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aktualisiert am 05.09.2019

Die Deutsche Telekom schaltet ab sofort 5G für alle seine Kunden frei! Der Mobilfunkstandard 5G ist die Zukunft für eine schnelle Internet-Verbindung über das Mobilfunknetz. Smartphones und die vernetzte Welt sowie auch autonome Fahrzeuge werden davon stark profitieren. Doch wie ist der Stand der Dinge zum Netzausbau bei der Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1? Wer besitzt welche Frequenzen und welche Smartphones unterstützt 5G? Dies und mehr erfährst Du in unserem Ratgeber!

5G: Der neue Mobilfunkstandard für Smartphones und die vernetzte Welt - Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 bauen aus

UPDATE vom 05.09.2019: Die Deutsche Telekom zieht nach und öffnet das 5G-Netz ab sofort für seine Kunden, wie das Unternehmen im Rahmen der IFA 2019 mitgeteilt hat. Zunächst steht 5G in den Städten Berlin, Bonn, Darmstadt, Köln und Bonn zur Verfügung. So können alle Kunden mit einem der neuen MagentaMobil-Tarifen ohne weiteren Aufpreis 5G nutzen, sofern es natürlich verfügbar ist. Zudem wird ein entsprechendes 5G-fähiges Endgerät benötigt, dass den neuen Mobilfunkstandard unterstützt. Wo genau das Netz verfügbar ist, kannst Du in der Netzkarte der Telekom überprüfen.

Mit diesem Schritt antwortet die Telekom auf Vodafone. Der rote Netzbetreiber hatte erst kürzlich seine 5G-Option für alle Neu- und Bestandskunden kostenlos freigeschaltet. Mehr zur 5G-Option bei Vodafone erfährst Du in einem anderen Artikel.

UPDATE vom 27.08.2019: Endlich hat die Bundesnetzagentur über die 5G-Frequenzvergabe entschieden und die Pläne zur Verteilung an die Deutschen Telekom, o2, Vodafone und 1&1 (Drillisch-Netz) veröffentlicht. Wie die Zuordnung erfolgt, steht  gut ersichtlich auf der nachfolgenden Grafik:

5G-Frequenzen für die Telekom, Vodafone, o2 und Drillisch (1&1)

Originalartikel vom 26.07.2019 – überarbeitet am 27.08.2019:

5G Netz in Deutschland: Versteigerung, Frequenzen & Handy

Die Frequenzen für den neuen Mobilfunktandard 5G sind vergeben. Wir zeigen Dir, welche Frequenzblöcke Telekom, Vodafone und Telefónica sowie 1&1 haben. Dabei gehen wir auch auf die Kosten der Frequenzversteigerung ein, die die Bundesnetzagentur veröffentlicht hat. Natürlich erfährst Du in diesem Ratgeber auch, welche 5G-Smartphones es gibt und wie der 5G-Ausbau bei der Netzbetreibern voranschreitet.

Was ist 5G?

5G ist schlicht die Abkürzung für ‚5. Mobilfunkgeneration‘ und kurz gesagt die Weiterentwicklung von 4G – auch LTE (Long Term Evolution) genannt – weshalb ein Großteil der Basisstationen weiterverwendet werden kann. In manchen Fällen reicht sogar ein Firmware-Update der Basisstationen aus, um diese bereit für 5G zu machen.

Welche Frequenzen hat 5G?

Im Gegensatz zu 4G LTE nutzt 5G deutliche höhere Frequenzen für das Mobilfunksignal. Hierbei standen in der ersten Runde der Frequenzauktion der Bundesnetzagentur kurz BNetzA Frequenzen im Bereich von 2 GHz sowie 3,4 bis 3,7 GHz zur Versteigerung. Jedoch sind diese Frequenzen kurzwellig und daher nicht dazu geeignet, auf absehbare Zeit 5G „in die Breite“ zu bringen. Vielmehr müssen die Antennen für 5G auf diesen Frequenzen noch engmaschiger gebaut werden als es bei 4G LTE der Fall ist. Dadurch soll der Abbruch von Datenverbindungen über 5G vom Wechsel zwischen verschiedenen Funkzellen deutlich minimiert werden.

