Wie viel Datenvolumen brauche ich wofür? App-Datenverbrauch von Google Maps, Instagram, Facebook & Co. im Überblick

Bei der Wahl eines neuen Handyvertrags fragst Du Dich sicherlich, wie viel Datenvolumen ein Tarif haben sollte.
Wie viel Datenvolumen

Wie viel Datenvolumen (ClipDealer)

In den letzten Monaten ist der Mobilfunkmarkt ordentlich in Bewegung gekommen. Waren Tarife mit viel Datenvolumen lange Zeit eine teure Seltenheit, könnt ihr mittlerweile Tarife mit immer mehr mobilen Daten abschließen. Die Angebote reichen von wenigen Hundert Megabyte (sogar kostenlos) bis hin zu unlimitiertem Datenvolumen.

Klar, bei dieser Auswahl stellt sich die Frage: Wie viel Datenvolumen verbrauche ich (überhaupt)? Denn weder Drosselung und Datenautomatik noch eine Überversorgung (und damit verbunden ein zu hoher Monatspreis) sind wünschenswert.

Wer sich gar nicht erst Gedanken darum machen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Seit dem 06.03.2018 bietet die Telekom mit Magenta Mobil XL den ersten Handyvertrag mit unbegrenztem Datenvolumen an, es folgten auch von anderen Netzbetreibern Unlimited-Tarife, sodass hier mittlerweile größere Auswahl besteht. Die Faustregel bei sehr viel erwartetem Datenverbrauch heißt: Zero-Rating oder Unlimited-Flat?

Wie viel Datenvolumen brauche ich?

Eins vorweg: Pauschal lässt sich die Frage nach dem Datenverbrauch nicht beantworten. Sie ist sehr individuell zu beantworten − denn es kommt immer auf eure Surfgewohnheiten an.

Dazu kommt: Grundsätzlich steigt der Datenverbrauch jährlich an, datenintensive Apps und Anwendungen werden immer beliebter.

o2 hat einen Tarif auf den Markt gebracht, bei dem jährlich das enthaltene Datenvolumen wächst. Was sich nach einer guten Idee anhört, haben wir in einem Kommentar zum „o2 Grow“ genannten Tarif kritisch beleuchtet.

Deshalb solltet ihr eher einige Megabyte zu viel einplanen − gerade wenn ihr einen Laufzeitvertrag abschließen wollt, euch also für die nächsten zwei Jahre bindet. Wer das Smartphone jedoch selten unterwegs nutzt und sich vor allem mit WLAN-Netzen verbindet, kommt nach wie vor mit eher wenig Datenvolumen aus.

Wir stellen die wichtigsten Nutzertypen vor.

Wie viele mobile Daten brauchen diese Nutzertypen?

Wenignutzer: Gelegenheitsnutzer und Vieltelefonierer

Ihr habt euer Handy zwar häufig dabei, doch nutzt es eher selten? Ihr wollt zwar erreichbar sein, doch setzt eher auf Telefonate?

Wollt ihr mit anderen in Verbindung bleiben, reichen euch Textnachrichten und ein gelegentliches Bild. Unterwegs verzichtet ihr auf datenhungrige Dienste und verbindet euch lieber mit WLAN-Netzen. Zwar streamt ihr hin und wieder Musik − doch dazu reichen euch wenige Stunden im Monat aus.

Auch zu Hause greift ihr über das WLAN auf das Internet zu

In diesem Fall gehört ihr zu den Wenignutzern. Ein Handytarif mit bis zu 500 Megabyte Datenvolumen reicht vollkommen aus. Diese Pakete sind meistens für wenig Geld buchbar. Im Telefónica-Netzverbund ist es mittlerweile sogar schwierig geworden, Tarife mit weniger als 1 Gigabyte zu finden. Eine Allnet-Flat ist dann meistens sogar bereits inkludiert.

Normalnutzer

Als Normalnutzer seid ihr auch unterwegs erreichbar. Ihr steht in ständigem Austausch mit euren Freunden und versendet das eine oder andere Bild. Meistens streamt ihr unterwegs Musik und an der Kasse im Supermarkt lässt sich der Facebook-Newsfeed super aktualisieren. Unterwegs nutzt ihr Karten-Dienste, um zum Ziel zu navigieren. Außerdem fragt ihr die Nachrichten ab, verzichtet dabei aber weitestgehend auf Videos.

Falls ihr euch wiedererkennt, solltet ihr einen Tarif mit 2 bis 5 Gigabyte Datenvolumen abschließen. Viel mehr solltet ihr jedoch nicht einplanen.

