Auf was Du achten solltest

Senioren Handytarife im Check: Welcher Handyvertrag passt im reifen Alter?

Wer günstige Handytarife für Senioren sucht, sollte sich vorab gut informieren, was wirklich an Tarifleistungen benötigt wird. Wir klären Dich hier auf!

Handytarife für Senioren

Senioren-Handytarife für Einsteiger

Als Einsteiger-Tarif für Senioren eignet sich ein Handyvertrag für Wenigsurfer wohl am ehesten.

Zum Ausprobieren eines Handys (anrufen und angerufen werden, mobiles Surfen im Internet) reichen also meist geringe Inklusiv-Kontingente aus. Diese finden sich bspw. bei den meisten Supermarkt-Tarifen mit Paket-Option (Achtung: Preise gelten hier für 4 Wochen, also für genau 28 Tage).

  • Jederzeit kündbar.
  • Volle Kostenkontrolle per Guthabenaufladung (bspw. bei Abrechnung nach Minuten).
  • Anschluss kann bei Nichtnutzung und Nichtaufladung allerdings deaktiviert werden (ca. sechs Monate).
  • Nutzung nur nach Guthabenaufladung möglich.
  • Spontane Paketbuchungen (mobile Daten, Flat, Tagesflatrates) möglich.
  • Guthaben manuell statt automatisch aufladen (sonst keine Kostenkontrolle).
  • Ohne gebuchtes Einheitenpaket: Guthaben kann bei Einwahl ins Internet schnell verbraucht sein.

Seniorentarife ohne Internet

Suchst Du Seniorentarife ohne Internet, dann bietet sich der Blick in die Handytarife ohne Grundgebühr an.

Es gilt: Diese Tarife sorgen für eine Erreichbarkeit. Telefonate, SMS oder mobiles Internet werden jedoch mit teuren Einheitenpreisen extra berechnet.

Wer also explizit einen Tarif ohne Internet wählt, sollte sehr sorgfältig darauf achten, die mobile Datennutzung abzuschalten. Zum Beispiel über den Flugmodus. Zuhause kann das WLAN genutzt werden.

Wir empfehlen, eher zu einem sehr günstigen Tarif zu greifen. Handytarife bis 3 Euro Grundgebühr oder Tarife bis 5 Euro im Monat bieten oft ein kleines Paket mit Freiminuten und einen begrenzten Internetzugriff, ohne dabei in die teure Abrechnung nach Megabyte zu rutschen.

Bei (kostenlosen) Prepaidkarten kann darüber hinaus die regelmäßige Aufladung oder das Aktivitätsfenster zu einem Problem werden. Ein Tarif mit kleiner Grundgebühr ist somit in der Verwaltung wesentlich einfacher.

Auf Kostenkontrolle für mobiles Surfen achten!

Wer mehr als telefonieren und simsen ausprobieren möchte (Stichwort: Internet), sollte auf entsprechende Kostenkontrolle für mobiles Internet achten. Diese wird mit sogenannten Internetflats (statt Datenautomatik) sichergestellt.

  • Also Tarife, bei denen nach Verbrauch des Datenvolumens nicht automatisch Highspeed-Volumen kostenpflichtig nachgebucht, sondern bei denen die Geschwindigkeit (ohne Mehrkosten) heruntergedrosselt wird.

Nicht jeder weiß dabei direkt, wie viel Datenvolumen gebraucht wird.

Seltene Textnachrichten über Messenger wie WhatsApp verbrauchen deutlich weniger mobile Daten als regelmäßige Videotelefonate mit der Familie. Auch Versand und Empfang von Bildern und Videos, Updates von Apps, mobile Spiele, Navigation mittels Kartenapps oder der Check von Angeboten und Prospekten der örtlichen Supermärkte zehrt am Datenvolumen.

Kurz: Immer, wenn Informationen oder Daten abgerufen werden, werden mal mehr, mal weniger mobile Daten übertragen.

  • Hilfreich sind dann vielleicht zum Start Tarife, bei denen sich das Datenvolumen anpassen lässt. Zum Beispiel flexible Datenpakete ohne Laufzeit, die Du problemlos aufstocken kannst.
  • Auch Tagesflats können ganz zu Anfang eine gute Möglichkeit sein, tageweise auch mobil mit dem Handy herumzuprobieren.
  • Es gilt: Datenvolumen-Pakete oder Tagesflats gegebenenfalls rechtzeitig deaktivieren, damit Kosten nicht ungewollt dauerhaft anfallen.

