Westbalkan und EU rĂĽcken im Mobilfunk zusammen

Roaming auf dem Westbalkan günstiger: weitere Annäherung an den EU-Roaming-Tarif in Serbien, Albanien und weiteren Staaten

Seit Oktober 2023 ist das sogenannte Westbalkan-Roaming offiziell zu niedrigeren Preisen möglich. Die EU-Kommission stellt 2026 weitere Verhandlungen mit dem Ziel, den EU-Roaming-Tarif auch auf dem Westbalkan anzubieten, in Aussicht. Wir erklären, was es mit dem Roaming-Verbund auf sich hat.
Westbalkan Roaming Kosten

Westbalkan: Roaming Kosten in Serbien, dem Kosovo, Albanien und weiteren Staaten sinken

Das Wichtigste zum Westbalkan-Roaming in KĂĽrze

  • Die EU und die Westbalkan-Staaten haben sich auf eine schrittweise Annäherung beim Roaming geeinigt. Die Roaming-Kosten fĂĽr mobile Daten sind mittlerweile auf 14 Euro pro GB gedeckelt.
  • Es gibt trotz Kostendeckel gĂĽnstigere Alternativen.
  • Eine Integration in das regulierte EU-Roaming (Roam Like at Home) ist geplant und erfordert weitere bilaterale Verhandlungen.
  • Wir empfehlen Dir, Dich vor dem Aufenthalt genau mit möglichen Kosten auseinanderzusetzen.

Preis fĂĽrs Datenroaming auf dem Westbalkan sinkt schrittweise

Ganz konkret wird das Datenroaming auf dem Westbalkan seit Oktober 2023 schrittweise angepasst.

Seit 2026 sind darüber hinaus konkrete Gespräche mit den einzelnen Westbalkanstaaten anberaumt. Perspektivisch soll auf dem Westbalkan das regulierte EU-Roaming gelten.

  • Seit 2026 sinkt der Preis pro Gigabyte auf 14 €.
  • Die Regelung gilt aktuell nur fĂĽrs Datenroaming, nicht aber fĂĽr Telefonate. Beachte, dass auch Telefonieren ins Ausland nach wie vor teuer ist.
  • Diese Preise sollen jährlich ĂĽberdacht werden.

Westbalkan und EU-Roaming: von schrittweiser Angleichung hin zu komplettem EU-Roaming

Wie angekündigt ist die schrittweise Angleichung der Roaming-Gebühren zwischen Westbalkan und EU gestartet. Das teilte die Europäische Kommission bereits im Mai 2023 in einer Pressemitteilung mit, nachdem schon im Dezember 2022 entsprechende Pläne bekannt geworden waren. Insgesamt 38 Telekommunikationsunternehmen der EU und des Westbalkans werden die Gebühren fürs Datenroaming schrittweise senken.

Los damit ging es im Oktober 2023 seitdem kostete 1 GB Datenvolumen 18 Euro, wenn Du einen Handyvertrag in der EU nutzt und Dich auf dem Westbalkan (Serbien, Kosovo, Albanien) aufhältst. Die Preise waren seitdem nicht mehr absurd, aber eben auch nicht günstig.

Westbalkan soll Teil des EU-Roamings werden

2026 kommt endlich wieder Bewegung rein. Die Rede ist nun, laut Europäischer Kommission, von der Integration in das regulierte EU-Roaming, was dann perspektivisch Anrufe, SMS und mobile Daten meint. Bisherige Regelungen umfassten nur das Datenroaming.

Once the agreements are finalised with each of the partners and once they have each fully aligned with EU roaming rules, people travelling between the EU and Western Balkans will be able to make calls, send text messages and use mobile data without roaming surcharges.

This means seamless connectivity at domestic rates not only for citizens and businesses from the Western Balkans visiting the EU, but also for EU travellers in the Western Balkans.

Im konkreten Fall bedeutet das: Du fährst von Deutschland nach Serbien. Statt dort 14 Euro pro GB gemäß Kostendeckel zu bezahlen, nutzt Du Deinen Inlandstarif ohne Extrakosten weiter. Angelegt wird aber wie üblich voraussichtlich noch die Fair-Use-Policy.

Westbalkan bildet eigenen Roaming-Verbund

Die Westbalkan-Staaten bilden damit einen eigenen Roaming-Verbund, in dem perspektivisch auch Roam Like at Home gilt. So erklärt es die Europäische Kommission bereits 2021 in einer Pressemitteilung.

