufzeiten
Das Wichtigste in Kürze
- Das Mate X7 liefert gute Hardware.
- Wer viele Google-Dienste braucht, muss sich aber mit der Software beschäftigen.
- Filme in HDR sind mit YouTube oder Netflix nicht auf Anhieb möglich.
Mit dem Mate X7 hat Huawei auch dieses Jahr wieder ein Foldable-High-End-Smartphone auf den Markt gebracht. Es tritt die Nachfolge des Huawei Mate X6 an, das Anfang 2025 auf den Markt kam. Die Hardware des neuen Geräts entspricht dabei wieder einem Flaggschiff. Das Außendisplay schafft 3.000 Nits bei 2.444 × 1.080 Pixeln und das Innendisplay kommt bei 2.500 Nits auf 2.416 × 2.210 Pixel. Als Arbeitsspeicher stehen 16 GB zur Verfügung und für Deine Videos, Fotos und Daten gibt es 512 GB Speicher (nicht erweiterbar). Der Hauptprozessor ist ein Kirin 9030 Pro, Huaweis Eigenentwicklung. Der ist formal zwar nicht der schnellste Prozessor, das Smartphone fühlt sich aber sehr fix an, was auch an dem 120-Hz-Display liegt.
Beim Mobilfunk sind aber Abstriche hinzunehmen, denn das Mate X7 hat nur LTE-Funk als schnellste Option. Im Alltag stört das kaum. Wir hatten aber auch Situationen, bei denen die niedrigere Datenrate störte.
Mit gemessenen 10 mm ist das Mate X7 noch angenehm dünn. Zum Vergleich: Das Pixel 9a ist etwa 9 mm dick und das iPhone 17 erreicht 8 mm und die beiden können nicht aufgeklappt werden. Hinzu kommt aber noch das massive Kameramodul, das aus den, 8,5 mm einen 1,7 cm dicken Brocken macht, es also mal eben verdoppelt. Das empfinden wir dann doch als etwas bullig, auch wenn das Smartphone so immerhin kaum aus der Hand rutschen kann. Übrigens gibt Huawei offiziell eine Dicke von 9,5 mm an. Mit unserem Messschieber des japanischen Herstellers Mitutoyo können wir das nur am Rand nachvollziehen.
Beim Wettbewerb um das dünnste Smartphone wird das Kameramodul freilich gerne ignoriert und man hätte dem Smartphone vielleicht doch etwas mehr Platz bieten können. Allerdings braucht überraschenderweise der Akku den Platz gar nicht.
Gute Akkulaufzeiten des Mate X7 im Test
Das Mate X7 ist ziemlich leistungsfähig und die beiden Hälften des Smartphones sind ziemlich dünn. Unsere Erwartung war daher nicht besonders hoch, was die Akkulaufzeiten angeht. Doch ähnlich wie bei Huaweis Smartwatches braucht das Smartphone sehr wenig Grundenergie. Zum Ende des Tests haben wir das Smartphone an einem Freitagabend aufgeladen und dann abgehangen. Am Montag waren noch über 50 Prozent der Energie vorhanden, hier benutzten wir das Telefon wieder ab und an, unter anderem für die Fotos, und am Mittwoch gegen Mittag war das Mate X7 dann alle.
Für Dich hat das einige Vorteile, denn Du kannst durchaus mal an einem Wochenende sparsam Digital Detoxing betreiben, ohne Dir Sorgen um den Akku zu machen, es hält auch in der Schublade eine Weile durch. Mit der Akkulaufzeit des 5.300-mAh-Akkus sind wir in der Praxis insgesamt sehr zufrieden.
Die Falz ist noch gut zu fühlen, bei direktem Blick aber kaum erkennbar. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Beim Aufladen empfiehlt Huawei übrigens, dass man das Smartphone aufklappt, damit die Abwärme besser abgeführt wird. Das gilt übrigens auch für den Transfer von Daten von einem anderen Smartphone. Diese Empfehlung finden wir etwas seltsam, denn dann ist das empfindliche Innendisplay für eine unnötig lange Zeit der Umwelt ausgesetzt. Fällt dann mal etwas auf das ladende Smartphone, könnte das unangenehme Folgen haben. Auf das Innendisplay sollte man das Smartphone erst recht nicht legen, denn dann kratzt gegebenenfalls Schmutz auf dem Tisch das Display.
