Einnahmen von mehreren Millionen Euro bleiben aus

Telefónica (o2) wegen endenden 1&1-Deal in Bedrängnis

Für Telefónica (o2) sieht die Zukunft durch das Ende der Kooperation mit 1&1 nicht rosig aus. Es droht dem Münchner Netzbetreiber ein Verlust in Millionenhöhe. Du profitierst aber vom neuen 1&1-Partner Vodafone.
Telefónica hat an der 1&1-Abfuhr zu knabbern

Telefónica hat an der 1&1-Abfuhr zu knabbern

Erdbeben in der Mobilfunkbranche erschüttert o2

Zwar arbeitet 1&1 derzeit an seinem eigenen Netz, es wird aber noch lange dauern, bis dieses fertig ist. Momentan hat Telefónica durch einen Deal mit dem Montabaur Provider eine große Einnahmequelle. Diese versiegt jedoch spätestens ab Herbst 2024, wie wir berichteten. Selbst Brancheninsider waren überrascht, dass 1&1 von o2 zu Vodafone als Netzpartner wechseln will.

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass Münchner Netzbetreiber schockiert über die bevorstehende Abfuhr ist. Was glaubst Du, wie viele Einnahmen Telefónica künftig entgehen? Laut Handelsblatt sind es 200 Millionen Euro. An freiem Cash Flow, also den Mitteln, die das Unternehmen nach allen Ausgaben in einer Periode zur freien Verfügung hat, fehlen sogar 435 Millionen Euro. Vertraglich ist 1&1 bis Ende Juni 2025 an o2 gebunden.

Aktie nach Bekanntgabe der 1&1-Pläne auf Talfahrt

Wertpapierhändler und Investoren von o2 waren logischerweise entsetzt aufgrund der Zukunftspläne von 1&1. Kaum wurde die Hiobsbotschaft für Telefónica publik, gab es große Auswirkungen an der Börse. Rund 30 Prozent hat die Aktie von Telefónica Germany an Wert verloren. Wenn Du Anleger bist, kannst Du diese Entwicklung sicher nachvollziehen.

Somit entstand ein weiteres Problem für den blauen Netzbetreiber.

Telefónica im Pech, Verbraucher im Glück

Als Verbraucher profitierst Du gleich doppelt vom 1&1-Vodafone-Deal. Zum einen hat Vodafone ein schnelleres und besser ausgebautes 5G-Netz, zum anderen werden Netzkapazitäten bei o2 frei. Sobald die Kunden zu Vodafone migriert wurden, ist das Netz von Telefónica deutlich weniger ausgelastet. Das dürfte für besseren Empfang sorgen.

Allerdings ist die brachliegende Infrastruktur nicht rentabel für den Netzbetreiber. Insofern muss o2 zusehen, wie es neue Teilnehmer gewinnt. Etwa durch eine andere, große Kooperation oder besonders spannende Handytarife.

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Profilbild von André
Mobilgeräte aller Art sind neben der Fotografie die große Leidenschaft von André. Diese Leidenschaft verbindet er seit 2008 mit einer weiteren Passion, dem Schreiben. Angefangen bei einem US-amerikanischen Android-Blog folgten eine Festanstellung bei einem Technik-Portal und Tätigkeiten bei diversen (Online-)Redaktionen. Mittlerweile selbstständig ist der gebürtige Pfälzer bestrebt, informative und unterhaltsame Artikel aus der Welt der Mobilfunkbranche bereitzustellen.
Kommentare (1)

Winfried 26.05.2024, 22:23

Bin erst heute auf diesen Artikel gestoßen, als ich nach Vodafone gesucht habe. Ich hatte vor ca. 8 Jahren einen Vertrag mit 1&1 im Vodafone-Netz geschlossen. Nach einiger Zeit begann dann 1&1, mich ins O2-Netz zu locken. Nahezu jede Woche kamen die Angebote per E-Mail ("Sie bekommen 1 GB mehr Datenvolumen"), etliche Male kamen auch (unaufgefordert) Briefe mit neuer SIM-Karte ("am besten aktivieren Sie noch heute"). Ich wollte aber partout im VF-Netz bleiben und habe widerstanden. Und jetzt auf einmal schwenken Sie wieder um von O2 zu VF, das kapiere wer will.

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