Xiaomi Mi Note 10 Pro Test und Daten: 108-Megapixel-Pionier mit Charme

  • aktualisiert am 03.04.2020
Das erste Smartphone mit 108-Megapixel-Kamera kommt aus China, hört auf den Namen Xiaomi Mi Note 10 Pro und kann auch sonst überzeugen. Neben eine massiven Gehäuse sind es Performance und Funktionen, die begeistern können. Wo es trotzdem hakt, haben wir für euch angeschaut.

Xiaomi Mi Note 10 Pro

Die technischen Daten des Xiaomi Mi Note 10 Pro

Hier haben wir alle wichtigen Eckdaten des Xiaomi Mi Note 10 Pro aufgelistet.

Technische Daten zum Xiaomi Mi Note 10 Pro (256 GB)
Displaydiagonale
6.47 Zoll
Displaytyp
OLED
Displ.-Auflösung Breite
1080 Pixel
Displ.-Auflösung Höhe
2340 Pixel
Display-Helligkeit max.
600 cd/m²
CPU
Snapdragon 730G
CPU-Frequenz max.
2.2 GHz
GPU
Adreno 618
GPU-Frequenz max.
0.7 GHz
RAM
8 GB
Interner Speicher
256 GB
MicoSD-Slot
Kamera
5 Sensoren
Kamera: Auflösung
108 Megapixel
Kamera: Blende
f/1.69
Kamera: opt. Bildst.
Kamera: s/w
Selfiekamera
1 Sensor
Selfiekamera: Auflösung
32 Megapixel
Akku-Kapazität
5260 mAh
Schnelllade-Funktion
Kabellos laden
Akku wechselbar
Anschluss
USB Typ-C
USB-Standard
USB 3.1
Klinkenanschluss
LTE
Cat 15
WLAN
IEEE 802.11ac
eSIM
nein
Bluetooth
5
NFC
Dual-SIM
Dual-SIM Hybrid
Dual-SIM Active
Gewicht
208 gr
Höhe
157.8 mm
Breite
74.2 mm
Tiefe
9.67 mm
Betriebssystem
Android 9
Hersteller UI
MIUI 11
Farbprofil Display
sRGB
Fingerabdruckssensor
Gesichtserkennung
UVP
649 €
Alle Daten ein-/ausblenden

Details zum Xiaomi Mi Note 10 Pro: Preis, VerfĂĽgbarkeit und kaufen

UrsprĂĽnglich als die ĂĽbergroĂźen Ableger der Mi-Reihe gestartet, stehen die Mi-Note-Modelle mittlerweile fĂĽr die Premium-Mittelklasse bei Xiaomi. Dass dies gar nicht mal so schlecht sein muss, beweist das Mi Note 10 Pro.

Wann wurde das Xiaomi Mi Note 10 Pro vorgestellt?

Offiziell angekĂĽndigt wurde das Xiaomi-Modell am 06.11.2019 in Madrid, zusammen mit dem Xiaomi Mi Note 10.

Wie ist der Preis fĂĽr das Xiaomi Mi Note 10 Pro?

In Deutschland beträgt die unverbindliche Preisempfehlung 649 € für das Pro-Modell. Ohne Pro-Zusatz und mit weniger internen Speicher sowie RAM ist das Xiaomi Note 10 für 549 € UVP zu haben.

Wann kommt das Xiaomi Mi Note 10 Pro in den deutschen Handel?

Der Verkauf startete am 14.11.2019 in Deutschland.

Welche Farben hat das Xiaomi Mi Note 10 Pro?

Angeboten wird das Android-Smartphone in den Farben Schwarz, WeiĂź und einem ins GrĂĽn gehende TĂĽrkis.

Xiaomi Mi Note 10 Pro

Xiaomi Mi Note 10 Pro im Test: Zu teure 108 MP mit Spielerei-Effekt?

Eines der größten Merkmale des Xiaomi-Smartphones ist nicht nur dessen Design, sondern vor allem die Kamera. Es ist das erste Smartphone weltweit, dessen Hautpkamera mit satten 108 Megapixel auflöst. Kann das Smartphone tatsächlich halten, was die Werbung verspricht? Ist es ein Dauerläufer und überhaupt: Ist der Preis nicht ein wenig zu hoch angesetzt?

Design & Display

Wer das Mi Note 10 Pro in die Hand nimmt, wird zunächst das hohe Gewicht von nominell 208 Gramm bemerken. Das Smartphone ist ein schwerer Brocken, allerdings einer, der angenehm in der Hand liegt. Durch die seitlichen abgerundeten Ränder schmiegt es sich gut in die Handfläche. Aber: Die GlasrĂĽckseite ist enorm rutschig, eine HĂĽlle ist daher wärmstens zu empfehlen – vorzugsweise aus Silikon, dessen Oberfläche das Xiaomi Mi Note 10 Pro an Ort und Stelle hält. Xiaomi weiĂź das selbst und packt eine solche transparente HĂĽlle zum Lieferumfang dazu.