Zumindest jetzt im Nordhalbkugel-Winter hatten wir zugeklappt keine Probleme gehabt. Wie sich das Smartphone dann im Sommer verhält, können wir schlicht realistisch noch nicht beurteilen. In der Spitze lud es mit USB Power Delivery mit 50 Watt, bremste aber schon bei erreichten 40 Prozent auf unter 30 Watt ab. Auffällig warm wurde das Gerät gar nicht erst und auch das Aufklappen beschleunigte den Ladevorgang nicht weiter. Erst nach einem Abstecken und Wiederanstecken ging es zurück auf 50 Watt.
Ein paar Probleme beim Laden mit USB Typ C
Mitunter lädt das Smartphone ohnehin sehr langsam. Es gibt einige Probleme mit USB Power Delivery, die wir so noch nicht erlebt haben. Hin und wieder wollte das Mate X7 einfach nicht auf 20 Volt schalten. Bei der von uns getesteten Ecoflow Rapid Pro Powerbank wollte nicht jeder Port auf 20 Volt schalten. Mal waren es nur 5 Volt und manchmal 9 Volt. Obendrein bemerkten wir, dass unser USB-Messstecker (AVhzY, C3) Ergebnisse verfälscht und nur 5 Volt durchlässt. Auch das haben wir bisher nicht erlebt. Ein billiger Noname-Zwischenstecker mit Display und das Power-Z-Kabel AK001 beeinflussten den Ladevorgang übrigens nicht. Allerdings sind damit nur begrenzt Diagnosen möglich.
Offiziell lädt das Smartphone mit maximal 66 Watt über ein Kabel, allerdings braucht das ein Huawei-Netzteil.
Kabelloses Laden gibt es mit 50 Watt. Das ist weit außerhalb des Qi-Standards. Unsere Marktübersicht zu Qi2 25W zeigt kein passendes Standard-Ladegerät. Huawei macht hier sein eigenes Ding. Du kannst das Mate X7 aber trotzdem per Qi2 aufladen, allerdings ohne die Unterstützung der Magneten. Dementsprechend schwer ist eine korrekte Positionierung des Mate X7. Bei keinem von vier Qi2-25W-Ladegeräten (Anker, ESR, Aukey, Ugreen), die wir aktuell im Test haben, funktionierte das Auflegen auf Anhieb. Es musste immer etwas hin- und hergeschoben werden, um zu „treffen“.
Die Kamera des Mate X7 macht im Test spaß
Was uns am Mate X7 ziemlich gut gefallen hat, ist die Kamera. Bei unseren Testfotos in der Dämmerung waren die Bildergebnisse ziemlich gut.
Die Voreinstellungen sind dabei gut gelungen, mit Brennweiten von 13 mm (Weitwinkel) bis hin zu 240 mm (10-fach-Tele als Crop).
Das Mate X7 ist im Vergleich zu anderen Smartphones auch nicht so empfindlich, was Spitzenlichter in der Nacht angeht. Die lassen sich eher vermeiden. Erst bei extrem hellen Lichtquellen wird es dann schwierig. Du siehst dann eine grünstichige Reflexion in der Kamera. Es gibt dann außerdem einen Halo-Effekt, den wir auch mit Putzen der Optik nicht komplett verhindern konnten. Wir empfehlen Dir allgemein, bei Fototouren, Reinigungstücher mitzunehmen. Aufgrund der Konstruktion haben wir recht häufig Fett von der Hand auf der Optik hinterlassen, das abends stört.
Die Bilder sind mit der normalen Kameraeinstellung aufgenommen worden und bieten daher 12 MP für den Alltag. 50 MP gibt es nur im Pro-Modus der Kamera. Das folgende Bild ist mit der Telelinse entstanden und zeigt die Nahaufnahmemöglichkeiten.
Die Verarbeitung von 50-MP-Bildern klappt mit kaum merkbaren Verzögerungen. Der Prozessor kann die Bilder gut verarbeiten. Es ist allerdings schade, dass der 50-MP-Modus nicht auch mit der einfach bedienbaren Kamera genutzt werden kann (abseits des digitalen Zooms).
Der Umzug von Google
Wenn Du Dich für ein Huawei-Smartphone interessierst, solltest Du wissen, dass als Betriebssystem zwar Android zum Einsatz kommt, allerdings ohne Google-Dienste. EMUI nennt Huawei sein Betriebssystem, das in der Version 15 auf dem Mate X7 zu finden ist. Die größte, wenn auch lösbare Schwierigkeit ist das Installieren von klassischen Apps aus dem Playstore von Google. In Huaweis App Gallery finden sich bei weitem nicht alle Android-Apps. Erst recht nicht die von Google wie Google Maps und YouTube.
