AVM im Überblick: Heimnetzwerk „Made in Germany“

Wer in Deutschland über DSL und andere Techniken ins Internet gehen will, kommt an einem Namen kaum vorbei: AVM. Das Berliner Unternehmen ist hierzulande unangefochtener Marktführer für WLAN-Router, hat aber auch noch viele weitere Produkte im Portfolio.
AVM im Überblick: Heimnetzwerk „Made in Germany“

Bild: AVM

Der Berliner Router-Hersteller AVM ist für seine „Volksboxen“ bekannt, doch wie kam es zu der Gründung und was macht AVM eigentlich so?

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Wer ist AVM?

Heute würde man sie StartUp nennen: Die vier Studenten Johannes Nill, Peter Faxel, Ulrich Müller-Albring und Jörg-Detlef Gebert taten sich 1986 zusammen und gründeten ein Unternehmen, das bessere Kommunikation ermöglichen sollte. Um ISDN ging es damals in den späten 90ern. Aus der „Studentenbude“ wurde im Laufe der Jahre der Marktführer in Sachen Produkte für den Breitbandanschluss und das digitale Zuhause. Im Jahr 2020 erreichte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 580 Millionen Euro. Das Kürzel AVM steht übrigens für „Audio-Visuelles Marketing “.

Mit den ISDN-Karten für PCs feierte AVM seine ersten Erfolge. Der große Durchbruch gelang dann mit der Fritzbox. Die stellte AVM am 18. März 2004 im Rahmen der Computermesse CeBIT in Hannover erstmalig vor. Diese erste Fritzbox bot ein DSL-Modem mit integriertem Router, zwei LAN-Anschlüsse und einen USB-Port. Die damals maximal erreichbare Datenübertragungsrate am DSL-Anschluss lag bei mageren 8 Mbit/s im Downstream und 1 Mbit/s im Upstream. Schon bald darauf präsentierten die Berliner weitere Modelle, die die heute bekannte Ausstattung begründeten: Die Fritzbox Fon mit integrierter Telefonanlage für Festnetz- und IP-Telefonie sowie die erste Fritzbox mit WLAN.

AVM im Überblick: Heimnetzwerk „Made in Germany“

Bild: AVM

Nach über 30 Jahren hat AVM seinen Firmensitz nach wie vor in Berlin, wo weiterhin alle Fritz-Produkte entwickelt werden. Produziert werden Fritzbox & Co nach Aussage des Unternehmens mit Fertigungsschwerpunkt in Europa, vor allem in Deutschland, Polen und Ungarn.

Erfolgsmodell Fritzbox

Heute hält das Produktportfolio von AVM für nahezu jedes Anwendungsszenario daheim und in kleinen Büros ein passendes Produkt bereit. Die Fritzboxen verstehen sich auf DSL, TV-Kabel, Glasfaser-Anschlüsse sowie Mobilfunk. Ohne Modem gibt es Fritzboxen ebenfalls.

AVM im Überblick: Heimnetzwerk „Made in Germany“

Bild: AVM

Aktuelles Top-Modell im Bereich „DSL“ ist die „Fritzbox 7590 AX“ für xDSL-Anschlüsse, die den jüngsten WLAN-Standard AX alias „Wi-Fi 6“ unterstützt. An Internetanschlüssen via TV-Kabel gibt es de facto zwei Top-Modelle. Die an Anschlüssen besser bestückte „Fritzbox 6591 Cable“ und die mit dem moderneren WLAN ausgestattete „Fritzbox 6660 Cable“ mit Wi-Fi 6. Diesen WLAN-Standard unterstützt auch das Top-Modell für den Glasfaser-Anschluss „Fritzbox 5530 Fiber“. Eine Wachablösung findet gerade im Bereich Mobilfunk statt. Das etablierte Top-Modell „Fritzbox 6890 LTE“ wird in den nächsten Wochen durch die neue „Fritzbox 6850 5G“ ergänzt, die sich auf den Mobilfunk der fünften Generation versteht und 5G-Bandbreiten von bis zu 1,3 Gbit/s ermöglichen soll.