Prepaid-Tarife nur mit Internet-Paket

Sollte die Wahl also auf einen Prepaidtarif fallen, so sollte dieser nur mit einem Internet-Paket gebucht (und nicht pro Megabyte abgerechnet) werden.

Zugleich raten wir dringend dazu, auf die sogenannte Komfort-Aufladung von Prepaid-Tarifen (also auf die Abbuchung per Lastschrift vom Bankkonto) zu verzichten. Denn so wird der große Vorteil der Kostenkontrolle unterwandert.

  • Wer ganz neu auf dem Gebiet ist, sollte sich langsam herantasten und schauen, wie das erste Handy oder Smartphone zum Einsatz kommt.
  • Zum Üben helfen Tarife ohne Grundgebühr, zur Überbrückung Tagesflats oder Mini-Pakete mit wenigen Frei-Einheiten.
  • Wer bereits weiß, dass wenige Tarifleistungen ausreichen, sollte einen Tarif für unter 3 € oder unter 5 € der Prepaidkarte ohne Kosten vorziehen, denn so entgehst Du der Problematik, dass die Karte gegebenenfalls bei Nichtnutzung deaktiviert wird und dann im Notfall nicht verfügbar ist. Diese Tarife sind die günstigste Variante, schützen vor ungewollten Kosten (aus Versehen mobile Daten verbrauchen), kommen aber meist mit einer Laufzeit von 24 Monaten.
  • Mehr Daten und eine Allnet-Flat bieten die klassischen Prepaidtarife aus dem Supermarkt von ALDI, LIDL & Co. – für die meisten Fälle im Alltag durchaus ausreichend. Die Flexibilität wird jedoch mit rund 8 Euro alle vier Wochen teurer berechnet als die oben genannten Alternativen.

Seniorentarife mit kurzer Vertragslaufzeit und ohne lange Tarifbindung!

Wie anfangs angesprochen: Senioren sollten zu Beginn auf eine kurze Vertragslaufzeit achten. Sich eben kein Handy mit (24-Monats-)Vertrag vor Ort „aufdrücken“ lassen.

In den meisten Fällen zahlst Du nämlich viel zu viel, wenn Du Dich nicht richtig mit Preisen und Leistungen auskennst. Gerade bei Beratungen vor Ort überrumpeln geschulte Verkäufer hier oftmals Interessenten. Das passiert übrigens jungen wie älteren Menschen gleichermaßen. Kurzum: Das führt dazu, dass Du im Endeffekt überversorgt bist und zu viel bezahlst, vielleicht sogar ein unpassendes Handymodell bekommst.

  • Für Smartphone-Einsteiger reicht es aus, erst einmal mit einem einfachen Smartphone zu beginnen und dazu einen Handytarif ohne Vertragsbindung zu wählen.
  • Nur, wer den eigenen Verbrauch ungefähr einschätzen kann, sollte einen passenden Tarif mit Vertragsbindung wählen.
  • Bei Vertragsbindungen (24 Monate) gilt, auch zukünftigen Nutzen abzuwägen – und nicht von dem Fall ausgehen, dass bestimmte Leistungen ohnehin nicht gebraucht werden.
  • Deshalb auch unsere klare Empfehlung, sich schrittweise an das Thema erster Seniorentarif heranzutasten.

Wer später routiniert im Umgang mit dem Handy ist, kann dann immer noch auf ein besseres Smartphone und einen leistungsfähigeren Tarif umsatteln.

Hier gilt es, auszutesten: Benötige ich eine Allnet-Flat, wie oft nutze ich das Smartphone tatsächlich unterwegs, wie groß sollte das Datenpaket sein? Wer flexibel bleibt, kann sich mit recht kurzer Frist umentscheiden.

Aktive Nutzung der SIM-Karte, sonst Abschaltung

Aus den vorgenannten Aspekten plädieren wir ja viel für einen Prepaid-Tarif mit Freikontingenten (Minuten- und Internetpaket). Aber: Wer die SIM-Karte nicht aktiv nutzt, riskiert hier die Abschaltung. Denn Mobilfunkanbieter behalten sich das Recht vor, SIM-Karten zu deaktivieren, wenn kein Umsatz mit ihnen erzielt wird.

