Mehr RAM, Akku, Power und Megapixel

Galaxy Z Flip 6 im ersten Test: Kompaktes Klapp-Smartphone mit KI

Das Galaxy Flip 6 stellt die Nachfolge des Flip 5 dar. Noch vor dem Unpacked-Event konnte sich Handyhase im ersten Test das Flip 6 in Paris anschauen. Die Veränderungen sind dabei willkommene Optimierungen. Vor allem beim RAM gibt es Fortschritte – ohne dass sich der Preis verändert. Bei der Kamera haben wir aber etwas länger schauen müssen.
Das Galaxy Z Flip 6 im Hands-on. (Foto: Andreas Sebayang/Handyhase.de)

Das Galaxy Z Flip 6 im Hands-on. (Foto: Andreas Sebayang/Handyhase.de)

Samsung Galaxy Z Flip 6 im ersten Test

Mit einer Unpacked-Vorabveranstaltung Anfang Juli in Paris konnte sich Handyhase bereits einen Eindruck von dem Galaxy Z Flip 6 verschaffen. Das neue Klapp-Smartphone wurde zusammen mit dem Galaxy Z Fold 6, den neuen Smartwatches, dem Galaxy Ring und den neuen Galaxy Buds vorgestellt. Mehrere Stunden durften wir uns mit den Geräten für einen Ersteindruck beschäftigen.

Galaxy Z Flip 6
Display: 6,7"
Akku: 4000 mAh
Speicher: ab 256 GB
Hauptkamera: 50 Megapixel
Dual-SIM:
5G:
Volle Möhre beim neuesten Klapper von Samsung. Die Hardware wurde mit Snapdragon 8 Gen 3 und einer größeren Batterie runderneuert. Im Gegensatz zum verbauten RAM, steigt der Preis beim Galaxy Z Flip 6 nicht.   Marcel - Redaktion
Profilbild Redakteur

Mit dem Galaxy Z Flip 6 zeigte Samsung dabei in insgesamt fünf Farben das neue kompakte Smartphone mit dem Klappmechanismus. Die fünf Farben sind eher dezent gehalten. Einen Eindruck in Bewegung von den neuen Smartphones findest Du in unserem Hands-on-Video:

Aber weiter im Text:

Einhandbedienung nur mit viel Übung

Wenn Du alte Clamshell-Handys kennst, dann dürftest Du diese damals gerne lässig mit einer Hand aufgeklappt haben. Solltest Du das vom Flip 6 erwarten, dann dürftest Du etwas enttäuscht werden. Denn das ist auch bei Samsungs neuem Foldable nicht einfach und braucht einige Übung. Das gut gelungene und abschließende Design erschwert es sogar, das Handy einhändig zu öffnen, weil man nicht so recht zwischen die beiden Hälften greifen kann. Die glatte Oberfläche macht es auch nicht einfacher.

Es bleibt also ein Zwei-Hand-Handy, insbesondere wenn Du für das Aufklappen kleine Hände hast. Davon abgesehen ist der Mechanismus aber sehr robust und fühlt sich wertig an. Es macht insgesamt einen ästhetischen Eindruck. Vor allem zusammengeklappt, da die Abrundungen verschwunden sind. Dadurch wirkt es aber auch ein wenig wie ein zusammengeklapptes iPhone.

Das Scharnier des Flip 6. (Foto: Andreas Sebayang/Handyhase.de)

Das Scharnier des Flip 6. (Foto: Andreas Sebayang/Handyhase.de)

Laut Samsung wurde das Scharnier noch einmal optimiert. In Paris zeigten die Südkoreaner auch das Innenleben des Smartphones. Man musste aber schon mit Adleraugen hinschauen, um etwa die veränderten Positionen einzelner mechanischer Elemente zu erkennen.

Eine Kamera steigt auf 50 Megapixel

Ein großes Update gibt es bei dem Kamerasystem. Mehr Auflösung gibt es nun für die weitwinklige Hauptaußenkamera. Die bietet jetzt 50 Megapixel an, eine deutliche Verbesserung zu den 12 Megapixeln der letzten Generation. Ob Du die allerdings nutzen willst, ist eine andere Frage. Als Standardeinstellung werden 12 Megapixel gesetzt, die dann lichtempfindlicher sein sollen (Fachbegriff: Pixel Binning).

Der Wechsel ist aber direkt auf nativ 50 Megapixel möglich. Beim Ausprobieren war die Kamera dann aber doch merkbar langsamer bei der Verarbeitung der pixellastigeren Bilder. Es ist aber nicht ganz so extrem wie bei unserem Test des Google Pixel 8 Pro, das mit 50 Megapixeln deutlich überforderter ist.

