Datenautomatik: Deaktiveren, kündigen, abschalten, abwählen – so geht es bei Vodafone, winSIM, smartmobil.de und PremiumSIM

Das Thema Datenautomatik, also das selbstständige kostenpflichtige (!) Nachbuchen von Internet-Highspeed nach Verbrauch eures Inklusiv-Kontingents, ist ja alles andere als beliebt.

Handy Datenautomatik

Höchste Eisenbahn für uns, euch ein paar Tipps zu geben, wie ihr das eigenmächtige Selbst-Upgrade von Daten-Highspeed kündigen und abbestellen könnt, wenn ihr es denn nicht möchtet. Wann greift eigentlich die Datenautomatik?

Inhaltsverzeichnis dieses Beitrags

Was ist eigentlich eine Datenautomatik?

Der Begriff Datenautomatik ist ein Euphemismus für einen an sich unschönen Vorgang: Denn wird bei einem Handytarif mit Inklusivkontingent für die Internet-Nutzung dieses Datenvolumen überschritten, bucht der Anbieter direkt Daten-Highspeed nach. Eben anstatt die Downstream-Geschwindigkeit zu drosseln, wie wir es von einer klassischen Internet-Flatrate kennen.

Grundsätzlich ist das natürlich positiv gedacht, aber dadurch, dass Mehrkosten anfallen können, wird die Sache für viele eigentliche »Flatrate-Bucher« zu einem Klotz am Bein.

Kostenfalle Datenautomatik?

Handytarife und Allnet-Flats mit Datenautomatik enthalten in diesem Sinn also keine Internet-Flat mehr, denn Flatrate bedeutet ja eine gedeckelte Pauschalabgabe für eine vordefinierte Leistung ohne Zusatzkosten.

Das eigenmächtige Nachbuchen von Datenvolumen kann auf diese Weise zu einem perfiden Kostentreiber werden. Eben zur Kostenfalle Datenautomatik. Ich sage hier bewusst »kann«, denn natürlich gibt es Reglementierungen und eine schrittweise Nachbuchung, über die ihr in der Regel auch informiert werdet. Außerdem solltet ihr bedenken, dass nicht alle Kunden ihr Inklusiv-Datenvolumen permanent ausschöpfen.

Datenautomatik-Nachbuchung nur bei Ausschöpfung des Inklusiv-Datenvolumens

Solltet ihr gar nicht erst in die Bredouille gelangen, viel Datenvolumen zu versurfen, greift so eine Datenautomatik gar nicht. Allerdings gibt uns die Möglichkeit, dass sie greifen kann, eine gewisse Unsicherheit. Denn gerade bei Allnet-Flats ist ja das Angenehme, dass wir uns über hohe Zusatzkosten keine Gedanken mehr machen wollen.

Kündigung der Datenautomatik bringt Kosten-Sicherheit

Allen mit einem Sicherheitsbedürfnis rate ich daher eindringlich, die Kündigung der Datenautomatik beim Provider zu beantragen bzw. der [su_highlight]Nutzung der Datenautomatik zu widersprechen[/su_highlight].

Wichtig wegen der Terminologie: Ihr dürft nicht den Handyvertrag kündigen, sondern nur die Datenautomatik als Quasi-Option innerhalb eures Tarifs. Das muss nicht immer möglich sein, denn manchmal (wenn auch zunehmend seltener) ist die Datenautomatik fester Tarifbestandteil und kann nicht abgewählt werden.

Bei o2 gehört die Datenautomatik mittlerweile der Vergangenheit an. Und BASE gibt es als Provider seit der Fusion von E-Plus und o2 nicht mehr. Hauptanbieter von Tarifen mit Datenautomatik bleibt somit Drillisch, u.a. mit seinen Marken smartmobil.de, winSIM und PremiumSIM.

Und Vodafone hat mit der SpeedGo Datenautomatik ja einen Sonderfall eingeführt.

Keine Datenautomatik bei Telekom und congstar

Die Telekom (und ihre Tochtermarke congstar) ist bislang der einzige Netzbetreiber, bei dem die Datenautomatik kein Thema war und ist. Nutzt ihr also einen Tarif von Telekom oder congstar, gibt es keine Datenautomatik.

Datenautomatik-Urteil vom BGH bestätigt (o2 Telefónica)

Karlsruhe, 5.10.2017 – Mittlerweile wurde das Urteil zur o2-Datenautomatik vom BGH bestätigt, d.h.: Die Automatik ist rechtens.

