Unterschiede in der Technik erklärt

AVM Fritzbox im Vergleich: DSL- und Kabel-Boxen à la carte

Die Auswahl an Fritzboxen ist riesig! Kaum ein anderer Anbieter hat auch nur annähernd so viele verschiedene Router für alle Anschlussarten im Angebot. Wir geben Dir in diesem Vergleich eine grobe Übersicht.

Fritz!Box 7530 AX

Wer auch nur ein klein wenig mit aktueller Heimelektronik zu tun hat, wird den Namen „Fritz“ kennen. Früher im markanten Rot – heute rot-weiß – sind die Router namens „Fritzbox“ in allen Bereichen anzutreffen, in denen private Anwender und kleine Gewerbe ins Internet möchten.

Dabei bietet der Berliner Hersteller AVM Produkte vom günstigeren Einsteigerbereich bis hin zu hochpreisigen High-End-Geräten. Das Angebot umfasst sowohl WLAN-Router ohne Modem zum Anschluss an ein externes Modem als auch solche Router mit integriertem Modem für „xDSL“, „TV-Kabel“, „LTE“ und „Glasfaser“.

Fritzbox für DSL: Alles aus einer Box für Deinen Internetanschluss

Im Bereich der WLAN-Router, die sich auf die verschiedenen DSL-Geschmacksrichtungen verstehen, bietet AVM gleich einen ganzen Schwung an Geräten, von denen die Fritzbox 7530 mit rund 115 € die derzeit günstigste im Portfolio ist. Dafür gibt es Wi-Fi 5 mit knapp 900 Mbit/s bei 5 GHz und 400 im 2,4-GHz-Band. Gigabit-Ethernet liegt an vier Buchsen an. Software-seitig sind AVM Mesh und WPA3 dabei. Ein USB-3.0-Anschluss bringt Geräte wie externe HDDs ins lokale Netzwerk oder die Box per LTE-Stick ins Mobilfunknetz.

Eine Telefonzentrale für Festnetz sowie IP-Telefonie steckt ebenfalls im Gehäuse. Über den a/b-Anschluss (TAE/RJ11) kann ein analoges Telefon oder Fax angeschlossen werden. Die integrierte DECT-Basis bindet schnurlose Telefone und kompatible Smarthome-Geräte an. Das xDSL-Modem versteht sich maximal auf VDSL 2 mit bis 300 Mbit/s im Downstream.

Fritzbox-Oberklasse: 7590 auch weiterhin das Spitzenmodell

Fritzbox 7590 AX mit Wi-Fi 6

Die Oberklasse der DSL-Fritzboxen markieren das ehemalige und das aktuelle Spitzenmodell: Die Fritzbox 7590 und die Fritzbox 7590 AX. Beim neuen Fritzbox-Topmodell für xDSL-Anschlüsse 7590 AX fällt als erstes auf, dass die Fritzbox ein ganzes Stückchen zugenommen hat im Vergleich zum Vorgänger 7590.

Die Optik der Box bleibt beim aktuellen Design: weiß-rot und flach. Allerdings: Die neue Box ist ein Frischluft-Fan. So sind die Lüftungsschlitze an der Oberseite größer geworden. Die Seitenteile sind nun auf beiden Seiten vollständig durchbrochen.

Die Anschlüsse im Vergleich

Wenig geändert hat sich in Sachen Anschlüsse: je einmal DSL und Gigabit-WAN, vier Gigabit-Ethernet-Buchsen, zweimal RJ11 für analoge Telefongeräte und eine TAE-Buchse sowie einmal ISDN-S0. Dazu kommen noch zwei USB 3.0 Anschlüsse.

Die wohl wichtigste Änderung des neuen Top-Modells ist der WLAN-Part der Box. Der versteht sich jetzt auf IEEE 802.11ax (Wi-Fi 6) und soll bis 2400 Mbit/s im 5 GHz Band erreichen. Dafür ist die neue Fritzbox mit einem 4×4 Antennenarray ausgestattet. Bei 2,4 GHz sollen bis zu 1200 Mbit/s drin sein.

Fritzbox-Vergleich für DSL-Anschluss

Eigentlich hat die Fritzbox 7590 AX alles an Bord, was im Heimnetzwerk glücklich macht. Eines fehlt ihr allerdings: Im Gegensatz zur Fritzbox 6660 Cable hat die neue 7590 AX keinen Ethernet-Anschluss spendiert bekommen, der mehr als Gigabit-Ethernet liefert. So bleibt es beim Zugriff auf Netzwerkspeicher und bei der internen Kommunikation trotz schnellem WLAN bei maximal einem Gigabit an Geschwindigkeit.

Die aktualisierte Fritzbox 7590 AX ist wechselt im Handel aktuell für 269 € Preisempfehlung den Besitzer. Der fast identisch ausgestattete Vorgänger kostet aktuell noch rund 230 € im freien Handel.

Kabel-Fritzboxen: Die Lösung für Kabelanschlüsse

AVM Fritzbox 6660 Cable

Eines der Topmodelle der Serie: Die Fritzbox 6660 Cable von AVM. (Bild: AVM)

Fast schon einsam auf dem Markt ist es für die Fritzboxen im Bereich der Kabel-Modems. Hier konkurriert AVM nur mit den von den Providern gestellten Geräten. Das derzeit günstigste Modell von AVM ist die Fritzbox 6490 Cable, die als Gegenwert zum Straßenpreis von rund 150 € Wi-Fi 5 mit bis zu 1300 Mbit/s im 5-GHz-Band, vier Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und zwei USB-2.0-Buchsen mitbringt. Mit aktuellster Firmware wird das WLAN mit WPA3 abgesichert.

