Bitterer Verkaufsstop für beide Marken

Urteil gegen Oppo und OnePlus: Hersteller dürfen in Deutschland keine Handys verkaufen!

Das trifft den Handymarkt in Deutschland bis ins Mark. Die chinesischen Hersteller Oppo und OnePlus müssen sich einem Gerichtsurteil beugen und dürfen hierzulande keine Handys mehr verkaufen.
OnePlus 10 Pro mit Vertrag im Vergleich

Das OnePlus 10 Pro sowie alle weiteren Handys von OnePlus und Oppo sind ab sofort nicht mehr in Deutschland erhältlich.

Oppo und OnePlus: Nokia erwirkt Verkaufsstop in Deutschland

Nokia hält noch so manche Mobilfunkpatente in der Branche und ging in Deutschland in München vor Gericht. Angeklagt ist Oppo wegen patentrechtlicher Verletzungen. Das Landgericht 1 in München entschied nun für Nokia und belegt sowohl Oppo als auch OnePlus mit einem sofortigen Verkaufsstop in Deutschland. Die Online-Shops beider Hersteller sind aktuell komplett leer!

Dass OnePlus hier ebenfalls betroffen ist, verwundert angesichts der vor einiger Zeit durchgeführten Fusionierung mit Oppo nicht. Gerade in Hinblick auf die Veröffentlichung des OnePlus 10T ist das ein ziemlicher Nackenschlag. Betroffen sind alle Geräte, darunter auch das OnePlus 10, OnePlus 10 Pro und alle OnePlus 9-Modelle. Auch Handyverträge mit Geräten von Oppo und OnePlus dürfen demnach nicht mehr direkt angeboten werden.

Betroffene Geräte bleiben verfügbar – vorerst

Reseller dürfen ihren Bestand an Oppo- und OnePlus-Handys abverkaufen. Unser Tarif-Vergleich findet daher weiterhin Bundles bei den Händlern.

Laut der WirtschaftsWoche könnten nun gut 10% des Handymarktes in Deutschland wegbrechen, da Oppo sich offiziell aus dem deutschen Markt zurückziehen will. Der Hersteller gibt hierfür die strengen Patentgesetze in Deutschland an, die zum Erfolg der Klage durch Nokia führten. Übrigens gilt das derzeit nur für die Handys beider Hersteller. Andere Produkte wie beispielsweise Kopfhörer oder Handyhüllen sollen weiterhin vertrieben werden.

Eine Klage gegen vivo, der dritten Marke des BBK-Konzerns, ist anhängig, berichtet die Wirtschaftswoche. Sollte hier ähnlich geurteilt werden, könnte auch diesen Hersteller ein Verkaufsverbot binnen 6 Monaten ereilen.

Theoretisch könnten die betroffenen Hersteller-Marken Nachschub aus dem Ausland ordern. Allerdings könnte Nokia dies mithilfe einer Zollbeschlagnahme verhindern.

Bereits verkaufte Geräte funktionieren auch weiterhin

Kundinnen und Kunden, die bereits Oppo oder OnePlus-Geräte erworben haben und nutzen, brauchen sich keine Gedanken machen. Die Handys funktionieren auch weiterhin wie gewohnt und erhalten auch Updates und Co. Zudem ist der Service für diese Modelle ebenfalls nicht betroffen, solltest Du also Garantieansprüche geltend machen.

Ob der Verkaufsstopp dauerhaft aufrecht gehalten wird oder es noch zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten.

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In der mobilen Technik-Welt ist Marcel als Redakteur für Handys, Gadgets und Mobile Games bereits seit mehr als 10 Jahren unterwegs. In der Vergangenheit schrieb er bereits für einige große Magazine im Bereich Gaming und Technologie. Im Privatleben fesseln den Ex-Pro-Gamer vor allem das Zocken, seine Leidenschaft zum Fußball und das Motorradfahren. Zudem verbindet ihn eine besondere Beziehung mit der japanischen Kultur.
Kommentare (4)

angry 08.08.2022, 23:35

Was sind das für Patente, also zahlten alle anderen an Nokia nur die, die nicht zahlten, sondern verkauften, oder verklagen die, die die Preise am Markt unterbieten und Qualität anbieten.

michweck 08.08.2022, 19:51

Danke für die interessante News! Das ist echt ein Hammer, traurig für den gesamten Markt welche meinem Empfinden nach sowieso nicht sehr breit gefächert ist.

    Profilbild von Daniel

    Daniel 08.08.2022, 19:56

    Das stimmt, es geht ein Stück Vielfalt damit (vorerst) verloren. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und beobachten natürlich die Lage.
    Viele Grüße
    Daniel | Handyhase.de

      Macs 08.08.2022, 21:13

      Das Wort Vielfalt an sich hat in dem Kommentar nichts, was es zum Thema beitragen könnte. Nokia, die alle paar Jahre Mitarbeiter entlassen, klagt nur seine Patentabgaben ein und wenn ein Mitbewerber oder Marktteilnehmer sein Produkt nicht mehr vertreiben darf, dann sinkt die Auswahl für den Endkunden. Ob der das bei der Vielzahl an neuen Handys, die pro Jahr herauskommen, mitbekommt ist fraglich. Handyhase natürlich ausgenommen.

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