Das kannst Du bei Störungen tun!

Kein Netz? Kein Empfang? Mit diesen Tipps bleibst Du erreichbar

Kennst Du das auch im Display? Kein Netz, kein Empfang, Netzstörungen − das ist nach wie vor immer mal wieder die Realität. Trotz Netzausbau und immer schnelleren Geschwindigkeiten im mobilen Internet geht manchmal einfach rein gar nichts mehr. Hier kommen die Hasen-Tipps gegen Störungen im Handynetz.
Kein Netz

Kein Netz: Wenn der Empfang ausbleibt, kann das auch an einer Störung des Funkmastes liegen (Bild: Pixabay @652234)

Wenn die Störungen im Handynetz überwiegen, stellt sich schnell Frust ein. Funklöcher, SIM-Karten-Fehler und schlecht ausgebaute Mobilfunknetze bremsen immer wieder das mobile Surfen oder Telefonate über das Handynetz, nicht immer kann WiFi-Calling diese Schwächen ausgleichen. Ursachen kann es viele geben. Doch Hilfe naht: Mit einigen Tipps kannst Du für besseren Empfang sorgen.

Wir sammeln, was Du versuchen kannst, wenn Dir kein Handynetz angezeigt wird. Denn nicht immer muss allein der Netzbetreiber für die Störung verantwortlich sein. Und bei zu viel Frust stellt sich leicht die Frage: Hast Du wegen schlechten Empfangs ein Sonderkündigungsrecht?

Kein Netz? Kein Empfang? Netzstörungen?

Daran liegt’s (vielleicht) … wenn jetzt nicht in erster Linie der Anbieter verantwortlich ist. Denn eine Netzstörung, schlechter bis kein Empfang − das kann durchaus verschiedene Ursachen haben.

  • Als generellen Tipp solltest Du Dein Handy bei anhaltenden Empfangsschwierigkeiten neu starten oder den Flugmodus kurz aktivieren, um alle Verbindungen zu trennen und dann neu aufzubauen.
  • Überprüfe außerdem, ob die Datenverbindung aktiv ist und ob sich das Handy ins richtige Netz einwählen kann (in den Einstellungen kannst Du die Netzwahl festlegen, oftmals erfolgt das automatisch).
  • Eventuell ist der falsche Internet-Zugangspunkt eingestellt. In diesem Fall benötigst Du die APN-Zugangsdaten, die durch den Provider versendet werden (bspw. per SMS).

Neben diesen allgemeinen Tipps gibt es jedoch auch Spezialfälle, die für andauernde Verbindungsprobleme sorgen können. Hier die Übersicht über mögliche Ursachen für schlechten Empfang − und Deine Handlungsmöglichkeiten.

EmpfangsproblemDas kannst Du dagegen tun
Schlechter NetzausbauAktuelle Position verändern, in anderes Netz wechseln
FunkstörungAbwarten, bis der Netzbetreiber die Störung behebt
Kein Empfang im Zugeventuell WLAN nutzen, abwarten, bis Bahnhof erreicht, tritt möglicherweise auch bei zu schneller Fahrt (= zu schneller Wechsel von Funkzellen) auf
Defekte SIM-KarteKarte austauschen (Ersatzkarte)
Handy zu alt oder defektHandy austauschen oder reparieren lassen
Deaktivierte SIM-KarteSIM aktivieren, eventuell SIM-Lock überprüfen
Kein Empfang im AuslandTarif mit Roaming nutzen

Kein Handy-Empfang durch schlechten Netzausbau?

Befindest Du Dich im Funkloch? Dann kann das Handy mitunter vergeblich versuchen, sich zu verbinden. Besonders nervig: Gesprächsabbrüche, wenn Du gerade unterwegs bist und mitten in ein Funkloch gerätst. Aber auch die Surfgeschwindigkeit kann darunter leiden. So springt das Smartphone ganz gerne mal zwischen GSM / Edge, LTE und ggf. ja sogar schon 5G hin und her. Was sich nicht nur beim Laden von mobilen Internetseiten, sondern auch beim Streamen deutlich bemerkbar macht.

Seit dem Mobilfunk-Netztest 2020/21 wird sogar dem notorisch Drittplatzierten (vom Netzbetreiber-Trio) ein »sehr gutes Netz« attestiert − andererseits kamen mit der UMTS-Abschaltung (zugunsten der breiteren Einführung von 5G) neue Netzprobleme hinzu.

Gut, wer dann auf Voice over LTE (VoLTE) oder WiFi-Calling (WLAN-Call) zurückgreifen kann. Und auch Voice over 5G wird wohl irgendwann ein Thema.

Online-Netzcheck & Störungskarten

Vor dem Wechsel in ein anderes Netz lohnt es sich außerdem, die Netzkarten der Netzbetreiber gegenzuchecken. Denn auch die Mobilfunk-Discounter greifen auf bestehende Netze zurück, mieten diese an. Verantwortlich für Störungen als auch den Ausbau sind dann die jeweiligen Netzbetreiber − und nicht direkt der Vertragspartner (solltest Du bei einem Discounter unter Vertrag stehen).