Wie ist die Frequenzversteigerung ausgegangen?

Die von der BNetzA als Inhaber der nationalen Lizenzen festgelegte Auktion ist am 19.03.2019 in Mainz gestartet, einem Außensitz der BNetzA. Am 13.06.2019 gab es dann endlich ein Ende Auktion, nachdem die Bundesnetzagentur die Bieterschritte deutlich erhöht hatte. Damit sind fast drei Monate ins Land gezogen und es war die mit Abstand längste und eine der teuerste Frequenzversteigerungen überhaupt. Insgesamt sind 6,550 Milliarden € zusammengekommen, nach sagenhaften 497 Runden.

  • 1&1 mit 1,070 Mrd. € Gesamtkosten:
    • 2-GHz-Band mit 2×10 MHz (335 Mio. €)
    • 3,6-GHz-Band mit 50 MHz (0,735 Mrd. €)
  • Telekom mit 2,175 Mrd. € Gesamtkosten:
    • 2-GHz-Band mit 4×10 MHz (852 Mio. €)
    • 3,6-GHz-Band mit 90 MHz (1,323 Mrd. €)
  • Telefónica mit 1,425 Mrd. € Gesamtkosten:
    • 2-GHz-Band mit 2×10 MHz (381 Mio. €)
    • 3,6-GHz-Band mit 70 MHz (1,044 Mrd. €)
  • Vodafone mit 1,880 Mrd. € Gesamtkosten:
    • 2-GHz-Band mit 4×10 MHz (807 Mio. €)
    • 3,6-GHz-Band mit 90 MHz (1,073 Mrd. €)

Hier nochmals das ersteigerte Spektrum der Netzbetreiber in grafischer Form:

5G-Frequenzen für die Telekom, Vodafone, o2 und Drillisch (1&1)

Im Vorfeld haben sich mehrere Unternehmen beworben. Letzten Endes sind neben den drei bekannten deutschen Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und Telefónica Deutschland der Konzern United Internet mit seiner Marke 1&1 als vierter Bieter hinzugekommen. Gemäß der Vorgaben wurde je Frequenzblock, es stehen insgesamt 41 Frequenzblöcke zur Versteigerung, ein Mindestgebot zwischen 1,7 und 5 Millionen Euro von den Bietern erwartet.

Hierbei ist wichtig zu wissen, dass die Nutzungsrechte im 2-GHz-Band erst ab 2021 bzw. 2026 gelten.

Welche Vor- und Nachteile hat 5G?

Zu Beginn wird die neue Technologie vor allem für die Industrie und Autonome Fahrzeuge von Bedeutung sein. Grund dafür ist nicht nur die höhere Geschwindigkeit bei der Übertragung von Daten, sondern vor allem die schnellere Reaktionszeit, genannt Latenz. Beträgt besagte Latenz im Schnitt noch etwa 50 Millisekunden in 4G-LTE-Netzen in der Praxis, sinkt dieser Wert auf etwa 3 Millisekunden mit dem 5G-Netzstandard in ersten praxisnahen Tests. Gerade bei autonomen Fahrzeugen kann dieser kurze Zeitraum den Unterschied zwischen Unfall oder keinem Unfall ausmachen.

Aber auch Privatkunden können von 5G profitieren. Dabei kommt das Thema Gaming und virtuelle Welten zur Sprache. Durch die schnelleren Reaktionszeiten lassen sich auch noch größere, bessere Videos innerhalb kurzer Zeit streamen. Dies bedeutet einen großen Fortschritt in Richtung Entertainment bei Musik und Film!

