Wichtige Kündigungsfristen im Überblick

Kündigungsfrist im Handyvertrag – Das kannst Du bei verpasster Frist tun!

Gar nicht so einfach, an die Kündigungsfrist des Handyvertrags zu denken: Bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten ist eine Kündigung schnell mal vergessen. Zum Glück hat der Gesetzgeber mittlerweile nachgebessert.
Kündigungsfrist

Kündigungsfrist verpasst? Das ist gar nicht mehr so wild … (Bild: Pixabay @kaboompics)

Kündigungsfrist einhalten – und dann? Angebote kennen!

Du hast die Kündigungsfristen eingehalten und Deinen Handyvertrag rechtzeitig gekündigt.

Und wie geht es dann weiter? Am besten informierst Du Dich möglichst früh (im Idealfall noch vor der Kündigung) über aktuelle Angebote, zum Beispiel die besten Handytarife. Nur wer die aktuellen Preise kennt, kann die Vertragskündigung effektiv gestalten und eventuelle Rückholer-Angebote oder Deals zur Vertragsverlängerung einschätzen.

So klappt es dann auch mit besseren Konditionen, etwa mit viel Datenvolumen.

Kündigungsfrist im Handyvertrag: Neues Gesetz seit 2021

Das neue Telekommunikationsgesetz (TKG 2021) umfasst verschiedene Mobilfunk-Gesetzesänderungen. Dazu gehört seit 1. Dezember 2021 auch eine Anpassung der Kündigungsfrist im Handyvertrag.

Nach Ablauf der Mindestlaufzeit gilt eine Kündigungsfrist von nur noch einem Monat:

  • Bei Nicht-Kündigung verlängert sich ein Handyvertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit auf unbestimmte Zeit.
  • Du kannst monatlich kündigen.

Zuvor galt: Verträge verlängern sich um 12 Monate mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Das Ganze ist nun also deutlich verbraucherfreundlicher geregelt. Wer die Kündigungsfrist verschwitzt, ist nun nicht mehr für ein weiteres Jahr an seinen Provider gebunden, sondern verliert nur rund einen Monat.

Laut Verbraucherzentrale gilt die Neuregelung auch für Tarife, die vor dem 1.12.2021 abgeschlossen wurden, also für Altverträge.

Kündigungsfrist herausfinden und einsehen

Bei Vertragsschluss muss der Anbieter über Kündigungsfrist und Laufzeit des Handytarifs informieren. Laut §54, TKG 2021 gilt: Bei Vertragsschluss muss »die Laufzeit des Vertrages und die Bedingungen für seine Verlängerung und Kündigung« ersichtlich sein.

  • In der Regel findest Du Laufzeit und Kündigungsfrist in den Tarifdetails und dem Produktinformationsblatt. Speicher Dir diese Daten gegebenenfalls ab.
  • Über den Kunden-Login oder die App des Providers kannst Du die Kündigungsfrist bzw. das frühestmögliche Datum der Kündigung herausfinden und einsehen.
  • Auch auf der Handyrechnung findest Du Details zur Kündigung. Im Zuge der Transparenzverordnung wurde diese Information bereits 2017 verpflichtend. Übrigens genauso wie eine Angabe zu Deinem verbrauchten Datenvolumen.

Kündigungsfrist auf der Handyrechnung

Die Rechnung wird in der Regel online zur Verfügung gestellt (Kundencenter, E-Mail), sodass die Angabe der Kündigungsfrist vielleicht gar nicht auffällt. Mal ehrlich: Wer lädt die Rechnung monatlich herunter und speichert diese ab?

Kündigungsfrist verpasst: Automatische Verlängerung

Wer seine Kündigungsfrist verpasst, muss mit der automatischen Verlängerung des Handyvertrags rechnen. Seit 1.12.2021 erfolgt diese auf unbestimmte Zeit mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit.

Frist zur Kündigung verpasst: Das kannst Du tun

Bedeutet im Klartext: Es ist nicht mehr ganz so tragisch, die Kündigung zu vergessen. Solltest Du diese tatsächlich verpassen, kommst Du in vergleichsweise kurzer Zeit und mit relativ wenig finanziellem Aufwand aus dem Vertrag raus.

  • Alles, was Du tun musst, ist das nachträgliche Einreichen der Kündigung »zum nächstmöglichen Zeitpunkt«.

Dennoch solltest Du die passende Frist grob auf dem Zettel haben, denn nach Ablauf der Mindestlaufzeit gibt es bei automatischer (passiver) Vertragsverlängerung kein neues Handy dazu – im Gegenteil, die Grundgebühr kann sogar deutlich teurer werden (wenn Rabatte, die nur in den ersten 24 Monaten gewährt werden, entfallen). Wichtig ist, dass Du Deine Handyrechnungen oder Kontoauszüge im Blick behältst.