Oft reicht es ja, den eigenen Standort nur geringfügig zu verändern − schon klappt’s mit dem Empfang. Wer jedoch grundsätzlich zu Hause oder an anderen wichtigen Punkten kein Netz hat, dem bleibt als letzte Lösung nur der Wechsel in ein anderes Mobilfunknetz.

Besser als Netzkarten ist aber immer der Praxis-Check. So kannst Du zum Beispiel Dir nahestehende Menschen nach ihren Erfahrungen im entsprechenden Netz an den Standorten fragen, an denen Du Dich häufig aufhältst.

Denn ganz egal, ob Mobilfunk-Discounter oder Netzbetreiber: Die Netzabdeckung bleibt innerhalb der jeweils genutzten Techniken (2G, 4G oder 5G) in etwa gleich (nicht aber die Surfgeschwindigkeit).

NetzbetreiberNetzcheck
Telefónica (o2)Zum o2-Netzcheck
TelekomZum Telekom-Netzcheck
VodafoneZum Vodafone-Netzcheck
1und1 (noch kein eigenes 1und1-Drillisch-Netz, erst im Aufbau)siehe Telefónica (o2)

Der Netzcheck funktioniert entweder über die Karten der Netzbetreiber oder über die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur. Bei letzterer kannst Du den Ausbau in allen Handynetzen direkt miteinander vergleichen.

Störungsmeldungen beim Netzbetreiber

Immer mal wieder kommt es zu flächendeckenden Funkstörungen beim Netzbetreiber. Dann erstrecken sich die Empfangsprobleme nicht auf einzelne Funklöcher, sondern auf ganze Gebiete. In diesem Fall kannst Du nur abwarten, bis der Netzbetreiber die Störung behebt.

Online-Störungsmelder wie → allestörungen.de sowie die Netzbetreiber selbst informieren in der Regel, ob Störungen in den Netzen von Telekom, Vodafone oder der Telefónica vorliegen. Auch auf Twitter wird eilig von den Anbietern gezwitschert, wenn etwas mal nicht funktioniert, schneller noch als auf den Störungsseiten (denn dort muss die Störung ja erst noch eingepflegt werden, und kurzfristige Störungen dürften dort kaum zuerst auffallen).

NetzbetreiberStörungsmeldungenTwitter
Telefónica (o2)o2 Netzstörungentwitter.com/o2de
TelekomTelekom Netzstörungentwitter.com/Telekom_hilft
VodafoneVodafone Störungshilfetwitter.com/vodafoneservice
1und1 (noch kein eigenes 1und1-Netz, erst im Aufbau)siehe Telefónica (o2) twitter.com/1und1service

Kein Netz in Gebäuden

In Gebäuden bricht der Empfang oft ab, während Du draußen guten Netzempfang hast. Je nach Baumaterialien sind die Gebäude mitunter gut abgeschirmt, sodass die Funksignale nicht bis ins Innere des Gebäudes reichen. Auch in Supermärkten und im Einzelhandel wird dies oft beobachtet.

Kein Empfang im Zug oder Auto

Wer im Auto oder Zug unterwegs ist, ist ständig in Bewegung. Die Wahrscheinlichkeit, in ein Funkloch zu geraten, ist also groß. Hinzu kommt gerade in Zügen noch die Abschirmung der Funksignale. Diese reichen nicht bis in den Zug hinein − und Du kannst das Handy oft erst wieder im Bahnhof nutzen.

Die Deutsche Bahn steuert mit dem (langsamen bzw. schnell überlasteten) WLAN-Angebot in Zügen zumindest teilweise dagegen. Was Dich bei Telefonaten (vom WiFi-Calling einmal abgesehen) jedoch auch nicht weiterbringt.

Kein Netz-Empfang durch SIM-Karten-Fehler

Auch ein Fehler der SIM-Karte ist möglich. Im besten Fall ist der Fehler einfach zu beheben, indem Du die SIM-Karte entfernst und vorsichtig reinigst. Eventuelle Staubkörner oder Verschmutzungen können sich so lösen. Probiere die SIM-Karte auch in einem anderen Handy aus. Tritt das gleiche Problem mit anderen Handys und an anderen Standorten auf, dann ist ein Defekt der SIM-Karte wahrscheinlich.

Kontaktiere in diesem Fall den Provider und lass Dir eine neue SIM-Karte zuschicken. Beachte: Das ist meistens mit einer Gebühr zwischen 10 Euro und 30 Euro verbunden.

Tipp: Den Sonderfall „Nicht im Netz registriert“ untersuchen wir in einem eigenen Beitrag.

