Musikflats für Handytarife im Vergleich: Welche lohnt sich wirklich?

Inzwischen gibt es bereits eine Menge Musikflats auf dem Markt. Die großen Mobilfunk-Provider haben auch schon ihre jeweiligen Angebote gestrickt und bieten zu vielen Tarifen eine Musikflat. Doch welche ist wirklich lohnenswert? Spotify/Deezer (Vodafone), Amazon Music Unlimited (o2) oder TIDAL (congstar)? Und was ist eigentlich mit der Telekom in Sachen Streaming-Option?

Wir haben recherchiert und stellen Dir hier die Stärken (und Schwächen) der Musikflats vor. Am Ende findest Du ein Fazit und eine persönliche Meinung, welche Musikflat wir wählen würden.
Musikflats Deezer Spotify Napster

Musikflats sind heute sehr beliebt, denn damit hat man Zugriff auf Millionen von Songs, muss aber keine CDs mehr kaufen. Die großen Mobilfunkprovider setzen jeweils auf einen anderen Dienst. Diese stellen wir Dir kurz vor.

Originalartikel vom 10.11.2017 – zuletzt aktualisiert am 20.03.2020:

Die Musikflats

Spotify (Vodafone)

  • Angebot: über 50 Mio. Songs
  • Tarife: buchbar in den Tarifen Red, Young, Smart, DataGo, Easy und IN
  • Apps: iPhone/iPad, Android
  • Testphase: 3 Monate
  • Mindestlaufzeit: Monatlich kündbar ab Ende der Testphase (nur über MeinVodafone möglich)
  • Besonderheit: Offline-Speicherung, exklusive Podcasts (u.a. Weich & Flauschig, Talk-O-Mat, Das allerletzte Interview)
  • Musikqualität: bis 320 kBit/s
  • Kosten: 9,99 € monatlich

Spotify ist der bekannteste Musikflat-Dienst. Die Musikqualität ist mit 320 kBit/s ziemlich hoch. Apps stehen für alle aktuell gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Beachte jedoch, dass das Streamen Deinem monatlichen Datenvolumen angerechnet wird. Ausschließlich im Vodafone Music Pass werden keinerlei Daten verbraucht (ausgenommen Cover, Lyrics und Canvas).

Deezer (Vodafone)

  • Angebot: über 56 Mio. Songs
  • Tarife: buchbar in allen Tarifen (auch in CallYa Prepaid)
  • Apps: iPhone/iPad, Android, Windows 10 Mobile
  • Testphase: bis zu 6 Monate (Red, Smart und DataGo L/XL)
  • Mindestlaufzeit: 1 Monat; monatlich kündbar
  • Besonderheit: Offline-Speicherung, Hörbücher & Podcasts, normale Abrechnung des Traffics, Deezer Family nur mit Vodafone Red+ buchbar
  • Musikqualität: bis 320 kBit/s
  • Kosten: 9,99 € monatlich
    • Vodafone Young: 5,99 € monatlich im ersten Jahr

Deezer ist der schärfste Konkurrent von Spotify und punktet vor allem mit seinem größeren Angebot. Knapp 56 Mio. Songs bedeutet etwa 5,8% mehr Auswahl als bei Spotify. Allerdings wird hier beim Streaming Dein Datenvolumen genutzt – genau wie bei der Spotify-Option. Deezer ist jedoch etwas günstiger im Vergleich zu Spotify, Apps sind auch für alle Betriebssysteme, einschließlich dem eingestellten Windows 10 Mobile, verfügbar. Die Qualität ist genauso hoch wie bei Spotify.

Insbesondere junge Leute, die den Streaming-Dienst ohnehin nutzen wollen, profitieren von der Deezer Young Musikflat bei Vodafone: Sie zahlen in den ersten 11 Monaten nach der einmonatigen Testphase nur 5,99 € monatlich.

Amazon Music Unlimited (o2)

  • Angebot: 60 Mio. Songs
  • Tarife: buchbar in allen o2-Postpaid-Tarifen der Free-Familie
  • Apps:  iPhone/iPad, Android
  • Testphase: 6 Monate
  • Mindestlaufzeit: 1 Monat; monatlich kündbar oder mit 24 Monaten Laufzeit
  • Besonderheit: Nur bei Neuabschluss oder Vertragsverlängerung buchbar, Offline-Speicherung, Hörbücher & Podcasts, Abrechnung über die Mobilfunkrechnung, Übertragung der Fußball Bundesliga & des DFB Pokals
  • Musikqualität: bis 320 kBit/s
  • Kosten: Die ersten 6 Monate für 4,99 € monatlich, danach 9,99 € monatlich

Der Streaming-Dienst von Amazon ersetzt das vorherige Angebot mit Napster Music. Im Gegensatz zu den Streaming-Optionen der anderen Provider ist das Angebot bei o2 ausschließlich bei Neuabschluss eines Tarifs oder bei der Vertragsverlängerung buchbar! Mit den Audio-Übertragungen inklusive Kommentaren der Fußball Bundesliga und des DFB Pokal ist das Angebot vor allem für Fußball-Fans interessant.

Bist Du bereits Amazon-Prime-Mitglied, gilt das Angebot im Rahmen des o2-Tarifs nicht.

