Motorola Edge 20 Pro im Test: Hat so viel Schönheit auch viel Technik?

Mit dem Motorola Edge 20 Pro will Motorola die kleine Erfolgsgeschichte der Edge-Familie in 2021 fortfĂŒhren - ob ihnen das gelingt erfĂ€hrst Du im Test!

Motorola Edge 20 Pro im Test - Artikelbild

Motorola Edge 20 Pro im Test

Technische Daten zum Motorola Edge 20 Pro

In aller KĂŒrze findest Du hier die wichtigsten Eckdaten zum neuen Motorola-Flaggschiff:

Einleitung: RĂŒckblick & Markteinordnung

Nachdem sich Motorola unter der Ägide von Lenovo vor ĂŒber einem Jahr dazu entschieden hat, wieder im Flaggschiff-Spiel mitzuspielen, wird die Edge-Familie in 2021 zu einer eigenen Reihe mit mehr als zwei Preispunkten. Das ist angesichts der weiterhin verfĂŒgbaren G- und E-Serien schon auch etwas fragwĂŒrdig, zumal die G-Serie dieses Jahr mit bislang sechs(!) neuen GerĂ€ten geradezu explodiert ist und zwischen 150 – 500 € (UVP: unverbindliche Preisempfehlung) alles besetzt.

Da muss sich Motorola die Frage schon gefallen lassen, warum Du eher zum Edge 20 statt zum Moto G100 greifen solltest. Das Motorola Edge 20 Lite hat wiederum den Vorteil, preislich genau zwischen Moto G60s und G100 zu liegen und damit irgendwie – zumindest aus PR-Sicht – eine Daseinsberechtigung zu haben. Das Motorola Edge 20 Pro, um das es hier nun gehen soll, macht mit 700 € (UVP) nochmal einen deutlichen Sprung in die oberen Preisregionen.

Motorola Edge 20 Pro im Test - RĂŒckseite

RĂŒckseite des Motorola Edge 20 Pro (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Allerdings merkst Du schon am Start-Preis fĂŒr dieses teuerste „normale“ Smartphone von Motorola (das Moto razr ist mal außen vor), dass es sich unter den inzwischen ĂŒblichen Preisspannen der TopgerĂ€te anderer Hersteller ansiedelt und eher mit einem Galaxy S21 als einem Galaxy S21 Ultra oder einem iPhone 12 Mini als einem iPhone 12 Pro Max verglichen werden will. Selbst dann, sind diese aktuell(!) immer noch ±70 € teurer als die UVP des Motorola Edge 20.

Motorola Edge 20 Pro im Test - Lieferumfang

Lieferumfang Motorola Edge 20 Pro (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Das hat natĂŒrlich GrĂŒnde: Motorola muss Boden gut machen, wenn es in den höheren Lagen wieder eine Rolle spielen will und das geht eben am Leichtesten ĂŒber den Preis. Das Motorola Edge und das Motorola Edge+ haben letztes Jahr positiv ĂŒberrascht und gute Presse eingefahren.

Anders & Neu: Die Unterschiede zum VorgÀnger

Was ist nun anders als zuvor? Gehen wir vom Offensichtlichen zum Detail. Motorola verzichtet tatsĂ€chlich auf ein gewölbtes Display und wölbt lediglich die Kanten der RĂŒckseite fĂŒr ein gutes HandgefĂŒhl. Das war ein Negativpunkt beim Motorola Edge & Edge+, der nicht nur fĂŒr ungewollte Eingaben sorgte, sondern auch die Knöpfe an der Seite unnatĂŒrlich weit nach hinten schob. Hier hatte man sich wohl zu sehr beim Huawei P40 Pro inspirieren lassen. Es scheint ĂŒbrigens so, dass Honor die Letzten sind, die das Memo hier noch nicht bekommen haben und z.B. die Magic3-Serie mit dem bislang gewölbtesten Bildschirm bringen.

Kein Kopfhörer-Anschluss mehr

Der Kopfhörer-Anschluss ist fort! Dieser bleibt dieses Jahr dem Motorola Edge 20 Lite vorbehalten und kommt vermutlich auch nicht zurĂŒck. Ebenso verschwunden ist der Fingerabdrucksensor unter dem Display, der aber auch wenig berĂŒhmt war und zu den schlechtesten seiner Sorte gehörte. Jetzt ist in allen drei Mitgliedern der Edge-20-Familie der Fingerabdrucksensor im Power-Knopf an der Seite, wie Du es z.B. von Sony-Xperia-Smartphones oder diversen GerĂ€ten aus Xiaomis Redmi-Lineup her kennen könntest.