Xiaomi Mi Note 10 Pro Test

Neben dem Entsperren per Gesichtserkennung kann das Xiaomi Mi Note 10 Pro auch mittels Fingerabdruck entsperrt werden. Der zugehörige Sensor befindet sich im Display und reagierte stets zufriedenstellend, sowohl was Geschwindigkeit als auch Erkennungsrate anbelangt. Selbst aus dem Standby heraus funktionierte es recht gut, sobald die richtige Stelle getroffen wird.

Hervorragende Darstellung mit HDR

Mit 6,7 Zoll Diagonale ist das Display eines der größten auf dem Markt. Die Blickwinkelstabilität ist enorm und die Farben sehen fantastisch aus. Gefällt Dir die Darstellung nicht, kannst Du sie in den Einstellungen für den Bildschirm nach Farbtemperatur kalibrieren. Besonders unter freiem Himmel kann das Xiaomi Mi Note 10 Pro eine Stärke ausspielen: Das Panel ist sehr hell. Bei der Wiedergabe von Filmen wird der einfache HDR-Standard unterstützt. Dolby Vision oder gar HDR10+ sind dann doch der absoluten Premium-Preisklasse vorbehalten.

Jedenfalls gibt es am Display rein von der Darstellung her nichts zu beanstanden. Wenn es Gemecker gibt, dann für die abgerundeten Displayränder. Es kam mehrfach vor, dass das Xiaomi Mi Note 10 Pro eine Berührung erkannte, obwohl keine beabsichtigt war.

Xiaomi Mi Note 10 Pro Test

Kamera: Scharf, schärfer, weniger Pixelfehler

Der größte Kritikpunkt an der Kamera dĂĽrfte sein, dass diese extrem stark herausragt. Ansonsten kann die Hauptkamera mit bis zu 108 Megapixel besonders beim digitalen Zoomen und bei Details auftrumpfen. Standardmäßig nutzt das Xiaomi Mi Note 10 Pro wie auch das Modell ohne Pro-Zusatz Pixelbinning. HeiĂźt: Vier benachbarte Pixel werden zu einem „Superpixel“ zusammengefasst, um die Lichtausbeute zu optimieren, was wiederum zu besseren Details, Beleuchtung und natĂĽrlicheren Farben fĂĽhrt.

Doch zunächst die harten Fakten der Kamera:

  • 108 Megapixel, f/1.69 Blende, OIS (maximale Auflösung: 12032 x 9024 Pixel)
  • 12 Megapixel f/2.0 Blende, zweifach optisxher Zoom
  • 20 Megapixel Ultraweitwinkel (117 Grad), f/2.2 Blende
  • 5 Megapixel Ultra-Tele (10-fach Hybridzoom, 50-fach Digitalzoom), f/2.0 Blende, OIS
  • 2 Megapixel Makro

Xiaomi Mi Note 10 Pro Test

Fotos mit tatsächlichen 27 Megapixel sehen daher auch scharf aus, mit einem leicht warmen Farbton und je nach Motiv guter Bilddynamik. Eine Vorteil hat das Xiaomi Mi Note 10 Pro gegenüber dem Mi Note 10: Das Objektiv des 108 Megapixel Sensor hat eine zusätzliche Linse in der Optik, womit Details am Bildrand besser aufgenommen werden.

Nicht nur nachts mit Problemen

Wobei viele Pixel auch nicht helfen können, ist ein gutes Bild bei Nacht zu knipsen. Hier ist der normale Automatikmodus tatsächlich meistens sinnvoller und vor allem schneller bei der Aufnahme, ohne größere nennenswerte Unterschiede. Wer Standbilder mit Stativ und entsprechend langer Belichtungszeit macht, kann mit dem Nachtmodus jedoch durchaus sehr ansehnliche Nachtfotografien anfertigen.

Durchwachsen sind Fotos mit voller Auflösung. Hier schwankt das Xiaomi Mi Note 10 Pro zwischen gelungener Nachbearbeitung (Tag), leichte Unschärfe zum Bildrand und zu aggressiver Weichzeichnung oder Bildrauschen. Selbst der Autofokus arbeitet bei voller Auflösung nicht 100 Prozent zuverlässig.

Automatik fast immer richtig

Überhaupt ist die Automatik erfreulich gut und akkurat, selbst bei weniger optimalen Lichtverhältnissen. Bei praller Sonnen scheint die Kamera erwartungsgemäß am meisten, vor allem was Details, Bildschärfe, Dynamik und Belichtung anbelangt.

