Tethering: Das Smartphone als Modem nutzen und das Datenvolumen mit Anderen über WLAN, USB oder Bluetooth teilen

Tethering ist mittlerweile in den meisten Mobilfunkverträgen inklusive. Was Tethering genau ist, wie Du es nutzen kannst und worauf Du dabei achten musst, erfährst Du in diesem Artikel!

tethering

Was ist Tethering?

Mittels Tethering stellt ihr eine Verbindung zwischen eurem Smartphone und einem weiteren Gerät, etwa einem Laptop, einem Computer oder einem Tablet her, und nutzt euer Handy, um mit diesem Gerät ins Internet zu gehen. Auch mit einem extra WLAN-Router ist das möglich.

Damit ist ein Surfstick und die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten eines Datentarifs nicht mehr nötig. Auch bei einem Ausfall des heimischen DSL-Anschluss lohnt sich diese Funktion.

Der Ausdruck Tethering leitet sich dabei aus dem Englischen to tether ab und bedeutet anbinden oder anleinen – eben eine Verbindung herstellen.

Wie funktioniert Tethering?

Alle aktuelleren Smartphones unterstützen Tethering prinzipiell. Konkret kannst Du Tethering bei folgenden Betriebssystemen und Versionen nutzen:

  • iOS 4.3 oder aktueller
  • Android 2.2 oder aktueller
  • Windows Phone 7.5 oder aktueller
  • Blackberry OS 7.1 oder aktueller

Auch mit unbekannteren Smartphone-Betriebssystemen, z.B. Symbian, kann Tethering (meistens über downloadbare Apps) genutzt werden.

Tethering-Verbindung einrichten

Ihr wollt einen mobilen Hotspot einrichten? Das ist im Prinzip mit jedem aktuellen Smartphone mit iOS-, Android- oder Windows-Betriebssystem möglich. Ältere Handys benötigen gegebenenfalls spezielle Apps. Smartphones ab Android 4.01 bringen jedoch grundsätzlich eine Tethering-Unterstützung mit.

Um eine Verbindung einzurichten, ruft ihr in den Einstellungen die Netzwerkverbindungen auf. Je nach Handy-Version sind diese Punkte unterschiedlich benannt, ihr findet den richtigen Menüpunkt zum Beispiel unter »Tethering & Netzwerke«, »Drahtlos und Netzwerke« und »Tethering & mobiler Hotspot«.

Dort findet ihr verschiedene Möglichkeiten, die Tethering-Verbindung herzustellen.

Tethering per mobilem WiFi-Hotspot / Smartphone

Die einfachste und wohl bekannteste Möglichkeit ist die Einrichtung eines WiFi-Hotspots. Dazu vergebt ihr einen Netzwerknamen und wählt ein Sicherheitszertifikat aus. Wichtig: Nutzt zu eurer Sicherheit unbedingt ein verschlüsseltes Netzwerk und richtet ein Passwort ein.

Mehr ist gar nicht notwendig: Nach dem Speichern der Einstellungen geht ihr an das Gerät, an dem eine Internetverbindung hergestellt werden soll. In den Netzwerkverbindungen findet ihr einen neuen Eintrag, nämlich den von euch zuvor eingerichteten Netzwerknamen. Wählt diesen aus und stellt die Verbindung her. Gegebenenfalls müsst ihr noch das von euch vergebene Passwort eintragen.

Solange ihr mit diesem Netzwerk verbunden seid, greift ihr auf das mobile Datenvolumen eures Smartphones zurück, über das ihr den Hotspot eingerichtet habt. Da Smartphones jedoch nur über ein einziges WLAN-Modul verfügen, könnt ihr nicht zeitgleich den WiFi-Hotspot nutzen und per Handy in einem weiteren WLAN surfen (Achtung: WLAN-Netz verschlüsseln!). Das würde allerdings auch nicht allzuviel Sinn ergeben. Denn steht ein WLAN-Netz zur Verfügung, könnt ihr euch den Umweg über den mobilen Hotspot ohnehin sparen.

Übrigens: Die Neu-Einrichtung am Handy ist nur einmalig notwendig. Ihr könnt also beliebig oft auf den mobilen Hotspot zugreifen.

Bluetooth-Tethering

Per Bluetooth-Tethering nutzt ihr das Datenvolumen eures Handyvertrags an einem weiteren Gerät, das natürlich über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügen muss.

Üblich ist Bluetooth zum Beispiel, wenn ihr euer Datenvolumen an einem zweiten Handy verbrauchen wollt, ohne die SIM-Karten auszutauschen. Ihr könnt per Bluetooth aber auch Tethering an einem Tablet nutzen oder an einem Computer, der über keine WLAN-Karte verfügt – Bluetooth-Empfänger lassen sich ja recht einfach über den USB-Anschluss des Computers nachrüsten.

Aktiviert für die Einrichtung an beiden Geräten (Handy, Tablet, Computer oder Laptop) Bluetooth. Die Einrichtung funktioniert ansonsten wie im oberen Abschnitt beschrieben. Wählt in jedem Fall den Eintrag Bluetooth-Tethering aus und folgt den Anweisungen.