Das regulierte EU-Roaming gibt es schon seit 2017. Auch wenn einige Provider bereits eigene Preiskategorien fĂĽr den Westbalkan eingefĂĽhrt haben:

  • Beim Roaming auf dem Westbalkan handelt sich bislang nicht um EU-Roaming.

Wer sich also unter anderem in Serbien, Nordmazedonien oder in Albanien aufhält, sollte nach wie vor auf die Handykosten achten. Insbesondere für Reisende in Richtung Griechenland stellt dies eine Herausforderung dar. Denn selbst bei der Durchreise durch die Länder des Westbalkans können hohe Kosten anfallen. Mit der Neuregelung findet aber immerhin eine langsame Annäherung statt, auch interessant für das Roaming in Grenznähe.

Neu ist das Prinzip des inkludierten Roamings über die Grenzen der EU hinaus sicherlich nicht. Schließlich ist bei einigen Providern Roaming in der Schweiz inklusive. Auch Norwegen, Island und Liechtenstein (keine EU-Staaten!) gehören ins regulierte EU-Roaming.

  • Tipp: Der Ay Yildiz TĂĽrkei Jahrestarif gilt auch fĂĽr die Durchreiseländer Serbien und Nordmazedonien, also auf dem Westbalkan.
  • Beim Anbieter MTEL (seit Juli 2023 verfĂĽgbar) sind die Roaming-Tarife fĂĽr den Westbalkan etwas besser aufgestellt. Der Anbieter ist Mitglied der Telekom Serbien Gruppe und bietet kostenlose Anrufe in alle Festnetze und Mobilfunktarife der Telekom Serbien Gruppe. AuĂźerdem kosten z.B. 50 GB ab rund 15 Euro, in einigen Westbalkan-Staaten gibt es allerdings nur 10 GB zum gleichen Preis.

Welche Länder gehören zum Westbalkan?

Zum Westbalkan (Details: Wikipedia) gehören neben Serbien noch Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien und Nordmazedonien.

Handynutzung auf dem Westbalkan günstiger – aber nicht billig!

Im Vergleich zu den immensen Kosten, die Mobilfunkanbieter fĂĽr internationales Roaming auĂźerhalb der EU aufrufen, ist das neue Westbalkan-Roaming damit gĂĽnstiger geworden.

Dennoch: die Preise von 9 Euro bis 18 Euro pro GB sind keineswegs vergleichbar mit Inlandspreisen oder echtem Roam-Like-At-Home. Sondern höchstens interessant, um Kostenfallen zu vermeiden.

Wir empfehlen, wie so oft, den Vergleich: Mit den sogenannten Reise-Tarifen gibt es ebenfalls interessante Datenpakete, die mitunter noch günstiger ausfallen. Datenpässe für das Ausland gibt es schon jetzt. Diese laufen teils unter den per EU vorgeschriebenen Kosten.

Noch einfacher wird es mit einer eSIM. Spezielle eSIM-Tarife fĂĽrs Ausland haben wir ebenfalls in einem Extra-Beitrag fĂĽr Dich aufgeschlĂĽsselt.

Bei der Telekom haben sich die Pakete seit 2024 deutlich verbessert, so gibt es 1 bzw. 2 GB für 5,95 Euro (7 Tage), größere Pakete sind ebenfalls zubuchbar. Interessant ist hier die unterschiedliche Gruppierung der Westbalkanstaaten. So gibt es in Serbien mehr mobile Daten als in Montenegro oder Albanien, der Preis ist jedoch identisch.

Für Albanien oder Montenegro ist ein Surfpass der Ländergruppe 2 buchbar. Dieser bietet 1 GB für 7 Tage und kostet 5,95 Euro.

Telekom Surfpass Montenegro, 7 Tage surfen, 1 GB für 5,95 € oder

FĂĽr einen Aufenthalt in Serbien gibt es sogar 2 GB fĂĽr 5,95 Euro.

Telekom Surfpass Serbien

Bei Vodafone kostet das Reisepaket World pro Tag 9,99 Euro, es beinhaltet jedoch nur 500 MB. Alternativ gibt es fĂĽr 4,99 Euro das WorldTravel Paket mit 2 GB, hier jedoch pro Monat.