5G: Der neue Mobilfunkstandard für Smartphones und die vernetzte Welt - Telekom, Vodafone & o2 bauen aus

5G für die vernetzte Welt (Bild: mohamed_hassan)

Verbesserungen von 5G im Vergleich zu 4G auf einen Blick:

  • Kürzere Latenzzeiten unter 1 Millisekunde (ms)
  • Datenraten von bis zu 20 GBit/s im Downstream
  • Höhere Frequenzbereiche nutzbar
  • Höherer Datendurchsatz und größere Frequenzkapazitiät
  • Echtzeitanwendungen mit mehreren hundert Menschen gleichzeitig und weltweit (Gaming)

Wer hat 5G erfunden bzw. entwickelt?

‚Erfunden‘ im weitesten Sinne hat den Standard die 3GPP (Third Generation Partnership Project), welche auch für die technische Standardisierung zuständig ist. Das bedeutet, dass dieses Gremium, bestehend aus derzeit 6 nationalen Standardisierungsbehörden, sich um die technischen Grundlagen kümmert, damit Mobilfunkgeräte möglichst fehlerfrei miteinander „in derselben Sprache“ kommunizieren können. Ohne solche Vorgaben wäre eine Hersteller-übergreifende Kommunikation sehr schwer möglich.

Wer baut 5G Netze?

Gebaut werden die Netze von den jeweiligen nationalen Netzbetreibern. In Deutschland sind das die Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland, Telefónica Deutschland und nun auch 1&1 Drillisch AG. Die notwendige Technik wird hierbei zum größten Teil von Huawei geliefert, aber auch Nokia Networks und Ericsson liefern Netzkomponenten an die Netzbetreiber.
Dadurch, dass nun auch 1&1 5G-Frequenzen ersteigert hat, wird der Konzern hinter den Drillisch-Marken sowie von 1&1 ebenfalls aktiv am Netzausbau mit eigenen Antennenstandorten eingreifen. Hier wird voraussichtlich ZTE als federführender Netzwerkausrüster zum Zuge kommen.

Wo gibt es 5G?

5G wird es überall in Deutschland geben. Gemäß den Auflagen durch die Bundesnetzagentur müssen bis Ende 2022 etwa 98 Prozent aller deutschen Haushalte eines Bundeslandes mittels 5G erschlossen sein. Hinzu kommt, dass alle Bundesautobahnen, wichtigsten Bundesstraßen sowie wichtige Fernstrecken des Bahnverkehrs mit mindestens 100 MBit/s versorgt werden müssen. In einer zweiten Ausbaustufe bis Ende 2024 sollen schließlich die restlichen Bundes-, Landes-, Staatsstraßen, Seehäfen und wichtige Wasserstrecken mit ebenfalls mindestens bis zu 100 MBit/s erschlossen werden.

Die ersten tatsächlich ganz normal kommerziell nutzbaren 5G-Netze gab es jedoch unter anderem zuerst in Südkorea und den USA. In Europa gelten Frankreich sowie Großbritannien als Vorreiter mit dem Start kommerzieller Netze für Privatkunden, aber auch in der Schweiz und in Österreich sind die ersten 5G-Netze schon in nennenswertem Umfang in Benutzung. Alle genannten Länder haben im Frühjahr 2019 den Start vollzogen. In Deutschland werden ab sofort bereits 5G-Tarife angeboten, die aber zunächst nur für Tester zur Verfügung stehen.

Wie lange dauert es, bis 5G ausgebaut wird?

Dazu gibt es keine verlässlichen Angaben, da der Ausbau von vielen Faktoren abhängt. Vor allem die Höhe der Investitionen in die Frequenzlizenzen wird den Ausbau massiv beeinflussen, da diese Summen am Ende für den eigentlichen Netzausbau fehlen. Laut Deutscher Telekom ist jedoch bis zum Ende 2019 mit einem ersten kommerziell verfügbaren 5G-Netz zu rechnen, welches im kleinen Rahmen unter Praxisbedingungen getestet werden soll.

5G Netz Ausbau bei Telekom, Vodafone, o2 und Co.