Eine Telefonzentrale samt DECT ist integriert. Kabelgebundene Telefone werden über die ISDN-S0-Buchse und zwei a/b-Anschlüsse (TAE/RJ11) verbunden. Beim TV-Kabel versteht sich der Router auf DOCSIS 3.0 und erreicht maximal 500 Mbit/s im Downstream. Damit eignet sich die 6490 Cable nicht für aktuelle Gigabit-Anschlüsse.

Top-Fritzboxen für den Kabel-Anschluss: Fritzbox 6660 Cable

Die aktuellen Top-Modelle der Kabel-Fritzboxen sind die Fritzbox 6660 Cable und die „Fritzbox 6591 Cable“. Vom Grundsatz her machen beide das Gleiche: Sie stellen die Internetverbindung über das Kabelnetz her und dienen als WLAN-Router mit DECT-Telefon- und Smarthome-Basis. Im Detail unterscheiden sich beide jedoch deutlich.

Das beginnt bereits beim Design: Die ältere 6591 Cable steckt im gleichen eckigen Gehäuse wie ihre Vorgängerin 6590 Cable und steht aufrecht. Ganz anders die 6660 Cable. Sie hat das Gehäuse der aktuellen DSL-Boxen und schmiegt sich sanft geschwungen flach auf ihre Unterlage. Beim Bezug direkt vom Hersteller beziehungsweise über den freien Handel strahlen beide Boxen schneeweiß mit roten Akzenten. Jeweils fünf LED geben Auskunft über den Betriebsstatus.

Welcher Kaufgrund für welche Kabel-Box?

Die Unterschiede im Design mögen zwar über die Akzeptanz im Haushalt entscheiden, doch der eigentliche Kaufgrund sollte die Ausstattung sein. Die Gemeinsamkeiten: Beide Boxen verstehen sich auf alle hierzulande gängigen Kabel-Standards von DOCSIS 1 über EuroDOCSIS 3.0 bis hin zu DOCSIS 3.1, womit beide für die derzeit schnellste Ausbaustufe bis 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und auch für künftig noch höhere Bandbreiten geeignet sind. AVM gibt hier derzeit 6 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) als Maximum an. Ebenso bringen beide Fritzboxen jeweils vier Gigabit-Ethernet-Anschlüsse mit.

Den TV-Anteil des Kabel-Signals streamen beide Kabel-Router via SatIP-Implementierung an geeignete Empfänger wie die AVM FritzTV-App für Android und iOS oder per Playlist an den plattformübergreifend nutzbaren Mediaplayer VLC. Die Boxen können dank vier Tunern bis zu vier gleichzeitige Streams stemmen. Eine DECT-Basis für Telefonie und Smarthome ist selbstredend ebenso dabei.

FRITZ!OS 7.20 für FRITZ!Box Cable

Auch die Cable-Versionen der Fritzboxen arbeiten mit Fritz!OS als Betriebssystem. (Bild: AVM)

Unterschiede der beiden Kabel-Fritzboxen liegen im Detail

Die 6660 Cable bringt mit, was Early Adopter glücklich macht: Wi-Fi 6 und 2,5-Gigabit-Ethernet. Über das WLAN-Modul sollen Anwender bis zu 2,4 Gbit/s im Band bei 5 GHz erreichen. Anders bei der 6591 Cable: Ihr Wi-Fi-Chip steht bei Version 5 und unterstützt entsprechend die Standards bis 802.11ac. Anwender sollen bis zu 1,7 Gbit/s im 5-GHz-Band erreichen. Weitere Unterschiede gibt es bei den Telefonfunktionen.

Die 6591 Cable bietet neben zwei analogen Anschlüssen – einmal als TAE kombiniert mit RJ11, einmal als reiner TAE-Anschluss – einen ISDN-S0-Port. Die 6660 Cable muss mit lediglich einem Anschluss für analoge Telefone auskommen. Eine ISDN-S0-Buchse fehlt ganz. USB hat die 6660 einmal in Version 2.0 an Bord. Die 6591 wartet mit zwei Buchsen auf und unterstützt USB 3.0.

Preise für Fritzbox 6660 Cable und Fritzbox 6591

Die 2020 gestartete Fritzbox 6660 Cable ist derzeit zu einem Straßenpreis von etwa 220 € zu haben und damit etwas günstiger als die Preisempfehlung des Herstellers von 229 €. Die Fritzbox 6591 liegt im freien Handel bei zum Teil deutlich über 235 €. Hersteller AVM empfahl zum Marktstart im Mai 2019 einen Preis von 269 €.

Profilbild von Jan
Jan Rähm ist freiberuflicher Wissenschafts- und Technikjournalist. Von Berlin aus beliefert er vor allem öffentlich-rechtliche Hörfunksender in Deutschland und Österreich, außerdem Tageszeitungen und Fachmagazine – online wie offline, national wie international. https://jan.raehm.de

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