TIDAL (congstar)

  • Angebot: 60 Mio. Songs
  • Tarife: buchbar im congstar Smart, congstar Allnet Flat, congstar Allnet Flat Plus
  • Apps:  iPhone/iPad, Android
  • Testphase: 6 Monate (congstar Basic S: 3 Monate)
  • Mindestlaufzeit: 1 Monat; monatlich kündbar
  • Besonderheit: 250.000 HD-Musikvideos inklusive, wird von bekannten Musikern (Jay Z, Beyoncé, Rihanna, Daft Punk) geführt, Interviews mit Newcomern & Top-Acts, Livestreams
  • Musikqualität: bis 320 kBit/s
  • Kosten: 8,99 € monatlich

TIDAL zeichnet sich vor allem durch seine exklusiven Titel aus, denn Künstler wie Jay-Z oder Rihanna – die auch zu den Anteilseignern des Dienstes gehören – veröffentlichen ihre Musik nur noch über diese Plattform.

congstar bietet in einigen Tarifen ein kostenloses Testabo für TIDAL über 6 Monate, danach ist der Dienst monatlich kündbar. Nach der Testphase gibt es den Streamingdienst 1 € monatlich günstiger als üblich. Zudem lässt sich hier nicht nur Musik streamen: Du kannst auch über 250.000 Musikvideos in HD-Qualität abrufen.

Im Standard-Profil wird mit bis zu 320 kBit/s gestreamt und somit auf Augenhöhe zur Konkurrenz. Du kannst aber auch kostenpflichtig auf TIDAL HiFi upgraden und über 46 Mio. Titel in HiFi-Qualität streamen. Zusätzlich kannst Du Dich für TIDAL Masters freischalten lassen, womit bis zu 1 Mio. Titel in Master-Qualität direkt aus den Tonstudios verfügbar ist. Wichtig: Dein Smartphone muss den MQA-Codec unterstützen! Lediglich LG unterstützt den MQA-Codec mit Geräten ab dem LG V30 sowie LG G7 ThinQ und neuer. Eine Liste weiterer (aktueller) MQA-kompatibler Geräte findest Du hier.

Einen Mehrwert bieten TIDAL HiFi oder TIDAL Masters unterwegs nur mit HiFi-tauglichen Kopfhörern, welche die Qualität auch entsprechend wiedergeben können.

Fazit: Entscheidend ist der eigene Anspruch

Willst Du am meisten sparen, dann ist Amazon Music mit einem der günstigeren o2-Tarife, beispielsweise dem o2 Free M oder Free Unlimited Basic eine gute Wahl. Willst Du Dich jedoch nicht an einen bestimmten Streamingdienst binden, auch andere Streaming-relevante Apps nutzen und hast das entsprechende Budget, dann stellt StreamOn der Telekom mit einem Magenta-Tarif die beste Alternative dar.

Durch StreamOn wird das über die Musikflat verbrauchte Datenvolumen nämlich nicht auf das monatliche Inklusiv-Volumen des jeweiligen Tarifs angerechnet. Seit dem Start von StreamOn hat die Deutsche Telekom die Partner-Dienste stark erweitert, sodass nahezu jeder größere Dienst für Musik-Streaming abgedeckt wird – auch inklusive TIDAL. Du musst jedoch bedenken, dass Du so zwar kein Datenvolumen mehr verbrauchst, aber im Gegenzug den regulären Preis für den jeweiligen Streaming-Dienst zahlen musst. Weitere Infos rund um die Telekom-Option findest Du in unserem StreamOn-Ratgeber.

Neben dem Platzhirsch Spotify ist Deezer sehr interessant für junge Leute in den Young-Tarifen von Vodafone, denn diese zahlen während der Mindestvertragslaufzeit nur 5,99 € monatlich – so günstig gibt es sonst keine Musikflat.

Lediglich TIDAL nimmt eine Sonderrolle ein mit der Möglichkeit, auf echte HiFi-Musik unterwegs wechseln zu können. Entsprechendes Equipment wie HiFi-fähiges Smartphone und vor allem HiFi-fähige Kopfhörer vorausgesetzt.

So oder so ist es wichtig, dass Du auf jeden Fall eine große Internetflat besitzt. Je mehr Datenvolumen, desto besser. Eine Stunde Musikstreaming verbraucht etwa 50 MB Datenvolumen bei guter Audiokompression. Bei 2 Stunden Musikgenuss am Tag würdest Du auf etwa 3 GB pro Monat kommen, dass Dir monatlich zur Verfügung stehen müsste. Hier gibt es drei Optionen: Entweder Du speicherst Deine Lieblingsmusik auf dem Handy, sodass kein Volumen verbraucht wird; Du nimmst einen großen Tarif mit über 2 GB Datenvolumen oder Du wählst einen Streaming-Dienst der mit Telekom StreamOn kompatibel ist.

Carsten
Redaktion Carsten

Kommentare (2)

Klusen 30.06.2019, 13:57

Bei Deezer habt ihr einen Rechenfehler drin. 53mio sind nicht 75% mehr als 40mio bei Spotify. Desweiteren denke ich, dass der Unterschied in der Realität nicht so hoch ist. Spotify hat vermutlich mittlerweile auch mehr, die 40mio sind glaub ich ne relativ alte Aussage.

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