Immerhin: Wenn Du in der App Gallery danach suchst, wird Dir die Installation des Aurora Store vorgeschlagen, einem weiteren App Store, der – soweit wir das überblicken – fehlende Apps haben sollte. So konnten wir ohne Probleme YouTube und Google Maps installieren. Gerade letzteres war notwendig, denn die integrierte Petal-Maps-App empfanden wir als Zumutung. Huawei hätte lieber das freie Organic Maps installieren sollen. Das basiert auf der Openstreetmap-Community und gibt es sogar in der App Gallery.
In der App Gallery wird der Aurora Store übrigens bei den beliebtesten App-Suchanfragen vorgeschlagen. Laut Huawei findest Du über diesen Umweg so 200 Apps in der App Gallery mit dem Verweis auf den Aurora Store. Huawei betont zudem, dass Aurora und MicroG freie Open-Source-Software sind, die sich mit der Google-Schnittstelle verbinden, um das Angebot innerhalb von EMUI zu ermöglichen.

Der Kamerabuckel sorgt für eine Schieflage. Gut erkennbar ist außerdem die Selfie-Kamera. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Allgemein waren wir übrigens überrascht, wie viele Werbe-Apps entweder installiert waren oder als App-Gallery-Link auf der Oberfläche waren. Du solltest am Anfang erst einmal aufräumen.
Übrigens: Wenn Du von einem Android-Smartphone umziehen willst, dann kannst Du auch Deine Apps mitnehmen. Das funktioniert aber nicht mit allen Apps und bei uns nur im zweiten Versuch. Der Nachteil: Die Apps lassen sich nicht aktualisieren. Im Falle von Organic Maps mussten wir die App erst einmal deinstallieren und dann die neue Version aus der App Gallery laden.
Installierst Du aber den Aurora Store, dann übernimmt dieser die Apps und aktualisiert sie auch. Dank der MicroG-Services kannst Du Dich dadurch auch bei Google-Diensten anmelden.
Eine App suchen? Nur mit KI
Wenn Du dann viele Apps installiert hast, dann wird es schnell unübersichtlich. Natürlich gibt es eine Suchfunktion. Doch die funktioniert nur, wenn Du den KI-Bestimmungen zustimmst. Ansonsten kann die Suche keine Apps finden. Das ist ein bisschen seltsam, früher konnte man Apps auch so finden. Das ist nur eines von mehreren Beispielen, wo Huawei mit eigentlich lobenswerten Einzelzustimmungen nervt. Die Einrichtung ist schlicht anstrengend und Huawei mitunter übervorsichtig oder – wie im Suchfall – zwingt einem Bedingungen auf.
Allgemein funktioniert in unserem Test alles, was wir getestet haben. Oft war aber der Aurora Store notwendig. Du musst Dich definitiv ein wenig umgewöhnen und als alteingesessener Android-Nutzer wirst Du sicher hier und da genervt sein.
Benchmarks des Kirin 9030 Pro
Das Mate X7 fühlt sich im Alltag zwar sehr schnell an, selbst bei der Handhabung von 50-MP-Bildern. Doch die Benchmarks offenbaren Schwächen, was sowohl das Gaming als auch rechenintensive Aufgaben angeht. Im Geekbench erreichten wir beispielsweise im Single-Core-Test nur 1.158 und 4.966 Punkte im Mehrkerntest. Ein einzelner Kern ist damit deutlich langsamer als das Google Pixel 9a (Test). Im Mehrkerntest wird Googles Smartphone leicht überholt.
Getestet wurde im geschlossenen Zustand des Smartphones. Wir haben bei den Tests Tendenzen zu einer Temperaturabhängigkeit gesehen. Vor allem im Single-Core-Test, aber auch im 3DMark-Stresstest Wildlife Extreme. Über 20 Durchläufe zeigten teils extreme Einbrüche. Während das kalte Gerät noch gut 10.000 Punkte schaffte, ging es ab dem 5. Durchlauf bergab. Im 7. Durchlauf wurden sogar nur rund 3.000 Punkte erreicht.
Das Mate X7 kühlte dadurch aber recht schnell ab und konnte sich auf rund 8.000 Punkte erholen, ehe es im 10. und 11. Durchlauf wieder an der 3.000er-Marke kratzte, um sich abzukühlen. Die Framerate schwankte zwischen 13 und 73 Bildern pro Sekunde. Recht viel Wärme wird übrigens auch ins Kameramodul abgegeben. Die 20 Durchläufe kosteten rund acht Prozent der Akkukapazität.