Die Ultrawide-Kamera bleibt bei 12 Megapixeln, soll aber nun neu auch HDR-Bildaufnahmen unterstützen, was wir so erst mal stehen lassen, da wir die Funktion nicht ausprobieren konnten.

Was übrigens sehr angenehm ist: Dadurch, dass man das Smartphone auf der Rückseite positioniert, stört der Kamera-Buckel kaum. Das Flip 6 liegt, wie der Vorgänger, plan auf. Beim Hands-on des Galaxy Z Fold 6 störte uns hingegen der Buckel für die Kamera.

Displays und Qualcomms Snapdragon 8 Gen 3

Wie erwartet hat Samsung den internen Chip ausgewechselt. Statt des Gen 2 kommt der noch immer aktuelle Snapdragon 8 Gen 3 zum Einsatz. Der leistungsfähigere Chip dürfte maßgeblich dafür verantwortlich sein, dass Du mit 50 Megapixeln durchaus fotografieren kannst. Allgemein zeigte der Chip beim Hands-on keine Schwächen. Für alltägliche Aufgaben ist der Chip definitiv schnell genug.

Damit schließt das Flip 6 auf das Galaxy S24 auf. Von einem Exynos-Chip, der gerüchteweise gehandelt wurde, wurde auf der Veranstaltung übrigens nicht gesprochen. Im Gegenteil, Samsung erwähnte explizit den Qualcomm-Chip für den deutschen Markt. Das ist eine gute Nachricht.

Ziemlich großzügig ist Samsung auch mit dem RAM. Stolze 12 GByte verbaut Samsung nun in dem kleinen Flip 6. Das ist mehr, als so manches Notebook heutzutage hat und sollte ausreichend für den Alltag sein … beim Speicherausbau ändert sich hingegen in der Grundausstattung nichts. Es bleibt bei 256 GByte und optional 512 GByte. In jedem Falle wird der Akku größer und erreicht nun 4.000 mAh. Sofern Samsung die Spannung des Akkus nicht geändert hat, sind das grob acht Prozent mehr Kapazität.

Das Flip 6 gibt es in mehreren Farben. (Foto: Andreas Sebayang/Handyhase.de)

Ob das für längere Akkulaufzeiten ausreicht? Dazu machte Samsung keine Angaben. Auf der Homepage gibt es aber mittlerweile Angaben, die sich jedoch nur auf reinen Video- und Audio-Betrieb beziehen und bei 23 respektive 68 Stunden liegen. In der Praxis wirst Du das Telefon aber auch für andere Zwecke nutzen. Samsung spricht aber auch allgemein von einer erhöhten Akkulaufzeit.

Ein wenig der Akkuleistung wird wohl für das jetzt hellere Display draufgehen. Das klappbare Innendisplay steigt nämlich von 1.750 auf stolze 2.650 Nits. Diese sind über einen Boostmodus in den Helligkeitseinstellungen erreichbar. In der prallen Sonne dürfte das sehr praktisch sein. Allerdings durften wir das Flip 6 nur im Innenraum ausprobieren, der aber recht hell ausgeleuchtet war. Das Innendisplay kann wie gehabt mit 1 bis 120 Hertz angesprochen werden. Hier gab es beim Ausprobieren nichts auszusetzen.

Weiterhin gut sichtbar ist übrigens die Falz, an der das Display beim Zusammenklappen geknickt wird. Vor allem bei angewinkeltem Display wirst Du die Stelle als etwas heller wahrnehmen. Technisch lässt sich das wohl bisher nicht vermeiden. Man müsste schon in Abhängigkeit des Winkels das Display lokal dimmen. Schwierig.

Im ausgeklappten Betrieb musst Du hingegen schon in bestimmten Winkeln auf das Display schauen, um die Falz zu erkennen. Sie stört dann allgemein nicht.

Zum Außendisplay gab es bei der Veranstaltung kaum Angaben. Es ist aber ebenfalls hell genug. An den Displaygrößen hat Samsung nichts verändert.

KI-Funktionen überall

Kein neues Smartphone ohne ein paar hübsche KI-Funktionen. Das gilt auch für Samsungs Galaxy Z Flip 6. Wobei man hier sagen muss, dass dies nur temporär sein wird. Samsung sagte uns, dass viele Funktionen irgendwann auch für die Vorgänger-Serie kommen wird. Zumal manches eine Cloud-Anbindung benötigt. Es sind Funktionen der 6er-Serie, die später auf der 5er-Serie verfügbar sein werden.

Das gilt etwa für die Bearbeitung Deiner Selfies. Das Flip 6 macht auf Wunsch daraus ein Comic-Bild oder ein künstlerisch ansprechendes Bild. Dass es KI-generiert ist, merkt man dabei sofort. Aber das ist auch gewollt. Die Ergebnisse waren durchaus nett. Wer keine Bilder von sich mag, der hat eine ansprechende Alternative.