RĂŒckschritt beim Akku?

Intern macht der Akku einen RĂŒckschritt von 5.000 mAh auf 4.500 mAh, der aber dank 30 Watt TurboPower (Schnelladetechnik) in ca. 30 Minuten zu 50% geladen ist (von 0%) und fĂŒr eine volle Ladung etwas ĂŒber eine Stunde in Anspruch nimmt. Kabelloses Laden sucht man indes vergeblich – Motorola hat keine Ladespule mehr verbaut. Das „30 W TurboPower“-Netzeil und ein USB-C-Kabel liegen allen Mitgliedern der Edge-20-Familie bei. Ebenso eine einfache, weiche KlarsichthĂŒlle, die fĂŒr den Schutz völlig ausreichend ist.

Neben der Schnelladetechnik von Motorola, bringt Android 11 auch noch Features mit, die das Leben des Akkus verlĂ€ngern sollen. Mit adaptiver Nutzung versucht das System den Akku nur je nach Aufgabe zu beanspruchen und nicht immer volle Leistung zu ziehen. Mit optimiertem Laden versucht das System, Deine persönliche Laderoutine zu erlernen, was natĂŒrlich sinnvoll ist, wenn Du eine Laderoutine hast – also z.B. immer wenn Du im (Home) Office an den Rechner gehst, steckst Du es ans Ladekabel. Außerdem gibt es einen Schutz vor Überladung, wenn das Smartphone lĂ€nger als drei Tage hintereinander nicht vom Strom getrennt wird.

Noch flĂŒssiger in der Handhabung

Der Bildschirm hat sich insofern nicht verĂ€ndert, als dass er ein 6,7-Zoll-OLED-Panel hat, das Full-HD+ Auflösung mitbringt. Seine Bildwiederholfrequenz konnte jedoch von 90 auf maximal 144 Hz hochgeschraubt werden, was fĂŒr Dich bedeutet, dass Inhalte noch flĂŒssiger unter Deinem Finger dahingleiten. Dem gegenĂŒber wurde die Abtastrate der Touch-sensitiven Schicht deutlich erhöht und scannt jetzt bis zu 576 Mal pro Minute die EingabeflĂ€che. Dadurch gibt es quasi keinen spĂŒrbaren Versatz mehr zwischen einem Touch und der Reaktion des Smartphones. Das ist natĂŒrlich auch besonders nĂŒtzlich, wenn das Motorola Edge 20 Pro als Trackpad herhalten soll. Dazu mehr im Abschnitt zu „Ready For“.

Motorola Edge 20 Pro - Display-Frequenz

In der Regel wirst Du das System entscheiden lassen, welche Frequenz (bis 120 Hz) der Bildschirm wann aufbringen soll, um den Akku nur wenn nötig zu beanspruchen. Du kannst ihn allerdings auch manuell dauerhaft auf 144 Hz stellen, musst dann aber mit einer kĂŒrzeren Akkudauer rechnen. Dank OLED-Technologie sind die Schwarzwerte hervorragend und die Farbwiedergabe im DCI-P3 Farbraum erstklassig. Mit HDR10+ Zertifizierung werden entsprechende Inhalte zum echten Hingucker und auch bei flachem Blickwinkel bleibt das Bild stabil ohne komische Farb- und/oder HelligkeitsverlĂ€ufe.

Design: Materialien & Verarbeitung

Wie schon erwĂ€hnt, wölben sich nur noch die Seitenkanten der RĂŒckseite beim Motorola Edge 20 Pro, die in Deutschland durch „Mitternachtsblau“ verschönert wird. Doch der Name wird dem Farbeffekt kaum gerecht: Das mattierte Glas schimmert je nach Lichteinfall in metallic-Blautönen, die sich zu den Wölbungen hin in kleine Prismen auflösen. Es ist damit fĂŒr uns im Test eine der schönsten GerĂ€terĂŒckseiten der letzten Zeit. Der Metallrahmen selbst ist auch passend eingefĂ€rbt und an allen Seiten abgeflacht.