AVM-Heimvernetzung per Funk und mehr

Damit endet die Heimvernetzung natürlich noch nicht und so offeriert AVM auch WLAN-Repeater zur Vergrößerung drahtloser Netzwerke wie das aktuelle Spitzenmodell „Fritz Repeater 6000“ mit Wi-Fi 6 und 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss, WLAN-USB-Adapter für stationäre wie mobile Rechner wie den „Fritz WLAN Stick AC860“ und Powerline-Adapter wie „Fritz Powerline 1260E“ und „Fritz Powerline 1240E“ für örtliche Gegebenheiten, wo weder Funk noch Netzwerk-Kabel in Frage kommen.

Eine Besonderheit im Netzwerk zeichnen Fritzboxen, Fritz Repeater und Fritz Powerline seit einiger Zeit aus: Hersteller AVM hat ein smarte Netzwerk-Verkehrssteuerung unter dem Namen „WLAN Mesh“ integriert. Dabei koordiniert eine Zentrale – meist eine Fritzbox – die unterschiedlichen Access Points und angeschlossene WLAN-Geräte. Die Verbindung zwischen Zentrale und den weiteren Netzwerk-Komponenten kann über WLAN, Powerline oder über Netzwerkkabel erfolgen. Für im WLAN angemeldete Geräte macht das keinen Unterschied, denn die Fritzbox lenkt den Datenverkehr und leitet die angemeldeten Endgeräte automatisch zu dem WLAN-Zugangspunkt, der gleichzeitig den besten Empfang und das gerade am besten geeignete Frequenzband bietet. Dabei unterstützt AVM auch das unterbrechungsfreie Weiterverbinden von einem zum anderen Netzknoten, das sogenannte „Wireless Roaming“.

AVM im Überblick: Heimnetzwerk „Made in Germany“

Bild: AVM

Smartes Zuhause, Telefone, Apps von AVM

Auch im Segment „Smarthome“ mischen die Berliner seit einigen Jahren mit. Auf Basis der DECT-Technologie lässt sich die Fritzbox über den besonders energieeffizienten Standard DECT-ULE mit AVM-Smarthome-Produkten wie Heizungsthermostate („Fritz DECT 301“), smarten LED-Glühlampen („Fritz DECT 500“), Steckdosen („Fritz DECT 200“) und Schaltern „Fritz DECT 440“) sowie einigen anderen – dank HAN-FUN-Unterstützung auch Hersteller-fremden – Sensoren und Aktoren vernetzen.

Über DECT funken auch die zahlreichen Schnurlos-Telefone von AVM. Dabei sind die Fritzfon-Modelle wie das Spitzenmodell „FritzFon C6“ integraler Bestandteil des AVM-Heimnetzes. Sie steuern die Fritzbox und das angeschlossene Netzwerk, dienen als Fernbedienung für angeschlossene DECT-ULE-Aktoren wie Steckdosen, Heizkörperregler oder LED-Lampen. Außerdem können zumindest die Top-Modelle Live-Bilder von Türsprechanlagen empfangen und die dazugehörige Tür auch öffnen.

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Bild: AVM

Beim heimischen DECT-Telefon ist noch nicht Schluss. Auf Smartphones mit iOS und Android ist AVM mit zahlreichen Apps präsent. Die „MyFritzApp“ gibt Nutzerinnen und Nutzern Kontrolle über das heimische Netzwerk. Überblick und Kontrolle über das eigene WLAN ermöglicht die „FritzApp WLAN“. Als sogenanntes Soft-Phone, also Software-basiertes Telefon, meldet die „FritzApp Fon“ das eigene Smartphone als Telefon an der Fritzbox an und kann so auch Anrufe über das Festnetz entgegennehmen und führen. Jüngste App aus dem Hause AVM ist die „FritzApp Smart Home“. Mit ihr bekommen Nutzerinnen und Nutzer Einblick ins eigene smarte Zuhause und können sehen, wie warm oder kalt es ist und an welcher Steckdose wie viel Energie gezogen wird. Steuern lassen sich die Aktoren über die App natürlich auch.

Auf unserer Übersicht, findest Du zahlreiche Festnetz-Tarife, zu denen eine Fritzbox von AVM sehr gut passt.

Profilbild von Jan
Jan Rähm ist freiberuflicher Wissenschafts- und Technikjournalist. Von Berlin aus beliefert er vor allem öffentlich-rechtliche Hörfunksender in Deutschland und Österreich, außerdem Tageszeitungen und Fachmagazine – online wie offline, national wie international. https://jan.raehm.de

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