Mate X7 als handliches Kino?
Durch sein großes und helles aufklappbares Display lohnt sich das Mate X7 auch für Filme und vor allem Serien unterwegs. Die kannst Du auf dem Außendisplay, aber auch dem Innendisplay schauen. Filme sind aufgrund des Breitbildformats eher auf dem Außendisplay sinnvoll oder nur auf einer Hälfte des Innendisplays. Beim Außendisplay stört aber das Loch im Display für die Selfie-Kamera. Beim Innendisplay fehlt oft die Anpassung an das aufgeklappte, angewinkelte Display.
Serien nutzen meist ein 16:9-Bildformat oder noch höher. Da bietet sich das komplett aufgeklappte Display an. Die Falz stört beim Schauen von Videos nicht und die Bedienung bleibt normalerweise außerhalb des Bildes.
Der drehbare Standfuß der beiliegenden Hülle ist für den Videoabend praktisch. (Foto: Andreas Sebayang / Handyhase)
Doch für richtigen Film- und Seriengenuss fehlt einiges. Netflix liefert uns etwa nur Videomaterial in SD-Qualität. HDR gibt es gar nicht. Das gute Display bleibt weitestgehend ungenutzt, obwohl es innen 2.500 und außen 3.000 Nits schafft.
Bei YouTube bekommen wir immerhin die 2K-Auflösung geliefert, aber HDR fehlt auch. Dass HDR an sich funktioniert, zeigt aber die Foto-App ganz gut. Es ist also kein Hardware-, oder Betriebssystemproblem.
Ein etwas geringeres Problem ist der Sound. Der Bass hat definitiv Schwächen, denn Platz für Lautsprecher gibt es in dem Smartphone nicht. Beim Schauen auf dem Außendisplay ist der Sound am besten, auch, wenn beim Halten, der Lautsprecher unten durch seine Vibrationen etwas stört. Er kann außerdem leicht verdeckt werden und ist für die tieferen Frequenzen verantwortlich.
Diese Ungleichheit, die zweite Box befindet sich oberhalb der Selfie-Kamera, kann gerade bei Musik stören, die von Stereoeffekten ausgiebig Gebrauch macht. Da kommt es aber sehr auf Deinen Musikkatalog an. Uns störte dies etwa bei Bathwater von No Doubt. Die Dominanz der in unserer Haltung rechten Box war klar hörbar. Bei den meisten Musikstücken stört das aber nicht.
Schwieriger ist der aufgeklappte Modus. Denn dann liegen die Lautsprecher fast diagonal zueinander, also entweder oben links und unten rechts oder unten links und oben rechts, je nachdem, wie Du das Smartphone hältst oder positionierst. Hier störte uns der Sound schon eher. Wir empfehlen Kopfhörer.
Fazit zum Mate X7 im Test: Gutes Gerät, ungewohnte Software
Das Mate X7 ist ein tolles Stück Hardware. Es liegt gut in der Hand, ist in der Praxis sehr schnell und dank der beiliegenden Hülle hast Du auch gleich einen Standfuß für diverse Auf- und Zuklapp-Szenarien.
Ein Nachteil ist noch das fehlende 5G-Modul. In unserer Praxis hatte das aber wenige Auswirkungen, auch wenn wir teils Software über Mobilfunk installierten. Die Datenraten sind im Vergleich natürlich niedrig. Mal eben ein datenintensives Spiel über Mobilfunk installieren, ist keine so gute Idee, und auch Videos fürs Offline-Schauen herunterzuladen, dauert einfach länger. Auch das Hochladen der Beispielfotos hat uns zu lange gedauert.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Umstieg von einem Android- auf ein EMUI-Gerät nicht ohne Hindernisse ist. Du kannst zwar einiges von Google übernehmen, selbst YouTube und Google Maps funktionieren. Doch das erfordert ein wenig Beschäftigung mit den App Stores. Huawei tut aber einiges, um Dir das Leben zu erleichtern. Suchst Du etwa nach der YouTube-App in der App Gallery, wird Dir der passende alternative App-Store vorgeschlagen, der die App dann auch pflegt. Ist das erst einmal eingerichtet, sind die Probleme gering. Aber sie bleiben, wie etwa die reine SD-Unterstützung von Netflix oder das fehlende HDR bei YouTube. Hier und da gibt es Methoden, das zu beheben, doch das ist komplex. Die gute Hardware kann dann kaum genutzt werden.
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