Motorola Edge 20 Pro im Test - Mitternachtsblau

Farbeffekt der RĂŒckseite des Motorola Edge 20 Pro in Mitternachtsblau (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Dual-SIM, aber kein Hybrid-Slot

Auf der Oberseite findet sich eins von drei Mikrofonen, links der dedizierte Knopf fĂŒr den Google Assistant, rechts die LautstĂ€rkewippe und der An/Aus-Knopf mit integriertem Fingerabdrucksensor. An der Unterseite ist am Meisten los: Nano-SIM-Fach (Dual-SIM), USB-C-Anschluss, ein weiteres Mikro und der Mono-Lautsprecher sind hier verbaut. Das SIM-Fach kommt in Sandwich-Bauweise und ist kein Hybrid-Slot. Das bedeutet, im Motorola Edge 20 Pro kann keine microSD zur Speicherweiterung verwendet werden. Die 256 GB Speicherplatz sind damit auch das Limit, wie wir im Motorola Edge 20 Pro Test feststellen mussten.

Motorola Edge 20 Pro Test - Seitenansicht

Seite des Motorola Edge 20 Pro (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

WassergeschĂŒtzt, aber nicht wasserdicht

Das Motorola Edge 20 Pro ist nach IP52 spritzwassergeschĂŒtzt, ein Untertauchen verkraftet es aber dennoch nicht. Es hat nur eine Nanobeschichtung, die wasserabweisend wirkt und es so gegen Wasserspritzer, wie z.B. bei Regen schĂŒtzt. Richtig wasserdicht ist es jedoch nicht. Der Bildschirmrand um das 6,7″-pOLED-Display im 20:9-Format ist deutlich bemerkbar und z.B. mit denen an der aktuellen iPhone-Generation vergleichbar. Die Selfie-Kamera ist hingegen nur ein „Punch Hole“, also ein ausgestanztes Loch in der Mitte des oberen Bildschirmrandes. Auf Experimente, wie eine Selfie-Kamera unter dem Display verzichtet Motorola hier.

Motorola Edge 20 Pro Test - Unterkante

Unterkante des Motorola Edge 20 Pro (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Das grĂ¶ĂŸte Merkmal im Design ist natĂŒrlich ein großer Kamerabuckel auf der RĂŒckseite. Mit seinen drei Linsen – eine davon ein Tele-Periskop – Laser-Autofokus und Dual-Blitz, steht sie anderen aktuellen Objektivansammlungen auf Smartphone-RĂŒckseiten in nichts nach. Ob beim Oppo Reno6 Pro (Vorstellung fĂŒr Deutschland am 09.09.2021), OnePlus 9 Pro oder dem sehr krassen Beispiel Xiaomi Mi 11 Ultra – sie alle haben ihn.

Motorola Edge 20 Pro Test - Kamera

Triple-Kamera des Motorola Edge 20 Pro (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Die Hersteller wissen, das wir und Du gerne und schnell gute Fotos machen wollen, sind aber nicht bereit ihren Schlankheitswahn zu beenden. Warum sie den freien Platz bei einem entsprechend dickeren GerĂ€t (aber mit glatter RĂŒckseite) nicht mit mehr Akku und einer Ladespule ausstaffieren, erschließt sich uns nach wie vor nicht im Test. Aber es scheint fast so, als hĂ€tten sich alle darauf geeinigt, dass 4.500-5.000 mAh, in Kombination mit einer Schnelladetechnik, gut genug sind.

Motorola Edge 20 Pro Test - 30 W Netzteil

30 W TurboPower Schnellade-Netzteil und USB-C-Kabel (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Kameras: 3-in-1 fĂŒr maximale FlexibilitĂ€t

Kommen wir also zu der Technik hinter dem Buckel. Alle Beispielfotos des Motorola Edge 20 Pro im Test sind unbearbeitet und durch Anklicken in ihrer echten GrĂ¶ĂŸe ansehbar.

Hauptkamera

Motorola bleibt den bis zu 108 Megapixeln bei der Hauptkamera treu und setzt auf den Nachfolger von Samsungs Isocell-Chip aus dem Motorola Edge+ mit 0,7 ”m PixelgrĂ¶ĂŸe und einem Objektiv mit Blende f/1.9. Mit dieser weitwinkligen Hauptkamera besteht die Möglichkeit, am Ende 12-Megapixel-Fotos durch Pixel-Binning zu bekommen (9 Pixel werden zu einem verrechnet) oder mit der Ultra-Res-Funktion in der Kamera-App, Fotos mit voller Pixelzahl. HierfĂŒr wird ein Stativ empfohlen, weil der Bildprozessor fĂŒr eine solche Nativ-Aufnahme einen Moment benötigt. Das Besondere in 2021: Alle drei Smartphones der Edge-20-Familie haben diese Hauptkamera, auch das Lite.

