Alles Wissenswerte über die Satelliten-Notrufe

Satelliten-Kommunikation fürs Smartphone als neuer Lebensretter?!

Versorgungslücken im Mobilfunknetz könnten künftig mit Satelliten-Kommunikation reduziert werden. Nicht nur das iPhone 14 hat ein solches Feature an Bord, auch im Android-Sektor macht die Technologie Fortschritte.
Satelliten-Notruf des iPhone 14

Satelliten-Notruf des iPhone 14

Der neue Lebensretter: Notruf per Satellit

Tatsächlich hat Apple mit dem iPhone 14 das Wettrennen um das erste Smartphone mit Satelliten-Kommunikation nur knapp gewonnen. Die aktuellen iOS-Handys kamen Mitte September auf den Markt, zwei Wochen später folgte das Huawei Mate 50 mit ähnlicher Funktionalität. Allerdings klappt der SMS-Notruf per Satellit mit diesem Handy nur in China.

Das iPhone 14 kannst Du auch hierzulande benutzen, um Kurznachrichten mit diesem Verfahren zu versenden. Laut Apple wird die Notruf-SMS in 15 Sekunden übermittelt. Im Dickicht dauert es über eine Minute, im schlimmsten Fall findet das Handy keinen Satelliten. Außerdem ist das Feature auf vordefinierte Fragen, eine Standortübertragung und Antworten vom Notfalldienst beschränkt.

Satelliten-Kommunikation wird bald komplexer

Die Lösung steckt noch in den Kinderschuhen, Konzerne wie der Chipsatzspezialist Qualcomm arbeiten aber kontinuierlich an Verbesserungen. Letztgenannte Firma arbeitet für Snapdragon Satellite mit dem Satelliten-Netzbetreiber Iridium zusammen. Die wetterfeste Übertragung funkt im L-Band-Spektrum und kann Daten empfangen sowie senden.

Schon in der zweiten Jahreshälfte sollst Du Android-Handys mit Satelliten-Kommunikation erwerben können. Qualcomm verspricht, eine SMS in drei Sekunden über das Verfahren zu verschicken. Anstatt Textbausteine, wie es sie beim iPhone 14 gibt, sollen vollständige Nachrichten möglich sein. Die Hardware ist mit dem Chipsatz Snapdragon 8 Gen 2 kompatibel.

Was kosten die Satelliten-Notrufe?

Wie beim Mobilfunk gibt es bei der Satelliten-Kommunikation Netzbetreiber und Anbieter. Die Kosten können diese eigenständig festlegen. Allzu viele Smartphone-Angebote gibt es noch nicht. Das Unternehmen Bullitt hat aber schon eine Offerte im Gepäck. Der Dienst nennt sich Bullitt Satellite Connect. Er wird über GEO-Satellitenkonstellationen von Firmen wie Inmarsat realisiert.

Das Ganze betreut der Satelliten-Kommunikations-Anbieter Skylo. Der Service soll je nach Anzahl der SMS zwischen fünf und 30 Euro monatlich kosten. In der günstigsten Variante lassen sich 250 SMS versenden. Als erstes wird das Motoroly Defy unterstützt. Übrigens: Beim iPhone 14 sind die Notrufe per Satellit zwei Jahre lang kostenlos.

Profilbild von André
Mobilgeräte aller Art sind neben der Fotografie die große Leidenschaft von André. Diese Leidenschaft verbindet er seit 2008 mit einer weiteren Passion, dem Schreiben. Angefangen bei einem US-amerikanischen Android-Blog folgten eine Festanstellung bei einem Technik-Portal und Tätigkeiten bei diversen (Online-)Redaktionen. Mittlerweile selbstständig ist der gebürtige Pfälzer bestrebt, informative und unterhaltsame Artikel aus der Welt der Mobilfunkbranche bereitzustellen.
Kommentare (1)

Anne 13.01.2023, 21:05

Habe ich das richtig gelesen: lebensrettende Notrufe sollen Geld kosten? Angenommen man ist mitten im Nirgendwo verunglückt. Kein Empfang im Mobilfunknetz = keine Hilfe. Doch, wenn es per Satellit technisch möglich ist Hilfe zu rufen soll man dafür bezahlen? Das ist doch kriminell.

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