Hintergrund ist, dass man sich nicht etwa nur einen mobilen Anschluss zulegt, um erreichbar zu sein (also angerufen zu werden). Wer gelegentlich telefoniert, simst oder surft, hat jedoch nichts zu befürchten. Wer jedoch plant, hauptsächlich auf dem Handy erreichbar sein zu wollen, sollte einen kleinen Vertrag mit niedriger Grundgebühr wie eingangs erwähnt wählen.

Übrigens sind Handytarife auch für Senioren durchaus interessant, gerade weil Anrufe vom Festnetz zum Mobilfunk nach wie vor viel zu teuer sind:

Telefonkosten Festnetz zu Handy

Die Telefonkosten vom Festnetz aufs Handy sind viel zu hoch

Echte Handytarife für Senioren selten

Richtig als Handytarife für Senioren wird mittlerweile kaum ein Angebot der Provider vermarktet. o2 hatte längere Zeit einen Seniorenrabatt im Portfolio, dieser wurde jedoch mit der Umstellung von o2 Free zu o2 Mobile ersatzlos gestrichen.

Wohl auch, weil die Möglichkeit besteht, auf die Familientarife aufzusatteln. Gerade bei anspruchsvollerer Nutzung lohnt es sich, eine Zweitkarte oder Partnerkarte ins Auge zu fassen. Hier wird also grundsätzlich an die Zielgruppe Familie statt wie früher nur an Paare (= Partnerkarte) gedacht.

Konstante Grundgebühr statt Aktionsangebot

Falls Du Dich doch für 24 Monate bindest: Unbedingt darauf achten, welche monatliche Grundgebühr ab dem 25. Monat anfällt. Denn schnell ist die rechtzeitige Handyvertragskündigung vergessen, und dann kann ein Aktionsangebot durchaus mit sprunghaft höheren Kosten verbunden sein.

Dank der verbesserten Gesetzgebung kannst Du nach Ablauf der Mindestlaufzeit (meist 24 Monate) jedoch monatlich kündigen. Verlängerungen um ein ganzes Jahr sind hier mittlerweile Geschichte.

Am besten also bei Abschluss genau das Kleingedruckte studieren und nachschauen, ob sich die Grundgebühr während oder nach der Mindestlaufzeit erhöht. Beachte, dass das Produktinformationsblatt hier nicht immer die richtigen Werte liefert. Das kann verwirren. Deshalb listen wir in unseren Angeboten immer die richtige Grundgebühr mit auf uns weisen darauf hin, wenn ein Tarif teurer wird.

Vorsicht Falle: Datenautomatik

Bitte immer Vorsicht walten lassen, wenn beim Thema Internet das Stichwort Datenautomatik fällt, egal ob sie fair oder flexibel sein soll. Finger weg! Tarife ohne Datenautomatik sind hier klar die bessere Wahl, auch wenn eine feste Automatik mittlerweile selten geworden ist. In den meisten Fällen kannst Du die unliebsame Nachbuchung abschalten.

  • Wenn Du Dir nicht zutraust, die Datenautomatik selbst zu kündigen: Finger weg von allen Drillisch-Tarifen, auch wenn sie noch so günstig sind (winSIM, sim.de, PremiumSIM, handyvertrag.de usw.) − hier musst Du nämlich selbst Hand anlegen.

Tarife mit Gratis-Testoptionen: Finger weg!

Ebenfalls Finger weg heißt es bei sogenannten Testoptionen (z.B. Kaspersky oder Norton Sicherheits-Apps). Diese sind nämlich nur im ersten Monat gratis und werden dann (zum Teil auch für die komplette Restvertragslaufzeit) plötzlich kostenpflichtig. Ein Passus, der leicht im Kleingedruckten übersehen wird.

  • Wir raten hier deutlich von Angeboten der Provider Klarmobil, crash, freenet mit ihren versteckten Optionen, Häkchen usw. ab − das ist nur etwas für Geübte.
Senioren-Handytarife (Bild: ClipDealer @lightfieldstudios)

Senioren-Handytarife: Welche eignen sich für ältere Semester? (Bild: ClipDealer @lightfieldstudios)

Empfang prüfen: Funkloch-Tarif?