Ultraweitwinkel-Makro-Kamera

Mit der gemischten Ultraweitwinkel-Makro-Kamera (119°/13 mm Brennweite) lassen im sich im Test sehr gute Panoramen einfangen, aber auch ganz nahe Objekte. Ihre 16 Megapixel machen sie zu einer brauchbaren Kamera, die sich deutlich von den 2-MP-Makro-Kameras abhebt, die auch Motorola in der Vergangenheit verbaut hat. Hier gefallen uns die Makro-Shots wirklich ausgesprochen gut. Sie ist mit Blende f/2.2 nicht ganz so lichtstark, wie die Hauptkamera, eignet sich also nur bedingt fĂŒr Aufnahmen bei wenig Licht. Hier ein paar Makro-Aufnahmen im Test (Weitwinkel-Shots findet ihr unten im Zoom-Vergleich als 0.5× Zoom):

Telefoto-Periskop

Das Telefoto-Periskop (126 mm Brennweite) kommt mit 8-Megapixel-Sensor und Blende f/3.4 – es ist also nur bei bestem Tageslicht gut nutzbar – aber sein Hauptfeature ist auch nicht seine LichtstĂ€rke, sondern der 5fach optische Zoom. Im VorgĂ€nger (und im Motorola Edge 20) ist nur eine dreifache optische VergrĂ¶ĂŸerung möglich.

Sein Linsensystem ist das Einzige mit optischer Bildstabilisierung. Du kannst hier mit dem Super Zoom sogar bis zu 50fach vergrĂ¶ĂŸern, aber alles ĂŒber 5fach ist rein digital und wird dementsprechend schlechter in der QualitĂ€t. Da hilft dann auch die K.I.-UnterstĂŒtzung nichts, wie unser Motorola Edge 20 Pro Test zeigt. Hier zwei Reihen mit den nativen Zoomstufen der drei Kameras, wie sie in der Kamera-App schnell auswĂ€hlbar sind, zum Vergleich:

Frontkamera

Bei der Frontkamera sorgen bis zu 32 Megapixel fĂŒr saubere Selfies mit oder ohne Portraitverbesserung (Weichzeichner). Auch hier hast Du die Wahl, Fotos in der nativen Auflösung zu schießen oder durch Quad-Pixel Pixelbinning 8-MP-Fotos zu erhalten. Mit der Gruppen-Selfie-Funktion wird im Grunde ein Panorama mit der Selfie-Kamera aufgenommen und mit der Dualaufnahme wird ein Foto aus zwei gleichzeitigen Aufnahmen von vorn und hinten zusammengesetzt. Die Motive erscheinen dann entweder untereinander oder Bild-in-Bild auf dem Foto. Insgesamt sind wir mit den Selfies im Test des Motorola Edge 20 Pro zufrieden gewesen.

Weitere Kamera-Modi im Test

Im Pro-Modus hast Du die volle Kontrolle ĂŒber Weißabgleich, Fokus, Belichtungszeit, ISO und kannst Dir das Ergebnis fĂŒr eine bessere Nachbearbeitung auch als RAW-Datei ausgeben lassen. NatĂŒrlich darf ein Nachtsicht-Modus und ein integrierter Dokumentenscanner nicht fehlen. Leider ist der Nachtmodus nicht sehr berauschend und kann mit den Platzhirschen Apple iPhone 12 Pro Max, Huawei Mate 40 Pro, Samsung Galaxy S21 Ultra oder Pixel 5 nicht mithalten. Aber sieh selbst:

Die BĂ€ume sind nur in ihren Umrissen durch die wenige Beleuchtung dahinter und darunter zu erkennen.

Unter den Videomodi sticht der Super-Zeitlupenmodus hervor, der – genĂŒgend Licht vorausgesetzt – mit 960 FPS „explosive Momente“ festzuhalten vermag. Dieser Modus war in unseren TestgerĂ€ten zwar schon wĂ€hlbar, lag aber noch nicht in seiner finalen Form vor, wie er auf den GerĂ€ten landen wird, die in den Handel kommen.