München, 11.2.2016 – Ist eine Datenautomatik überhaupt rechtlich erlaubt? Das automatische Nachbuchen von Datenvolumen bei Handytarifen wird kontrovers diskutiert, vor allem von Verbraucherschützern. Bereits früher (2014) musste BASE bei Einführung der Datenautomatik zurückrudern und eine Kündigungsmöglichkeit zulassen.

2016 muss sich nun o2 gerichtlich damit auseinandersetzen: Das LG München (AZ 12 O 13022/15) gab einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) im sogenannten Datenautomatik-Urteil statt. Zusatz-Datenvolumen dürfe demnach nicht automatisch nachgebucht werden. o2 Telefónica hat Berufung eingelegt, da die Datenautomatik als fester Tarifbestandteil auch in Zukunft Teil des Mobilfunkkonzepts sein soll. Einen ausführlichen Beitrag zu der Klage und eine transparente Darstellung bietet SPIEGEL ONLINE zu dem Thema.

Für Telefónica »stellt die Daten-Automatik einen Bestandteil der Hauptleistung des gewählten Tarifs dar und ist keine davon unabhängige Zusatzleistung, wie vom Gericht gedeutet«, so Pressesprecher Ralf Opalka in einer Stellungnahme.

Übrigens lief auch gegen den Netzbetreiber Vodafone eine Klage (SpeedGo). Ergebnis: Vodafone darf Kunden nicht ungefragt zusätzliches Datenvolumen aufdrücken (Urteil AZ 12 O 311/15, als PDF beim Verbraucherzentrale Bundesverband). Komisch: Zu einer Klage gegenüber Drillisch-Tarifangeboten, bei denen die Datenautomatik ja mittlerweile gang und gäbe ist, ist bislang nichts bekannt.

Blau Datenautomatik kündigen / deaktivieren

Volle Kostenkontrolle ohne Datenautomatik heißt es mittlerweile bei Blau. Ursprünglich hatte der Tarif-Discounter im Juli 2016 eine Datenautomatik in seinen Tarifen eingeführt.

In den aktuellen Tarifen ist jedoch keine Datenautomatik mehr dabei, eure Surfgewschwindigkeit wird also nach Verbrauch des Datenvolumens gedrosselt.

Wer einen alten Tarif mit Automatik nutzt, kann die Blau Datenautomatik deaktivieren. Das ist wie folgt möglich:

  • im Mein Blau Servicecenter nach Login als Blau-Kunde
  • per kostenpflichtiger Kunden-Hotline unter 0177 177 1160 (Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr sowie samstags 10 bis 16 Uhr) zu den üblichen Konditionen eures Vertrag
  • über den Blau Callback könnt ihr einen Rückruf beauftragen
  • via Blau-Chat auf der Service-Seite

o2 Datentautomatik kündigen / deaktivieren

Auch o2 hatte ehemals in den Blue-Tarifen eine Datenautomatik inkludiert. Wer noch einen der wirklich alten Verträge nutzt, kann der Mechanik der Datenautomatik widersprechen, um etwaige Zusatzkosten zu vermeiden. Ruft dazu die o2 Hotline an oder versucht es über euer Kundenkonto.

In der o2-Hilfe erfahrt ihr dazu übrigens noch mehr, z.B. wenn es mal nicht mit der Kündigung bzw. Deaktivierung der o2-Datenautomatik klappt. Manchmal sind die Tipps und Hinweise nachvollziehbar und verständlich.

Praktisch: In den o2 Free Tarifen gibt es keine Datenautomatik. Ganz im Gegenteil sind diese Tarife mit der o2 Weitersurf-Garantie verbunden. Seit Mai 2019 dann sogar mit LTE-Geschwindigkeit.

Drillisch: Datenautomatik deaktivieren: In Tarifen von smartmobil.de, sim.de, simply, winSIM und maXXim

Auch einige (aber längst nicht alle) Discount-Handytarife des Providers Drillisch nutzen die Datenautomatik. Achtet in der Zukunft bei der Buchung der Marken yourfone.de, smartmobil.de, maXXim.de, simply, DeutschlandSIM, winSIM, PremiumSIM, sim.de oder discoTEL darauf, ob wirklich eine Internet-Flatrate oder aber ein Internet-Highspeed-Volumen mit Datenautomatik angeboten wird.

Tipp: Bittet den Kundenservice bei Drillisch-Tarifen, die Datenautomatik zu deaktivieren. In immer mehr Tarifen ist das Abschalten der Automatik nämlich mittlerweile möglich. Teils ist die Automatik noch fester Tarifbestandteil. Es lohnt sich, ins Kleingedruckte zu schauen.