Streamer und Social-Media-User

Ihr wollt auch unterwegs auf keine Anwendung verzichten, die ihr zu Hause im WLAN ohnehin nutzt? Ihr wollt euch beim Streamen von Video-Inhalten nicht einschränken und auch über das mobile Netz kurzfristig auf HD-Inhalte zugreifen? Ihr aktualisiert Facebook und Instagram regelmäßig, seid auf Snapchat aktiv und unterhaltet euch via WhatsApp & Co. am liebsten mithilfe von Bildern, GIFs und Video-Clips? In diesem Fall solltet ihr nicht am Datenvolumen sparen. Ein Handytarif mit viel Datenvolumen ist euer Pflichtprogramm.

Unsere Empfehlung: Mindestens (!) 8 Gigabyte sollten es sein. Mittlerweile geht die Auswahl über die 10 Gigabyte Flat und 15 Gigabyte bis hin zu 25 Gigabyte pro Monat. Es gibt also durchaus weitere Abstufungen für Vielnutzer. Wer alles auf einmal und täglich nutzt, kann mittlerweile zum zweistelligen Gigabyte-Paket übergehen.

Wie hoch ist der Datenverbrauch im Durchschnitt?

Rund 3 Gigabyte verbraucht der deutsche Handynutzer 2020 im Durchschnitt monatlich − so zumindest die VATM-Studie, die jährlich im Herbst veröffentlicht wird. Wenn ihr euch also selbst zu den Durchschnittsnutzern zählt und euch fragt, wie viel Datenvolumen ihr benötigt, dann seid ihr aktuell mit einem Tarif mit 3 Gigabyte Datenvolumen aktuell gut ausgestattet. Aber: Wer einen Vertrag auf Zweijahressicht schließt, bemerkt bereits jetzt: Es darf ruhig ein wenig mehr sein!

Studie: Steigender Datenverbrauch seit 2011

Die VATM-Studie erscheint jährlich und untersucht unter anderem den Mobilfunkmarkt. Spannend sind die Daten zum jährlichen Datenverbrauch. Seit 2011 steigt dieser um rund 40 bis 50 Prozent pro Jahr an. Von unter 100 Megabyte pro Monat auf durchschnittlich rund 3,3 GB im Monat im Jahr 2021 (geschätzt)

Gerade wenn ihr euch für zwei Jahre an einen Provider bindet, solltet ihr deshalb lieber einen Datenpuffer einplanen − denn die Durchschnittswerte bestätigen, was wir bereits weiter oben beobachtet haben: Der Handy-Datenverbrauch steigt. Die Rante liegen stets über 45% in den letzten Jahren, auch wenn die VATM-Prognose für 2019 eigentlich 2,5 GB vorsah (also mehr als letztlich notiert wurden, auch von der Bundesnetzagentur).

Wenn aktuell noch Tarife mit 3 Gigabyte satt ausreichen, dürfte das Datenvolumen in einem oder zwei Jahren bei deutlich über 7 Gigabyte pro Monat liegen.

JahrØ Datenverbrauch
20213,27 Gigabyte (+26,5%)
20202,59 Gigabyte (+25,2%)
20192,06 Gigabyte (+45,6%)
20181,41 Gigabyte (+62%)
20170,87 Gigabyte (+46%)
2016591 Megabyte (+46,3%)
2015404 Megabyte (+39,8%)
2014289 Megabyte (+48,2%)
2013195 Megabyte (+71,1%)
2012114 Megabyte (+50%)
201176 Megabyte (+46,2%)

Nicht zu vergessen: In anderen europäischen Ländern liegt der mobile Datenverbrauch weitaus höher. Das hat schon früh eine OECD-Studie ermittelt. Deutschland liegt hier unterdurchschnittlich auf den abgeschlagenen Plätzen, während Finnen monatlich 11 GB verbrauchen (veranschaulicht bei Statista).

Wie viel Daten verbrauchen Telefónica-Kunden?

Im März 2017 stellt die Telefónica einen monatlichen Durchschnittsverbrauch von 1,8 Gigabyte fest, was einem Anstieg von 52 Prozent innerhalb von nur einem Jahr entspricht. Im dritten Quartal 2017 war der Wert auf 2,4 Gigabyte angestiegen (was einem Anstieg um 33 Prozent in nur einem halben Jahr entspricht). Auch in Zukunft dürften zumindest beim Netzbetreiber o2 ähnliche Sprünge zu beobachten sein, denn im Jahr 2017 wurden ja die o2 Mega Tarife veröffentlicht, die bis zu 25 Gigabyte Daten zur Verfügung stellen.