Alle Infos zur Vodafone eSIM gibt’s ĂĽbrigens hier: Vodafone eSIM: Alles rund um Tarife, Geräte, Aktivierung und Kosten

Roaming auf dem Westbalkan: Bei einigen Providern bereits im Vorfeld gĂĽnstiger

Ganz interessant ist jedenfalls, dass einige Provider ähnlich wie beim Schweiz-Roaming für das Roaming auf dem Westbalkan bereits 2022 eigene Preiskategorien eingeführt haben, zum Beispiel LIDL Connect und SIMon mobile.

Nur ein Beispiel:

LIDL Connect Westbalkan Roaming Preisliste - keine Veränderungen im Vergleich zu 2022

LIDL Connect Westbalkan Roaming Preisliste – auch 2026 gibt es keine Veränderungen im Vergleich zu 2022

Umgerechnet würde Roaming auf dem Westbalkan mit LIDL Connect rund 12 Cent pro MB oder 117 Euro pro GB kosten. In der Schweiz (Europa 1) wären es 3,40 Euro pro MB (3.400 Euro pro GB).

  • Beim mobilen Surfen solltest Du es dennoch nicht ĂĽbertreiben, denn auch mit dem vermeintlich niedrigeren Preis können schnell hohe Beträge zusammenkommen. Ein Song auf Spotify fĂĽr rund 36 Cent wäre zu verschmerzen, die Lieblings-Netflix-Serie fĂĽr 100 Euro und mehr eher nicht …
  • Achte auch hier auf Zubuchpakete oder nutze ĂĽbergangsweise eine eSIM fĂĽrs Ausland.

Parallele Beitrittsverhandlungen mit Westbalkanstaaten

Wie tagesschau.de 2024 berichtete, hat sich die EU auf Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina geeinigt. Perspektivisch wird das auch Auswirkungen auf die Roaming-Konditionen haben, allerdings dürften bis zur tatsächlichen Umsetzung noch Jahre vergehen.

Konkrete Verhandlungen werden ja bereits seit 2022 mit Albanien geführt, das Land ist seit 2024 Beitrittskandidat. Insgesamt sind die Verhandlungen mit Montenegro aktuell besonders weit fortgeschritten. Bis zum tatsächlichen Beitritt wird es jedoch noch lange dauern.

EU-Plan: Roaming in Drittländern soll günstiger werden

Die EU ist jedenfalls bestrebt, auch die Roaming-Kosten in Drittländern zu senken. Dazu sollen explizit Initiativen gefördert werden, die das Roaming mit Drittstaaten vereinfachen.

Ist auch nochmal in der Neufassung der Roaming-Verordnung im Zuge der Erweiterung des EU-Roamings um 10 Jahre aus dem März 2022 (Quelle) zu lesen:

„Daher sollten Initiativen gefördert werden, die darauf abzielen, die Roamingentgelte für Roamingdienste zwischen der Union und Drittländern auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zu senken. Insbesondere würden Endnutzer in den Regionen an den Außengrenzen der Union in hohem Maße von niedrigeren Roamingentgelten in den benachbarten Drittländern profitieren.“

Neben dem schon genannten Roaming in der Schweiz und dem Westbalkan-Roaming dĂĽrfte perspektivisch dann auch das Brexit-Roaming in GroĂźbritannien immer mal wieder Thema werden. Auch in Sachen Roaming in der Ukraine tut sich was …

Drillisch Roaming-Sperre

Bei einigen Anbietern, wie etwa den Drillisch-Marken winSIM, sim.de, handyvertrag.de u.a., ist die SIM-Karte in den ersten 7 Wochen nach Vertragsstart fĂĽr eine Auslandsnutzung gesperrt.

Diese Sperre kannst Du jederzeit selbst über Deine persönliche Servicewelt freischalten:

„Vertrag“ ➞ „Tarifoptionen“ ➞ „Sperr-Dienste“ ➞ „Sperre der Nutzung im Ausland“

17cd5672f4a4416db3c1e531c118bcb8
Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben.

Kommentar verfassen

Hinweis: Beiträge werden vor Veröffentlichung von der Redaktion geprüft.
Name
E-Mail
optional, wird nicht veröffentlicht

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.

Newsletter abonnieren

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Einfach E-Mail-Adresse eintragen und wir halten Dich zu den besten Deals & News auf dem Laufenden
Gewünschtes Abonnement auswählen*
Datenschutz*