Bei Drillisch gilt als Faustregel: Lieber den nächstbesseren Tarif mit mehr Datenvolumen buchen, als auf die Datenautomatik zu setzen. Das ist unter’m Strich meist günstiger.

smartmobil.de Datenautomatik kündigen / deaktivieren / abwählen

Um keine bösen Internet-Überraschungen zu erleben, empfehle ich euch, auch die smartmobil.de Datenautomatik deaktivieren zu lassen. Das geht über den Service des Discounters, auch in der persönlichen Servicewelt. Für Anrufe steht die Hotline 06181 7074 030 zur Verfügung.

maXXim Datenautomatik kündigen

Eine einfache Datenautomatik-Kündigung bei maXXim ist über die persönliche Servicewelt oder telefonisch unter der Hotline 06181 7074 020  möglich. In älteren Tarifen ist die Automatik fester Bestandteil, dort habt ihr keine Handhabe, die Nachbuchung abzuschalten.

sim.de Datenautomatik jederzeit abschalten

Im Oktober 2015 hat Drillisch für seine Aktionstarife von sim.de eine Datenautomatik eingeführt und damit die Internet-Flat ersetzt. Diese automatische Nachbuchungsmöglichkeit war bis 2018 fester Tarifbestandteil und konnte nicht deaktiviert werden.

In den neueren Tarifen von sim.de könnt ihr die Automatik aber mittlerweile abschalten lassen. Loggt euch dazu in die persönliche Servicewelt ein oder wählt die Hotline 06181 7074 033.

simply Datenautomatik abwählen

Wer simply-Tarife mit Datenautomatik kündigen bzw. deaktiveren möchte, sollte sich auch hier an den »Service« wenden, zum Beispiel über die Servicewelt-App. Sollte das nicht klappen, nutzt die Rufnumer aus dem Impressum: 06181 7074 010.

In neueren Tarifen ab 2018 weist Drillisch explizit auf die Möglichkeit hin, die Datenautomatik abschalten zu lassen. Das solltet ihr also in jedem Fall in Anspruch nehmen.

PremiumSIM Datenautomatik deaktivieren in der Servicewelt

Wer die PremiumSIM Datenautomatik kündigen bzw. deaktiveren möchte, kann das nach der Freischaltung des Tarifs zum Beispiel per Telefon machen. Die Nummer der Hotline lautet 06181 7074 074.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Datenautomatik von PremiumSIM über die Online-Servicewelt abzuwählen. Die letzte und wohl aufwändigste Möglichkeit wäre dann der schriftliche mit den Kontaktdaten aus dem Impressum.

winSIM Datenautomatik deaktivieren und abwählen: Kostenlos per App

Um eine Kündigung der Datenautomatik für winSIM-Tarife zu erwirken, könnt ihr auch hier den Service von winSIM bemühen. Dafür nutzt ihr entweder das winSIM-Kontaktformular oder aber ihr telefoniert mit der Rufnummer 06181 7074 094. Seit 2018 lässt sich die Datenautomatik regulär abschalten, in älteren Tarifen ist sie möglicherweise fester Bestandteil.

DeutschlandSIM Datenautomatik deaktivieren und abwählen

Gleich bei der Buchung weist der Provider darauf hin, wie ihr die DeutschlandSIM Datenautomatik loswerden könnt. Die Deaktivierung kann nach Freischaltung des Tarifs schriftlich, telefonisch unter der Nummer 06181 7074 093 oder in der persönlichen Servicewelt (auch per App) erfolgen.

Obacht: Häufig gibt es Verträge, bei der ihr die Datenautomatik nicht kündigen könnt. In den Vertragsbedingungen wird die Automatik dann als »fester Vertragsbestandteil« ausgewiesen. In diesem Fall ist eine Kündigung nicht möglich.

Tarifhaus Datenautomatik deaktivieren

Mittlerweile hat Tarifhaus die Datenautomatik abgeschafft. Nach Verbrauch des Datenvolumens wird gedrosselt.

Ehemals galt jedoch: Im Rahmen der Datenautomatik wurde bis zu 3x im Monat ein Datenvolumen von je 250 MB für je 3 € nachgebucht. Sprich: Bis zu 9 € pro Monat konnte euch die Datenautomatik extra kosten.

Falls ihr noch einen älteren Vertrag nutzt, solltet ihr die Abschaltung unbedingt in Auftrag geben:

Der Deaktivierungsmechanismus gilt auch für die Kooperationstarife CHIP Mobile, TV Spielfilm talk & surf, BUNTE Mobil sowie SuperIllu Mobil.

Vodafone Datenautomatik deaktiveren: Generelle Kündigung bei SpeedGo nicht möglich?