Demonstriert wurde außerdem auch eine Funktion, bei der die Kamera etwa den richtigen Ausschnitt auswählt, während Du Dich etwa vor dem Eiffelturm positionierst. Prinzipiell könntest Du das Bild freilich im Nachhinein beschneiden, aber der Komfort steigt natürlich, weil die Kamera Dir diese manchmal lästige Arbeit abnimmt.

Kritischer sind die mittlerweile üblichen Komplettmanipulationen zu sehen. Menschen, störende Stromleitungen und ganze Gebäude lassen sich austauschen, verschieben oder einfach löschen. Ob das dann noch ein Foto ist? Samsung ging bei der Veranstaltung immerhin auf die gesellschaftlichen Implikationen ein. Und wer weiß, vielleicht lässt Du in Zukunft doch lieber die Menschen vor einer Sehenswürdigkeit stehen, damit man Dir nicht vorwirft, ein KI-Foto aus dem Urlaub geschickt zu haben. Du könntest natürlich auch mehr Menschen hinzufügen, um das Foto „echter“ aussehen zu lassen.

Letztendlich haben die KI-Funktionen aber wenig mit dem Flip 6 zu tun, da sie auch für das Fold 6 kommen und mindestens die 5er-Serie damit irgendwann auch bedacht wird und von der Anfang des Jahres gestarteten Galaxy-S24-Serie bekannt sind.

Preise bleiben laut Samsung gleich

Betrachtet man die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP), dann ändert sich beim Galaxy Z Flip 6 preislich nichts. Der Einstieg liegt weiter bei 1.199 Euro mit 256 GByte Speicher und 12 statt früher 8 GByte Arbeitsspeicher. Ein deutlich günstigerer Einstieg als das Fold 6, das bei rund 2.000 Euro losgeht. Willst Du mehr Speicher haben, dann kostet Dich das Flip 6 1.319 Euro, das dann 512 GByte Speicher bietet.

Galaxy Z Lieferzeiten

Im letzten Jahr kam es bei einigen Modellen der Galaxy-Z-Flip- und -Fold-Reihe zu längeren Wartezeiten. Check unsere Übersicht mit den Galaxy-Z-Lieferzeiten, um auf dem Laufenden zu bleiben. 

Preislich ist natürlich zu beachten, dass das Flip 5 mittlerweile einen deutlich niedrigeren Straßenpreis hat. Zumal Unterschiede zwischen UVP und Straßenpreis bei Samsung auch nicht ungewöhnlich sind. Mit der Vorstellung des Flip 6 dürften die Preise des Flip 5 abermals sinken und sicher auch für so manches Tarif-Schnäppchen sorgen.

Ein erstes Fazit zum Galaxy Z Flip 6 im Test

Auch wenn es nur ein erster Eindruck ist: Das Galaxy Z Flip 6 gefällt uns im Hands-on recht gut. Wirklich etwas zum Meckern fanden wir nicht. Im Gegenteil, denn das Flip 6 ist definitiv ein guter Kandidat für ein kompaktes Smartphone. Durch seine Dicke beult es zwar etwas in der Hosentasche aus, aber bei Weitem nicht so störend wie das gewaltige Galaxy Z Fold 6.

Wenn Du kleine Smartphones auch schmerzhaft vermisst: Hier ist zumindest eine Alternative. Viele andere Möglichkeiten hast Du jedenfalls nicht, wenn Du einen High-End-Prozessor haben willst. Wir gehen zudem davon aus, dass das Flip 6 eine gute Nachfolge des Flip 5 sein wird. Schließlich hat Samsung an vielen Stellen im Detail nachgearbeitet. Dafür bleiben die großen Veränderungen aber weitestgehend aus. Am offensichtlichsten sind eigentlich nur das deutlich hellere Innendisplay und die 50-Megapixel-Kamera, für die aber selbst der neue Snapdragon 8 Gen 3 bisher nicht das optimale Tempo bietet.

Zusammen mit dem 12 MByte RAM bietet das Flip 6 State-of-the-Art-Rechenleistung.

7833e5ea60aa4bdab3712766a4d37bfd
Profilbild von Andy
Andy ist seit September 2023 ein kleines Teilzeit-Rädchen (Häschen?) im Handyhase-Team. Bereits seit 2005 ist er schon als IT-Journalist tätig und war mal Sysadmin. Er hat einen Hang zu sehr besonderen Themen und Gesellschaft. Durch viele Reisen sind aber auch das Thema Flug und Zug zum Spezialgebiet geworden, das er in anderen Publikationen abdeckt.
Beteiligte Autoren: Samuel

Kommentar verfassen

Hinweis: Beiträge werden vor Veröffentlichung von der Redaktion geprüft.
Name
E-Mail
optional, wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.