Urteil noch nicht vollstreckt!

Facebook wird von BlackBerry verklagt: Aus für WhatsApp, Instragram & Facebook Messenger in Deutschland?

  • aktualisiert am 01.01.2020
Facebook darf WhatsApp, Instgaram und den Facebook Messenger mit dem aktuellen Funktionsumfang nicht weiter zur Verfügung stellen. Wie klären Dich darüber auf, was Facebook jetzt für Änderungen vornehmen muss und wie es überhaupt zu diesem Urteil gekommen ist.
Facebook wird von BlackBerry verklagt: Aus für WhatsApp, Instragram & Facebook Messenger in Deutschland?

Bildquelle: Pixabay / HeikoAL

WhatsApp darf einem Urteil des Landgerichts München zufolge in seiner jetzigen Form nicht mehr in Deutschland betrieben werden. Dies gilt auch für den Facebook Messenger und Instagram. Noch ist das Urteil zwar nicht rechtskräftig, doch vor Facebook steht dadurch eine große Hürde, die es zu überwinden gilt.

BlackBerry und Facebook führen Patentstreit

Grund für das Urteil ist ein Patentstreit mit dem bekannten Hersteller BlackBerry, der Facebook vorwirft, einige seiner Patente zu verletzten. So hält BlackBerry seine Hand auf dem Patent, ganze Chat-Archive per Messenger verschicken zu können. Laut Facebook seien aber nur wenige Funktionen betroffen.

Facebook hat nun die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Berufung beim Landgericht München einzulegen. BlackBerry wiederum kann das Urteil vollstrecken lassen, sofern das Unternehmen beim Gericht eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1,6 Millionen € hinterlegt. Eine übliche Vorgehensweise, da Facebook so im Schadensfall einen Betrag des Geldes erhalten würde.

WhatsApp und Facebook verletzen vier Funktionen

Bislang soll Facebook mit dem Messenger WhatsApp und Instragram vier spezifische Funktionen von BlackBerry verletzen, wie die Kollegen vom Focus schreiben. Dazu gehöre das „Verfahren und Einrichtung zum Umschalten zwischen mehreren Nachrichtensitzungen“. Weiterhin sind das „System und Verfahren zum Halten von Informationen, die aktuell sind und einem Nutzer direkt auf einem tragbaren elektronischen Gerät zur Verfügung stehen“ im Fokus. Zudem sei die „Anordnung zum Ankoppeln eines Ankers an den Kontaktbrückenträger bei elektromagnetischen Schaltgeräten“ eine Patentsverletzung und das „Verfahren zum Teilen einer Geschichte von Instant Messaging“ ebenso.

So reagiert Facebook auf das Urteil

Nutzer brauchen Facebook zufolge jetzt nicht in Panik verfallen. Alle Dienste und Apps werden weiterhin in Deutschland angeboten, allerdings will das Unternehmen entsprechende Anpassungen vornehmen. Über Software-Updates wird Facebook die Anforderungen verteilen, sofern BlackBerry das Urteil vollstrecken lassen wird. Facebook ist somit auf das Schlimmste vorbereitet!

Marleen
Redaktion Marleen

Die Technik- und Mobilfunk-Expertin Marleen ist bereits seit 2009 kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Branche. Nach dem Studium der Information- und Medientechnik absolvierte sie ein Volontariat bei einem großen Telekommunikationsmagazin und verblieb dort auch 9 Jahre. Bereits dort hatte sie ersten Kontakt mit Schnäppchen. Seit November 2017 ist Marleen als Chefredakteurin bei Handyhase.de tätig.