Auch D2-Netzbetreiber Vodafone hat für viele seiner Handytarife schon im Oktober 2014 eine Datenautomatik eingeführt. Die Vodafone Datenautomatik nennt sich SpeedGo und bucht je nach Tarif entweder 3x 100 MB für je 2 € oder 3x 250 MB für je 3 € nach.

In den FAQ zur Nachbuchung erklärt Vodafone, in welchen Tarifen die Automatik greift − und zu welchen Kosten. Grundsätzlich gilt folgendes Prinzip: Wer 90% seines Highspeed-Volumens versurft hat, bekommt eine SMS. Damit die Datenautomatik von Vodafone dann aber nicht greift, müsst ihr selbst aktiv werden und eine SMS verschicken:

»Haben Sie 90 % Ihrer Highspeed-MB verbraucht, bekommen Sie von uns eine SMS. Möchten Sie keine automatische Daten-Reserve, antworten Sie darauf per SMS mit „Langsam“. Ihre Geschwindigkeit drosseln wir erst, wenn Sie 100 % Ihrer Highspeed-MB verbraucht haben. Sie surfen dann mit bis zu 32 kbit/s.«

Nervig: Der Widerspruch ist jeden Monat neu notwendig, sobald ihr euer Inklusiv-Datenvolumen verbraucht. Eine generelle Möglichkeit, die Vodafone-Datenautomatik SpeedGo zu kündigen bzw. deaktivieren, besteht laut Vodafone nicht. Wer die Muße hat, kann sich mit dem Kundenservice von Vodafone über die Hotline in Verbindung setzen. Möglicherweise trefft ihr auf einen kulanten Mitarbeiter, der SpeedGo komplett deaktiviert. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Aber: Die Kollegen von teltarif hatten es (vor geraumer Zeit) getestet. Mit Erfolg!




Erfahrungen mit der abwählbaren Datenautomatik

Unsere Erfahrungen mit der Datenautomatik zeigen: Rein preislich lohnt es sich nicht. Lieber einen Tarif mit mehr Datenvolumen buchen. Ausnahme: Ihr nehmt die Datenautomatik nur sehr selten in Anspruch, weil euer Datenvolumen in der Regel ausreicht. Dennoch: Das wenige Datenvolumen, das dann zugebucht wird, ist viel zu teuer. Vergleicht einfach mal, wie viel ihr sonst für Verträge mit 1 oder gar 5 Gigabyte bezahlt und setzt die Beträge ins Verhältnis zueinander.

Aber: Wie gut, dass die Automatik mittlerweile meist regulär abgeschaltet werden kann. Am besten deaktiviert ihr die Nachbuchung so schnell wie möglich. Nur dann kann gewährleistet werden, dass keine ungewollten Zusatzkosten anfallen.

Ob die Abschaltung tatsächlich funktioniert, hängt aber auch von eurem Vertrag ab. In einigen Tarifen ist die Automatik fester Bestandteil.

Meiner Meinung nach ist das nicht mehr zeitgemäß – irgendwie spielt mir da der psychologische Aspekt (als Angst vor der Automatik) zu sehr mit rein – als Kunde schränke ich mich dann ein, statt meinen Vertrag auch auszuschöpfen. Auch wenn ich bei Tarifen mit 3, 5 und sogar 10 GB oft sogar überversorgt bin.

Datenautomatik-Tipps: Verbrauch überwachen!

Wenn ihr euch aufgrund der niedrigen Preise für einen Tarif mit (fester) Datenautomatik entscheidet, dann achtet darauf, dass ihr euer Datenvolumen bzw. den Datenverbrauch im Blick behaltet. Dafür gibt es eine Reihe guter Apps und Hilfe-Tools für jedes Betriebssystem.

Haargenau arbeitet zwar keins, aber ihr könnt natürlich großzügig Puffer einplanen und euch warnen lassen, wenn etwa 80% des Gesamtvolumens versurft sind. Das geben die Monitoring-Tools nämlich her. Auch ganz interessant: Mal beobachten, welche Dienste besonders viele Daten fressen.

Profilbild von Marcel
In der mobilen Technik-Welt ist Marcel als Redakteur für Handys, Gadgets und Mobile Games bereits seit mehr als 10 Jahren unterwegs. In der Vergangenheit schrieb er bereits für einige große Magazine im Bereich Gaming und Technologie. Im Privatleben fesseln den Ex-Pro-Gamer vor allem das Zocken, seine Leidenschaft zum Fußball und das Motorradfahren. Zudem verbindet ihn eine besondere Beziehung mit der japanischen Kultur.

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