Hier haben wir eine kleine Auswahl an unbearbeiteten Fotos

Performance & Software

Verbaut ist der Snapdragon 730G, ein Prozessor der gehobenen Premium-Mittelklasse mit 2,2 GHz. Er ist zwar nicht annähernd so schnell wie ein Snapdragon 865 in Benchmarks und beherrscht kein 5G, aber im Alltag ist das Xiaomi Mi Note 10 Pro bei nahezu allen Anwendungen rasend schnell. Lags? Keine zu bemerken. Spiele? Packt die Adreno 618 GPU des Chips spielend. Mit 8 GB RAM sind zudem mehr als genügend Reserven für richtig umfangreiches Multitasking vorhanden.

Xiaomi Mi Note 10 Pro Test

Kommunikativer Ausdauerläufer

Apropos Performance: Der verbaute Akku misst satte 5260 mAh, was locker fĂĽr zwei Tage Nutzung ausreicht. Aufgeladen wird das Xiaomi Mi Note 10 Pro mittels USB Typ C und bis zu 30 Watt. Sprich: Der Akku ist recht flott wieder voll gefĂĽllt. Wireless Charging wird nicht unterstĂĽtzt.

Zwei SIM-Karten schluckt das Smartphone, jedoch keine microSD-Speicherkarte. LTE-Verbindungen sind sehr flott, nur das WLAN-Modul ist manchmal etwas gemächlicher am Werk, trotz ac-Unterstützung, aka WiFi 5. Bemerkenswert: Beide SIM-Karten können per VoLTE telefonieren. Bei Telefonaten ist uns im Vergleich zu anderen Geräten ein leicht dumpferer Ton aufgefallen. Positiv: Außer bei Wind arbeitet die Geräuschunterdrückung hervorragend.

Xiaomi Mi Note 10 Pro Test

Sonstiges

Vorinstalliert ist das nicht mehr ganz aktuelle Android 9, welches mit der MIUI-Oberfläche Version 11 bestückt ist. Updates werden regelmäßig verteilt, inklusive dem jeweils aktuellen Sicherheitspatch von Google. MIUI hebt sich vor allem durch seine vielen Features von der Konkurrenz ab, sowie dem Design und der teils starken Einbindung eigener Xiaomi-Dienste. Etwas negativ aufgefallen: Im Kamera-Modus mit nativen 108 Megapixel agierte das Xiaomi Mi Note 10 Pro etwas träge. Es bleibt zu hoffen, das künftige Updates hier nachbessern.

Worin sich das Xiaomi Mi Note 10 Pro von den meisten Konkurrenten unterscheidet, ist der IR-Transmitter auf der Stirnseite. Damit lassen sich allerlei Gerätschaften bequem per Smartphone steuern. Ebenfalls fast schon als sehr selten in dem Preis- und Leistungsbereich zu nennen ist der Anschluss für Kopfhörer per Klinke.

Fazit zum Xiaomi Mi Note 10 Pro: Starker Zoom mit Schwächen

Das die allgemeine Preisentwicklung im Smartphone-Segment auch an Xiaomi nicht vorbei geht, zeigt das Xiaomi Mi Note 10 Pro sehr gut. Mit 649 € UVP wildert es bereits im unteren Premium-Bereich, was sich jedoch nicht von der Leistung behaupten kann. Mobile Gamer werden nicht mit dem Smartphone zufrieden sein, denn da fehlt dann doch das letzte Quäntchen Leistung. Hinzu kommt, dass Fotos im Automatikmodus und damit 27 Megapixel insgesamt sichtlich besser gelingen, verglichen zur vollen 108 Megapixel Auflösung.

Unterm Strich ist das Xiaomi Mi Note 10 Pro ein sehr solides Smartphone, dessen Glanzpunkte das Display, die enorme Ausdauer und die vielseitige Kamera sind. Letztlich kann die Kamera wiederum nicht halten was sie verspricht. Dazu sind Aufnahmen insbesondere bei voller 108 Megapixel Auflösung zu durchwachsen.

Wenn Du auch mit nur 128 GB Speicher auskommst, ist das Xiaomi Mi Note 10 – ohne Pro – 100 € preiswerter bei der UVP.
Stefan
Redaktion Stefan

Der Hardware-Hai Stefan hat seine Mobilfunk-Anfänge schon weit vor seinem Studium der Angewandten Informatik unternommen. Seitdem hat sich das Hobby zum Beruf gewandelt und während des Studiums erfolgte 2012 der Einstieg in die Blogger- & Redaktions-Welt.