Tethering per USB-Kabel

Ihr ahnt es bereits: Tethering per USB-Kabel funktioniert wie oben beschrieben. Nur dass ihr statt einer Bluetooth-Verbindung ein Kabel verwendet. Insbesondere am Computer oder Laptop kommt diese Form des Tetherings zum Einsatz. Allerdings ist die Einrichtung nicht ganz einfach, denn je nach Handymodell und Computer-Betriebssystem benötigt ihr gegebenenfalls zusätzliche Treiber.

Was ist beim Tethering zu beachten?

Grundsätzlich ist es beim Tethering besonders wichtig, dass Du einen geeigneten Datentarif mit ausreichend Datenvolumen hast, da z.B. Internetseiten auf Laptops und Rechner normal und nicht in der mobilen Version geladen werden – der Datenverbrauch kann hier also enrom hoch sein. Selbiges gilt auch für Updates und Downloads, auf die Du beim Tethering im besten Fall verzichtest.

Da das Smartphone beim Tethering zum mobilen HotSpot wird und als Modem fungiert, musst Du auch auf die Sicherheit der Verbindung achten. Diese solltest Du mit einer Verschlüsselung über den WPA2-Standard schützen und ein Passwort festlegen.

Vergiss außerdem nicht, ein Auge auf den Akkustand Deines Handys zu haben – beim Tethering wird recht viel Akku verbraucht.

Tethering: Achtung bei der Datenautomatik!

Achtet beim Tethering unbedingt auf euer Datenvolumen. Gerade wenn ihr euer Handy als Hotspot für den Computer oder das Notebook nutzt, können schnell hohe Datenmengen im Hintergrund (etwa bei Downloads oder Updates) verbraucht werden. Falls ihr einen Handyvertrag mit Datenautomatik nutzt, kann das schnell ins Geld gehen!

Wenn ihr nur wenig Datenvolumen zur Verfügung habt, solltet ihr eure Surfgewohnheiten entsprechend anpassen und etwa beim Video-Streaming die Qualität reduzieren.

Beachtet auch: Euer Handy verbraucht beim Tethering ordentlich Energie. Bestenfalls habt ihr eine Steckdose in der Nähe oder eine Powerbank dabei.

Tethering: Kein Ersatz für DSL-Anschlüsse

Tethering ist somit kein Ersatz für DSL-Tarife und klassische Internetanschlüsse. Tethering ist eher für Spezialfälle vorgesehen, zum Beispiel, wenn ihr vorübergehend im Café, der Bibliothek oder im Freien arbeiten wollt oder euer Internetrouter kurzfristig ausfällt.

Tethering in Handytarifen

Kann Tethering vom Anbieter verboten werden?

Früher war es nicht unüblich, dass Mobilfunkanbieter Tethering in ihren AGBs verboten haben, da damit deutlich mehr Datenvolumen übertragen wird und wirkt sich damit auf die Auslastung der Mobilfunknetze aus. Manche Provider haben die Möglichkeit des Tetherings direkt in den Einstellungen des Betriebssystems deaktiviert, bei manchen Anbietern wurde die Nutzung von Tethering auch direkt im Mobilfunkvertrag untersagt.

Dabei ist nach wie vor diskutabel, ob ein Tethering-Verbot im Vertrag überhaupt rechtens ist – pauschal dürfen solche Dienste nämlich grundsätzlich nicht verboten werden, da die Internetverbindung eigentlich unabhängig vom Endgerät angeboten werden muss. Diese Leitlinien der europäischen Regulierungsbehörden lassen allerdings nach wie vor Fragen offen und werden noch debattiert und getestet.

Mittlerweile sind Tethering-Verbote allerdings nicht mehr üblich. Vor allem die großen Anbieter wie Vodafone, die Telekom oder o2 verbieten Tethering nicht, bei Tarifdiscountern solltest Du vor allem bei kleineren Tarifen die AGB und das Kleingedruckte allerdings genau lesen.

Nutzt Du das Tethering trotz eines vertraglichen Verbotes, kann Dein Handyvertrag vom Anbieter gekündigt werden. Manchmal berechnen die Provider auch Extrakosten. Allerdings ist es fraglich ob Tethering überhaupt technisch nachprüfbar ist.

Wie Du Verbote technisch umgehen kannst

Wurde Tethering vom Anbieter verboten, gibt es dennoch verschiedene Möglichkeiten, die Funktion zu nutzen. Mittlerweile gibt es nämlich verschiedene Apps, über die mit dem Smartphone ein mobiler HotSpot für den Laptop oder das Tablet eingerichtet werden kann.

Wurde Tethering über das Betriebssystem deaktiviert, hilft nur ein Jailbreak (iOS) bzw. der volle Root-Zugriff (Android), um die Funktion nutzen zu können. Achtung: Mit einem Jailbreak oder dem Root-Zugriff verfällt Deine Garantie und Du gehst das Risiko ein, das Gerät zu beschädigen.

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Profilbild von Marleen
Die Technik- und Mobilfunk-Expertin Marleen ist bereits seit 2009 kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Branche. Nach dem Studium der Information- und Medientechnik absolvierte sie ein Volontariat bei einem großen Telekommunikationsmagazin und verblieb dort auch 9 Jahre. Bereits dort hatte sie ersten Kontakt mit Schnäppchen. Seit November 2017 ist Marleen als Chefredakteurin bei Handyhase.de tätig.

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