Diese Apps helfen Dir weiter

Handy-Fasten & Digital Detox: Ist der Smartphone-Verzicht ein Trend – oder auch über die Fastenzeit hinaus eine gute Idee?

Im Trend: Handy-Fasten und Digital Detox. Oder, mit anderen Worten: Einfach mal abschalten, das Smartphone ignorieren, sich nicht ablenken lassen.

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Die digitale Entgiftung soll Stress abbauen und uns helfen, uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Speziell in der klassischen Fastenzeit.

Umso absurder, dass uns ausgerechnet Apps beim Handyfasten helfen sollen. Wir haben uns einige davon angeschaut und verraten, was hinter dem Smartphone-Verzichte und somit der Fastenzeit für das Handy steckt.

Handy-Fasten und Digital Detox – fast jeder Dritte ist motiviert?

Mit dem Aschermittwoch ist die jecke Jahreszeit und die Gelegenheit für Karnevalssprüche vorbei. Stattdessen steht die Fastenzeit an. 40 Tage Verzicht – in der heutigen Zeit soll sich das nicht nur aufs Essen beziehen. Handy-Fasten nennen es die einen, Digital Detox die anderen – und verzichten auf Smartphone, Tablet, Apps oder generell auf das Internet.

WDR2 Experiment: Handyfasten in der Familie

Spannendes Projekt: Der WDR begleitet eine Familie in diesem Jahr beim Handyfasten. Hier findet ihr die Infos:

  • Zum WDR2 Tagebuch

Smartphone-Fastenzeit = Smartphone-Verzicht?

Laut einer DAK-Studie steigt das Interesse am Thema Fasten in Deutschland generell an. Das betrifft nicht nur den Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten, sondern auch die digitale Enthaltsamkeit: Fast jeder Dritte (29 Prozent) der Befragten ist motiviert, auf die private Handy-, Internet- und Computernutzung in der Fastenzeit zu verzichten. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (21 Prozent).

Und auch Portale wie handysektor.de wirken mit, rufen regelmäßig zur Handy-Fastenkur auf. Aber es gibt auch Gegenstimmen: Noch Ende 2017 war im FAZ-Blog zu lesen, dass rund 38 Prozent gar nichts mit der digitalen Fastenzeit anfangen könnten.

Was steckt hinter dem Trend Handyfasten?

Doch was steckt hinter dem Trend Handy-Fasten? Echte Kontakte statt virtuelle Freunde, echte Kommunikation statt Gespräche zwischen zwei Bildschirmen. Rausgehen, statt drinnen hocken. Ihr versteht schon … Vor allem geht es aber auch um Stressabbau.

Stress, den die ständige Erreichbarkeit eben mitbringt.

Handy-Fasten: Apps für die digitale Entgiftung

Digitale Entgiftung, Digital Detox, das interessiert immer mehr Menschen. Kein Wunder, dass wir so manches Hilfmittelchen an die Hand bekommen, wenn wir es denn alleine nicht zu schaffen glauben. Absurd, dass die Unterstützung gerade von Handy-Fasten Apps kommt. Die blocken das Smartphone entweder für eine gewisse Zeit komplett, führen Buch über unser Nutzungsverhalten oder weisen uns regelmäßig darauf hin, mal abzuschalten.

App-Tipps für die digitale Fastenzeit

Die folgenden drei App-Tipps lohnen sich in der digitalen Fastenzeit.

Ganz charmant ist zum Beispiel die App Forest (Google Play, iTunes). Braucht ihr eine Auszeit, pflanzt ihr einen Baum. Verlasst ihr die App vorzeitig, geht der Baum ein. Haltet ihr euch an die selbst auferlegte Fastenkur, könnt ihr ganze Wälder erstellen. Die Entwickler versprechen: Für jeden virtuellen Baum wird ein Baum in der Realität gepflanzt. Rund 340.000 Bäume sind so angeblich bereits zusammengekommen.

Offtime (Google Play) funktioniert ganz ähnlich. Ihr legt im Vorfeld fest, welche Kontakte ihr blockieren und welche Apps ihr sperren wollt. Denn seid ihr bereit für eine Auszeit, könnt diese aber jederzeit abbrechen – jedoch nicht kurzfristig, Offtime gibt euch eine Minute Zeit und fragt dann noch einmal nach, ob ihr wirklich wieder online gehen wollt.