Ready For: Motorolas Desktop-Umgebung

Das Smartphone als Computer-Ersatz zu benutzen ist keine neue Idee und auch wenn wir heute eher an Samsung DeX oder Huaweis Desktop-Modus denken, wenn so ein Feature in Zusammenhang mit Smartphones genannt wird, war es Motorola, die ihren Android-Smartphones schon frĂŒhzeitig (2011, also vor zehn Jahren, ab dem Motorola Atrix mit Lapdock, siehe Video unten) zu so einem Feature verhalfen. Sie waren damit vermutlich einfach zu frĂŒh und nach zwei Besitzerwechseln geriet das in Vergessenheit.

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Ready For hat drei „Stufen“ der Nutzbarkeit. Zum Einen kannst Du den Bildschirminhalt gespiegelt auf jedem beliebigen Monitor darstellen (Monitor oder TV) oder aber das Edge 20 Pro mittels Software (Remote Desktop) von einem PC aus steuern.

Motorola Edge 20 Pro - Ready For Cable Box

Motorola Edge 20 Pro + Ready For Kabel Boxen (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Ready For war bislang schon mit Motorola Edge+ und Moto G100 kompatibel. Das Motorola Edge 20 Pro kann nun sowohl eine kabellose Verbindung via Miracast (beim TV) oder WLAN (beim PC) herstellen oder aber ĂŒber das beigelegte USB-C-auf-HDMI-Kabel mit jedem Bildschirm/TV verbunden werden.

Motorola selbst hat auch noch eine Halterung – das Ready For Adjustable Dock – die sich insbesondere fĂŒr die PC-Kopplung eignet und einen integrierten LĂŒfter hat. Das Dock liegt dem Moto G100 bei, wird aber leider derzeit nicht separat verkauft. Es kann auch ĂŒber ein reines USB-C-Kabel mit einem externen Bildschirm verbunden werden, dieses muss dazu videofĂ€hig sein.

Motorola Edge 20 Pro als Trackpad

Motorola Edge 20 Pro als Trackpad mit Ready For via Kabel am 4K-Monitor (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

Über Bluetooth lassen sich externe EingabegerĂ€te wie Tastatur, Mouse und Gamecontroller koppeln, die natĂŒrlich mit Android 11 oder höher kompatibel sein mĂŒssen. Die Android-Spiele selbst mĂŒssen natĂŒrlich auch Gamecontroller als SteuergerĂ€t zulassen.

Unsere eigenen Versuche im Test des Motorola Edge 20 Pro mit einem reinen, videofĂ€higen USB-C-Kabel und einem 4K-Monitor waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt. WĂ€hrend das selbe Kabel kein Problem damit hat, ein iPad Pro zu spiegeln, brach die Verbindung zum Motorola Edge 20 Pro bei der kleinsten Bewegung ab und ließ sich nicht so leicht wieder herstellen.

Mit dem beigelegten USB-C-auf-HDMI-Kabel gelang die Verbindung problemlos, allerdings weigerte sich unser Test-Setup Audio auszugeben, aber das kann an dem verwendeten HDMI-Switch liegen. Das beigelegte Kabel hat den Vorteil, einen Eingang fĂŒr das Ladekabel zu haben, so dass Du Das Motorola Edge 20 Pro gleichzeitig laden und im Großformatmodus betreiben kannst.

Ready For PC

Hiermit kannst Du auf demselben Bildschirm auf Deine Smartphone-Apps und Deine PC-Dateien zugreifen, die Du dann auch einfach zwischen beiden verschieben kannst. Außerdem lassen sich so Nachrichten am PC lesen & schreiben, die auf Deinem Smartphone ankommen. Das Motorola Edge 20 Pro wird dabei via IP angesprochen.

Bei „Ready For PC“ konnte das Motorola Edge 20 Pro im Test bis zur nativen 1440p-Auflösung des Test-PC-Monitors, seinen eigenen Desktop darstellen und blieb dabei flĂŒssig nutzbar, auch wenn mehrere Apps als Fenster geöffnet waren. Hier besteht neben der WLAN-Kopplung (super einfach dank QR-Code) auch die Möglichkeit, das GerĂ€t mit USB-Kabel an den PC anzuschließen, dann lassen sich die eingebauten Kameras auch als Webcam nutzen!

Motorola Edge 20 Pro - Ready For PC

Fazit zur Ready For PC Funktion

Was haben wir hier also nun erfahren? Wenn Du irgendwann wieder unterwegs bist und Deine Arbeit aus dem Home-Office ins echte Office tragen musst, weil ihr keine Lust mehr auf Zoom-Meetings habt, kannst Du – die richtige Verbindung vorausgesetzt – einfach etwas direkt vom Handy aus prĂ€sentieren. Oder Du ĂŒbernachtest in der Fremde und willst Dein YouTube und Dein Netflix auf dem Hotel-TV gucken. Ein stabiles Funknetz mit ausreichend oder unendlichem Datenvolumen oder ein brauchbares WLAN vorausgesetzt, geht das hiermit. Wenn der TV dann noch Miracast beherrscht, brauchst Du dafĂŒr nicht einmal ein Kabel.