Auch Telekom beobachtet Anstieg des Datenverbrauchs

Eine ähnliche Erhöhung ist auch bei der Telekom zu beobachten: Der Quartalsbericht der Telekom weist eine Erhöhung des Datenverbrauchs um 63 Prozent vom ersten Quartal 2016 bis zum ersten Quartal 2017 aus.

Als Lesetipp: Weitere statistische Daten zum mobilen Datenverbrauch gibt es auch in der Wikipedia.

Wie viel Datenvolumen habe ich noch?

Wo hoch ist euer mobiler Datenverbrauch? Um den eigenen Datenverbrauch herausfinden zu können, lohnt sich der Einsatz von Apps, die dies aufzeichnen. Vor allem, wenn auch noch eine (wenngleich kündbare) Datenautomatik im Spiel ist.

So lässt es sich auch beurteilen, zu welcher der oben genannten Gruppen ihr gehört.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie sich euer Datenverbrauch in Zukunft entwickeln wird, dann empfehlen wir einen Tarif ohne Datenautomatik oder einen entsprechend großen Puffer. Unter dem Strich ist es günstiger, den nächstbesseren Tarif zu buchen, anstatt die Datenautomatik regelmäßig in Kauf zu nehmen.

Welche App braucht viel Datenvolumen? Echte Datenfresser ermitteln!

Um herauszufinden, wie viel Datenvolumen ihr tatsächlich benötigt, lohnt es sich, eine Liste der eigenen Apps im Hinterkopf zu behalten. Denn der Datenverbrauch ist vor allem davon abhängig, was ihr im mobilen Internet so treibt. Textnachrichten können auch mit geringem Datenbudget gesendet werden. Doch wer viel streamt, Bilder oder sogar Videos verschickt, benötigt deutlich mehr Daten.

Als generelle Faustregel gilt (nicht ganz überraschend):

»Je mehr Medieninhalte ihr konsumiert, desto höher ist der Datenverbrauch.«

GIF-Dateien verbrauchen mehr als Bilder, und Videos sind größer als GIFs. Der höchste Verbrauch kommt durch das Streamen von HD-Inhalten (oder gar 4K-Inhalten) zustande.

Die folgende Liste verschafft euch einen ungefähren Überblick der wichtigsten Dienste, zeigt aber auch: Ihr könnt ständig mobil online sein und zum Beispiel mit euren Freunden chatten, dabei aber dennoch wenig Datenvolumen verbrauchen.

Spar-Tipp: Ruft beim mobilen Surfen die entsprechend für Handys optimierte mobile Internetseite (AMP) auf. Denn dabei handelt es sich um eine vereinfachte Version der klassischen Webseiten, die schneller lädt und weniger Daten verbraucht. Weitere Informationen bekommt ihr zum Beispiel bei der Stiftung Warentest.

Wie viel Datenvolumen verbraucht Google Maps?

Ihr lasst euch gern anhand der Online-Navigation von Google Maps durch die Straßen navigieren? Dann müsst ihr mit einem erhöhten mobilen Datenverbrauch rechnen. 3,1 MB pro Minute rauschen durch, bei einer Fahrzeit von gut einer halben Stunde sind es also schon fast 100 MB allein dafür.

Tipps, wie man Google Maps ohne Datenverbrauch nutzen kann, findet ihr beim SWR oder im Saturn-Magazin turn-on.

Wie viel Datenvolumen vebraucht WhatsApp?

Nun, es kommt darauf an: Textnachrichten sind mit etwa 10 kB recht schlank, datenvoluminöser wird es hingegen mit Bildern, Videos und Sprachnachrichten. Hier ist es also schwer, eine Regel zu definieren.

Wie viel Datenvolumen verbraucht spotify?

Für Musik-Streamingdienst wie spotify, Napster, Deezer & Co. rechnet mit ca. 1 MB pro Minute. Am besten also Musik herunterladen, auch wenn dafür der Dienst kostenpflichtig genutzt werden muss. Es lohnt sich meist.

Wie viel Datenvolumen verbraucht Facebook?

Wie bei allen sozialen Medien entscheidet auch hier ihr selbst über den Daten-Verbrauch. Sind viele Bilder, Videos etc. im Spiel, dann steigt der Verbrauch sprunghaft an.

Wie viel Datenvolumen verbraucht Instagram?

Schon ohne Instagram-Videos hochzuladen, sondern nur die Bildchen zu laden, zieht am Datenvolumen. Eine Einschätzung ist schwierig, weil jeder anders schnell streamt und scrollt. Je mehr Bilder, desto mehr Daten rauschen durch. Sollte man einfach nicht unterschätzen.