Auch App Detox (Google Play) schlägt in diese Kerbe, lässt euch jedoch eine Art virtuellen Fahrplan erstellen. Anhand von Nutzungsstatistiken könnt ihr festlegen, wie oft ihr eine App pro Woche öffnet oder wie häufig ihr diese täglich nutzt. Wer will, kann jetzt maximale Nutzungszeiten festlegen. Auch ein Bewegungsziel ist möglich: Erst, wenn ihr eine bestimmte Anzahl an Schritten zurückgelegt habt, könnt ihr die mit dem Ziel verknüpfte App nutzen.

Werbung, In-App-Käufe und kostenpflichtige Apps: Eigentlich geht es noch einfacher und vor allem mit nachhaltigem Effekt: Wir wäre es, mal ordentlich auszumisten und nicht benötigte Apps gleich zu deinstallieren. Vielleicht lassen sich so ja Messenger-Dienste zusammenstreichen, Social-Media-Konten entrümpeln oder (nervige) Push-Nachrichten deaktivieren.

Und klar, wer digital entgiften will, kann sein Smartphone jederzeit in den Flugmodus versetzen. Vorausgesetzt, ihr bleibt dann auch stark …

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Handy-Fastenzeit: Warum Verzicht?

Aber warum sollen wir in der Fastenzeit verzichten? Warum verordnen wir uns selbst die Handy-Fastenzeit? Die Hintergründe liegen im Christentum. Die Fastenzeit, in der evangelischen Kirche auch Passionszeit, beginnt in jedem Jahr am Aschermittwoch und dauert traditionell 40 Tage, bis zum Karsamstag. In der Fastenzeit sollen sich Gläubige an den Leidensweg Christi erinnern – und deshalb Verzicht üben. Erst zu Ostern endet die Fastenzeit – mit der Auferstehung Jesu.

Die 40 Tage Fastenzeit haben einen weiteren biblischen Hintergrund: Jesus verbrachte gemäß Neuem Testament 40 Tage fastend in der Wüste, kehrte im Glauben gefestigt zurück.

Handy-Fasten 2019: Ab wann?

Also, ab wann geht es los mit dem Handy-Fasten 2019? Aschermittwoch fällt in diesem Jahr auf den 6. März 2019. Und das Ende der Fastenzeit auf den 20. April 2019 (Karsamstag).

JahrHandy-Fastenzeit
20196.3.2019 bis 20.4.2019
202026.2.2020 bis 11.4.2020
202117.2.2021 bis 3.4.2021

Handy-Fastenzeit = 40 Tage?

Aufgepasst: Zwar dauert die Fastenzeit traditionell 40 Tage, doch so ganz passt das nicht, oder? Die Sonntage sind ausgenommen, denn dann wird der Auferstehung Christi gedacht. Streng genommen liegen zwischen Aschermittwoch und Ostern also mehr als 40 Tage.

Handy-Fasten Pro und Contra – und wie lautet eure Meinung?

Unserer Meinung nach kann Digital Detox durchaus sinnvoll sein, um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone (wieder) zu erlernen. Unserer Meinung nach sollte der Umgang mit dem Handy jedoch nicht an 325 Tagen exzessiv und an 40 Tagen gar nicht stattfinden. Viel wichtiger ist das gesunde Mittelmaß. Klar: In der Fastenzeit steigt das Bewusstsein, viele Nutzer sind bereit, Verzicht zu üben. Zum Starten müsst ihr aber nicht bis zum nächsten Aschermittwoch warten. Setzt euch erstmal kleine Ziele bei der digitalen Entgiftung.

Apple steuert ja mit Einführung des wöchentlichen Berichts über die Bildschirmzeit im Grunde genau in diese Richtung, eben nicht nur in der Fastenzeit.

Eure Erfahrungen mit der Handyfastenzeit

Jetzt seid ihr dran: Wie lauten eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema Handyfasten? Nutzt ihr die Fastenzeit? Startet ihr unabhängig vom Kalender gelegentlich eine Detox-Kur für euer Handy? Oder kommt ihr ganz ohne aus, seid mir eurem Handy-Konsum ganz zufrieden? Schreibt uns gerne, was ihr von der Thematik haltet, in die Kommentare.

Profilbild von Marleen
Die Technik- und Mobilfunk-Expertin Marleen ist bereits seit 2009 kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Branche. Nach dem Studium der Information- und Medientechnik absolvierte sie ein Volontariat bei einem großen Telekommunikationsmagazin und verblieb dort auch 9 Jahre. Bereits dort hatte sie ersten Kontakt mit Schnäppchen. Seit November 2017 ist Marleen als Chefredakteurin bei Handyhase.de tätig.

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