SIM gesperrt oder inaktiv

Falls Du einen Prepaid-Tarif nutzt, kann die SIM-Karte auch gesperrt sein. Zum Beispiel, weil Du das Handy über einen langen Zeitraum nicht verwendet hast. Kontaktiere im Zweifelsfall Deinen Provider, mitunter lässt sich die Karte durch die Aufladung von Guthaben wieder aktivieren.

Klar: Auch nach Kündigung eines Handyvertrags wird die SIM-Karte deaktiviert, sodass Du Dich nicht mehr in ein Handynetz einwählen kannst.

Und noch ein Punkt zur Prepaid-Karte: Diese musst Du nach Kauf erst aktivieren, bevor Du diese nutzen kannst. Grund ist die seit Sommer 2017 geltende Ausweispflicht.

Als Teilsperre wäre zuletzt noch der SIM-Lock oder Netlock zu erwähnen. Einige Handys können nur mit einer bestimmten SIM-Karte oder in einem bestimmten Netz verwendet werden. Verwendest Du eine andere SIM in dem Smartphone, kann sich das Handy nicht in ein Netz einwählen. Relevant ist das mitunter noch für die eSIM, die ja längst nicht von allen Providern unterstützt wird. Ansonsten dürften SIM- und Netlock aber eher selten anzutreffen sein.

Altes Handy sorgt für Empfangsprobleme

Was für die SIM-Karte gilt, gilt auch für das Handy. Gerade Smartphones, die schon länger in Gebrauch sind, können die SIM-Karte ungewollt auswerfen, zum Beispiel wenn zwischen den einzelnen Netz-Standards gewechselt wird. Hier gilt der umgekehrte Fall zu oben: Probiere in Deinem Handy mal eine andere SIM-Karte aus.

Smartphone Hardware defekt

Eventuell hast Du Ansprüche auf Garantie oder Gewährleistung. Bei älteren Handys kann eine Reparatur Abhilfe schaffen.

Außerdem unterstützen nicht alle Handys die neuesten Standards der Datenübertragung. Besonders bekannt ist das aus dem 5G-Ausbau: Ältere Handys oder aber Smartphones, die nicht für den europäischen Markt gedacht sind, unterstützen 5G entweder gar nicht oder funken möglicherweise auf einem anderen Frequenzband. Letzteres ist zum Beispiel relevant, wenn Du Dein Smartphone in einem China-Shop kaufst.

Kein Empfang im Ausland durch National-Tarif

Überall erreichbar, dank EU-Roaming-Regulierung sogar im Ausland? Von wegen! Schau vor Deinem Urlaub nochmal in die Handy-Tarif-Details. Denn einige (wenn auch wenige) Handytarife werden ganz ohne Roaming umgesetzt. Das bedeutet, dass die Inlandstarife nur innerhalb von Deutschland funken. Beachte jedoch: Das Ganze war vor einigen Jahren mal verbreitet, hat jedoch aktuell kaum noch Relevanz.

Sonderkündigungsrecht wegen schlechtem Empfang?

Eine häufige Frage ist die nach einer außerordentlichen vorzeitigen Kündigung wegen schlechten Empfangs. Gerade wenn Du noch ein Jahr oder länger vor Dir hast, Du aber so gut wie nie die zugesicherte Leistung bekommst. Hierzu gibt es nicht nur verschiedene Sichtweisen, sondern auch schwierige Nachweisbarkeiten. Das neue Telekommunikationsgesetz hat Ende 2021 da zwar ein wenig mehr Sicherheit gebracht, doch Vieles bleibt nach wie vor schwammig, so auch auf den Seiten der Verbraucherzentrale nachzulesen.

Grundsätzlich kann kein Mobilfunknetzbetreiber 100-prozentige Netzabdeckung garantieren, auch wenn es in der Werbung noch so schön klingt. Gelegentliche Verbindungsabbrüche musst Du somit hinnehmen. Wenn es aber um dauerhafte monatelange Störungen geht, sieht die Sache anders aus, dann ist die vorzeitige Kündigung möglich.

In der Praxis ist das aber weit hergeholt, schließlich muss ja erst einmal einige Zeit ins Land gehen, damit Du das belegen kannst.

Bist Du wegen des Empfangs unsicher, dann teste erstmal das Netz mit einem Prepaid-Tarif oder einem Tarif ohne Laufzeit. Klar: Da sind dann keine attraktiven Bundle mit Smartphone erhältlich.

Zu den Tarifen ohne Laufzeit

Profilbild von Stefanie
Schon seit 2011 ist Steffi als Redakteurin für verschiedene Online-Magazine und -Blogs unterwegs. Für Technik begeistert sie sich jedoch schon viel länger. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310. Nach einem iPhone und einem Windows Phone (nein, kein Witz!) begleitet sie mittlerweile ein Android-Smartphone durchs mobile Leben. Und Abschalten? Das geht am besten beim Waldbaden, Power Metal hören oder bei einer Runde Assassin’s Creed.

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