Jeder möchte bei 5G der Erste sein, aber nicht jeder schafft es. Zudem stehen den Mobilfunkern noch viele Steine im Weg. Von einem flächendeckenden oder gar gut ausgebauten 5G-Netz in Deutschland, sind wir noch weit entfernt. Allerdings schreitet der Ausbau voran, wie die Vorhaben, Ziele und bereits getätigten Schritte der Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 zeigen.

Telekom & 5G:

Bei der Deutschen Telekom gibt es schon erste Testnetze mit 5G, unter anderem in Berlin und Bonn, weitere Städte sollen folgen. Bis Ende 2019 will der Netzbetreiber insgesamt 300 5G-Antennen in Betrieb nehmen. Zudem hat die Telekom bereits erste 5G-Tarife angekündigt, die preislich sogar in Ordnung sind. Mehr dazu den Telekom 5G-Tarifen erfährst Du in einem anderen Artikel.

Vodafone & 5G:

Vodafone hat es der Telekom nach gemacht und ebenfalls 5G-Tarifen ins Sortiment aufgenommen. Der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards läuft bei Vodafone schrittweise an. Wer jetzt einen 5G-Tarifen bestellt, kann daher natürlich nur punktuell bereits 5G nutzen. Ansonsten surfst Du nämlich mit 4G bzw. LTE Max über das gut ausgebaute Netz. Alle Infos zu den Preisen, der Verfügbarkeit und den Details der 5G-Tarife von Vodafone erfährst Du in separaten Bericht.

o2 & 5G:

Um o2 ist es bezüglich eher etwas ruhig in puncto 5G-Ausbau. So hat das Unternehmen noch keine konkreten Daten genannt oder 5G-Tarife vorgestellt. Allerdings arbeite der Netzbetreiber wohl im Hintergrund bereits an passenden Angeboten, die es aber wohl nicht vor 2020 geben werde. Dabei fokussiere sich o2 aktuell auf den 5G-Ausbau für die Industrie, wie uns die Pressestelle auf Nachfrage mitgeteilt hat.

1&1 & 5G:

Die Drillisch Netz AG, welche im Namen von United Internet als Dachkonzern an der Frequenzauktion teilnimmt, hat mangels eigenem Netz bisher noch keine Feldversuche mit 5G-Technologie durchführen können. Daher muss sich der Mobilfunker einen geeigneten Partner suchen, der den Part der Netzwerktechnik übernimmt. Mögliche Partnern könnten dabei ZTE, Nokia oder Huawei sein. Noch gibt es diesbezüglich aber keine Aussage von 1&1. Vor 2020 wird 1&1 sicherlich nicht mit einem eigenen Angebot an 5G Tarifen starten.

Samsung Galaxy S10 5G - eines der ersten verfügbaren 5G-Smartphones

Samsung Galaxy S10 5G – eines der ersten verfügbaren 5G-Smartphones

Smartphone mit 5G

Es existiert bereits eine gute Auswahl an 5G-fähiges Smartphones. Bislang warten aber noch allen auf ein funktioniertes 5G-Netz. Inbesondere in den Städten dürfen sich die ersten Tester über den kommenden Ausbau freuen, da es hier am schnellsten vonstatten gehen wird. Eines der ersten tatsächlich im freien Handel verfügbaren Modelle ist das Xiaomi Mi Mix 3 5G, bei dem es sich um das normale Xiaomi Mi Mix 3 handelt, welches lediglich mit einem neueren Prozessor und dem dazu gehörenden 5G-Modem ausgestattet ist. Weiterhin sind das Samsung Galaxy S10 5G, Samsung Galaxy Fold, Huawei Mate X, das LG V50 ThinQ 5G (vorerst US-exklusiv), ZTE Axon 10 Pro 5G, OnePlus 5G und in gewisser Weiße auch das Motorola Moto Z3 Play verfügbar. Für letzteres wird ein MotoMod mit 5G-Modem und extra Akku angeboten. Wir geben Dir einen Überblick zu allen 5G-Smartphones!