In Großstädten meist gar kein Problem, auf dem Land aber schon eher: Zwar spielt für uns das Handynetz eher eine untergeordnete Rolle für die ersten Gehversuche mit einem Senioren-Tarif, prüfen solltest Du aber schon, ob an dem Ort, an dem Du Dich am meisten aufhältst, Netz bzw. Empfang vorhanden ist oder nicht.

Entweder Verwandte, Bekannte oder Nachbarn fragen, wie zufrieden sie mit ihrem Handyempfang sind. Oder aber die Online-Netzchecks für die drei großen Netzbetreiber (bei einem landet man ohnehin) durchführen. Dabei hilft zum Beispiel die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur.

Wichtig: Dabei auch auf den angelegten Mobilfunkstandard achten. Ein perfekt ausgebautes 5G-Netz bringt nichts, wenn der Tarif bisher „nur“ LTE kann. Und umgekehrt natürlich.

Senioren-Smartphone: Testsieger?

Wer nun noch auf der Suche nach einem Senioren-Smartphone ist, sollte sich einmal an den Testsiegern orientieren bzw. die Bestseller-Liste von Amazon bemühen.

  • Grundsätzlich raten wir für den Einstieg dazu, ein ausrangiertes Gerät aus dem Familien- bzw. Bekanntenkreis zu wählen, das man sich gut erklären lassen kann. Vielleicht gibt es in der Familie ja ein Ersatzhandy, das zu diesem Zweck verwendet werden kann?
  • Zwar gibt es Smartphones mit extra angepasstem Betriebssystem.
  • Allerdings ist es oft sinnvoller, auf ein Gerät zuzugreifen, das Familienmitglieder ebenfalls besitzen – Rückfragen zu Funktionen und Einstellungen können dann deutlich einfacher geklärt werden.

EinfachFon und peaq für Senioren

Ob das sogenante EinfachFon eine gute Wahl ist, solltest Du im Einzelfall gut prüfen. Denn eigentlich handelt es sich um ein handelsübliches Handy mit neuer Software-Oberfläche zur einfacheren Bedienung zu dann doch knackigen Preisen − klingt gut, ist aber vergleichsweise teuer.

Das peaq von MediaMarkt und Saturn ist da schon attraktiver. Aber: keine pauschale Empfehlung!

Seniorenhandys ohne Vertrag …

… findest Du bei uns weniger, dann lieber direkt bei den Shops stöbern. Denn ein Smartphone jenseits der 300 Euro − für den Einstieg weniger ratsam, gleich so viel Geld in die Hand zu nehmen. Und wenn, bitte auf Handy-Schnäppchen ohne Vertrag achten.

Denn mit der Bedienung des Smartphones und dem Entdecken vieler neuen Funktionen und Apps bist Du in der Regel schon gut beschäftigt.

Handytarife für Senioren: Auf Nummer sicher statt auf Nummer günstig

Wer einen Handyvertrag für Senioren sucht, sollte immer auf Nummer sicher gehen. Klingt banal, es ist aber wirklich so. Der günstigste Handytarif muss nicht der beste Tarif sein, es können sich durchaus Haken und Fallstricke verbergen.

Wichtigster Hebel: Spare nicht am falschen Ende. Wer nun auf Pakete für Minuten und Datenvolumen komplett verzichtet, kann Kosten durch die versehentliche Einbuchung ins mobile Internet verursachen. Und wer den Prepaidtarif eben nicht wenigstens gelegentlich nutzt, kann eine ungewollte Abschaltung der SIM-Karte verursachen.

  • Du weißt bereits, dass Du nur wenige Einheiten verbrauchst? Dann ist ein Tarif bis 2,99 € im Monat für Dich geeignet. Etwas mehr Auswahl bieten Tarife bis 4,99 €.
  • Du willst erstmal mit dem Smartphone herumprobieren? Dann buche ein flexibles günstiges Prepaidpaket, das Du bei Bedarf verbessern kannst.
  • Du bist anspruchsvoller in der Nutzung, möchtest viel Datenvolumen und vielleicht auch ein aktuelles hochwertiges Smartphone? Dann ist vielleicht eine Zweitkarte oder Partnerkarte etwas für Dich, die Du im Familienverbund nutzen kannst. Auch sonst empfiehlt sich der Blick in unseren Tariffilter, um die Suche nach dem passenden Tarif einzugrenzen.

Handytarif-Vergleich

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Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben.

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