Besser fährt also, wer die Kündigungsfrist für den Handytarif ungefähr kennt und dann auch handelt.

Kündigungsfrist einhalten: So kündigst Du richtig

Wer seinen Handyvertrag fristgemäß beenden bzw. wechseln möchte, sollte die Kündigungsfrist einhalten.

Wie Du richtig kündigst, erfährst Du im jeweiligen Beitrag zu Deinem Anbieter, zum Beispiel hier:

Kündigungsfristen in Tarifen ohne Laufzeit

Bei Tarifen ohne Laufzeit ist es mit den Kündigungsfristen vermeintlich einfach. Du bist schließlich nicht für 24 Monate an Deinen Anbieter gebunden.

Wer jedoch punktgenau kündigen möchte, sollte auch dort einen genauen Blick ins Kleingedruckte werfen, denn es gelten unterschiedliche Kündigungsfristen:

  • Ein Monat zum Monatsende.
  • Ein Monat.
  • 14 Tage: Bei einer Kündigungsfrist von 14 Tagen kannst Du innerhalb von zwei Wochen kündigen.
  • 3 Monate ohne Laufzeit: Ehemals eine übliche Kündigungsfrist in vielen Drillisch-Tarifen.

Was bedeutet eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende?

Du kannst laut Provider mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende kündigen und möchtest jetzt herausfinden, was das genau bedeutet?

  • Ab Kündigungseingang verstreicht ein Monat, die Kündigung wird jedoch erst zum Ende des darauffolgenden Monats wirksam.

Beispiel: Du kündigst am 19. März, dann wird die Kündigung zum 30. April wirksam.

Kündigungsfrist 3 Monate ohne Vertragslaufzeit bei Drillisch (abgeschafft)

Klingt verwirrend und war es tatsächlich auch: Wer zwischen 2019 und 2021 einen Drillisch-Tarif ohne Vertragslaufzeit abgeschlossen hat, musste eine Kündigungsfrist von 3 Monaten in Kauf nehmen. Bedeutete, dass Du eben nicht monatlich kündigen konntest, sondern de facto eine Mindestlaufzeit von drei Monaten hattest. Und ab Kündigung drei Monate auf das Vertragsende warten musstest.

Mit der gesetzlichen Neuregelung der Kündigungsfrist wurde diese (unserer Meinung nach irreführende) Praxis abgeschafft.

Kurze Frist zur Kündigung von Prepaid Tarifen

Prepaidtarife kannst Du mit kurzer Frist kündigen. Für die Bearbeitungszeit im Falle einer Verzichtserklärung solltest Du einige Tage einplanen. Zugebuchte Optionen kannst Du gemäß der jeweiligen Laufzeit in der Regel zum Ende des Abrechnungszeitraums kündigen.

Details erfährst Du auch hier bei Deinem Provider. In der jeweiligen App des Providers siehst Du auf einen Blick, wie lange gebuchte Optionen gültig sind. Daraus ergibt sich dann auch der entsprechende Termin für die letztmögliche Kündigung der Option. Optionen verlängern sich meistens um 4 Wochen (28 Tage).

Tarif-Kündigung ohne Frist

Und zuletzt noch der Hinweis, dass es noch die vorzeitige Kündigung, das Sonderkündigungsrecht, gibt. In diesem Fall (falls spezielle Kriterien erfüllt werden) kommst Du ganz ohne Frist sofort aus dem Vertrag raus.

Spezialfälle bzw. Alternativen sind darüber hinaus Widerruf und Vertragspause.

Widerruf und Vertragspause statt Kündigungsfrist

Wer gerade erst einen Tarif frisch abgeschlossen hat, muss sich um eine Kündigungsfrist kaum Gedanken machen. Stattdessen gibt es hier die Möglichkeit des Widerrufs von Handyverträgen. Die Frist für den Widerruf ist jedoch kurz und an Bedingungen geknüpft. Dies kannst Du im Detail alles im Beitrag zum Thema Handyvertrag widerrufen nachlesen.

Sollte der Vertrag noch eine Weile laufen, dann gibt es noch die Möglichkeit, den Handyvertrag zu pausieren. Die Vertragspause ersetzt keine Kündigung, stattdessen wird der Tarif über einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt. Pausierst Du den Handyvertrag etwa für drei Monate, wird diese Zeit dann an den laufenden Vertrag hinten angehängt.

Das Ganze gibt es übrigens auch in Tarifen ohne Laufzeit, etwa als SIMon mobile Vertragspause, im CallYa Digital Tarif oder bei freenet FUNK.

Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben. Und Abschalten? Das geht am besten beim Waldbaden, Power Metal hören oder bei einer Runde Assassin’s Creed.

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