Wie viel Datenvolumen verbraucht Netflix?

Ihr könnt es euch denken: Netflix-Streaming übers mobile Datenvolumen ist nur eine gute Idee, wenn ihr ein Zero-Rating-Angebot nutzt oder aber eine Unlimited-Flat zur Verfügung habt. In hoher Qualität rauschen bis zu 3 GB pro Stunde durch.

Wie viel Datenvolumen verbraucht Tiktok?

Bewegtbilder (Video) ziehen mehr Datenvolumen, mit Tiktok steigt also euer App-Datenverbrauch deutlich an. Auch wenn es sich nur um kürzere Episoden handelt: Die Menge macht’s. Denn wir wissen: Tiktok macht süchtig.

Hier noch einmal ein paar Richtwerte, von wenig bis viel Datenverbrauch.

DienstDatenverbrauch
WhatsApp (Textnachricht)ca. 10 kB (1 kB pro 200 Zeichen)
WhatsApp (Bilder)ca. 60 bis 90 kB
WhatsApp (Sprachnachricht)ca. 300 kB pro Minute
WhatsApp (Videoanrufe)ca. 5 MB pro Minute
E-Mails checken (sehr unterschiedlich, ohne Anhang)ca. 50 kB
Facebook (Nachricht)ca. 200 kB
Facebook (Timeline)ca. 2 MB pro Minute
Instagram (Timeline)ca. 1,5 bis 5 MB pro Minute (ca. 220 MB pro Stunde)
Google-Suche (nur Text)ca. 200 kB
Musik-Streaming (allgemein)ca. 1 MB pro Minute
spotify1 MB pro Minute (128 kbps), 2 MB pro Minute (256 kbps)
Laden einer normalen Website (sehr unterschiedlich)ca. 2,5 MB
Skype (Sprachanruf ohne Bild)ca. 3 MB pro Minute
Netflix250 MB pro Stunde (niedrige Qualität) bis 3 GB pro Stunde (hohe Qualität)
Videos auf YouTube (stark abhängig von der Auflösung): ca. 2 bis 10 MB pro Minuten
Video-Streaming (HD-Filme)ca. 2 GB pro Stunde (1080p), sonst 1 GB pro Stunde (720p)

Zero Rating: Kein Datenverbrauch für bestimmte Apps

Tipp: In den Netzbetreiber-Tarifen von Vodafone und der Telekom gibt es die sogenannten Zero-Rating-Angebote. Der Vodafone Pass erlaubt zum Beispiel den Zugriff auf Social-Media-Apps, Musik- oder Video-Streaming, ohne dabei mobile Daten zu verbrauchen. Gleiches gilt für das Telekom Stream On Angebot. Schließt ihr also einen entsprechenden Vertrag ab, könnt ihr auch mit einem kleinen Datenvolumen mobil streamen. Zero Rating wurde jedoch mittlerweile durch die Bundesnetzagentur untersagt und wird zu Ende März 2023 ganz vom Tarifmarkt verschwinden.

Ungewollt hoher Datenverbrauch: Updates und Aktualisierungen auch im Hintergrund

Apps sollten in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht werden. Etwa aus Sicherheitsgründen oder um neue Funktionen nutzen zu können. Updates werden oft im Hintergrund durchgeführt, ohne dass ihr etwas davon bemerkt. Logisch, dass dafür auch mobile Daten draufgehen können.

Doch nicht nur klassische Updates zehren am Datenvolumen. Apps wie Facebook oder Instagram verbrauchen nicht nur Daten, wenn ihr Nachrichten beantwortet oder Bilder hochladet: Wer seinen Newsfeed häufig aktualisiert, muss mit einem hohen Datenverbrauch rechnen. Das gilt insbesondere, wenn viele Bilder, GIFs oder speziell automatisch startende Videos in eure Timeline gespült werden. Snapchat lädt Bilder beispielsweise sogar im Hintergrund, ohne dass ihr aktiv werdet.

Tipp: Über die App-Einstellungen lässt sich in vielen Fällen angeben, ob die App Updates auch mobil empfangen kann. Wenn ihr eigene Fotos zum Beispiel über Google Fotos in der Cloud sichert, dann könnt ihr festlegen, ob die Bilder nur dann hochgeladen werden, wenn ihr euch im WLAN befindet. Auch über WhatsApp könnt ihr den automatisierten Download von Bildern und Videos abschalten. Je individueller ihr den App-Verbrauch festlegt, desto mehr lässt sich also sparen.

Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben. Und Abschalten? Das geht am besten beim Waldbaden, Power Metal hören oder bei einer Runde Assassin’s Creed.

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