Das Ding ist halt, man ersetzt von der Arbeitsperspektive her damit einen Desktop-Rechner, aber die Meisten Menschen (in Deutschland), die Remote arbeiten, haben heutzutage ja eh einen Laptop. Du brauchst fĂŒr echte ProduktivitĂ€t einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus, die maximal im Co-Working-Space herumstehen und dann auch nutzbar sind. MĂŒsste man die zusĂ€tzlich zum Motorola Edge 20 Pro immer mitnehmen, nur um seine PC-Ă€hnliche OberflĂ€che zu nutzen, wĂ€re ja nichts gewonnen. Auch wenn Dir alle Android-Apps zur VerfĂŒgung stehen, ist Ready For als Desktop-Ersatz – aus unserer Sicht – nur mal im Notfall, dann aber auch erstaunlich gut, nutzbar.

Exkurs Gaming

Wenn alle Apps laufen, dann natĂŒrlich auch Spiele. Hier war es naheliegend, ĂŒber die Android-Spielewelt hinauszuschauen und Cloud-Gaming mit dem Setup auszuprobieren und was sollen wir sagen: Cloud-Gaming ĂŒber Xbox Game Pass, mit gekoppeltem Xbox One-Controller war ein kleines Fest. NatĂŒrlich brauchst Du fĂŒr so einen Stunt ein stabiles und schnelles Netz mit entsprechendem 5G/LTE oder WLAN, aber selbst mit VDSL50 und Wi-Fi 5 vom Modem/Router traten keine Probleme auf und Lag war trotz der ganzen Funkverbindungen kaum spĂŒrbar.

Aufbau: 4K-Monitor ← HDMI—USB-C → Motorola Edge 20 Pro 〈〈 Bluetooth âŒȘâŒȘ Xbox One Game Controller || Motorola Edge 20 Pro 〈〈 Wi-Fi 5 âŒȘâŒȘ Modem/Router ← Internet (VDSL50) → Microsoft xCloud.

Fazit zum Motorola Edge 20 Pro im Test

Das Motorola Edge 20 Pro ist ein rundum gelungenes Smartphone zu einem sehr interessanten Einstiegspreis, der wahrscheinlich relativ schnell fallen wird.

Pro Kontra
‱ Updategarantie fĂŒr zwei Haupt-Releases von Android ‱ kein kabelloses Laden
‱ Dual-Nano-SIM mit Dual 5G ‱ keine Speichererweiterung
‱ 5G + WiFi 6 ‱ nicht wasserdicht
‱ Periskop-Tele mit 5x Zoom ‱ schlechter Nachtmodus
‱ OLED-Bildschirm mit 144 Hz ‱ nicht frei-belegbarer Button (fix fĂŒr Google Assistant)
‱ nah an purem Android ‱ kleinerer Akku als im VorgĂ€nger

Preis und VerfĂŒgbarkeit

Das Motorola Edge 20 Pro ist ab Mitte September zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699,99 € (ohne Vertrag), ausschließlich in der Farbe Mitternachts-Blau in Deutschland erhĂ€ltlich. Die zwei fĂŒr uns interessanteren Varianten sind leider bislang nicht angekĂŒndigt und bleiben anderen MĂ€rkten vorbehalten. Hier gĂ€be es noch blaues Kunstleder und eine schimmernd weiße „Iridescent Cloud“-RĂŒckseite.

Motorola Edge 20 Pro - Boxen

Motorola Edge 20 Pro + Ready For Kabel + Umverpackung (Foto: Handyhase.de/Michael Spieler)

weiterfĂŒhrender Link: Motorola-Produktseite

Profilbild von Michael
Schreibt freiberuflich fĂŒr ein paar Online-Medien. HĂ€lt nichts von einer Gadget-Monokultur, auch im eigenen Haushalt. Apple-Produkte spielen seit 2003 eine Rolle, Android-Erstkontakt war das Motorola Milestone Ende 2009. Ist studierter Geophysiker und versucht, den Blödsinn vom Wesentlichen zu trennen.

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